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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sozialismus und Liberalismus -- zwei Seiten einer (verfallenen) Münze, 2. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Jenseits von Sozialismus und Liberalismus - Ethik und Politik am Beginn des 21. Jahrhunderts (Broschiert)
Rezension: Harald Seubert, Jenseits von Sozialismus und Liberalismus,
Ethik und Poltik am Beginn des 21. Jahrhunderts.
Gräfelfing: Resch Verlag, 2011, 250 Seiten, € 19,9o
ISBN 978-3-935197-97-7

Der Autor, Prof.Dr. Harald Seubert, tritt in die 'Fußstapfen' des verstorbenen Prof. Günter Rohrmoser, wenn er mit diesem Buch dessen Versuche weiterführt, die Relevanz der Philosophie Hegels für die aktuellen gesellschaftlichen und politischen Probleme aufzuzeigen.
Im vorliegenden Werk wird die gegenwärtige Situation analysiert und die geistesgeschichtlichen Wurzeln und Zusammenhänge überzeugend dargestellt. Dabei sieht man, daß die Ideologien des Sozialismus und des Liberalismus eigentlich die zwei Seiten einer Medaille sind.
Das Buch ist keine Verteidigung des Konservativismus ('Konservativismus bedarf der Kritik!' Seite 92f), sondern eine Klarstellung des Begriffs. Ebenso wenig will Seubert die Ethik Hegels gegen seine Kritiker verteidigen, sondern 'Hegels Erbe jenseits des Ideologiestreits zwischen Recht- und Links-Hegelianern' (Seiten 131ff) zeigen.

Überraschend sind die Hinweise auf die 'ökumenische' Bedeutung Hegels im Kapitel 'Staat, Politik und Religion' (Seiten 199ff), wo der Autor auf Berührungspunkte mit der Problematik 'Religion und Vernunft' hinweist, wie sie Papst Benedikt XVI in seinen Schriften und Reden behandelt.
Es ist erfreulich, dass der Autor eindeutig auf die Bedeutung der Religion für 'die große ungelöste Frage der Moderne' (Seite 109 ff) hinweist. Man kann indessen geteilter Meinung sein, ob man mit Kant und Hegel diese Frage beantworten kann. Bezüglich Sozialismus und Liberalismus wären die Enzykliken der Päpste im vorletzten und letzten Jahrhundert zu diesen Ideologien gerade jetzt relevant. Es wäre uns viel erspart geblieben, wenn man zum Beispiel die Warnung der Päpste ('Ein Christ kann niemals Sozialist sein!') und sogar des Gründers der SPD, August Bebel ('Christentum und Sozialismus verhalten sich zueinander wie Feuer und Wasser!') ernst genommen hätte.

Dem Resch Verlag gebührt besonderer Dank, daß er solche Beiträge zur Diskussion der Ideologien Sozialismus und Liberalismus auflegt. Man wünscht diesem Buch, daß es vor allem von unseren immer noch weitgehend sozialistisch orientierten Akademikern und Politikern gelesen wird, denn noch sind wir (und sie) immer noch nicht 'jenseits' dieser menschen- und religionsfeindlichen Ideologie angelangt. Der Liberalismus ist indessen tatsächlich im 'Jenseits' gelandet, nicht zuletzt wegen seiner sozialistischen Tendenzen. Auch wenn der Sozialismus bei uns zur Zeit wieder 'fröhliche Urständ' feiert, wird er früher oder später von der Wirklichkeit eingeholt werden und verschwinden.

Prof.Dr. Hans Schieser
Prof.emeritus, DePaul University Chicago April 2011
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deftige Diagnosen und klare Einschätzungen, 29. Januar 2012
Von 
Neuschäfer "Lesenslust" (Erkelenz, Rheinland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Jenseits von Sozialismus und Liberalismus - Ethik und Politik am Beginn des 21. Jahrhunderts (Broschiert)
Auf beinahe 250 Seiten gelingt es Seubert, eine Fülle an Einschätzungen und Einsichten zur aktuellen Situation aus philosophischer Perspektive zur Sprache zu bringen, ohne sich dabei im Mainstream zu bewegen, sondern pointiert und profiliert Position zu beziehen.

Seine Einschätzungen basieren dabei nicht auf Subjektivismen und reiner Erfahrung, sondern wurzeln in einer aus dem Historischen gewonnenen Reflexion aktueller Erscheinungen in Gesellschaft und Politik, aber auch in Wissenschaft und Bildung.

Die derzeitige Krise sieht er zurecht im wörtlichen Sinne von kritein als Entscheidung von weg-weisender (!) Relevanz.

Zunächst erweist sich der Bamberger Philosoph als brillanter Analytiker aktueller Erscheinungen. Hier nimmt Harald Seubert kein Blatt vor den Mund, sondern nennt etliche Fragwürdigkeiten beim Namen, ohne nur pessimistisch zu sein: Krisen-, Dekadenz- und Degenerationserscheinungen, eine neue Weltunordnung, der Zerbruch etlicher Ordnungsstrukturen (nach innen und außen), die geistige und geistliche Desorientierung, die permanente Ideologisierung von Wissenschaft, Medien und Politik, die Problematik der Finanzwirtschaft, die Desintegration von Völkern und Familien usw. Nach Seuberts Einsicht verfestigt sich in dem allen eine Ambivalenz der liberalen Moderne, die durch Inblicknahme bzw. Einbezug des Kantschen Kategorischen Imperativs in einem besonderen Licht erscheint: Die Moral wandert in eine Privatsphäre aus und verliert an Relevanz beispielsweise im Geschäftsleben. Doch auch allgemein ist ein Hang zum Hedonismus zu verspüren, dessen Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft noch kaum abzusehen ist.

Harald Seuberts Diagnose und Fragen sind herausfordernd und lassen teilweise fraglos zurück - gerade wenn man nicht mit jedem Punkt im Einzelnen übereinstimmt. Jedenfalls erweisen sich etliche Einsichten und Einblicke als deutliche Warnung vor einem neuen Totalitarismus und Kollektivismus, der statt kompetente und couragierte Bürger Herdenmenschen hervorbringt.

Eine rundum empfehlenswerte Anregung zur eigenen Auseinandersetzung!
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Jenseits von Sozialismus und Liberalismus - Ethik und Politik am Beginn des 21. Jahrhunderts
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