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89 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solide und überzeugende Grundlagenforschung
Die Autorin ist Religionswissenschaftlerin und das Werk erschien im englischen Original als Sonderband des hochrenommierten "Journal of Indo-European Studies". Und dem Zielpublikum dieser Zeitschrift wird das Werk auch gerecht. Allerdings geht es hier nicht primär um die Stellung des Gottes im altnordischen Pantheon der Spätzeit, wie es uns durch Snorri...
Veröffentlicht am 13. Mai 2004 von kurt_oertel

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen nicht das,was erwartet wurde
dieses Buch den Titel-Odin-zu geben,finde ich als nicht passend, da dieser nur sehr wenig beschrieben wird. Die Beschreibung des Buches auf der Rückseite ist sehr viel versprechend,doch eigentlich wird viel mehr auf kriegerisch-religiöser Männerbünde eingegangen.Vieles wird über griechische,römische,iranische und indische Geschichte...
Vor 14 Monaten von Stingray65 veröffentlicht


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89 von 95 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solide und überzeugende Grundlagenforschung, 13. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Odin: Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin ist Religionswissenschaftlerin und das Werk erschien im englischen Original als Sonderband des hochrenommierten "Journal of Indo-European Studies". Und dem Zielpublikum dieser Zeitschrift wird das Werk auch gerecht. Allerdings geht es hier nicht primär um die Stellung des Gottes im altnordischen Pantheon der Spätzeit, wie es uns durch Snorri Sturlusson vertraut ist. Vielmehr zeigt der Untertitel des Buches ("Der einäugige Gott und die indoeuropäischen Männerbünde") den eigentlichen Forschungsgegenstand auf. Mit Männerbünden sind hier jene kultischen Kriegerbünde gemeint, deren Existenz Otto Höfler bereits nachdrücklich belegt hat, und dessen Werk von 1934 - hierzulande Höflers Verstrickung in des Wissenschaftsbetrieb des Dritten Reiches wegen teilweise nach wie vor ignoriert oder angefeindet - durch die Autorin eine erfreuliche Rehabilitierung und äußerst solide Untermauerung erfährt. Die Bünde waren ein initiatorischer Teil jugendlicher Lebensphase und waren durch Eid untereinander und an einen Gott verschworen. Und sie sind das faszinierende Thema dieser Untersuchung.
Die Ausgangsfrage des Buches aber ist eine andere: Wo liegt der Ursprung des Mythos von Odins Einäugigkeit? Da dieses auffällige Merkmal bereits fest in der Skaldik verankert ist, kann es kein Produkt der heidnischen Spätzeit sein. Wenn das aber auch für den deutschen und angelsächsischen Wodan gegolten hat, kann dieses Merkmal kaum so spurlos verschwunden sein, wie es der Fall ist. Aber kein griechischer oder lateinischer Autor, kein späterer christlicher Chronist erwähnt irgendeinen einäugigen germanischen Gott, was bei einer solchen Besonderheit sehr wohl zu erwarten gewesen wäre. Die Geschichte von dem Auge als Pfand für einen Schluck Weisheit aus Mimirs Brunnen wird von der Autorin als neuere (wenngleich noch rein heidnische) Erklärung verdächtigt, weil das Wissen um die ursprünglichen Zusammenhänge zu jener Zeit bereits verlorengegangen war. Von diesem Ausgangspunkt aus taucht die Autorin tief in die indoeuropäische Vergangenheit und deren soziale Eigenheiten ein. Auch wenn der Blickpunkt stets auf die Germanen gerichtet bleibt, bietet das Buch durchgehend eine solch erstaunliche Fülle an Quellen aus dem gesamten indoeuropäischen Bereich, dass man es allein schon deshalb immer wieder zur Hand nehmen dürfte. Auch ethnologisches Vergleichsmaterial aus weltweiter Forschung wird herangezogen, um Existenz und Wesen der Kriegerbünde zu klären. Natürlich war die Mitgliedschaft eine jugendliche Initiationsphase. Die Härte der Ausbildung mag sich im Einzelfall unterschieden haben, aber in einer hocheffektiven Kriegergesellschaft - wie z.B. bei den Massai noch vor 50 Jahren - war das Training lang und äußerst hart und gründlich. Und es gibt keinen Grund zu der Annahme, das sei bei den Indoeuropäern anders gewesen. Bezeichnenderweise lebten die Jungen für einen Teil dieser Zeit wie Tiere in der Wildnis und wurden dabei zu Jägern und Kriegern. Aber das war nur ein Teil der Ausbildung. Als künftige Familienväter und Stammesangehörige mussten sie auch die korrekten Gebete und Kultpraktiken, sowie die Überlieferungen des Stammes kennen. Die Initiation wurde als Tod und Neugeburt verstanden: Das Kind starb und der vollwertige Stammesangehörige wurde geboren. Auch wenn das nur in ritueller Form vollzogen wurde, wurde das gerade deshalb als einzig wirkliche Form des Todes begriffen, da nur die Realität des Heiligen als real und bedeutungsvoll angesehen wurde. Der junge Mann war nun untrennbar mit den toten Vorfahren verbunden, die unsterblich waren. Sein körperlicher Tod war ab diesem Moment bedeutungslos. Der Schlüssel zum Verständnis liegt dabei in der Tatsache, dass ihre Zugehörigkeit zum Reich der Toten (und auch ihre Tierverwandlung) nicht als Symbol oder Metapher, sondern als völlig real begriffen wurde. Die Krieger waren nicht länger sie selbst, sondern sie WAREN tot und sie WURDEN im Kampf zu Wölfen. In allen stammesreligiösen Riten dienen Masken und Kostüme weder dazu, die Träger zu verkleiden oder sie für andere nur wie ein Tier aussehen zu lassen, sondern sind auschließlich Mittel völlig real erlebter Selbstverwandlungen in oft hemmungslosen und ekstatischen Trancezuständen. Aber was war mit den anderen Stammesangehörigen? Die mussten doch wissen, dass das "in Wirklichkeit" ihre Söhne und Geschwister waren! So unverständlich das uns heute auch ankommen mag, aber dieses "in Wirklichkeit" gab es nicht, sondern alle empfanden das gleichermaßen als real, wie noch heute an völkerkundlichen Parallelen zu beobachten ist. Ihrer Identifikation mit den Toten (und somit den Vorfahren) wegen oblag diesen Bünden auch die Durchführung gewisser Fruchtbarkeitsriten für die Gemeinschaft. Es ist schon durch Höfler zweifelsfrei belegt worden, dass die Wilde Jagd nicht auf ein Spukphänomen oder einen Mythos, sondern auf reale Umzüge Vermummter zurückgeht, die die toten Ahnen verkörperten, um deren Segen über das Land zu bringen. Selbstverständlich gehen auch die Fasnachts- und Karnevalsumzüge darauf zurück, deren Formen im süddeutschen und alpenländischen Bereich noch viel ihres ursprünglich unheimlicheren Gepräges behalten haben.
Der spezielle Gott dieser abseits lebenden Kriegerbünde war natürlich eine frühe Form Wodans/Odins (bzw. sein Gegenstück bei anderen indoeuropäischen Völkern), während man als Hochgott des Stammes selbst Teiwaz/Týr annehmen darf. Alle Aspekte dieser Kriegerbünde erfahren im Folgenden ausführliche Behandlung durch die Autorin, u.a. auch in einem Kapitel, das sich ausführlich mit dem Wolf und seiner im gesamten indoeuropäischen Bereich belegten Verbindung mit Kriegertum und Tod beschäftigt. Auch in römischen und griechischen Quellen lassen sich in Gründungslegenden zu Städten und Völkern aufschlussreiche Hinweise darauf entdecken, dass auch dort entprechende Regelungen von solch soziologischer Kraft gewesen sein müssen, dass ihr Echo noch in weit späteren Perioden wahrnehmbar ist. Die traumatische Kollektiverfahrung der Völkerwanderungszeit aber, aus dem ein politisch und religiös völlig verändertes Europa hervorging, brachte auch eine Abnahme des kultischen Charakters dieser Bünde, da sie so unlösbar mit den alten Göttern verbunden waren.

Aber was hat all das nun mit der Einäugigkeit Odins zu tun? Zur Lösung dieses Rätsels wendet sich die Autorin den so vorbildlich fließenden altindischen Quellen zu und findet dort eine erstaunliche Antwort, die hier nicht vorweggenommen werden soll. Aber selbst wenn man dieser Erklärung - die nur einen vergleichsweise kleinen Raum einnimmt - nicht folgen mag, mindert das den Wert des Buches und seine reichhaltigen Quellendarstellungen insgesamt in keiner Weise.

Inzwischen gibt es zahlreiche und gute Werke zur altnordischen Mythologie, aber für die Zeiträume davor werden die Darstellungen schnell äußerst spärlich. Schon aus diesem Grunde ist das Buch für alle am Thema Interessierten sehr zu empfehlen. Es handelt sich zwar um ein wissenschaftlich geschriebenes Buch, was im Fall englischsprachiger Autoren aber nie mit Unverständlichkeit einhergeht, und auch, wenn es vielleicht nicht gerade als erste Einführung geeignet ist, ist der Inhalt mit einem Grundwissen zur germanischen Religion und Interesse an deren indoeuropäischen Zusammenhängen doch für jeden nachvollziehbar. Dabei muss der Leistung des Übersetzers Baal Müller ein besonderes Lob ausgesprochen werden, dem es souverän gelungen ist, die Qualität des Originaltextes in's Deutsche zu übertragen, was ohne entsprechende eigene Fachkenntnisse zum Thema kaum möglich gewesen wäre.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nun gut,, 20. August 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Odin: Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde (Gebundene Ausgabe)
das Buch hat gehalten was es versprochen hat. Fand es aber ein wenig langatmig und um sich nur einen Überblick über die Thematik zu verschaffen sollte man definitv Vorkenntnisse haben.

Man erhält dann aber einen wirklich hervorragenden und detaillierten Überblick über die Thematik. Inittionsriten, kultische Handlungen, gemeinsame Mythen, kultureller Hintergrund und deren vermutete Wirkung auf die damalige Gesellschaft.
Ich, als am Rande interessierter, war ehrlich gesagt etwas überfordert. Das Buch ist keine seichte Nachttischlektüre, sondern ein Werk auf akademischem Niveau!

Also wer sich für indogermanische Männerbünde (und Götterfiguren in denen man den "Einäuigigen" erkennen kann) interessiert und schon gute Vorkenntnisse verfügt, sollte es sich auf jeden Fall kaufen. Für jemanden der nur einmal hineinschnuppern will, gibt es leichter verständlichere Bücher.
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32 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessantes und Inspiratives auch für Kenner der Materie, 15. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Odin: Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde (Gebundene Ausgabe)
Da ich selbst Autor bin und die Themen der nordisch-germanischen Mythologie nun mittlerweile seit gut 15 Jahren bewandere, lassen sich nur noch äußerst selten gute Bücher zum Thema finden, die es wert sind, einen Platz im Bücherregal zu beanspruchen.
Deshalb von mir hier keine langen Zusammenfassungen über dieses Buch - nur soviel, neben dem Buch von Martin Ninck "Wodan und germanischer Schicksalsglaube" (von 1935 und leider vergriffen) sollte sich jeder ernsthaft Interessierte dieses Buch nicht entgehen lassen.
Kleiner Geheimtipp: Wer Bücher in schöner Aufmachung und in Hardcover mag, sollte demnächst zuschlagen, den die Chance ist groß, dass die 2. Auflage "nur" noch in Softcover erhältlich sein wird...
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Akademische Forschung auf höchsten Niveau, 8. September 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Odin: Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde (Gebundene Ausgabe)
Der akademische Hintergrund der Autorin macht das Buch zwar nicht so leicht verständig, aber der Kauf und das Lesen des Buches sind ein wahrer Genuß. Es gibt kein Buch wie dieses auf dem Markt, und jeder, der sich ernsthaft mjit dem Phänomen Odin-Wotan beschäftigt, muß es einfach lesen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen nicht das,was erwartet wurde, 1. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
dieses Buch den Titel-Odin-zu geben,finde ich als nicht passend, da dieser nur sehr wenig beschrieben wird. Die Beschreibung des Buches auf der Rückseite ist sehr viel versprechend,doch eigentlich wird viel mehr auf kriegerisch-religiöser Männerbünde eingegangen.Vieles wird über griechische,römische,iranische und indische Geschichte erzählt.Es ist nicht uninteressant,aber nicht das was ich gesucht habe,ein Buch über Odin und nicht eins über einen sogenannten Ur-Odin.Ich möchte hier nicht die umfassende Arbeit von Kris Kershaw in Frage stellen,nur wäre eine anderer Buchtitel passender gewesen.
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9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheimnisvolles um den einäugigen Gott, 27. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Odin: Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde (Gebundene Ausgabe)
Odin hat mich seit früher Kindheit fasziniert, gleichzeitig angezogen und abgestoßen.
Kris Kershaw beleuchtet in ihrem Buch Aspekte dieses Gottes, die tief in der germanischen Mythologie verwurzelt sind, aber auch weit über sie hinausgehen.
Wer war dieser Gott, der sich für Weisheit opferte, der Helden Sieg und Niederlage bescherte, der oft 'König der Götter' benannt wird und vielleicht als Sturmgott anfing? Wir werden es wohl nie genau erfahren, aber dieses Buch führt uns einen großen Schritt näher zum Wissen.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen endlich, 5. Juli 2009
endlich habe ich einen tieferen Einblick in die Natur und die Geschichte
meines Gottes bekommen. Und die Einsichten gehen noch weiter.
Wotan lebt!
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Odin: Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde
Odin: Der einäugige Gott und die indogermanischen Männerbünde von Kris Kershaw (Gebundene Ausgabe - 23. November 2007)
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