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"Neue Weltordnung" - Zukunftsplan oder Verschwörungstheorie?
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132 von 139 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Dezember 2011
Manfred Kleine-Hartlage beschäftigt sich in dieser Abhandlung mit der Frage, ob der mittlerweile bereits allgemein recht bekannt gewordene Begriff "Neue Weltordnung" ein bloßes Hirngespinst ist, erfunden und verbreitet von sogenannten Verschwörungstheoretikern, oder ob tatsächlich ein Plan existiert, der diese Bezeichnung verdient.

Der Leser bekommt keine - angesichts des Themas wohl erwartete - Zusammenstellung der üblichen Verdächtigen. Hier bekommen Sie eine brillante politische Analyse, die so präzise auf den Punkt formuliert ist, daß jeder unvoreingenommene Leser problemlos folgen kann, auch wenn er sich bisher nie mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.

Der Autor beginnt seine Ausführungen mit der Feststellung, daß die "Neue Weltordnung" (NWO) keine Fiktion und keine Utopie mehr ist. Es handelt sich dabei vielmehr um eine bereits eingetretene, fortschreitende Veränderung der ursprünglichen weltpolitischen Situation völlig souveräner Nationalstaaten hin zu einer "Verrechtlichung" der internationalen Beziehungen durch Verträge, die den Nationen untereinander bestimmte Pflichten auferlegen und damit eine übernationale Ordnung bilden, die die Handlungsfreiheit der einzelnen Staaten entsprechend einschränkt.

Als ein frühes Beispiel nennt der Autor die Haager Konferenzen von 1899 und 1907, in denen es um die Verpflichtung der Unterzeichnerstaaten zur Abrüstung und die Einführung einer internationalen Schiedsgerichtsbarkeit ging. Mit dem Eintritt der Amerikaner in den Ersten Weltkrieg wurden die auf diesen Konferenzen formulierten Ideen zu Kriegszielen der Alliierten erhoben und nach dem Krieg im Völkerbund institutionalisiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus diesen Anfängen eine international verbindlichen Ethik, die hauptsächlich in Washington formuliert und dort als Rechtfertigung jeder außenpolitischen Handlung bis hin zur Kriegsführung diente, ein weltweit funktionierendes Gefüge aus Verträgen und Organisationen, die seitdem einen stetigen Zuwachs an Macht und Entscheidungsbefugnis auf Kosten der einzelnen Staaten verzeichnen. Beispielhaft sind hier die UNO, die NATO und die EU, aber auch der IWF und die Weltbank oder der Internationale Strafgerichtshof.

Zitat: "Dabei ist die Verlagerung von Kompetenzen von den Nationalstaaten auf solche Organisationen ein Prozeß, der noch lange nicht an seinem Ende angekommen ist: Das im Entstehen begriffene globale Klimaregime ist der aktuell bedeutendste Schritt dazu, und es mehren sich die Anzeichen, daß die Nationalstaaten einem ganz ähnlichen >Menschenrechts<-Regime unterworfen werden sollen, wobei die >Menschenrechte< nicht zuletzt Teilhaberechte und Diskriminierungsverbote zugunsten von Migranten sind und immer dann ins Spiel gebracht werden, wenn es gilt, die Souveränität westlicher Staaten zu untergraben und ihre Völker an der Verfolgung ihrer eigenen Interessen zu hindern."

Dabei nennt der Autor zwei wichtige Punkte zum Verständnis internationaler Verträge: Erstens steht internationales vor nationalem Recht und ist damit nicht zu umgehen, zweitens kommen multilaterale internationale Verträge meist für den Bürger unbemerkt zustande. Die Öffentlichkeiten werden nur "kryptisch" und unzulänglich informiert, eine Möglichkeit demokratischer Einflußnahme existiert nicht.

Die so fortschreitende sogenannte Globalisierung wird dabei von der politischen Klasse als "unumgänglich" und "alternativlos" bezeichnet, wobei diese Einschätzung nahezu theologisch selbstverständlich vorgenommen wird, ohne die Notwenigkeit einer tieferen Begründung.

Zitat: "Der Liberalismus oder der Neoliberalismus, in deren Namen dieser Prozeß vorangetrieben wird, sind ja nicht nur geistesgeschichtlich, sondern auch strukturell mit dem Marxismus verwandt. Hier wie dort wird die Auflösung überkommener solidaritätsstiftender Strukturen - Volk, Familie, Religion, - als Akt der Emanzipation und als Voraussetzung eines die ganze Menschheit beglückenden Utopia gefeiert."

Wenn Angela Merkel in einer öffentlichen Rede davon spricht, "Kompetenzen an multilaterale Organisationen abzugeben, koste es, was es wolle," dann geht es offensichtlich nicht mehr um das Wohl des eigenen Volkes. Als Begründung gilt dann die Devise, es stünden Probleme zur Lösung an, die nur global gelöst werden können. Ein Beispiel ist hier die Doktrin vom menschengemachten Klimawandel, zu dessen Vermeidung sich die Staaten zu bestimmten Handlungen "global verpflichten" müßten. Auch ein weltweiter immerwährender Friede sei nur durch eine "globale Ordnung" möglich.

Zitat: "Die >friedliche Welt<, das >friedliche Zusammenleben< - damit macht man jeden Kritiker mundtot. Wer will sich schon nachsagen lassen, er sei gegen den Frieden? Da fragt keiner mehr nach dem Preis, der für diese Art >Frieden< zu entrichten ist."

"Die auf diesem Axiom basierende Politik, den Krieg buchstäblich unmöglich zu machen (ausgenommen selbstverständlich, für den Garanten dieser Ordnung, Amerika, früher Großbritannien, nebst ihren Verbündeten), wird tatsächlich seit 1899 betrieben."

Die Weigerung Deutschlands, sich auf den Haager Konferenzen dem zu unterwerfen, könnte der Grund für die Feindschaft der Angelsachen und die Beseitigung Deutschlands als souveräner Nationalstaat durch zwei Weltkriege gewesen sein.

Ein gutes Beispiel für das Wirken der globalistischen Neuen Weltordnung ist das Rom-Statut und der darauf basierende Internationale Gerichtshof. Wer eines Verbrechens anzuklagen ist, entscheidet der UN-Weltsicherheitsrat, betroffen können dabei allerdings auch - wie im Fall Gaddafi - Nichtunterzeichnerstaaten sein. Das bedeutet, die Staaten des Weltsicherheitsrates üben das selbstgegebene Recht aus, über souveräne Staaten und deren Regierungen Recht zu sprechen, haben aber die Möglichkeit eines Vetos, wenn dieser Mechanismus sich gegen sie selbst zu wenden droht. Damit existiert also eine diktatorische Weltordnung, in der einige wenige Staaten große Macht über die Mehrzahl der übrigen Staaten ausüben. Das Zauberwort >Menschenrechte<, das hierfür bemüht wird, ist, wie der >Frieden< eines der Totschlagsdogmen, die jeden Kritiker in schlechtes Licht rücken.

Um die einzelnen, ehemals souveränen Staaten dieser Welt an ein übernationales System zu binden und in ihrem Wirken und Werden gegen jedes Eigeninteresse nach den Interessen der USA auszurichten, die als imperialistische Macht hinter diesem, "Globalisierung" genannten Weltreich stehen, bedarf es vor allem auch der inneren Zersetzung der Staaten und Völker. Jede solidaritätsstiftende Gemeinschaft, angefangen mit der Familie, bis hin zu Religion und Nation, muß verschwinden und durch "Werte" ersetzt werden (Gleichberechtigung, Toleranz, Antirassismus etc.), die dem Menschen in ernsten Zeiten keinerlei Halt geben können. Die Menschen sollen zu bindungslosen Einzelindividuen werden, die mit dem täglichen kapitalistischen Existenzkampf - den Verlust der eigenen wirtschaftlichen Existenz stets vor Augen - so weit ausgelastet sind, daß sie für eine Auflehnung gegen das System oder nur für dessen Hinterfragung keine Zeit haben.

Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten Marxismus, Liberalismus und Kapitalismus Hand in Hand: Der Marxismus beseitigt störende soziale Strukturen durch eine allgegenwärtige Gleichheitsideologie, der Liberalismus räumt dem Kapitalismus den Weg zu ungehemmter Entfaltung frei, und der Kreis schließt sich angesichts der Tatsache, daß die westliche parlamentarische Demokratie eine reine Plutokratie (Geldherrschaft) ist, und damit Teil des Kapitalismus.

Der ideologischen Bearbeitung der Öffentlichkeit wird auch ein Kapitel gewidmet "Die Globalisierung von Geschichtsbildern". Um die gewünschte homogene Weltsicht zu schaffen, frei von evtl. Unwägbarkeiten und Gegenströmungen, muß der Staat die Deutungshoheit über die Geschichte besitzen. Nach den Gesetzen der Salamitaktik ist auch dies durchsetzbar: Sorgte das gesetzliche Verbot der Holocaustleugnung bei seiner Einführung Mitte der Achtzigerjahre noch für Aufregung angesichts der Unmöglichkeit der staatlichen Meinungsregulierung in einer offenen Demokratie, findet dies heute bereits allgemeine Zustimmung.
Zitat: "So konnte erst vor kurzem in Deutschland gefordert werden, die Leugnung von Stasi-Verbrechen zu verbieten; und das nicht, weil es öffentlichen Bedarf an einer solchen Regelung gäbe. Nein, es hat sich offenkundig ein totalitäres Rechtsverständnis verbreitet, wonach es ein legitimes Staatsziel sei, >staatsbürgerliche< Konformität mit einem bestimmten Geschichtsbild zu erzwingen: ein Rechtsverständnis, das nur deshalb mit Akzeptanz rechnen kann, weil der Präzedenzfall des §130 Abs. 3 StGB eine gewissermaßen volkspädagogische Wirkung gezeitigt und die Bürger dazu konditioniert hat, ihre eigene politische Entmündigung zu tolerieren."

Eine bestimmte Geschichtsdeutung ist dabei Staatsräson:
"Wenn die Bundeskanzlerin etwa, wie am 11.November 2009 geschehen, in Paris unter dem Triumphbogen den Waffenstillstand von 1918, also die Niederlage des eigenen Landes im Ersten Weltkrieg feiert, dann wird damit eine bestimmte Ideologie verbreitet, wonach Deutschland bereits vor Hitler stets im Unrecht gewesen sei."

Im letzten Kapitel erklärt der Verfasser die Struktur des >Geldmachtkomplexes< der hinter all dem steckt als ein System konzentrischer Kreise: Im Innern die Klasse der Superreichen, darum herum die von ihnen kontrollierten Konzerne und Funktionseliten, darum herum die politischen Eliten, und im äußeren Ring die Ideologieproduzenten - Medien, Unterhaltungsindustrie, Wissenschaft.

Dabei muß man nicht in Politik, Medien oder Wissenschaft alle Akteure kaufen, "man beschränkt sich lediglich auf einige strategisch plazierte Figuren, der Rest ist Fußvolk."

Dieses kleine Büchlein ist ein wahrer Augenöffner, eine der wichtigsten Publikationen seit langem!
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45 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 24. August 2012
In diesem Buch wird der Versuch unternommen die Thematik "Neue Weltordnung" zu untersuchen und zu analysieren - ohne in den Verdacht zu kommen, dass hier "Verschwörungstheorie" betrieben wird.
Ein guter Freund hatte mir dieses Buch netterweise geliehen, anschließend war er über einige Details in meiner Beurteilung des Buches doch etwas enttäuscht.
Der Autor geht im Buch vielen Hinweisen und Indizien nach, die man z. B. in den politischen Presseartikeln, in den politischen Reden oder einfachen Äußerungen von Politikern aufspüren kann. Diese Hinweise werden gesammelt und dechiffriert und in eine Gesamtsicht der "neuen Welt" - wie diese der Autor aufziehen sieht - eingebettet.
Diese Sicht des Autor, die gut mit Beweisen/Indizien unterlegt ist, zeigt, dass
- die Entmachtung der einzelnen souveränen Nationalstaaten durch Organisationen wie EU, UNO, IWF usw. schon ziemlich weit vorangetrieben wurde;
- Politiker selber einräumen, dass sie - die eigentlich Gewählten - weniger zu bestimmen haben als die Nicht-Gewählten Vertreter mancher internationaler Organisation, mancher Institution oder irgendeines gut-verdrahteten internationalen Netzwerkes;
- Korruption, Klüngeleien und Vetternwirtschaft leider in der Politik, in großen Organisationen etc. tagtäglich normal sind;
usw.
Gerade in Deutschland sieht der Autor die Gefahren der sog. "political correctness" (nach dieser hat sich z. B. das deutsche Bilde der Geschichte auszurichten) und anderer Mätzchen sehr klar.
Wo der Autor m. E. falsch liegt, dass sind seine Beschreibungen der Marktwirtschaft (deren Vertreter für ihn wohl im engeren Sinne die klassischen Liberalen und der sog. Neoliberalismus sind) als Übeltäter bei der Konstruktion einer grauenvollen "Neuen Weltordnung". Was der Autor als Marktwirtschaft beschreibt, dies ist ein krasser Gegensatz zum Marktgeschehen und hat auch mit klassischem Liberalismus/Neoliberalismus nichts am Hut. Gerade hier übernimmt der Autor ungefiltert die ganzen Vorurteile, Legenden und Unwahrheiten, welche vom ökologistisch-faschistisch-sozialistischem Lager wie eine Gehirnwäsche in die Köpfe der Menschen gesetzt worden ist; gerade der militärisch-pharmazeutisch-ökologisch-finanziell-industrielle Komplex zählt zu den Feinden einer freien Welt, eines freien Marktes und einer Gemeinschaft mündiger und denkfähiger Menschen.
Der Autor beschreibt nur - sehr treffend, jedoch unter falschem Vorzeichen - das verheerende, unmenschliche und abartige Gebilde des leider etablierten und herrschenden etatistisch-interventionsitischen Systems. Ein System, in welchem sich ähnliche Kreaturen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft gegen die gemeinschaftlichen Interessen der Bürger zusammentun, um eigene Partikularinteressen zu verfolgen.
Mir ist klar, dass dieses System von Feinden der Freiheit und des Marktes gerne mit Kapitalismus identifiziert wird, und dass diese Identifizierung den Zugang bei breiten Bevölkerungsschichten gefunden hat. Die Freiheitsfeinde haben es regelrecht verstanden, dies zur unreflektierten Meinung der erdrückenden Mehrheit zu machen.
Auch der Autor macht sich diese Meinung zu eigen. Wohl deshalb glaubt er, dass man nur die "schlechten Politiker" mit "wohlwollenden, gutmeinenden und lieben Persönlichkeiten" auszutauschen braucht, damit der souveräne Einzelstaat - und damit auch der Mensch an und für sich - noch Chancen gegen die "Neue Weltordnung" hat.
Dies ist meiner Meinung nach ein Irrtum - nicht mehr oder andere Politiker, welche regulieren, maßregeln und Zwang ausüben benötigen wir, sondern weniger: Ein Zurückdrängen der Anmaßungen der Politiker und ihrer Kombattanten aus allen Lebensbereichen, damit verbunden wäre auch eine Abwehr weiterer Schritte hin zu einer - m. E. - grauenvollen Knechtschaft in der vom Autor gesichteten "Neuen Weltordnung".
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. August 2013
Wie hat Manfred Kleine- Hartlage bereits 2011 (Erstauflage des Buches) so treffend auf den letzen Seiten dieses Buches geschrieben: "Da globale Vernetzung außerdem nur über das Internet möglich ist, könnte dessen Kontrolle durch eine globale Behörde eines der nächsten Projekte Globalisierer sein - selbstverständlich nur, um Kinderpornographie wirksam bekämpfen zu können..."

Kommt das heute wem bekannt vor? Ja, zugegeben der Deckmantel ist ein anderer ....
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Juni 2012
Ein gutes Buch über die unsichtbaren Prozesse, die unsere Vorstellungen über Heimat, Familie, Glaube beeinträchtigen und gestalten. Ist es eine neue Ideologie? Wo sind die Wurzeln dieses Geschehens? Der Autor versucht die Antworten zu finden und diese Antworten zu übermitteln.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. November 2013
Dieses Werk erarbeitet mit den Mitteln der Weltanschauungsanalyse und Ideologiekritik die Prämissen, Implikate und Konsequenzen der "Neuen Weltordnung".

Die Chiffre "Neue Weltordnung" (NWO) steht für die Auflösung überkommener solidaritätsstiftender Strukturen - Volk, Familie, Religion - zugunsten einer globalen Einheitsgesellschaft, in der Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital frei migrieren können. Kleine-Hartlage veranschaulicht die strukturelle Affinität von Neoliberalismus und Marxismus, die sowohl in einem erstaunlichen Geschichtsdeterminismus (der Globalismus ist "alternativlos"), als auch in einer utopisch postulierten Idealmenschheit zum Ausdruck kommt. Unhinterfragbare Werteimperative wie "Menschenrechte", "Freiheit", "Toleranz", "Dialog", "Frieden" delegitimieren jeden Kritiker. An einer Merkelrede zeigt er beispielhaft, daß die NWO keine Verschwörungstheorie, sondern das Ziel der politischen Eliten ist.

Der Autor entlarvt ferner, wie multilaterale Vertragssysteme in die inneren Verhältnisse der Nationalstaaten eingreifen und deren Souveränität aushöhlen. Der Internationale Strafgerichtshof hat seine Zuständigkeit auch für Nichtunterzeichnerstaaten erklärt, verfolgt aber keineswegs jede Straftat, sondern nur jene, die den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates (besonders USA, Rußland, China) opportun erscheinen. Und diese Staaten schützen sich durch ein schlichtes Veto vor Verfolgung! Es entsteht erkennbar keine globale Rechtsordnung, sondern eine globale Willkürherrschaft!

Ein wichtiges Element der NWO ist der Neoliberalismus: Privatisierung auch essentieller Güter wie Bildung, Gesundheit, Sicherheit; Mobilität aller Produktionsfaktoren, einschließlich der Arbeitskraft; Bekämpfung jeglicher "Handelshemmnisse" (nichtmerkantile Solidaritätsverhältnisse wie intakte Familien, Völker und Religionsgemeinschaften). Das neoliberale Projekt zielt darauf, die Gesellschaft auf individuelle Wahlfreiheit statt auf soziale Bindungen zu gründen. Das scheitert zwar empirisch, doch kann die Utopie weiter verfolgt werden, weil die Gesellschaft die totalitäre Denkfigur vom "Fortschritt" verinnerlicht hat.

Um das kollektive Selbstbild der Völker zu zerstören, wird ihnen die Deutungshoheit entzogen. Die Globalisierer installieren in einer Art "Salamitaktik" eine sich räumlich wie sachlich immer mehr ausweitende Gesinnungsjustiz, die Konformität mit einem bestimmten Geschichtsbild erzwingen soll. Die Dämonisierung Deutschlands ("Auschwitz") dient als Kontrastfolie zur Diskreditierung konkurrierender Weltanschauungen, stellt eine hocheffiziente Immunisierungsstrategie dar und ermöglicht die Zementierung der One-World-Ideologie als unhinterfragbaren Heilsweg. Gegenwärtig arbeiten die Funktionseliten in einem weiteren Globalisierungsschritt daran, ein idealisiertes islamisches Geschichtsbild verbindlich zu machen.

Der Globalismus ist bereits in sozialen Strukturen objektiviert, nämlich internationalen Elitennetzwerken, in denen Transparenz nicht vorgesehen ist, die Öffentlichkeit ausgesperrt bleibt und demokratische Kontrollen nicht stattfinden. Kleine-Hartlage veranschaulicht dieses Vorgehen am Beispiel des "Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Migration und Integration". Diese Netzwerke formatieren vorzugsweise mediokre Politiker im Sinne der NWO.

Abschließend erörtert der Autor die Internationalisierung der politischen wie der wirtschaftlichen herrschenden Klasse, die nicht mehr dem Wohl ihres Volkes verpflichtet ist, sondern Standesinteressen wie die Adelskaste der Vergangenheit. Eine derartige "Kollektivherrschaft" hat den Vorteil, ohne parlamentarische Kontrolle oder öffentliche Kritik auszukommen. Sie kann auf "Sachzwänge" verweisen. Der Sozialstaat, der die Unter- und Mittelschicht an die Linksparteien bindet, ist genau die Struktur, die die weitere Verschlechterung der Lebensverhältnisse bis zum Zusammenbruch garantiert. Wirksamer Widerstand dagegen ist unmöglich, da die Globalisten gesellschaftliche Wirklichkeitsbeschreibungen auf allen Ebenen monopolisiert haben. Karriere ist nur unter der Voraussetzung ideologischer Konformität möglich! Im Zentrum der herrschenden Klasse existiert eine Geldmachtelite aus wenigen tausend Superreichen, die mit dem Prinzip der Kooptation Marxismus, Liberalismus und Konservativismus in ihr System integriert haben. Ihr Ziel ist die Errichtung eines buchstäblich unzerstörbaren Herrschaftssystems. Dies gelingt ihnen durch Zerstörung aller solidaritätsstiftenden Kollektive (Familie, Volk, Religion), Auslöschung jedes Bewußtseins von Transzendenz, ununterbrochene Mobilitätsforderungen und Atomisierung der Gesellschaft.

Dieses großartig geschriebene Meisterwerk ist ein Meilenstein gesellschaftskritischer Aufklärung. Schon in seiner Fähigkeit, ein so hochkomplexes Thema wie den zeitgenössischen Gesellschaftsumbau auf weniger als hundert Seiten schlüssig und erschöpfend darzustellen, zeigt sich die außergewöhnliche Begabung Kleine-Hartlages. Vorzügliche Verständlichkeit und ein angenehmer, pointierter Stil empfehlen das Buch zusätzlich. Ich lege es jedem an aktuellen Gegenwartsfragen interessierten Menschen dringend ans Herz!

Weiterführend und ergänzend: KLEINE-HARTLAGE, Manfred: „Die liberale Gesellschaft und ihr Ende: Über den Selbstmord eines Systems“ (2013); BRAUN, Johann: „Wahn und Wirklichkeit. Über die innere Verfassung der Bundesrepublik Deutschland“ (2008); GOTTFRIED, Paul Edward: „Multikulturalismus und die Politik der Schuld: Unterwegs zum manipulativen Staat?“ (2004); NAWRATIL, Heinz: „Der Kult mit der Schuld: Geschichte im Unterbewusstsein“ (2004²)
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am 2. März 2013
Der Autor verweist richtig darauf, dass wir es eigentlich weniger mit einer Eliten-Verschwörung als vielmehr mit einer doch verbalisierten Planung der Zukunft-Globalisierung-zu tun haben. Offen werden von angeblich auch dazu gewählten Granden Globalisierungsziele und damit einhergehende Verluste nationaler Souveräninäten infolge Übertragung derselben auf supranationale Einrichtungen von zahlreichen Politikern an-und auch deutlich ausgesprochen. Der Autor hätte dazu gut auch den ersten Bush-Präsidenten als Referenz wählen können oder unsere Wende-Kanzlerin, die mich mehr und mehr an die Schreckensgestalt eines diktatorischen Kanzlers aus V wie Vendetta erinnert, noch stärker mit ihren faszinierenden, für mich faschistisch klingenden Dogmen der Alternativlosigkeit bemühen dürfen. Als Beweis für die Methode der öffetnlichen Offenbarung zitiert er zutreffend Juncker und dessen feisten Wir machens dann einfach Spruch aus dem Jahre 1999. Zu Recht kritisiert er insoweit stillschweigend, dass zwischen Hören und Verstehen eine intellektuelle, oftmals eine zwischen der Erde und einer fernen Galaxie bestehende, vergleichbare Distanz klafft.

Das Zukunftsszenario, das der Autor teils unausgesprochen ausmalt, ist eine faschistische Kombination aus den Beschreibungen aus 1984 und brave new world, alles nicht wirklich erstrebenswert, jedenfalls nicht für mich.

93 Seiten, die jeden, der Freiheit als höchstes menschliches Recht neben der körperlichen Unversehrtheit betrachtet, entweder darin bestärken dass hier in Deutschland seit über 23 Jahren eine Menge ganz falsch läuft oder
wachrütteln oder gleichgültig bleiben lässt; jemand, der von Staats wegen geführt und versorgt
möchte, wird eine globale, ihr/ihm Sicherheit und Versorgung versprechende Regierung vielleicht gar nicht schlecht finden
und hinter diesen Zielen stehen. Auch das wäre eine freie Entschließung. Ich halte es da ausdrücklich mit einem
ehemaligen amerikanischen Präsidenten, der äußerte, dass derjenige, der bereit ist, für ein wenig mehr
Sicherheit seine Freiheit, auch nur in Teilen aufzugeben, weder Sicherheit noch Freiheit verdient und will keine staatliche
fürsorge, für die ich den Preis des Verlustes meiner persönlichen Freiheit zu berappen habe. Juristisch- ok, auf
jeden Fall zivilrechtlich- wäre ein solcher Deal, dem ich meine Zustimmung nicht erteilte, auch wegen Wuchers und
Verstoß gegen die guten Sitten und wegen der Verletzung von Schutzgesetzen in Verbindung mit Nötigung und
Freiheitsberaubung auch nichtig.

Einen mit der neuen, durch Eliten bestimmten NWO zu betrachtenden Aspekt sehe ich allerdings in diesem Buch unangesprochen; die Züchtung des genetisch perfekten Menschen, der als Organreservoir für die Reichen und Mächtigen herhalten soll; die Eliten-Alphas- Huxley mag mir aus dem Grabe heraus die Anleihe nachsehen- werden mit Sicherheit, wenn es nicht zum erfolgreichen Aufstand der Völker gegen die meintlichen Eliten kommen sollte, auch insoweit für perfekte Versorgung Vorsorge schaffen. Nicht umsonst werden zwischenzeitlich auf negative PND gestützte Abteibungen-was irgendwie auch die Assoziation zur Eugenik hervorruft- wie auch Organspenden nach meinem Empfinden in D richtig promoted; wer sich zum letztgenannten Aspekt mit dem Inhalt eines durch einen überwiegend in den Aussagen schockierenden Filmes, der die vorgenannte These im letzten Punkt stärkt, auseinandersetzen möchte, mag sich "Alles, was wir geben mussten" genau ansehen.

Ungeachtet dessen verdient diese kleine Büchlein, auch wenn es mal gerade auf Amazon nicht verfügbar ist....(Zensur?) thematisch und auch inhaltlich meine volle Anerkennung.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. März 2014
das sich gut lesen lässt und gleichzeitig eine Sicht auf die Welt und ihre Funktionsweise zulässt, die sich stark vom Mainstream abhebt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Dezember 2014
Liest sich gut, flott geschrieben, ist plausibel und gleitet nicht in akademisches leeres Geschwätz ab. Egal für wen, wer sich für die Thematik interessiert hat hier verschiedene Denkanstöße und Ideen.
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