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Kundenrezensionen

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"Mag es auch keinen direkten kausalen Konnex von der Ariosophie zur realen Organisation des Dritten Reiches gegeben haben, so hat sie doch einen wichtigen mythenbildenden und wahrscheinlich bis jetzt unterschätzten Anteil an den damaligen politischen Phantasien, die sich unmittelbar in einem Wahn des Auserwähltseins sowie des Für-Wahr-Haltens von Verschwörungsvorstellungen und damit auch in daraus folgenden politischen Aktionen niederschlug."
(Dr. Hans Thomas Hakl)

Während timediver®'s Mongolei-Reise im Mai 2012 wurde ich bei einem Besuch des buddhistischen Gandan Klosters von meiner hervorragend deutsch sprechenden mongolischen Reiseführerin auf das einstige "Ahnenerbe" angesprochen und seiner Tibet-Expedition im Jahre 1938 angesprochen. Die Mongolin, deren Ohrclips, Halskette und Ring jeweils eine Swastika zeigte, wusste außerdem, dass diese "Forschungseinrichtung" von Heinrich Himmler gegründet worden war....

....und brachte mir dadurch Titel wie "Himmler's Crusade: The Nazi Expedition to Find the Origins of the Aryan Race" (2003) von Christopher Hale und Michael Hesemanns "Hitlers Religion. Die fatale Heilslehre des Nationalsozialismus" (2004) in Erinnerung, die ich bereits gelesen und rezensiert hatte. Beide Autoren haben sich in ihren Büchern auf "Occult Roots of Nazism: Secret Aryan Cults and Their Influence on Nazi Ideology: Secret Aryan Cults and Their Influences on Nazi Ideology" von Nicholas Goodrick Clarke (1953 – 2012) bezogen, das in seiner ersten Auflage bereits 1985 als Paperback von New York University Press publiziert worden war. Als Hale und Hesemann ihre Bücher schrieben, lag die Veröffentlichung der ersten deutschsprachigen Edition (1997) von Goodrick-Clarkes wissenschaftliches Standardwerk ebenfalls einige Jahre zurück. Bemerkenswerterweise auch die zweite deutschsprachige Auflage vom Grazer Leopold Stocker veröffentlicht, dessen Imprint Ares-Verlag als Herausgeber rechtskonservativer Literatur mit Schnittpunkten zum Rechtsextremismus gilt.

"Die Studie zur Ariosophie", wie das Standardwerk von der "New York Times" genannt wurde, ist die Geschichte unglaublicher Phantasmagorien und Hirngespinsten, die mit Beginn des späten 19. Jahrhunderts entstanden sind. Angefangen bei "Die Geheimlehre. Die Synthese von Wissenschaft, Religion und Philosophie" von Helena Petrowna Blavatsky, die nicht nur Wurzelrassen postulierte und vorgab, die "geheimen Stanzen von Dzyan" im Himalaya gefunden zu haben und hemmungslos buddhistische und hinduistische Elementen in ihre Theosophie einfließen ließ. Das Amalgam von Pseudoreligion und Pseudowissenschaft setzt sich über den "Wotanismus und die Armenschaft" des Guido von List zur "Theozoologie" eines Jörg Lanz von Liebenfels, dem Gründer des "Ordo Novi Templi" fort, der mit "Sodoms-Äfflingen vs. Götter-Elektron" einen sexistischen Rassismus religiös zu begründen versucht ("Ario-Christentum"). Weitere esoterisch-okkult-rassistische und antisemitische Beiträge leisteten Rudolf von Sebottendorf und sein "Thule Gesellschaft" und Herbert Reichstein. Die Krönung des ganzen stellt Karl Maria Wiligut dar, der Heinrich Himmler davon überzeugen konnte, ein Abkömmling der "Uiligotis", germanischer Weiser, zu sein und über eine "hellseherische Erberinnerung" zu verfügen, die ihn weit in die Vergangenheit blicken lasse: So sei Goslar bereits 78.000 v Chr. Als Arual-Jöruvallas gegründet, 12.500 v. Chr. die irministische Religion des Krist als allgemeingültiger Glauben bei den Germanen ausgerufen und 9.600 v. Chr. Der heilige Prophet Baldur-Krestos von schismatischen Wotanisten in Goslar gekreuzigt worden. Himmler überließ seinem "Weisthor" die Planung der Wewelsburg, Ausgestaltung von Zeremonien und die Kreation des "SS-Rings". Erst nachdem sein dreijähriger Irrenhausaufenthalt bekannt worden war, ließ in Himmler 1938 fallen.

Goodrick-Clark kann jeden seiner Sätze mit Primärquellen belegen und hat sich dabei beinahe jeglicher Wertung enthalten. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Ariosophie die Nazi-Ideologie zwar antizipiert, jedoch eher ein Symptom als einen historischen Einfluss dargestellt habe. Durch das Eingangszitat von Dr. Hans Thomas Hakl, der sich neben dem Vorwort auch für mehrere Anlagen und eine Zusammenfassung "Nationalsozialismus und Okkultismus" für deutschsprachigen Ausgabe verantwortlich zeichnet, wird Goodrick-Clarks Aussage konkretisiert.

Fünf Amazonsterne für eine entlarvende Pionierleistung auf dem Gebiet der (braunen) Esoterik. Was heute als pseudo-wissenschaftlicher und -religiöser Humbug anmutet, war nicht nur eine bloße Begleiterscheinung eines menschenverachtenden, mörderischen Systems, sie diente manchen auch als Rechtfertigung.
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am 20. Dezember 2004
Dieses Buch ist wohl eines der besten zu diesem Thema. Seriös recherchiert, Quellenhinweise und so objektiv wie möglich wird der spannenden Frage nachgegangen, wie der Nationalsozialismus in seinen Wurzeln von Okkultismus geprägt war.

Den vielen Spekulationen folgt der Autor nicht oder nur so weit, als unüberprüfbare und unrichtige Behauptungen entzaubert werden, aber gerade dieses Thema verlangt sachliche Behandlung. Und diese verfolgt dieses Buch, das jedem an seriöser Information Interessierten ans Herz gelegt werden kann.
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am 16. Juni 2010
In den letzten Jahren geht in der Grenzwissenschafts- und Esoterikszene etwas wie die Pest um - rassistische und rechtsextreme Thesen, vertreten durch Autoren wie Jan van Helsing genießen eine große Popularität.
Dabei zeigt ein bisschen Recherche schnell, dass die verrückten Behauptungen dieser Autoren nicht nur Volksverhetzend, sondern auch auf naiv-dümmliche Art und Weise falsch sind. Der Begriff Geschichtsverfälschung ist hier sicherlich angebracht.
Glücklicherweise machte sich Goodrick Clarke in diesem Buch die Mühe, anhand von Originalquellen einmal der Frage nachzugehen, wieviel Einfluss Geheimbünde wie die Thulegesellschaft tatsächlich auf Hitler und Konsorten hatten.
Dabei schafft er es nachzuweisen, dass Okkultismus viel weniger Hintergrund der Thulegesellschaft war, als vielmehr völkische Interessen, außerdem wird mit so manch einer Legende aufgeräumt. So kann nachgewiesen werden, dass die "Vrilgesellschaft" zum Beispiel eine Legende ist und nie existierte. Den Ursprung nahm hier der Roman "Das Geschlecht der Zukunft", eine Desutopie, in der der Autor Edward Bulwer eine Vrilkraft erfand. Diese wiederum wurde von den Theosophen um Helene Blavatzky aufgegriffen und für ihre esoterischen Lehren verwendet. Und erst in dem Buch "Aufbruch ins Dritte Jahrtausend" dann tauchte plötzlich die Behauptung einer angeblichen Vrilgesellschaft auf, die an keiner Stelle belegt wurde und seither von van Helsing und anderen Autoren der Neuen Rechten fleißig weiter verbreitet wird.

Der Text selbst ist auf Informationen getrimmt. Hier steht nicht der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund, sondern die Studie der Fakten. Das macht das Buch mitunter anstrengend zu lesen, doch aufgrund der minutiösen Arbeit des Autors, mit der endlich einmal mit dem ganzen Unsinn der in der Szene floriert aufgeräumt wird, hat das Buch die volle Punktzahl verdient.
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am 16. August 2011
"Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus" ist kein schwurbeliges, plakatives Werk über Verschwörungstheorien, sondern ein wissenschaftliches, sauber gearbeitetes Buch. Wie der Untertitel schon klar erkennen lässt, geht es hier um die Geschichte der Ariosophie und deren Ursprünge sowie der steten Weiterentwicklung. Daraus abzuleiten sind die auch in heutiger Zeit zunehmenden esoterischen pseudoreligiösen Ansichten der rechten Szene. Viele Charaktere, wie z.B. Lanz, List oder Sebottendorff werden hier porträtiert und analysiert. Auch werden die historischen Faktoren gerade von Österreich gekonnt mit eingeflochten, welche ebenfalls eine ernstzunehmende Rolle spielten. So entsteht ein Gesamtbild, das einem verstehen hilft, warum die Ariosophie eine so große Anziehungskraft auf den deutschsprachigen Raum ausüben konnte und leider auch vereinzelt immer noch kann.
Trotz aller Seriosität lässt sich das Buch recht gut lesen und bietet an passender Stelle eine Prise Zynismus, um die Kuriosität einiger porträtierter Charaktere zu unterstreichen.
Positiv hervorzuheben sind die umfangreichen Quellenangaben, die für eine wissenschaftliche Arbeit unerlässlich sind.

Fazit: wer an solider Aufklärung interessiert ist kann beruhigt zugreifen. Verfechter von Verschwörungstheorien sollten dringend die Finger hiervon lassen, dafür gibt es genug Ausweichlektüre.
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am 3. Oktober 2015
Ein streng hierarchisch geprägtes Machtgebilde mit rhetorisch geschulten Leuten, eingängigen Parolen und ein wenig sozialem Touch, mit viel okkultem Zauber und Magie funktioniert wie Religion. Leider sind es dieselben Menschen, die eher Glauben als Wissen, die einer solchen Ideologie folgen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. Oktober 2008
Aufschlussreiche Literatur, ein sachliches, neutrales Buch über ein schwieriges Thema.
Einzigartige Einblicke in die erschreckende und auch faszinierende Ideologie eines mystischen Polikultes.
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am 20. Dezember 2010
Diese "Studie" gilt als internationales Standartwerk zum Thema der Ariosophie.
Die Frage ob der Nationalismus unter okkulten Einflüssen stand, ist so alt wie die Menscheit.
Diese Frage geht dieses Buch nach.
Welche Rolle spielten "Thule,Lanz von Liebenfels, Neuer Templer Orden,Edda Gesellschaft" und und und, im zweiten Weltkrieg oder besser gesagt bei den Riegen der Nationalsozialisten.
Man versucht die Frage nachzugehen in dem Zeitraum von 1890 bis 1935.

Alles in Allem ist es schwere Kost und ist für ein Laien schwer zu verstehen oder nachzuvollziehen,
es sei den man befasst sich schon seit Jahren mit diesem Thema.
Deshalb nur 3 Sterne von mir.

Aber es darf in keiner Sammlung fehlen.
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am 23. November 2014
Der Autor hat bei der Beschreibung des Lanz von Liebenfels
das Buch von Wilfried Daim "Der Mann der Hitler die Ideen gab",
nicht berücksichtigt. Ein schwerer Fehler.
Daim beschreibt detailliert den üblen Rassismus des Lanz.
Als Kennzeichen wahren Ariertums bestimmte der auch die Form der Fußabdrücke.
Im Spiegel Archiv kann man nachlesen unter "Äfflinge und Hellinge".

"Das Dogma von den Blonden oder "Asingen" (vom
germanischen Göttergeschlecht der Asen abstammend), den
"Heldlingen" oder "Arioheroikern", den Edelrassigen, die über die
"Tschandalen", "Äfflinge", "Schädlinge" oder "Schrättlinge" zu
herrschen hätten." usw….
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am 9. April 2009
Wer sich für "die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus" interessiert (und das ist schließl. der Buchtitel!!!), wird sehr enttäuscht sein, denn darüber steht in dem Buch wenig bis gar nichts. Vielmehr ist es eine "Studie zur Ariosophie"! Ich habe mir dieses Buch gekauft, um mir mehr (Hintergrund-)Wissen über die jüngere deutsche Geschichte anzueignen; um verstehen zu können, welche Mechanismen (okkult, oder nicht-okkult) gewirkt haben müssen, damit in diesem Land derart Schreckliches passieren konnte. Dafür ist dieses Werk aber leider nicht geeignet. Stattdessen begnügt sich der Autor damit, "okkulte Wurzeln" wie Thule und Vril als unwichtig abzutun, andere Werke, die sich seriös mit solchen Themen beschäftigen als unglaubwürdig darzustellen und kommt letztendlich zu dem Schluß, daß der Nationalsozialismus keine nennenswerten okkulten Wurzeln hatte. Sorry, Themaverfehlung! Wer sich für okkulte Wurzeln des NS-Regimes (und auch anderer politischer Systeme) interessiert, dem sei hier das Buch "Das schwarze Reich" von E.R. Carmin empfohlen.
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am 13. August 2005
Dieses Buch mag sehr gut recherchiert und wissenschaftlich korrekt sein, jedoch ist es schwer zu lesen aufgrund der Sprache und der vielen biographischen Informationen über die verschiedenen Personen. Als Unterhaltung würde ich es nicht sehen, aber wenn man sich wissenschaftlich fundiert informieren möchte ist es sicher empfehlenswert. Wenn man es etwas "farbiger und bunter" möchte sollte man lieber zu anderen Büchern greifen.
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