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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anatomie einer geschundenen Seele
"Warum hatte er in den empfindlichsten und gefährlichsten Knabenjahren täglich bis in die Nacht hinein arbeiten müssen? Warum hatte man ihm seine Kaninchen weggenommen, ihn den Kameraden in der Lateinschule mit Absicht entfremdet, ihm Angeln und Bummelm verboten und ihm das hohle, gemeine Ideal eines schäbigen, aufreizenden Ehrgeizes eingeimpft? Warum...
Veröffentlicht am 7. Juni 2005 von Michael Dienstbier

versus
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schule, so wie sie nicht sein sollte
Ein großes Lob an die Süddeutsche Zeitung für diese Reihe! 50 Bücher von renommierten Autoren in einer ansprechend gestalteten, gebundenen Ausgabe zum echten Schnäppchenpreis.
Über den Roman von Hermann Hesse kann man sich streiten. Mußte es unbedingt diese Geschichte sein, die für diese Reihe ausgesucht wurde. Mir...
Veröffentlicht am 6. Juni 2004 von junior-soprano


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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anatomie einer geschundenen Seele, 7. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
"Warum hatte er in den empfindlichsten und gefährlichsten Knabenjahren täglich bis in die Nacht hinein arbeiten müssen? Warum hatte man ihm seine Kaninchen weggenommen, ihn den Kameraden in der Lateinschule mit Absicht entfremdet, ihm Angeln und Bummelm verboten und ihm das hohle, gemeine Ideal eines schäbigen, aufreizenden Ehrgeizes eingeimpft? Warum hatte man ihm selbest nach dem Examen die wohlverdienten Ferien nicht gegönnt? Nun lag das überhetzte Rößlein am Weg und war nicht mehr zu brauchen" (Kapitel 5).
Hesses autobiographische Erzählung "Unterm Rad" beschreibt die tragische Geschichte des hochbegabten Jugendlichen Hans Giebenrath, der vom Ehrgeiz seines Vaters und des ganzen Dorfes auf einen Lebensweg gedrängt wird, den er nie gewollte hat und an dem er zerbricht.
Thema der 1903 erschienen Erzählung ist nicht in erster Linie eine Kritik am wilheminischen Schulsystem als vielmehr, wie schon in "Der Steppenwolf" und "Narziß und Goldmund", die Suche eines Menschen nach seinem persönlichen Lebesweg und den dabei auftretenden Schwierigkeiten. Im Gegensatz zu Harry Haller und Goldmund hatte Hans eigentlich nie eine Chance seinen persönlichen Weg zu gehen. Seine Begabung hatte diesen, nach Meinung seines Vaters, der Lehrer und des Pfarrers, von vornherein vorgegeben. So war in den Ferien statt Angeln und mit anderen Jungs in der Gegend herumziehen Hebräisch und Griechisch angesagt, damit aus dem Jungen mal was "Großes" werde. Als junger Mensch hat man keine Chance, sich gegen den Druck einer ganzen Gemeinde seine eigenen Wünsche entgegenzuhalten.
Fazit: Eindringliches Plädoyer für die individuelle Entscheidungsfreiheit eines jeden Menschen
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kind ohne wirkliche Kindheit, 24. März 2007
Von 
HeikeG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
Das autobiografische Werk "Unterm Rad" ist der bedeutendste und meistgelesene deutsche Schulroman. 1906 erschienen, stellte er sich in den folgenden Jahren - mit einer Unterbrechung während des Dritten Reiches - als das provozierendste und folgenreichste Buch Hesses heraus.

Die Erzählung greift auf Hesses eigene Erlebnisse zwischen 1875 und 1897 zurück. Er erschuf für seine Geschichte zwei Figuren: die zentrale Gestalt des Hans Giebenrath (welcher Züge von Hesses Bruder Hans trägt, der sich Jahrzehnte nach der Veröffentlichung das Leben nahm) und die des genialischen, aufmüpfigen Freundes Hermann Heilner. Heilner bricht, wie Hesse selbst, aus dem streng gehaltenen Seminarverband aus und provoziert das Erziehungssystem, das er damit in Frage stellt.

Hermann Hesse klagt in seinem Roman das Schulsystem und die Erziehung von Kindern an, indem er seinen Protagonisten Hans Giebenrath am Druck, der durch sein Umfeld auf ihn ausgeübt wird, zugrunde gehen lässt. Und er wirft eine ganze Menge Fragen auf:

Welchen Stellenwert erhält das Nachdenken über sich selbst, das Eingeständnis eigener Schwächen? Wie stark sind die Zwänge der Gesellschaft im Menschen implantiert? Wo befindet sich im Schein das wahre Individuum, was entspringt dem innersten Selbst und ist nicht doch Frucht äußerer Erwartungen?

Das Buch macht uns heutige Deutsche mit einem bewegenden Schicksal bekannt, einem Schicksal, das sich durchaus wiederholen könnte: Steht nicht jede Mutter vor der Wahl, in welche Schule sie ihr Kind schickt? Staatliche oder Privatschule? Gesamt- oder Waldorfschule? Unterstützung von Autorität oder Förderung der Kreativität des "Zöglings"?

In jedem Fall ist "Unterm Rad" ein wundervolles Stück Literatur, das den Leser in eine Welt und eine Zeit entführt, die zwar vergangen ist, aber noch gar nicht so weit zurückliegt und man jederzeit Parallelen ziehen kann mit der Gegenwart.

Fazit:

"Unterm Rad" ist ein wunderbar unterhaltendes und scharfsinniges Werk, dass in Hesses typischer Manier mit der Norm, dem Mittelmaß und der Selbstkasteiung abrechnet, mit den zentralen Fragen: "Wer bin ich" und "Wo bin ich".

Besonders das Spannungsverhältnis zwischen Genie und Intelligenz ist ein immer aktuelles Thema, dessen poetische Behandlung in diesem Buch zu den Höhepunkten deutscher Literatur gehört.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 100 Jahre alt - und noch immer lesenswert, 2. Dezember 2005
Von 
Amazon Kundenrezensionen "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
100 Jahre wurde Hesses Roman 2005 - und er wirkt noch immer erstaunlich frisch.
Er ist die (vielen als Schullektüre bekannte) Geschichte von Hans Giebenrath, der zum Stolz des gesamten süddeutschen Städtleins das "Landexamen" (=Aufnahmsprüfung in die Klosterschule Maulbronn) besteht. Und hier beginnt der Abstieg - bis zum bitteren Ende....
Hesses flammender Appell für Kreativität und Widerborstigkeit (gezeigt an der Figur von Hermann Heilner) und gegen (geistiges) Philistertum und trockene Buchgelehrsamkeit, wobei letztere von diversen Lehrern und Pfarrern in Form der Schule vertreten werden, hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren.
Alle wollen nur "sein Bestes", wenn sie Hans Giebenrath von all seinen Hobbys wegbringen (und damit von der Natur); eingetauscht werden dafür tote Sprachen und ein Internatsbetrieb. Dass das eine empfindsame Seele, die noch dazu keine Mutter (als Regulativ?) mehr hat und auch gesundheitlich angeschlagen ist, nicht aushält, verwundert nicht weiter.
Hesse hat in diesem kleinen Roman ganz wesentlich eigene biogafische Elemente einge- und verarbeitet. Ein "Werk der Befreiung" also, wenn man so will, geschrieben wenige Jahre nach den Leiden, die Hesse selbst zu ertragen hatte.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur die Wirklichkeit hat recht, 26. September 2005
Von 
Franz Waditzer "waditzer" (St.Veit an der Glan) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
Diese Erzählung zeigt das Schicksal eines begabten Buben, dem der Ehrgeiz seines Vaters und der Lokalpatriotismus seiner Heimatstadt eine Rolle aufnötigen, die ihm nicht entspricht, die ihn "unters Rad" drängt.
Manchmal meint man, das Buch lebt: man riecht das Laub, man fühlt das kühle Wasser des Dorfbaches in der Sommerhitze an der Stirn, man leidet mit Hans mit, man denkt an die eigene Mittelschulzeit.
Der Roman enthält ungefähr eine Anleitung für Eltern und Lehrer, wie man einen begabten jungen Menschen am zweckmäßigsten zugrunde richtet.
"Unterm Rad" ist neben "Die Verwirrung des Zöglings Törless" von Robert Musil, die nachhaltigste Anklage gegen das Erziehungsritual jener Jahre (um 1900). Auch das Buch "Der Schüler Gerber" von Friedrich Torberg behandelt fulminant die selbe Thematik.
Das Buch wurde 1903 geschrieben und ist absolut aktuell.
"Ein paar Wochen ist es her, da entdeckte ich in einem Abteil der Berliner S-Bahn zwei junge Leute. Ihre Gesichter waren über dasselbe Buch gehängt, das einer der beiden in Händen hielt. Sie lasen, sie waren verzaubert, von ihrer Haltung ging eine fast greifbare Aura der Verwandlung aus, sie blickten nicht auf, sie waren vollkommen unempfindlich für die Umwelt.
Ich habe weder vorher noch danach wieder Menschen so lesen sehen. Sie lasen Hermann Hesses "Unterm Rad". Nur die Wirklichkeit hat recht.", meinte Rolf Schneider einst.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungene Kritik am Schulsystem, 10. April 2006
Von 
Gordian Ezazi (Troisdorf, Nordrhein-Westfalen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
Herman Hesse erzählt in seinem Roman „Unterm Rad" die Geschichte des schwäbischen Händlersohnes Hans Giebenrath. Der interessierte und intelligente Hans wird dabei zum Spielball der Interessen und Erwartungshaltung seines Heimatdorfes. Hans soll bei einem Schülerwettbewerb teilnehmen, er muss Erfolg haben, er soll lernen. Sollen, Müssen, Können - von der genuinen Libertinage eines Adoleszenten erhascht Hans nur wenig.

Doch der vermeintliche Spielball gerät aus der Bahn, kommt mit dem Erwartungsdruck nicht zurecht, teils aus aufkeimendem, emanzipatorischem Eifer, teils aus profaneren Gründen (Freundschaft zum rebellischen Genius Heilner). Das Ende dieser kurzen, temporeich inszenierten Geschichte von Herman Hesse ist ein tragisches, aber zugleich auch ein sehr lehrreiches. Es offenbart im Kern eine unumwunden harte, aber durchaus zutreffende Kritik an der damaligen Schul- und Erziehungspolitik (zu Beginn des 20. Jahrhunderts). Und wenn Hesse in manchen Passagen den Druck beschreibt, den manch eine Schülerschulter ausgesetzt ist, mag man mehr als nur einmal „vom Sofa" aufspringen und ganz laut: "Mist, verdammter, und es ändert sich noch immer nichts", brüllen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anbetungswürdiger Stoff von Herrn Hesse, 12. Mai 2011
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hillershausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
Ich liebe dieses Buch! Alle anderen aus meiner Klasse sahen und sehen es immernoch als Zwang an ein Buch lesen zu müssen, doch ich liebe es Bücher zu lesen (was mir kein Verständnis von den anderen einbringt). Ich habe dieses Meisterwerk in der neunten Klasse gelesen und war hin und weg.

Hans Giebenrath ist ein Junge, der unter dem Druck leidet erfolgreich sein zu müssen, da ihm sein Vater dies immer deutlich aufträgt. Er absolviert Prüfungen, muss Latein, Griechisch und vieles mehr perfekt können um sie zu überstehen. Er leidet ebenfalls unter dem Lokalpatriotismus der bei ihm im Dorf herrscht. Das Geschehen ist ungefähr um 1900 rum eingesetzt. Er versucht mental aus diesem Druck zu entfliehen, will lesen und sich die Natur ansehen und Angeln, weil dies seine Lieblingsbeschäftigung ist, doch dies wird ihm sogar verwehrt, weil er für das Lernen verpflichtet ist. Dieses Buch endet tragisch mit Hans Giebenrath.

Ich kann nur empfehlen, dass Sie, liebe Amazon-Kunden dieses Buch lesen und sich von Hermann Hesse in eine viel strengere Zeit als die heutige entführen lassen. Dieses Buch ist auch für junge literaturinteresierte Menschen. Und nun mache ich wieder meinen berühmten Appell an Jugendliche:

LIEBE JUGENDLICHE, VERGESST DIE (WELT-)LITERATUR NICHT, LESEN IST NICHT UNCOOL, LESEN MACHT BELESEN, ERHABEN UND ÜBERLEGEN. ES ÖFFNET EUCH DIE TORE IN EINE GEPFLEGTERE, ANGEMESSENERE SPRACHE! ICH HABE DIE LIEBE ZUM LESEN ENTDECKT UND KANN ES AN EUCH, LIEBE JUGENDLICHE, NUR WEITEREMPFEHLEN. VERSUCHT ES! :)

~Bücher-Liebhaberin~
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schule, so wie sie nicht sein sollte, 6. Juni 2004
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
Ein großes Lob an die Süddeutsche Zeitung für diese Reihe! 50 Bücher von renommierten Autoren in einer ansprechend gestalteten, gebundenen Ausgabe zum echten Schnäppchenpreis.
Über den Roman von Hermann Hesse kann man sich streiten. Mußte es unbedingt diese Geschichte sein, die für diese Reihe ausgesucht wurde. Mir persönlich gefällt z.B. „Der Steppenwolf" viel lieber. Auf jeden Fall vermittelt „Unterm Rad" aber ein gutes Bild, von dem was Hesse in all seinen Werken bewegte, es ist ein typisches Hesse Buch. Überaus sensibel, vielleicht sogar etwas übersensibel und selbstbemitleidig, wird die Geschichte eines Einzelgängers erzählt, der seinen Platz in der uniformierten Gesellschaft sucht. Das problematische Genie, um das es in dieser Geschichte geht, soll in der Schule in ein funktionierendes Rädchen der Gesellschaft verwandelt werden. Die Lehrer scheitern, der Schüler zerbricht.
„Unterm Rad" ist zuallererst ein Buch für Schüler und Lehrer. Wer die Schulzeit bereits hinter sich hat, wird wahrscheinlich weniger mit dieser Kritik an einem zu autoritären Schulsystem, in der keine Rücksicht auf die individuellen Stärken und Schwächen der Schüler genommen wird, anzufangen wissen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hesse at it's best!, 22. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
Unterm Rad, die Geschichte des Schülers Hans Giebenrath, der in der Tat im Laufe des Buches unter die Räder des wilhelminischen Schulsystems gerät. Dieses wohl zum Teil autobiografische Buch gehört mit Sicherheit zu dem Besten, was Herrmann Hesse geschrieben hat.Die Beklommenheit des spießbürgerlichen Daseins, in das Hans Giebenrath hineingeboren wird, wird von Hesse derart eindringlich und so treffend beschrieben, dass man nur noch staunen kann. Während der Lektüre habe ich mich oftmals gefragt, ob dieses Buch wirklich 1905 erstmals erschienen ist, oder ob es nicht doch in der heutigen Zeit spielt. Das Thema hat an Aktualität in den letzten 100 Jahren nichts eingebüßt. Eigentlich sollte diese Buch zur Pflichtlektüre für jeden Lehrer gemacht werden.
Die Beschreibung des Vaters auf den ersten Seiten ist excellent! Allein deshalb ist das Buch schon lesenswert. Beruhigend auch, dass bereits damals die alten Leute auf den Bänken saßen und sich darüber beklagten, dass die Jugend in der Schule doch nur noch Unsinn lerne und völlig verkomme. Dieses Buch hat mir auch gezeigt, dass es Dinge gibt, die sich offenbar nie ändern.
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5.0 von 5 Sternen Beglückend, 12. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
Ich kenne einfach keine Schriftsteller, der es mit einer derartig einfachen Sprache schafft, Figuren und Geschichten lebendig werden zu lassen.
Hermann Hesse beherrscht die Kunst, einen Sommer so zu beschreiben, dass man ihn fühlen, hören und schmecken kann.
Der Kampf Hans Giebenraths gegen die Zerstörung des Inviduums durch die Gesellschaft, ist heute ebenso aktuell wie vor 100 Jahren.
Für den Einstieg in das noch immer faszinierende Schaffen von Hermann Hesse ist "Unterm Rad" bestens geeignet.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen mitfühlende Story + versteckter Einblick in Hesses Leben, 6. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 (Gebundene Ausgabe)
Der Roman 'Unterm Rad' von Hermann Hesse gibt einen Einblick in das repressive Schulsystem vor ca. 100 Jahren. Anhand eines konkreten Beispiels wird realitätsnah und nicht übertrieben sentimental geschrieben.
Hans Giebenrath, der Protagonist in dem Roman ist Opfer des hohen Drucks, der die Schule auf ihn ausübt. Er wird schon als kleiner Junge zum Lernen angehalten, damit er das Landexamen besteht und auf die Klosterschule Maulbronn gehen kann. Schon bald kann er dem Druck nicht mehr standhalten und wird von der Schule verwiesen. Auf Wunsch seines Vaters beginnt er eine Mechanikerlehre, doch schon bald wird er tot aufgefunden.
Dieses Werk von Hermann Hesse ist sicherlich lesenswert, da seine Kritik in jedem Falle deutlich wird und durch das Einbringen eigener Erfahrungen ist die Situation Hans' leicht nachvollziehbar. Gerade für Jugendliche ist diese Buch interessant, da der drastische Unterschied zum heutigen Schulsystem deutlich wird, das noch immer nicht vollstänidg ausgereift ist.
An manchen Stellen schwenkt Hesse jedoch zu weit aus. Auch ein klares Ende würde den Roman sicherlich noch eindrucksvoller erscheinen lassen.
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Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46
Unterm Rad. SZ-Bibliothek Band 46 von Hermann Hesse (Gebundene Ausgabe - 2005)
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