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Kundenrezensionen

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am 14. Mai 2010
Als das Buch 1959 auf den Markt kam, fühlte sich Petra Kipphoff in der "Zeit" bei der Exaktheit der Beschreibung an Thomas Mann erinnert. Sebastian Haffner urteilte 1965: "Ich bin mir gar nicht sicher, ob "Alles andere als ein Held" nicht der beste Roman irgendeines lebenden deutsch schreibenden Schrifstellers ist". Die Bremer Zeitungen hatten nur Wörter wie "Schmutz" und "Ekel" für diesen in Bremen spielenden Roman übrig. Robert Mohnwinkel, der Antiheld des Romans, ist kein Held. Eher eine Art Schlemihl, der mit Teilnahmslosigkeit und Gewitztheit das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg übersteht. Er ist sicherlich ein "moderner", existentialistischer Held, ähnlich wie Meursault in Camus' "L'étranger". Man kann dem Verlag nur dankbar sein, dass es diesen deutschen Roman nach einem halben Jahrhundert wieder auf dem Markt gibt. Vielleicht lesen ihn jetzt ja auch mal die Bremer, die das Bild ihrer Vaterstadt damals so furchtbar fanden.
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am 14. Juli 2002
Glücklicherweise ist dieser, bereits 1959/'60 erstmals erschienene Entwicklungsroman - er umfaßt die Lebenszeit des "Anti-Helden" Robert Mohwinkel von 1922 bis 1959 - wieder zugänlich. Und sein Autor hat es verdient! Gelingt es Lorenzen doch in unterhaltsamer,einfühlsamer und eindringlicher Schilderung nicht nur dieses Leben, dieses Einzelschicksal zu gestalten, sondern auch ein Zeitenpanorama entstehen zu lassen, das von der Weimarer Republik über Nazi-Deutschland und die Kriegszeit bis in die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit der Republik reicht. Dadurch verdeutlicht er nachdrücklich die Einflüsse und Prägungen der Eltern- und Vorelterngenerationen, die erklären, warum wir Deutschen zu dem geworden sind, was wir sind und wofür wir in der Welt stehen, im Positiven wie auch im Negativen. Niemals war Geschichte einleuchtender und eingängiger zu verstehen als hier. Wer ernsthaft seine Wurzeln verstehen möchte, der wird hier fündig!
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am 14. Mai 2015
Diese Buch, eines der besten Bücher deutscher Sprache in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts, hat einen festen Platz im Kanon deutschsprachiger Literatur verdient. Eine wunderbare Seelenerkundung der Vorkriegsgeneration, sehr lesenswert.
Der Schöffling Verlag in Frankfurt ist für seine Wiederentdeckungen nicht genug zu loben!
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am 22. Oktober 2008
Rudolf Lorenzen gelang 1959
nach einem Preisausschreiben der SZ (Süddeutschen Zeitung)
dieses fulminante Debut.

Trotz des fast läppischen Titels und der
unendlichen Aufmachung meiner
1982er Ullstein Taschenbuchausgabe griff ich irgendwann zu und las.

Und las und las.

So süffig, so unter- und hintergründig,
so gnadenlos begabte Erzählkunst...

Etwas so scheußliches wie die beschriebene
Kindheit, Jugend, Kriegszeit und dann
erst die Nachkriegszeit wo unser Protagonist nämlich
erst so richtig unter die Räder kommt.
Und dann genießt man die Schilderung,
weil sie einen einfach stringent mitreißt,
ohne jemals reißerisch zu werden.

Um es kurz zu machen:
Ich las das Ding wiederholt.
Ich beschaffte es schwierig antiquarisch.
Ich betrachtete mich als Fan des Autors,
und erhaschte weitere Werke...

Da erst verstand ich, warum
"Alles andere als ein Held" von Rudolf Lorenzen
nicht in Schulen Pflichtlektüre ist:

Der Mann hat sich mit weiterem Schaffen
um seine würdige Reputation geschrieben.
Selbst das Vorwort zur 1982er Ausgabe atmet
Zeigefinger und Besserwisserei und alles, was wir nicht brauchen.

Alles Andere aus Lorenzens Feder möchte ich
nicht kommentieren;
bleibe aber dabei, daß der "Held"
die Ehre verdient als womöglich
bestes je auf deutsch verfaßtes Werk betrachtet zu werden.

In der Musik passiert so etwas doch häufiger:
Ein Hit, der Rest wird besser verschwiegen.

Lesen, eigene Meinung bilden!

Es wird keine Reue für die aufgewandte Zeit einsetzen.
Das ist ein Versprechen.
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am 21. Mai 2013
Ich habe das Buch im Abstand von 30 Jahren zweimal gelesen und war beide Male wieder begeistert. Der Protagonist erlebt und durchlebt sein Erwachsenwerden unter den äußeren Umstände teilweise reflektierend und manchmal sehr unbedarft. Es beschreibt für mich sehr hintergründig eines der größten psychologischen Experimente des letzten Jahrhunderts, deren Auswirkungen die nachfolgende Generation dann mittelbar in ihren Vätern und Großvätern, aber auch ihren Müttern und Großmüttern zu spüren bekommen haben. Die Geschichte eines Jungen und Mannes, der die Zeit des Nationalsozialismus, des Krieges und die Nachkriegszeit teilweise hellsichtig und unterkühlt kommentierend, aber auch, trotz der scheinbaren Abgebrühtheit auch sehr unmittelbar durchlebt. Mit etwas Bedacht gelesen, sagt das Buch wahrscheinlich mehr über diese Generation und die Folgen für ihre Nachfahren, als manche wissenschaftliche Aufbereitung.
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1959 war ein gutes Jahr für die deutschsprachige Literatur. Es erschienen u.a.: "Die Blechtrommel" von Günter Grass, "Billard um halb zehn" von Heinrich Böll; "Mutmaßungen über Jakob" von Uwe Johnson - und eben "Alles andere als ein Held" von Rudolf Lorenzen. Dass es Lorenzen in diesem illustren Kreis mit seinem ersten Roman nicht gerade leicht haben würde, ist sicherlich nicht verwunderlich; dass dieses Buch so schnell in Vergessenheit geriet, erstaunt doch etwas - oder auch nicht. Vielleicht trug zu diesem raschen Vergessen auch bei, dass sich Lorenzen weigerte, an einem Treffen der "Gruppe 47" teilzunehmen.
Mehr als 40 Jahre gingen ins Land, bis der Roman wieder aufgelegt und nun auch registriert wurde.
Lorenzen zeichnet in seinem Roman - Basis war eine Erzählung aus dem Jahre 1957 - das Bild eines angepassten, aber schlitzohrigen (jungen) Mannes (Jahrgang 1922), der mit viel List Hitlerjugend und Kriegsdienst überlebt (autobiografische Züge sind unübersehbar). Nach dem Krieg hat es Robert Mohwinkel anfangs nicht gerade leicht, aber letztlich schafft er den Aufstieg.
Eine Erklärung für das rasche Verschwinden des Romans bald nach seinem Erscheinen könnte auch sein, dass der Autor schonungslos die Kriegsverbrechen der Wehrmacht zeigt; daneben kommt seine Geburtsstadt Lübeck ziemlich schlecht weg. Offensichtlich wollte man im "Wirtschaftswunderland" an all das nicht erinnert werden!
Eine tolle Wiederentdeckung; heftigste Leseempfehlung!
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am 11. März 2003
Ein wunderbares Buch, das ich in 2 Nächten verschlang. Folgende Lehren kann man aus diesem Roman ziehen:
1. Wer sich als Kamel gibt, braucht über seine Last nicht zu klagen.
2. Mit ehrlicher Arbeit kann man in kurzer Zeit nicht viel Geld verdienen.
4. Wer sich kriminell Geld beschafft, sollte zum einen es überlegt tun und zum anderen dann damit aufhören, wenn das Geld beginnt, sich alleine zu vermehren
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am 8. März 2005
Zunächst will man zurückschrecken vor den über 600 Seiten.
Hat man dann einmal angefangen, lässt einen das Buch kaum mehr los.
Wie ein "Bremen-Roman", von denen es wahrlich nicht viele und schon gar nicht viele gute gibt (ausgenommen Friedo Lampe), gelingen kann, zeigt dieses Werk, das erstmals Ende der 50er Jahre erschien. Es hat in den dazwischen liegenden Jahren nichts an Kraft verloren.
Selten las ich ein erschütternderes Zeitdokument über den Wahnsinn des "Dritten Reichs" aus Sicht eines jungen heranwachsenden Menschen des Jahrgangs 1922, der das alles halbwegs "über sich ergehen lässt".
Lorenzen zeigt, wie aus dem verpassten Abiturienten ein "verpimpelter Tangojüngling", aus einem "Frontschwein" ein sibirischer Kriegsgefangener und einem kriegsgeschädigten Wiederaufbauer ein sozialer Abstiegskandidat wird.
Garniert wird die gesamte Geschichte um die Liebe und deren (Un-) Möglichkeiten. Rührend auch die nie versiegende Elternliebe.
Dass das Schicksal es dann zum Ende des Buches doch noch einmal gut meint mit unserem "Helden" Robert Mohwinkel, versöhnt den Leser bevor er mit einem tiefen Seufzer in seine Kissen zurücksinkt, um sich zu überlegen, wem er sich wie dankbar zeigen kann, nicht in diesen Zeiten aufgewachsen zu sein.
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am 29. April 2013
Wer dem Zauber dieses Romans nicht verfaellt, dem ist nicht zu helfen!

Grass und seine Blechtrommel kennt jeder. Lorenzen aber, der Unbekannte, Unentdeckte, hat mit diesem Roman bewiesen, dass ein jeder seinen Meister findet, kurz: Grass wirkt blass!
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am 7. Juli 2002
Politik spielt in diesem Roman nur eine Nebenrolle. Dieses Buch handelt vom Leben des Robert Mohwinkel. Was aber ist an diesem Menschnen denn so interessant, um über 600 Seiten damit füllen zu können? Für mich gab es immer einen Grund weiter zu lesen. Langweilig wurde mir nie. Ich kann mich auch an keinen "Hänger" erinnern. Interessant ist, daß man sich selbst immer wieder mit Robert vergleicht - und auch seine Mitmenschen. Ich fand viele Parallelen und doch hätte ich manchmal nicht wie er gehandelt. Oftmals war er ganz unten angelangt. Aber sei es vorn nach oder während des Krieges - er gibt sich nie auf. Man bewundert seinen Ehrgeiz und ärgert sich über seine Naivität. Wer selbst von sich behauptet, kein Held zu sein, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Für 5 Sterne reicht es allerdings nicht. Der hohe Preis ist auch etwas daran mitschuldig.
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