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59 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugend
Bisher hatte ich an der Präventivkriegsthese meine Zweifel. Natürlich gab es von sowjetischer Seite schon seit Anfang der 30-iger Jahre Ernst gemeinte Konzepte für einen Angriffskrieg auf Westeuropa, im Besonderen auf Deutschland, aber waren nicht Hitlers Lebensraumpläne der eigentliche Grund für den Angriff auf die Sowjetunion?
In seinem...
Vor 21 Monaten von Berger Gerd veröffentlicht

versus
10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Rote Armee als Gefahr - aber nicht im Frühsommer 1941
Ich persönlich glaube auch nicht an einen unmittelbar bevorstehenden Feldzug der Roten Armee im Frühsommer 1941, dem die Deutsche Wehrmacht unbedingt zuvorkommen musste! Aber fest steht, dass man in Deutschland seit der Oktoberrevolution von einer enormen Gefahr im Osten ausging und dass sich diese Befürchtungen im Laufe der 20er und 30er Jahre...
Vor 14 Monaten von Tristram Shandy veröffentlicht


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59 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugend, 30. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Bisher hatte ich an der Präventivkriegsthese meine Zweifel. Natürlich gab es von sowjetischer Seite schon seit Anfang der 30-iger Jahre Ernst gemeinte Konzepte für einen Angriffskrieg auf Westeuropa, im Besonderen auf Deutschland, aber waren nicht Hitlers Lebensraumpläne der eigentliche Grund für den Angriff auf die Sowjetunion?
In seinem kleinen, aber überzeugenden Buch gelingt es Stefan Scheil nachzuweisen, dass es wirklich die (begründete) Furcht vor einem Angriff Stalins war, die Hitler veranlasste, seinem Gegner zuvorzukommen.
Noch eins: Es geht dem Autor erkennbar nicht darum, den Nationalsozialismus zu rechtfertigen oder Verbrechen zu verharmlosen, wie ihm vorgeworfen wird.
Solch ein Buch würde ich sofort in den Müll werfen. Scheils Ziel ist es zu einem gerechten Urteil über Deutschlands Krieg gegen die Sowjetunion zu kommen, wobei er ausdrücklich herausstellt, dass auch ein Präventivkrieg keine Entschuldigung für Verbrechen am Kriegsgegner sind.
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57 von 70 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltanschauungskampf als Präventivkrieg, 25. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Scheils knappes Buch stützt sich zunächst auf die Binsenweisheit, daß Polen 1939 von zwei Gegnern erobert und geteilt wurde: Vom nationalsozialistischen Deutschland auf der einen, der Sowjetunion auf der anderen Seite. An der Demarkationslinie, die mitten durch das ehemalige Polen verlief, standen sich zwei Streitmächte gegenüber, die gleichzeitig die Werkzeuge zweier ebenso verwandter wie unterschiedlicher Weltanschauungen waren. Es war nur eine Frage der zeit, wann eine Seite mit den Kriegshandlungen beginnen würde.
Scheil weist nach, daß Deutschland seinem Gegner nur um wenige Wochen zuvorkam und bitter überrascht wurde vom ebenso geheimen, wie massierten Aufmarsch sowjetischer Truppen an der Grenze und im nahen Hinterland. Alleine an diesem Punkt ist Scheils Argumentation ebenso einfach wie einleuchtend: Hätten die Truppen der Abschreckung gelten sollen, wären sie nichtinsgeheim aufgestellt worden, sondern offensichtlich oder sogar übertrieben laut.
Scheil muß sich nicht verrenken, um den deutschen Angriff auf die Sowjetunion 1941 als Präventivkrieg einzustufen. Er kann im Schlußkapitel seines Buchs etliche 50 Fragen klar und eindeutig beantworten und daraus den Präventivkriegscharakter des Unternehmens Barbarossa ableiten. Daß er für die vier Kapiteln seiner Untersuchung ebenso verblüffende wie aussagekräftige Zitate zusammengetragen hat, macht das Buch zu einer anschaulichen und einprägsamen Lektüre.
Fünf Sterne für Ansatz, Antwort, Preis, Ausstattung und - Mut!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Einstieg in die Thematik, 1. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
"Der Angriff auf die friedliebende Sowjetunion am 22. Juni 1941 war ein rassistisch-ideologisch motivierter Vernichtungskrieg, der sich gegen die slawische/jüdische Bevölkerung Russlands und seiner Nachbar-Republiken richtete und mit dem Hitlers Pläne für die Gewinnung von Lebensraum im Osten umgesetzt werden sollten."
So oder so ähnlich lauten die Einleitungen in diversen linksextremen und meinungszensierenden Wikis und so oder so ähnlich werden die Schüler der deutschsprachigen Länder im Geschichtsunterricht noch heute über die tatsächlichen Begebenheiten des 2. Weltkriegs belogen. Das Bild des bösartigen Deutschen soll schließlich niemals verblassen, auf das diverse Günstlinge für alle Zeiten von diesem Schuldkomplex zehren können.

Auf akribische Art und Weise führt Stefan Scheil nun in diesem Buch die Beweise an, warum der Angriff der Wehrmacht gegen die Invasionstruppen der Roten Armee am 22. Juni 1941 nach den Regeln des Völkerrechts tatsächlich ein Präventivkrieg war und räumt mit dem verfälschtem Geschichtsbild auf, das insbesondere Deutschland noch immer in seinem Würgegriff hält.

In "Präventivkrieg Barbarossa" belegt Scheil durch zahlreiche Quellen unter anderem, dass:
- Lenin bereits 1920 seinen Blick in Richtung Deutschland wandte, um seine hasserfüllte und menschenverachtende kommunistische Ideologie über ganz Europa zu stülpen,
- Stalin diese Doktrin weiterverfolgte und das Sowjetregime bereits in den 1920er Jahren auf intensive Kriegswirtschaft getrimmt wurde,
- Hitler die von der Sowjetdiktatur ausgehende Gefahr richtig einschätzte und 1936 eine Beschleunigung der deutschen Rüstung auf Grund des drohenden sowjetischen Überfalls anordnete,
- Die Führung der Roten Armee 1938/39 an möglichen Angriffsszenarien arbeitete,
- Die zahlenmäßig weit überlegene und technisch modernere rote Armee sich im Juni 1941 bereits in der Vorwärtsbewegung für den militärischen Angriff befunden hat und
- die deutsche Generalität und der damalige Reichskanzler Hitler über die langfristigen Vorbereitungen, Aufmarschpläne und die sich im deutschen Einflussgebiet befindlichen feindlichen Kräfte Bescheid wussten.

Trotz des räumlich sehr eingrenzenden Formates des Buches ist es Scheil vortrefflich gelungen, die wichtigsten Fakten und vor allem die verräterischen Aussagen der Akteure selbst (Stalin, Schukow, Litwinow, Molotow...) zu einem transparenten und schlüssigen Gesamtbild zu vereinen.
Der verantwortungsbewusste Leser wird die angeführten Beweise einer Prüfung unterziehen und die Faktenlage mit anderer seriöser Literatur abgleichen. Schließlich jedoch wird kein objektiv denkender und ideologisch unbelasteter Zeitgenosse die Tatsache aberkennen, dass der Angriff der Wehrmacht am 22.6.1941 einen Präventivschlag gegen ein Tyrannenregime darstellte, welches die Zwangs-Sowjetisierung Europas zur obersten Doktrin erhoben hatte und kurz vor der Vollendung dieser teuflischen Pläne stand.

Dieses Buch erhält von mir 5 Sterne, da es einen sehr guten Einstieg in die Thematik bietet und vor allem sehr viele Fakten auf kleinem Raum präsentiert. Wer sich Detailwissen aneignen will, wird um das Studium weiterer Lektüre (insbesondere den Werken von Viktor Suworow [Vladimir Resun] und Gerd Schultze-Rhonhof) jedoch nicht umhin kommen.
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59 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut nachvollziehbar und sehr logisch!, 24. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Dieses Büchlein besticht durch seine Stringenz. Scheil widmet sich zunächst einer Definition des Begriffs "Präventivkrieg", um danach dessen Merkmale am "Unternehmen Barbarossa" zu überprüfen. Scheil kommt zu dem Ergebnis: Wenn dies kein Präventivkrieg war, dann macht der Begriff keinen Sinn mehr. Diese Argumentation unterlegt der Autor mit nachprüfbaren Quellenbelegen. Eine sehr gute historische Arbeit, die das Wesentliche zu diesem Thema auf den Punkt bringt!
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23 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Barbarossa nicht als Präventivkrieg eingestuft werden kann, hat dieser Begriff seinen Sinn verloren, 11. November 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Das ist der Schluß, zu dem Scheil am Ende seiner Abhandlung "Präventivkrieg Barbarossa" kommt. Die Argumentation, die dem zugrunde liegt, breitet der Verfasser sachlich und gut lesbar vor dem interessierten Leser aus.

Scheil beginnt seine Ausführungen mit der Definition des Begriffes "Präventivkrieg". Dabei stellt er klar, daß dieses Wort erst in der Moderne aufkam, seit das Führen eines Krieges einer Rechtfertigung bedurfte. Dabei gibt es verschiedene Stufen des Präventivkrieges: Die Skala reicht vom vorsorglichen Entsorgen eines Gegners, der entweder militärisch oder wirtschaftlich Schwierigkeiten machen könnte oder vielleicht irgendwann einmal machen wird, bis hin zum Notwehrangriff in letzter Minute, bevor der angegriffene Feind seinen bereits geplanten Schlag ausführen kann. Scheil macht deutlich, daß der Begriff des Präventivkriegs nicht zufällig aus dem englischen Sprachraum stammt, da das Beseitigen eines Landes, das an Macht gewinnt, eine lange Tradition in der britischen Außenpolitik hat. Der deutsche Angriff am 22.6.1941 auf die Sowjetunion fällt dagegen eindeutig in die Kategorie Notwehrangriff in letzter Minute, wie dann ausführlich erläutert wird.
Angesichts dieser Dehnbarkeit des Begriffes Präventivkrieg, so Scheil, sei die Frage, ob es sich beim Unternehmen Barbarossa um einen solchen handele, "so offensichtlich zu bejahen, daß es beinahe nicht interessant ist."
Nach britischen Maßstäben wäre jeder von Deutschland gegen das gewaltige Rußland geführte Krieg ein Präventivkrieg gewesen, da die Briten einen so übermächtigen Nachbarn niemals an ihrer Seite geduldet hätten.

Scheil beläßt es aber nicht bei dieser einfachen Feststellung, er argumentiert, daß für einen Präventivkrieg im Sinne von akuter Notwehr vier Bedingungen erfüllt sein müssen:

1. Langfristige Angriffsplanungen des Angegriffenen, im Falle Barbarossa die UdSSR in Richtung Deutschland.

2. Kenntnis solcher langfristiger Angriffsplanungen durch den späteren Angreifer, im Falle Barbarossa das Deutsche Reich.

3. Militärische Vorbereitungen des Angegriffenen, hier also der UdSSR, die auf einen in Kürze bevorstehenden Angriff durch ihn schließen lassen.

4. Kenntnis dieser militärischen Vorbereitungen durch den Angreifer, hier Deutschland.

Scheil belegt das Zutreffen dieser vier Bedingungen auf das Unternehmen Barbarossa anhand zahlreicher Zitate führender beteiligter Funktionäre aus Politik und Militär, die jeden Zweifel ausräumen. So hatte bereits Lenin festgestellt, daß die sowjetische Revolution nur endgültig erfolgreich sein könne, wenn die Revolution auf die ganze Welt ausgedehnt werden würde. Der offensive Charakter des Sowjetsozialismus war also schon immer eine offen zugegebene Tatsache, die nur aus politischen Gründen heutzutage abgestritten wird, um nicht an den Gründungsmythen der heutigen westlichen Welt zu rütteln.

Scheil erwähnt auch den sogenannten Schukow-Plan, einen Bericht Schukows über den aktuellen Stand der Angriffsvorbereitungen der Roten Armee vom 15.Mai 1941. In diesem Bericht warnt Schukow vor der Gefahr, daß Deutschland dem sowjetischen Angriff zuvorkommen könnte, und mahnt eine Forcierung der sowjetischen Vorbereitungen an.
Den Unterlagen der deutschen Regierung ist eindeutig zu entnehmen, daß den Deutschen die Angriffsvorbereitungen der Roten Armee bekannt waren.

Am Ende sollte man die bis zum Beginn des Unternehmens Barbarossa erfolgten sowjetischen Angriffskriege, z.B. gegen das Baltikum, Finnland, und Polen, zur Einschätzung der Aggressivität der Sowjetunion berücksichtigen.

Wer angesichts dieser Sachlage einen deutschen Präventivangriff auf Stalins Sowjetreich als völlig absurd abtun will, hat eindeutig ideologische Gründe.

Scheils kurze Abhandlung liefert eine schlüssige Argumentation ohne sich im Detail zu verlieren. Wer sich für dieses Thema interessiert, sollte diese Abhandlung lesen!
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13 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Undank ist der Welten Lohn, 18. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Auch in diesem, wenn auch sehr kurz gefasstem, Buch erfärt der geneigte Leser die wahren gründe für den Angriff auf die rote Sowjetunion. Weder Stalin selbst noch das Politbüro haben jemals einen Hehl aus ihren Angriffsplänen gegen Westeuropa gemacht und sowohl der Rüstungsstand anno 1940-1941 als auch die sowjetischen Truppenbewegungen belegen eindeutige Welteroberungspläne der roten Horde. Man wollte nur abwarten, bis die Westmächte sich ggseitig in großen Konflikten untereinander schwächen und anschließend losschlagen. Diplomatische Depeschen, Telegramme und Aussagen hochrangiger Militärs belegen diese Pläne.
In diesem Machtspiel haben alle baltischen Länder und auch besonders Polen + Tschechei verloren, obwohl sich letztere von guten Bündnispüartnern umgeben fühlten und nicht bemerkt haben, wie sie als Zündschnur zum Weltenbrand mißbraucht wurden.
Der kommunistische Erstschlag wäre viel härter ausgefallen, wenn ER dem nicht zuvorgekommen wäre. Es sollte ein Dankeschön wert sein, daß die schlachtenden, menschenliebenden Brüder an der Berliner Mauer gestoppt werden konnten, aber in Zeiten wie diesen, wo wir von roten Idealen und Wahnvorstellungen infiltiert werden, ist es vermutlich bald soweit, daß wir dem System UdssR in Schweigeminuten nachweinen müssen.

5 Sterne.
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12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurz, bündig und informativ, 24. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Ich gestehe, daß ich in diesem Bereich über kein (vertieftes) akademisches Wissen verfüge. Ich konnte jedoch Stefan Scheils klarer, präziser und eingängig gegliederter Argumentation (mit dem Fazit: "Wenn das Unternehmen Barbarossa nicht als Präventivkrieg eingestuft werden kann, hat der Begriff Präventivkrieg seinen Sinn überhaupt verloren")gut folgen. Sehr nützlich fand ich das Schlußkapitel, indem Sscheil rund 35 entscheidende Fragen rund um den deutschen Angriff 1941 zusammenfassend beantwortet. Einige der hier veröffentlichten negativen Bewertungen haben mich deshalb geärgert, weil sie offenbar in denunziatorischer Absicht verfaßt wurden: Scheil (der mit einiger Regelmäßigkeit in der FAZ veröffentlicht!)als Verfasser von NPD-Schulungsmaterial zu brandmarken und ihm mangelnde Kenntnis und veralteten Wissensstand vorzuwerfen, das geht auf jeden Fall deutlich an der Sache/der wahrheit vorbei! (Im übrigen stimmt es auch nicht, daß Scheil den Hitler-Stalin-Pakt nicht beachte!) Das Büchlein ist in sehr sachlichem, sachgerechtem Ton gehalten, auch das Literaturverzeichnis verweist auf seriöse Werke.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frage falsch gestellt?, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Die Frage, ob es sich entweder um einen Präventivkrieg oder einen klass. Angriffskrieg handelte ist möglicherweise falsch gestellt, da die Frage es ausschließt, daß beides der Fall sein kann. Beide Ideologien waren bereit, einen klass. Angriffskrieg zu führen, sofern sich die kalkulierbare Gelegenheit dazu bieten würde. Und da dies der Fall war, war auch das Losschlagen eines der beiden präventiver Natur. Hätte Stalin eher losgeschlagen, wäre es auch (nicht nur aggressiver, sondern auch) präventiver Natur gewesen. Allerdings wohl eher mit Blick auf die fernere Zukunft; bei Hitlers Angriff eher mit Blick auf die nähere Zukunft. Insofern besteht doch keine vollständige Symmetrie.
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10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Rote Armee als Gefahr - aber nicht im Frühsommer 1941, 30. März 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Ich persönlich glaube auch nicht an einen unmittelbar bevorstehenden Feldzug der Roten Armee im Frühsommer 1941, dem die Deutsche Wehrmacht unbedingt zuvorkommen musste! Aber fest steht, dass man in Deutschland seit der Oktoberrevolution von einer enormen Gefahr im Osten ausging und dass sich diese Befürchtungen im Laufe der 20er und 30er Jahre verstärkten, je mehr über den stalinistischen Terror und die Industrialisierung samt wirtschaftlichem und militärischem Aufschwung bekannt wurde! Inwiefern diese Befürchtungen tatsächlich durch die Realität gedeckt wurden, lässt sich sehr schwer nachvollziehen! Die sowjetische Politik, die sich zunächst unter Stalin vom "Export der Revolution" und damit der Idee der "Weltrevolution" verabschiedet hatte, lief dennoch offenkundig im Fahrwasser überkommener zaristischer Motive, dem russischen Riesenreich einen angemessenen Platz in der Welt zu sichern; wozu sich der Gedanke gesellte, auf Dauer könne sich der Kommunismus nicht nur in einem einzigen Land der Welt halten! Im Osten des Reiches also befand sich demnach das größte und bevölkerungsreichste Land der Erde, das neben den meisten Rohstoffen und Bodenschätzen und einer potenziell unerschöpflichen Landwirtschaft zudem über die größte Armee (an Soldaten und Material) der Welt verfügte und in seiner Weltanschauung trotz aller Gemeinsamkeiten völlig gegensätzlich zum Nationalsozialismus stand! Diese rote Gefahr war genauso wenig eine eingebildete; wie man sich auch in Moskau nie sicher sein konnte, wann die Deutschen einrücken würden! Der gewaltige Clash beider Systeme war trotz aller politischen Pragmatik (besonders im August 1939) nur eine Frage der Zeit und also mittelfristig absehbar! Das Risiko, von einer zahlenmäßig um ein Vielfaches überlegenen und präventiv in der Offensive befindlichen Roten Armee überrollt zu werden, dürfte nicht nur Generalstäblern recht hoch erschienen sein! In wenigen Wochen hätte Stalin seine Truppen am Atlantik Halt machen lassen können! Wie real diese Gefahr im Juni 1941 war, ist so lange nicht zu beantworten, so lange die extreme Quellendichte auf deutscher Seite nicht ihr Äquivalent aus russischen Archiven findet! Ohne eindeutige Akten aus dem Politbüro oder Führungsgremien der Roten Armee bleibt alles reine Spekulation! Keinen Zweifel aber kann es daran geben, dass irgendwann in den 40er Jahren die UdSSR versucht hätte, die deutsche Hegemonie in Mitteleuropa aufzubrechen!
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32 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen unsinnnige Darstellung der Gründe für die "Operation Barbarossa", 30. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten (Gebundene Ausgabe)
Das Buch mutet bereits äußerlich ein wenig an wie die "Mao-Bibel" (die war ähnlich klein) und wird aus der rechten Ecke als "Geschenk" oder als "Schulungsunterlage" positioniert. Also, wenn Sie demnächst, per Zufall oder auch nicht, einmal eine Indoktrinationsveranstaltung für den NPD-Nachwuchs halten müssen, greifen Sie ruhig zu bei diesem Buch.

Allen Anderen sei von diesem Buch abgeraten, da dieses Buch reine Geld- und Zeitverschwendung ist. Stattdessen sei auf die hervorragenden Bücher zu diesem Thema von anerkannter Wissenschaftlern verwiesen

Präventivkrieg?: Der deutsche Angriff auf die Sowjetunion

Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion: "Unternehmen Barbarossa" 1941

Der Feind steht im Osten: Hitlers geheime Pläne für einen Krieg gegen die Sowjetunion im Jahr 1939

Versuchen wir das vorliegende Büchlein von Scheil dennoch zu bewerten, so fallen eine Reihe gravierender Defizite auf. Das zentrale Defizit soll ausführlicher dargestellt werden.

Bei der systematischen Darstellung seines Themas unterschlägt Scheil dem Leser die Darstellung der drei rivalisierenden Interpretationsansätze für Hitlers Eroberungspolitik und somit auch für die Operation Barbarossa.

Die erste Position, deren relevanteste deutsche Vertreter Hillgruber und Hildebrand (mit Unterschieden auch Jaeckel) sind, gehen von einer langfristigen Planung Hitlers aus. Die Eroberung der Sowjetunion bildetete als Teil eines übergeordneten Stufenplan einen wichtigen Schritt in Richtung einer globalen deutschen Hegemonie.

Hitlers Strategie. Politik und Kriegführung 1940-1941

Die zweite Denkrichtung geht von einem eher opportunistischen,zufallsgetriebenen Hitler aus, der durch die erratischen Umstände des Jahres 1939 in den zweiten Weltkrieg getrieben wurde (Broszat und teilweise auch Taylor).

Und die dritte Interpretation, zu der Scheil zu rechnen ist, negiert beide Ansätze und behauptet stattdessen, dass Hitler ausschließlich reagiert habe und Europa vor den "bolschewistischen Horden" verteidigen wollte. Und Hitler handelte in der Absicht die Ausrottung der Deutschen zu verhindern (Die Perversität dieser Sichtweise angesichts des Holocaut muss nicht betont werden!). Diesen Kontext stellte Scheil explizit via "Nathan Kaufmann" in seienm Buch "40/41" her.

Im interantionalen akademischen Bereich hat sich mehrheitlich die Interpretation durchgesetzt, dass Hitler bereits frühzeitig eine langfristige Strategie verfolgte, um Lebensraum im Osten" (in der Sowjetunion) zu gewinnen.

Stumbling Colossus: The Red Army on the Eve of World War (Modern War Studies)

Dass Scheil diese früh geäußerten und weitreichenden Überlegungen von Hitler einfach unter den Tisch fallen lässt, entspricht nicht mehr einer revisionistischen Haltung, sondern ist der ausgesprochen plumpe Versuch einer Geschichtsfälschung!

Vor diesem Hintergrund folgt die Argumentationsfigur von Scheil, um sein idiosynkratisches Konzept eines sogenannten hitlerschen Präventivkrieg zu verdeutlichen, im wesentlichen drei Schritten.

1. Zunächst negiert er die motivationale Konstanz des Themas "Lebensraum im Osten", die sich durch Hitlers beide Kampfschriften seit ca. Mitte 1920!!!!!! und nahezu allen relevanten Protokollen der Ansprachen vor der oberste Militärführung hindurchzieht (ab 1933). Dieser Aspekt ist von zentraler Bedeutung, um zu verstehen, dass Hitler bewusst einen Angriffskrieg auf die Sowjetunion geführt hat, um sein Ziel des Lebensraums im Osten zu verwirklichen. Dieses Ziel mußte er erreichen, um einen blockadefesten Kontinentalblock zu schaffen, der ihm erkauben würde, Krieg gegen die Seemächte GB und die USA mit Erfolg führen zu können. Das war die zentrale Motivation von Hitler für den Angriff auf die UdSSR! (ausführlicher im "Zweiten Buch" dargestellt)

Deswegen kurz zur Erinnerung für Scheil die wichtigsten Passagen des hitlerschen Denken in Dokumenten, die er unterschlagen hat:

a. Hitler: Mein Kampf, Volksausgabe 1943, "Nur ein genügend großer Raum auf dieser Erde sichert einem Volke die Freiheit des Daseins"(S. 72) und "So wird das deutsche Volk seine Zukunft nur als Weltmacht vertreten können"(S. 728/729) und schlussfolgert: "Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden Reden, können wir in erster Linie nur an Rußland und die ihm untertanen Randstaaten denken"(S.742).

b. Hitlers zweites Buch ist eher in Hinblick auf den anzustrebenden Weltmachtstatus und den weiterführenden Kampf gegen die Seemächte USA und GB von Bedeutung.

c. Liebmann Aufzeichnungen(vor den Militärspitzen 03.02. 1933): "- und wohl besser - Eroberung neuen Lebensraums im Osten und dessen rücksichtsloser Germanisierung"(vgl. Hofer, Der Nationalsozialismus, S. 180 ff)

d. Hoßbach Niederschrift (vor den Militärspitzen vom 05.11. 1937): "...so sei es sein unabänderlicher Entschluß, spätestens 1943/45 die deutsche Raumfrage zu lösen" (in: Hoßbach: Zwischen Wehrmacht und Hitler, S. 181, in der er die Niederschrift bestätigt!)

e. Schmundt Protokoll (vor den Militärspitzen vom 25.05. 1939): "...Es handelt sich um die Erweiterung des Lebensraums im Osten...."(Jacobsen 1939-1945,S. 93)

2. Bei Scheil entsteht, trotz der real vorhandenen Konstanz des hitlerschen Lebensraum-Motivs, keinerlei innerer Zusammenhang zwischen den außenpolitischen Aktionen, der Neuausrichtung der deutschen Volkswirtschaft und der extrem forcierten militärischen Aufrüstung der Wehrmacht. Das ignoriert er schlichtweg!

3. Stattdessen wird von Scheil ein Hitler präsentiert, der z.B. im Rahmen der Denkschrift zum Vierjahresplan lediglich auf die Rüstung der Sowjetunion reagiert. Und Hitler die Deutschen als die alleinige Macht (neben Italien) meint erkennen zu können, den Vormarsch der Bolschewisten zu stoppen und so Hitler zum Retter des Abendlandes stilisiert.

Aus dieser Argumentationsfigur eines vermeintlichen politisch gewollten Angriffskrieges von Stalin auf Europa konstruiert Scheil die Notwendigkeit eines Präventivkrieges im Jahr 1941 gegen die UdSSR.

Dass Hitler bereits in den zwanziger Jahren den Bolschewismus als zentralen Gegner eines NS-Regimes identifiziert hatte, muss nicht wirklich betont werden und als Feindbild einen hohen symbolischen Wert hatte!

Dass Scheil sich dabei nur sehr oberflächlich mit Stalin und seinen politischen Absichten beschäftigt und ebenso oberflächlich mit der RKKA auseinandersetzt, sei ebenfalls erwähnt. An Scheil sind 40 Jahre internationale Geschichtsschreibung spurlos vorüber gegangen! Zumindest auch gemessen an dem spärlichen Umfang der zitierten Literatur ansieht.

Insgesamt ist dieses schmale und dürftige Büchlein eine völlig inkompetente Verarbeitung der vorliegenden Dokumente und des wissenschaftlichen Standards. Es wird einmal mehr deutlich, dass sich diese sogenannte Geschichtsschreibung vollständig aus dem ohnehin spärlichen Pseudo-Diskurs mit der etablierten akademischen Geschichtsschreibung, endgültig verabschiedet hat.
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Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten
Präventivkrieg Barbarossa. Fragen, Fakten, Antworten von Stefan Scheil (Gebundene Ausgabe - 1. Mai 2011)
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