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am 16. April 2009
Wenn man Buecher von Ryu Murakami liest, fraegt man sich regelmaessig (ausser bei "69"), was um alles in der Welt in seinem Kopf vorgeht. Da wimmelt es von schrecklichen Kindheiten in Heimen und fruehkindlichen Gewalterfahrungen und nicht selten sind die Taeter die eigenen Eltern. So auch wieder in "Piercing". Dann verwundert es nicht, wenn die Hauptfiguren - Kawashima Masayuki und Sanada Chiaki - als junge Erwachsene auch alles andere als "normale" Verhaltensweisen, Phantasien und Obsessionen an den Tag legen. Gespaltene Persoenlichkeiten, innere Stimmen und das Gefuehl des Verfolgtsein und Getriebenen bewegt beide Charaktaere und bestimmt ihren Alltag.

Kawashima, in Sorge, er koenne eines Tages vom Verlangen ueberwaeltigt werden, seine neugeborene Tocher zu erstechen, plant einen Mord, um seine Obsession, Stahl in weisses menschliches Fleisch zu stossen, endlich fuer immer los zu werden. Sein Opfer soll eine junge Prostituierte aus der tokyoter S&M Szene sein. So treffen sich nun Kawashima und Sanada, vermittelt ueber eine S&M Serviceagentur, in einem extra fuer diesen Zweck von Kawashima angemieteten Hotelzimmer, in dem der befreiende Mord stattfinden soll.

Ob Kawashima nun seinen akribisch ausgearbeiteten Plan in die Tat umsetzen kann, ist fraglich, denn er hat nicht mit Sanada gerechnet, und ihren ebenfalls sehr eigenen und destruktiven Gewalt- und Sexualphantasien. So treffen also zwei sexual- und gewaltgeschaedigte Japaner aufeinander, und jeder hat einen Plan fuer den anderen bereit, die sich schliesslich in einer Orgie der Gewalt entladen.

"Piercing" ist wieder ein Roman wie ihn eigentlich nur Japaner aussinnen koennen. Keine Gesellschaft hat, aus Sicht des "christlichen Abendlandes", ein derart fremdartiges und skurriles Sexualleben wie Japan: Gewalt, Erniedrigung und Obsession sind seine immanenten Charakterzuege. Ganze Industrien und die komplette japanische Unterhaltungskultur sind darauf aufgebaut und spezialisiert.

"Piercing", wie zuvor schon "In The Miso Soup", "Coin Locker Babies", und "Almost Transparent Blue" lebt von seinen unzugaenglichen Hauptdarstellern, die vor nicht durchschaubarem kulturellem Hintergrund, getrieben von nicht nachvollziehbaren Obsessionen und Phantasien, eigenartige Dinge tun, die sich allesamt im Sumpf von Drogen, Gewalt und Sex abspielen. Der Betrachter kann die Szenerie nur mit Verwunderung aus der Distanz beobachten, und der Dinge harren die da noch kommen moegen.

In Ryu Murakamis Buechern ist grds. immer alles moeglich, und nichts verwundert dann zu sehr, insbes. dann nicht, wenn einem die japanische Kultur nicht voellig fremd ist. Einen Grossteil auch dieser moralischen Distanziertheit erhalten seine Romane durch die Sprache. Sie ist so wie der Inhalt: lakonisch, detailliert und abgebrueht, hier zwei Kostproben: "She was sitting on the sofa, still naked except for that silvery ring in her nipple", oder "And basically what I'm telling you, Mister, is that it's OK for you to ejaculate all over my new sheets". Man fuelt sich eingelullt in einen Zustand, in dem nichts so normal ist wie Selbstverstuemmelung, Folter und Schizophrenie.

Obwohl Murakamis Buecher erst mit teilweise sehr grosser Verspaetung, teilweise 10-15 Jahre, auf Englisch erscheinen, und noch spaeter auf deutsch, hat man dennoch den Eindruck zeitlose Romane zu lesen. Sie erscheinen keinesfalls veraltet oder nicht aktuell.

Das schoene ist dabei dann auch noch, dass der Leser trotz der Gewaltorgien nie mit der moralischen Keule bedroht wird, oder sonstige Vorlesungen ueber sich ergehen lassen muss. Wer japanische Fremdartigkeit (und manchmal auch Schrulligkeit) mag und dabei nicht besonders zimplerlich ist, wird den Romanen von Ryo Murakami etwas abgewinnen koennen - und "Piercing" gehoert bestimmt dazu. 3 Sterne.
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am 14. November 2015
In Piercing erzählt der Kultautor Ryu Murakami die Geschichte von Masayuki Kawashima und Chiaki Sanada, die in einer verhängnisvollen Nacht aufeinandertreffen und mit ihren inneren Dämonen konfrontiert werden.

Piercing ist eine Erzählung auf ca. 170 Seiten und bietet damit ein recht kurzes Lesevergnügen. Aber die vergleichsweise wenigen Seiten reichen aus eine eindrucksvolle Geschichte zweier gequälter Seelen zu erzählen, die einem unter die Haut geht. Die Geschichte geht von Anfang an in Vollen und man wird am Ende mit einem Gefühl der Beklemmung hinter lassen.
Einzig die Erzählstruktur ist für mich ein Minuspunkt. An einigen Stellen neigt der Erzähler die Perspektive zu wechseln und gleichzeitig spult er um einige Minuten zurück, um kleinschrittig das Geschehen einmal aus der Sicht von Sanada oder Kawashima erneut zu erzählen. Das führte zumindest bei mir dazu, dass ich etwas aus der eigentlichen Handlung gerissen wurde, auch wenn es natürlich spannend war die Gefühlswelt beider Charaktere kennen zu lernen.

Alles in Allem ist Piercing dennoch eine solide Erzählung, die einen spannenden Einblick in die menschliche Psyche gibt.
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am 7. Dezember 2009
das neuste Buch des japanischen Kultautors Ryu Murakami "Piercing" ist wahrlich nichts für zarte Gemüter.

Wer seinen Roman "69" von ihm kennt und liebt, und kein neues Genre ausprobieren möchte, sollte von "Piercing" lieber die Finger lassen.

Ähnlich wie in seinem Roman "In der Miso suppe" führt uns Murakami hier in die dunklen seelischen Abgründe, die Menschen nur so zu bieten haben.
Es ist schockierend, fesselnd und manchmal sehr irritierend, doch die zwei Hauptprotagonisten sind mit solchem Charme beschrieben, das man das Buch nicht aus der Hand legen kann.

Inhalt:
Der junge Kawashima kämpft nach der Geburt seiner Tochter mit dem Verlangen, das eigene Kind, mit einem Eispickel zu erstechen. Um seine Familie vor sich selber zu schützen soll Chiaki eine junge Prostituierte an stelle des Kindes sterben.

Soweit der Plan.

Erst mit dem Aufeinander treffen dieser beider Charaktere beginnt die Geschichte sich zu entfalten. Denn nicht nur Kawashima kämpft mit seinen Dämonen auch die, auf den ersten Blick hilflose Chiaki, trägt ihre Vergangenheit mit sich herum.

In Tokyo's Nacht treffen so zwei verstümmelte Seelen aufeinander, und kämpfen Gegen und manchmal mit sich selber.

Fazit:

Ryu Murakami versteht sein Fach, ich kann das Buch nur empfehlen, wer "In der Miso suppe" gut fand....wird von seinem neusten Roman überwältigt sein
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Ein Mann (möglicherweise schizophren, auch wenn es im Buch keine direkte Antwort darauf gibt), spürt immer wieder das Verlangen, sein Baby mit dem Eispickel zu ermorden. Er hat Angst, dass es irgendwann dazu kommt, denn seine Ex-Frau hat er bereits auf diese Weise beseitigt. Um der Katastrophe aus dem Weg zu gehen, bestellt er eine Prostituierte in ein Hotelzinmer, die er statt dem Baby umlegen will. Allerdings macht er die Rechnung ohne die Hure, die er letztendlich auswählt, denn sie leidet unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung und geht ebenso wie er über seine Grenzen...

Zugegeben, die Geschichte fängt spannend an und man liest sie schnell durch. Sie endet dann jedoch ohne Clou und ohne Showdown, völlig offen, so richtig unspektakulär. Der Autor bleibt dem Leser einige Antworten schuldig. Insgesamt bin ich enttäuscht, mein Geld dafür herausgeworfen zu haben. Es gibt weitaus bessere Thriller, also kauft euch lieber was anderes!
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am 23. November 2009
Ist zwar ein gutes Buch aber manchmal ein bisschen verstöhrend, würde dieses Buch erst ab 18 Jahren empfehlen.
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