Kundenrezensionen


10 Rezensionen
5 Sterne:
 (8)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


73 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigsten politischen Bücher der letzten Jahre
Arne Hoffmann weist anhand zahlreicher Fälle aus der jungen und jüngsten Vergangenheit akribisch nach, wie sehr wir alle dem Meinungsterror einiger weniger ausgeliefert sind, ohne auch nur die Chance zu erhalten, richtig und vollständig informiert zu werden. Es ist tatsächlich kaum zu glauben, dass sich selbst so renommierte Medien wie "Spiegel" und...
Veröffentlicht am 10. Dezember 2005 von Michael Rami

versus
0 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein schwieriges Thema
Das Thema Antisemitismus ist in der deutschen Öffentlichkeit zwangsläufig mit seinem fürchterlichen Höhepunkt verknüpft, dem Holocaust. Arne Hofmann scheut einen näheren Blick auf das Phänomen, was nur allzu menschlich ist. Stattdessen sucht er nach einer griffigen Definition, an der er Fällte der jüngsten Geschichte durch...
Veröffentlicht am 4. Februar 2012 von katrin2475


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

73 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigsten politischen Bücher der letzten Jahre, 10. Dezember 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Arne Hoffmann weist anhand zahlreicher Fälle aus der jungen und jüngsten Vergangenheit akribisch nach, wie sehr wir alle dem Meinungsterror einiger weniger ausgeliefert sind, ohne auch nur die Chance zu erhalten, richtig und vollständig informiert zu werden. Es ist tatsächlich kaum zu glauben, dass sich selbst so renommierte Medien wie "Spiegel" und "Die Zeit" dafür hergeben, Tatsachen zu verfälschen und Andersdenkende hysterisch niederzubrüllen. Ein faszinierendes und zugleich bedrückendes Buch, das zeigt, wie weit entfernt wir von echter Meinungsfreiheit sind. Mehr solcher Bücher sind dringend notwendig!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meinungsmache und Meinungsfreiheit, 3. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Thematisiert werden in diesem Buch die Möllemann- und die Hohmannaffären. Arne Hoffmann geht der Sache auf den Grund und wendet eine erstaunlich einfache Methode an: Er hält sich an die Fakten! Er zeigt auf, wie die Medien zum größten Teil reflexartig mit dem Vorwurf des Antisemitismus verfahren. Es ist manchmal geradezu beängstigend, dass dieses Verhalten in einer Demokratie möglich ist. Fast keine renommierte Tageszeitung und Polit-Talkshows berichten objektiv. Selbst die Institution Tagesschau lässt Zweifel an investigativen Journalismus aufkommen.

Letztendlich ist es ein Buch, welches souverän und selbstbewusst für die Meinungsfreiheit eintritt, ohne den besonderen geschichtlichen Hintergrund aus den Augen zu verlieren.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


72 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Demokratie in Gefahr, 22. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Arne Hoffmann hat mit seiner auf hohem Niveau erfolgten Analyse der "Antisemitismusdebatten" dargestellt, welche Gefahren daraus für unsere Demokratie entstanden sind.

Die Abqualifizierung eines "Juden", nur weil er "Jude" ist, kann von keinem ernsthaften Menschen akzeptiert werden. Im Gegenzug muß aber auch eine Kritik an einem Angehörigen oder einer Gruppe einer Religion, einer Religion selbst oder einer Religionsgemeinschaft möglich sein. Dies gilt besonders für einen Staat. Genau hier wird es interessant.

Arne Hoffmann geht es in seinem hervorragenden Buch nicht primär um die Inhalte von Reden oder Einstellungen von stigmatisierten "Antisemiten". Vielmehr geht es um die Frage, wie sehr die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird und wie die Mechanismen wirken, die Menschen zu "Antisemiten" machen, die es nachweislich in den genannten Fällen gar nicht sind.

Es mutet schier unglaublich an, wie in regelmäßigen Abständen Menschen - sogar, wenn sie offenkundig das Gegenteil behauptet haben - von Medien, einigen wenigen, aber einflußreichen Politikern und Teilen einer religiösen Minderheit als "Antisemiten" öffentlich abgestempelt und im Regelfall politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich geschädigt werden können.

Die Art und Weise dieser "Hinrichtungen" gibt zu Denken, da sie (fast) jeden treffen kann. Von Hohmann zu Möllemann und von Jenninger zu prominenten, kritischen Juden reicht die Palette. Dahinter steckt keinesfalls die berechtigte Abwehr des "Antisemitismus", sondern die poliitsche und kulturelle Hegemonie über ein Volk und die Gewährleistung der dauernden Unterstützung des Staates Israel. Diese Israel-Lobby nutzt ihre Möglichkeiten zum Schaden der Demokratie und zum Schaden des Judentums.

Arne Hoffmann kritisiert somit nicht die "Juden" an sich, sondern einige exponierte Vertreter der Israel-Lobby, die sich nur anmaßen, für alle zu sprechen. Dies haben neben ihm schon viele, wie Prof. Finkelstein oder Journalisten wie Tobias Brendle (siehe sein Buch "Michel Friedman, Haim Saban und die deutsche Medien") erkannt.

Das beste Mittel gegen Antisemitismus ist die Wahrheit. Gerade nach dem schrecklichen Schicksal der Juden im Zweiten Weltkrieg sollten die Menschenrechte und das Völkerrecht für alle gelten.

Arne Hoffmann zeigt, welche Gefahren es für eine Demokratie mit sich bringen kann, wenn mit dem Mittel des "Antisemitismus" Politik für einen Staat gemacht wird, der sich einen Teufel um das internationale Recht und die Menschrechte schert. Völlig zu Recht werden von Hoffmann daher auch jüdische Stimmen gegen diese Anmaßung einer kleinen Minderheit zitiert, die zeigen, daß die Frontlinie quer über religiöse und sonstige Bekenntnisse hinweg verläuft.

Antisemit ist, wer grundsätzlich etwas gegen Juden hat. Antisemit ist nicht, wer einzelne Juden oder den Staat Israel kritisiert. Alle Demokraten sollten nach der Lektüre dieses Buches kritischer gegenüber selbsternannten Lobbyisten mit dem Totschlagsargument "Antisemitismus" sein.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


54 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gleichschaltung und Tabus, 20. Oktober 2005
Von 
Dr. Klaus Winkler (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Hoffmann zeigt mit einer Vielzahl von Zitaten und analytischer Schärfe auf, wie die Meinungsfreiheit in unserem Lande bei bestimmten "Tabu-"Themen faktisch abgeschafft ist. Beispiele hierfür sind die Hexenjagden auf Möllemann und Hohmann. Es gibt ein Meinungskartell von etablierten Printmedien und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten.
Besonders bedenklich ist, dass der Zeitungsleser oder Fernsehzuschauer gar nicht den Text, um den es geht, zu lesen bzw.in Auszügen zu hören bekommt! Die Aussagen der ins Kreuzfeuer geratenen Politiker werden nicht nur unterschlagen, sondern auch gefälscht.
Dieses Buch ist ein "muß" für jeden freiheitsliebenden Bürger!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


56 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für die Meinungsfreiheit - gegen die Political Correctness, 10. Oktober 2005
Von 
Max Erdinger (Neunkirchen-Seelscheid) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Jenninger, Hohmann, Günzel, Walser - die Liste der des Antisemitismus Verdächtigen wird immer länger. Was passiert da genau und wem nützt, was da passiert?
Arne Hoffmann belegt eindrucksvoll, daß der Antisemitismusvorwurf zur ultimativen Keule gemacht worden ist, inflationär instrumentalisiert, um mißliebige Meinungen und Personen aus dem gesellschaftlichen Diskurs zu entfernen.
Sein Buch ist ein Muß für jeden, der sich seine intellektuelle Unabhängigkeit vom politisch korrekten Mainstream bewahren will.
Außerdem versorgt es uns mit den Informationen, die uns von den Massenmedien vorenthalten worden sind. So ist bspw. die gesamte Rede, die letzlich zur Affäre Hohmann führte, im Anhang des Buches abgedruckt. Unbedingt lesenwert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


38 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Schweigespirale" und Meinungsterror - aus der Nähe beleuchtet, 30. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
"Lexikon der Tabubrüche" heißt ein anderes Buch des (insgesamt empfehlenswerten) Autors. Ich weiß nicht, ob in jenem anderen Werk das Antisemitismustabu auch angesprochen wird, aber wie mächtig es ist, sieht man aus den in "Warum Hohmann geht ..." geschilderten Beispielen. Da wird eine Rede gar nicht genau betrachtet, da gibt es Hexenjagden und Vorverurteilungen, da wird auf die Unschuldsvermutung gepfiffen, dass man meinen könnte, wir seien gar keine Demokratie mehr mit Meinungsfreiheit, sondern eine Diktatur ...

"Ich bin die öffentliche Meinung", verkündete einst in den 70er Jahren in einem Fernsehsketch eine dominaähnlich in einen Lackmantel gewandete Dame drohend, "wer sich mit mir anlegt, der hat nichts zu lachen!" Konsequenterweise verging denn auch Hohmann und Möllemann das Lachen, als sie gegen die ungeschriebenen Gesetze des bundesdeutschen "Diskurses" verstießen.

Die Meinungsforscherin Noelle-Neumann beschrieb die Mechanismen der Meinungsbildung mit dem Begriff "Die Schweigespirale". Das Resultat ist immer das gleiche: Missliebige Meinungen werden im "Diskurs" unterdrückt, und wer nicht schweigt, der wird wütend attackiert, mitunter gesellschaftlich ruiniert. Hoffmanns Verdienst ist es, diese Mechanismen anhand des "Anti-Antisemitismusproblems" sehr deutlich herausgearbeitet zu haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


58 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sauber recherchiert - sehr lesenswert!, 6. September 2005
Von 
WoGo (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Der Autor wagt sich auf schwer vermintes Gebiet. Eindrucksvoll schildert und belegt er, wie es geschehen kann, dass ein Mensch, dem Antisemitismus nachgesagt wird, medial tot ist. Ohne Wiederbelebungsmöglichkeit. Unabhängig davon, ob an dem Vorwurf überhaupt etwas dran ist.
Präzise legt Hoffmann die Mechanismen offen, nach denen die Antisemitismuskeule funktioniert und wie sie letztlich das Anrecht auf eine freie Meinungsäußerung trotz scheinbarer Garantie völlig aushebelt. Dieses Buch ist eine überzeugende Forderung an die Medien, künftig sorgfältig zu recherchieren und zu berichten, statt sicherheitshalber hinter jeder kritischen Äußerung Antisemitismus zu orten und politisch korrekt anzuprangern. Sehr lesenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


54 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen McCarthyismus, made in Germany, 13. Juni 2006
Von 
Andreas Reich (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Der Antisemitismus als eine spezielle Erscheinungsform des Rassismus wird durch eine Haltung charakterisiert, die einige, stets negativ konnotierte Eigenschaften allen Juden gleichermaßen zuschreibt und sich daran anschließend in Form aktiver Diskriminierung auf Grund der Gruppenzugehörigkeit äußert. Die Antisemitismusforschung hat herausgestellt, dass die antisemitische Haltung des tatsächlichen Juden gar nicht mehr bedürfe. Sie als Bedrohung jeder freiheitlich demokratischen Gesellschaft zu sehen, ist aus diesem Grund nicht von der Hand zu weisen: Irrationale Feindbilder können auf jede beliebige Gruppe appliziert werden. Dass eine sich ursprünglich gegen Diskriminierung richtende Bewegung unter besonderen Umständen sogar selbst zur Gesinnungsdiktatur werden kann, ist Thema dieses Buchs. Der Autor diskutiert hier anhand eines guten Dutzends populärer Fälle Funktion und stigmatisierende Folgen des in polemischer Absicht vorgebrachten, unsubstantiierten Antisemitismusvorwurfs.

Ist der Zusammenhang der hier versammelten Beispiele durch die Art, in der von öffentlicher Seite darauf reagiert wurde, gegeben, so liegen die einzelnen Fälle inhaltlich doch recht unterschiedlich: Wie schon andere vor ihm kritisierte Möllemann das brutale Vorgehen des israelischen Militärs gegen palästinensische Siedler. Er protestierte gegen die Unterstellung, Kritik an der israelischen Außenpolitik sei generell durch versteckten Antisemitismus motiviert, und äußerte die Befürchtung, ein derartiger Umgang mit Kritik würde den tatsächlichen Antisemiten Zulauf verschaffen. In der anschließenden Debatte, bei der sich nahezu alle großen deutschen Medien unter eklatanter Verletzung der ihnen gebotenen Sorgfaltspflicht bei der Berichterstattung freiwillig darin gleichschalteten, dass zwar noch über, nicht aber mehr mit Möllemann diskutiert und ihm keine Chance zur Verteidigung eingeräumt wurde, offenbarte sich ein gravierender Missstand in der deutschen Diskussionskultur. Die richtiggehend als Hetzkampagne bezeichnete Aktion begnügte sich nicht damit, Möllemann aus der Debatte zu drängen, sondern zielte auf eine moralische Vernichtung seiner Person, der er sich schließlich durch Selbstmord entzog. Als wenig später der an dieser Affäre beteiligte Michel Friedmann in einem - davon allerdings unabhängigen - Fall des illegalen Rauschgiftbesitzes und der Ausnutzung von Zwangsprostituierten beschuldigt wurde, wurde er von der Presse nicht nur weit nachsichtiger behandelt, sondern auch der Antisemitismusvorwurf, der hier zum Teil seinen Kritikern als "verstecktes" Motiv unterstellt wurde, erneut in zweifelhafter Weise verwendet.

Nur im indirekten Zusammenhang dazu steht die Affäre um den CDU-Politiker Martin Hohmann, welche mit der Debatte um Möllemann eine Klammer um die hier versammelten Fälle bildet. Hohmann hatte zum Tag der Deutschen Einheit eine Rede gehalten, welche später als "antisemitisch" gegeißelt wurde und dadurch eine Hexenjagd in Gang setzte, die der gegen Möllemann frappant ähnelte. Der Vorwurf, Hohmann bezeichne die "Juden als Tätervolk", war eine klare Falschbeschuldigung, die durch die Lektüre des Textes hätte einfach widerlegt werden können. Statt korrekt zu zitieren, verließen sich die meisten deutschen Medien jedoch auf falsche Zitate und unterstellten Hohmann etwas, dass seiner tatsächlichen Aussage komplett zuwiderlief. Hoffmanns Forderung, Hohmann beim Wort zu nehmen, ist nicht nur unumgänglicher Grundsatz jeder Diskussion; es ermöglicht auch, die tatsächlich kritikwürdigen Punkte herauszuarbeiten. Hohmanns Rede selbst ist in ihrer Intention eindeutig nicht antisemitisch; doch verwendet sie antisemitische Argumente in unkritischer Weise und ist deswegen alles andere als harmlos. Schauen wir kurz etwas genauer hin:

Hohmann eröffnet seine Rede mit einigen, seiner Ansicht nach ungerechten Beispielen sozialstaatlicher Kulanz, berichtet von drei an die Bundesregierung gestellten (und abgelehnten) Anfragen (u.a. nach der Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter und der Möglichkeit einer Senkung deutscher Entschädigungszahlungen gemäß der gesunkenen staatlichen Leistungsfähigkeit) und beklagt, dass man als Deutscher in Deutschland nicht privilegiert behandelt werde. Grund dafür seien die Ereignisse der jüngeren deutschen Geschichte - Verbrechen, die er ausdrücklich verurteilt. Hohmann bestreitet jedoch die Vorstellung einer deutschen "Kollektivschuld" - und leistet sich damit den ersten größeren Lapsus, denn die These einer "Kollektivschuld" ist keinesfalls allgemein anerkannt, sondern stellt eine Außenseiterposition dar. Hohmann unterschlägt, gegen wen er hier argumentiert. Wäre diese These hier durch den Verweis auf die nicht wenig zelebrierten Systemgegner und aktiven Widerstandskämpfer direkt widerlegbar, wählt Hohmann statt dessen einen ebenso abenteuerlichen wie sinnlosen Umweg und rekonstruiert auf Basis der Schrift eines ausgewiesen Antisemiten die These des "jüdischen Bolschewismus".

Hoffmann irrt, wenn er die Kritik an der Verwendung des Begriffs eines "jüdischen Volks" für "politisch korrekte Besserwisserei" (S. 75) hält. Benedict Anderson wies darauf hin, dass die von jeder Gemeinschaft als notwendiges Kriterium der Abgrenzung betonten Besonderheiten nicht auf eine tatsächliche Differenz verweisen, sondern einer dem historischen Wandel unterliegenden ideellen Selbstkonzeption entspringen ("Imagined Communities"). Das auf Verbundenheit zielende jüdische Konstrukt eines "Volkes" ist demnach anders zu bewerten, als der in kritisierender Funktion verwendete Begriff: Wer genau ist das für den Bolschewismus verantwortliche "Volk"? - Als schon immer für Proselyten offene Gemeinschaft hat das Judentum heute Mitglieder jeder Hautfarbe und ist demnach keine Rasse im biologischen Sinne. Juden gehören zudem unterschiedlichen Nationen an, deren Gesetzen sie unterworfen sind, und bilden daher auch keinen eigentlichen Staat. Es bliebe die Religion, doch ist es gerade deren vollständiges Fehlen, was von Hohmann beanstandet wird. Dass er eine eindringlichere Betrachtung der historische Situation zugunsten der Prädikation übergeht, soll hier den Hauptkritikpunkt bilden. Dass er die Intention seiner Rede (die Verneinung einer "Kollektivschuld" bei Deutschen und Juden) letztendlich selbst torpediert und das Kollektiv der "Gottlosen" als das "wahre Tätervolk" zu erkennen glaubt, fällt dabei kaum noch ins Gewicht. Mann kann ihn nach seiner Rede berechtigterweise einen Dummkopf und anderes nennen; nur eine antisemitische Auffassung wird man vergeblich suchen. Gerade diese Unterstellung aber war Ausgangspunkt einer Hetzkampagne, die aufzuklären Hoffmanns Buch hoffentlich beitragen wird.

Das Werk versteht sich als Ergänzung zu einer bisher sehr voreingenommen geführten Debatte, zu der es Gegenargumente beisteuern will, und ist dementsprechend einseitig geschrieben. Das ist in gewissem Sinne legitim, da der Autor andere Blickmöglichkeiten nicht bestreitet und selbstverständlich die für jedes Buch geltende Pflicht des kritischen Gegenlesens auch hier nicht außer Kraft gesetzt ist. Trotzdem gibt es auch einiges zu beanstanden:

Auch wenn das Buch kein geschichtswissenschaftliches Werk ist, greift es m.E. zu kurz, Namen wie Bieberstein oder Nolte nur unter dem Blickwinkel eines überzogenen Antisemitimusvorwurfs zu thematisieren. Kritisiert wurde nicht, dass der Faschismus in einen zeitgeschichtlichen Kontext gestellt werden sollte, sondern der zu unkritische Versuch, eine Rechtfertigungsstrategie der Nazis in den akademischen Diskurs zu überführen. Ein Angriff auf die Wissenschaftler macht aber die Notwendigkeit der Kritik ihrer Theorie nicht obsolet. - In einem anderen Beispiel (S. 171) wird zur Klärung der Frage des Nichtwissens der Deutschen um das Schicksal der Juden eine Statistik des Sozialpsychologen Süllwold herangezogen, die auf den ersten Blick differenziert erscheint, dabei jedoch die Profiteure und Unterstützer (jüngst thematisiert durch Götz Aly) bereits ausgeklammert hat. (Interessanterweise findet sich eine diese Zahlen relativierende Studie in einer Anmerkung (203), wie auch andere erhellende und gelegentlich relativierende Informationen in die Fußnoten gerutscht sind - immerhin. Aber warum?)

An gleich mehreren Stellen wird die Politik Sharons mit der der Nazis verglichen, was ich, auch wenn der Autor einige Juden mit derselben Meinung anführen kann, für einen rhetorischen Missgriff halte. Natürlich kann man Systeme miteinander vergleichen und wird, je nach Schwerpunkt, Ähnlichkeiten entdecken. Dieses Vorgehen beträfe aber etliche andere Systeme genauso. Entscheidend sind für solche Beurteilungen jedoch nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern auch Unterschiede. Zu nennen wäre dann das demokratische System Israels; die Informationsfreiheit, die eine kritische Berichterstattung überhaupt erst ermöglicht; die Beteiligung der Palästinenser an der derzeitigen Situation oder die etwa ein Fünftel der Bevölkerung ausmachende Minorität israelischer Arabern. Die teils rassistisch motivierten Menschenrechtsverletzungen des israelischen Militärs an Palästinensern werden jedoch nicht relativiert, wenn man sie schlicht als das benennt, was sie sind; ethisches Engagement muss sich nicht durch Rekurs auf den Holocaust rechtfertigen.

Der Autor unterstreicht an mehreren Stellen die Wichtigkeit, falsche Antisemitismusvorwürfe ebenso zu bekämpfen, wie den offenen und subtilen echten Antisemitismus. Dem ist prinzipiell zuzustimmen; es wäre eine genauere Definition dessen, was er unter diesem Begriff konkret verstanden wissen möchte, jedoch wünschenswert, da Hoffmann ja Kritik an der gegenwärtigen Praxis übt, ein allgemeiner Konsens darüber also nicht vorausgesetzt werden darf. Noch drängender ist in diesem Zusammenhang die Frage nach der von ihm geforderten absoluten Meinungsfreiheit. Ist die Freiheit der Meinung im akademischen Bereich die Voraussetzung jeder unabhängigen Forschung und in der privaten Diskussion ohnehin nicht vermeidbar, stößt das Konzept doch an seine Grenzen, wenn es um Bereiche geht, in der die Theorie die Wirklichkeit gestaltet. Dies gilt um so mehr, wenn keine Meinung das Recht auf Wahrheit beanspruchen darf. (Hoffmann fordert - berechtigterweise - von Journalisten eine rein an den Fakten orientierte Berichterstattung unter Verzicht auf persönliche Ausdeutung, räumt Historikern in ihren Aussagen jedoch das Recht auf "freie Meinung" ein. - Wird die Ansicht eines Historikers hier als in ihrer Konsequenz weniger bedeutsam als die eines Journalisten eingeschätzt?) Es stellt sich zudem die Frage, ob zwischen Fakt und Meinung noch qualitativ unterschieden werden kann, und wie. Darf ein Holocaustleugner als Gutachter für einen Kriegsverbrecherprozess herangezogen werden? Unterliegt die verfassungsrechtlich gedeckte Auffassung, "Soldaten seien Mörder", auch dann der Meinungsfreiheit, wenn ein mit der Beurteilung des Falls eines angeklagten Soldaten beauftragter Richter sie äußert? Hoffmann übersieht in seinem Plädoyer, dass identische Aussagen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen unterschiedliche Funktion und Gewichtung bekommen. Die Auffassung, die besseren Argumente würden sich durchsetzen und den Diskurs somit in vernünftiger Weise strukturieren, basiert hingegen auf der idealistischen Fehleinschätzung, Sprache diene generell der Aufklärung. Für z.B. religiöse Dogmen ist es entscheidender, gerade trotz widersprechender Ansichten standhaft den eigenen Punkt zu verteidigen. Einen Holocaustleugner überzeugt man kaum mit Argumenten.

Trotz verschiedener Kritikpunkte möchte ich den Autor in Schutz nehmen: Hoffmanns Arbeit stellt nicht den Abschluss, sondern den Beginn einer wichtigen Debatte dar; hier eine Beantwortung aller Fragen zu erwarten, wäre vermessen. Dass es eine Debatte geben muss, daran besteht kein Zweifel. Die in diesem Werk Kritisierten - Politiker und Journalisten - müssen sich mit Hoffmanns Argumenten und ihrer eigenen Verantwortung auseinandersetzen. Andernfalls wird ihre Unfähigkeit zur selbstkritischen Reflexion sich letzendlich als Argument gegen sie wenden.

Dringend empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


24 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesenswert, 20. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Man muss nicht alles glauben was man liest, das gilt für jedes Buch, jeden Artikel und jeden Fernsehbeitrag. Wünschenswert wäre es aber, wenn sich ein Staat (der sich selbst noch dazu als Demokratie bezeichnet) beide Seiten anhören würde. Der Autor hat es in seinem Buch ja deutlich klar gemacht: Welchen Sinn hat eine Debatte, bei der alle Teilnehmer der selben Meinung sind?

Es ist wirklich traurig, dass es heutzutage wichtiger zu sein scheint sich bei niemandem unbeliebt zu machen, als offen und ehrlich seine Meinung zu sagen (sofern man das heute überhaupt noch öffentlich kann. Dies gilt übrigens für Österreich im selbem Maße, wie für Deutschland). Und es ist beschähmend, dass gerade jene Leute, die eigentlich Alle Ansichten vertreten sollten, das Oberste Gebot einer Demokratie so schmählich mit Füßen treten: nämlich immer beide Seiten anzuhören.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein schwieriges Thema, 4. Februar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Warum Hohmann geht und Friedman bleibt (Taschenbuch)
Das Thema Antisemitismus ist in der deutschen Öffentlichkeit zwangsläufig mit seinem fürchterlichen Höhepunkt verknüpft, dem Holocaust. Arne Hofmann scheut einen näheren Blick auf das Phänomen, was nur allzu menschlich ist. Stattdessen sucht er nach einer griffigen Definition, an der er Fällte der jüngsten Geschichte durch deklinieren kann. Das gelingt ihm auch und er kann auf diese Weise nachweisen, dass es heute kaum Antisemiten gibt.

Nur haben wir jetzt ein Problem. Hofmann müsste die Geschichtsbücher neu schreiben. Die jahrhunderte lange Verfolgung von Juden durch Christen, die Partei der Antisemiten im Preußischen Abgeordnetenhaus, Dreyfus in Frankreich, die Progrome in Russland und Osteuropa - das war alles nicht gegen Juden gerichtet, harmlos und sollte vor allem nicht von Medien kritisch kommentiert werden dürfen.

Herr Hofmann wundert sich aus seiner eingeschränkten Perspektive zu Recht, warum er sogar selbst als antisemitisch eingestuft wurde. Vermutlich würde er jetzt den Juden Norman Finkelstein aufführen, der doch als Jude zum selben Ergebnis gekommen ist. Schon, aber auch Herr Finkelstein könnte Gründe haben, noch schwerer wiegende als Herr Hoffmann, das historische Phänomen Antisemitismus nicht genauer betrachten zu wollen. Das ist wie gesagt allzu menschlich und verständlich. Doch wer darüber urteilen möchte, muss die heiße Kartoffel nun mal anfassen.

Man muss nicht gleich die Nazis studieren, die oben genannten historischen Beispiele sind ausreichend dokumentiert. Wer das nicht kann oder will, hat eine legitime Alternative: sich aus manchen Diskussionen einfach heraushalten. Sonst muss man sich nicht wundern, wenn man in eine Antisemitismus-Falle tappt. Kein Deutscher hat die Pflicht, Israel zu kritisieren oder es zu verteidigen. Das Normalste wäre doch, nur über das zu urteilen, über das man sich ausreichend informiert hat. Nicht die Moral-Maschine hat den Antisemitismus definiert, sondern die Antisemiten selbst. Mit all seinen Widersprüchlichkeiten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Warum Hohmann geht und Friedman bleibt
Warum Hohmann geht und Friedman bleibt von Arne Hoffmann (Taschenbuch - 2005)
Gebraucht & neu ab: EUR 16,24
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen