weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Kamera16 Learn More Spirituosen Blog HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen2
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
2
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Broschiert|Ändern
Preis:14,50 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 14. März 2013
Hier wird auf gerade mal 130 Seiten das Innere eines Sadisten dargelegt, eingebettet in ein paranoides Verwirrspiel um sadomasochistische Phantasie und Realität.
Rick hat ein bürgerliches Leben, das schon zu Beginn des Buches in Trümmern liegt.
Er lebt allein, denn seine Frau hat mit den Kindern das Haus verlassen und will die Scheidung, seine Firma hat ihn bis auf Weiteres freigestellt.
Damit endet die Sicherheit des Lesers über die Fakten in diesem Buch.

Ricks gewalttätige Phantasien sind kaum von den mörderischen Taten eines Unbekannten zu unterscheiden, die Polizei hält ihn für den Täter.
Rick selbst ist sich phasenweise nicht sicher, ob er in die verübten Morde verwickelt ist, oder nicht.
Die Gründe hier für hat der Autor in vielen verschiedenen Textpassagen so dargestellt, dass dem Leser schwindelig werden mag,
sich jedoch auch das Bild eines Menschen entwickelt, in dessen Kopf wohl niemand freiwillig leben möchte.
Das sind die Passagen, neben den anregenden und auch beängstigenden sexuellen Szenen, die für mich dieses Buch so lesenswert machen.
Wenn auch die beschriebenen Gedanken und Gefühle grenzwertig sind, so wird die Gratwanderung zwischen Zerstörung und Bewahrung,
im Grunde zwischen Hass und Liebe in Ricks Welt gekonnt vorgeführt und immer wieder mit schwarzem Humor hinterlegt.
Perfiderweise spielt der Autor nebenbei virtuos mit den gefährlichen Seiten des WWW...
das wird bei jedem Leser der sich in diesen virtuellen Szenen bewegt, mit einiger Sicherheit eine Extra-Gänsehaut erzeugen!
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juli 2013
Der Autor war mir als Verfasser einschlägiger Internet-Kurzgeschichten bereits ein Begriff. Nun habe ich zum ersten Mal ein Buch von Gerwalt gekauft - und nicht aus der Hand legen können. "Ricks Welt" ist ein mitreißender Thriller, voll radikaler Begierden, lustverheißender Abgründe, grandios locker und doch bis ins kleinste Detail präzise geschrieben. Ein wirklich fesselndes Buch, nicht nur für den Liebhaber von Spannungsliteratur oder für Interessenten sadomasochistischer Praktiken.

Die süffig zu lesende und zugleich raffiniert konstruierte Story um einen von sexuellen Gewaltfantasien geplagten Ingenieur mittleren Alters übt einen wollüstig-berauschenden Sog aus, der einen für die Zeit der Lektüre verschluckt. Lange nach der Auflösung des Falles klingt das unterschwellig im Text mittransportierte Beunruhigungspotential im Leser nach. Schon auf den ersten Seiten des Romans wendet sich der Erzähler direkt an den Leser und kündigt ein sadomasochistisches Abhängigkeitsverhältnis an. Mit Witz und Ironie mahnt der sadistische Ich-Erzähler Rick, Ritchie, Richard (mit den Namensvarianten schon auf die gespaltene Identität verweisend) den Leser, sich dem Willen des Autors zu unterwerfen:

"...bei mir kommt Kritik eigentlich immer ganz persönlich an. Kritisierst du mein Buch, dann kritisierst du mich. Ich bin recht einfach strukturiert."

Der Roman ist dagegen höchst komplex strukturierst. Unterschiedliche Textsorten brechen und verunsichern immer aufs Neue die erzählte Wirklichkeit, so dass die eben gewonnene Sicherheit, was innerhalb des Erzählten wiederum Fiktion eines fantasievollen Ingenieurs und was verlässliche Erzählrealität ist, zerbröselt. Allerdings nervt die exakt inszenierte Irritation nicht, nein, und das macht u.a. die Qualität dieses Buches aus, sie bleibt spannend und lässt dem Leser keine Fluchtmöglichkeit. Man bleibt in der Macht des "Aktiven", des Dominanten, der Leser bleibt abhängig vom Erzähler - ganz wie er das angekündigt hat.

Die Spannung hat eine ihrer Stromquellen in der unausgesprochenen Not des Erzählers, die auf den Leser übertragen wird: Ricks Welt ist die Hölle, weil es darin keine sauberen Grenzen gibt zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Rick, der unschuldig-schuldige Täter-Erzähler, gesteht unentwegt alles und mehr als er zu verantworten hat. Er ist rücksichtslos auch in der Selbstbezichtigung, ein glühender Bekenner. Aber seine Geständnisse verhallen, sie stellen keine alte Ordnung wieder her. Das Furchtbare ist nicht die "böse" Getriebenheit eines Subjektes, stellt sich heraus, der Sadist ist gar kein Macher. Seine Willkür ist auch nur Reaktion auf Willkür, die ihm mitspielt. Das umfassend Quälende, die einzige Gewissheit, ist die vieldeutige Unverlässlichkeit dessen, was wir Ich nennen.

Wie Hammetts und Chandlers Bücher ursprünglich in der Zeitschrift "Black Mask" erschienen, um erst viel später den Mantel der reinen Gebrauchsliteratur abzulegen, muss "Ricks Welt" als literarisches Werk erst entdeckt werden. Gut möglich, dass dieser Roman noch ein glanzvolles Nachleben in einem "noblen" Verlag hat. Schon jetzt lässt sich eindeutig und mit Lust der Thriller genießen.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden