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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Sinn des Lebens, Der Sinn der Menschheit, 22. November 2003
Rezension bezieht sich auf: Rabenwelt (Taschenbuch)
Lange hat dieses Buch auf dem Stapel "noch zu lesen" sein Dasein gefristet, viel zu lange, wie ich feststellen muß. Dieses kleine Buch, auf den ersten Blick nur ein in Länge und Breite etwas überdimensioniertes Taschenbuch, dagegen aber reichlich dünn, enthält alle Fragen, die wir Menschen uns über unser Dasein und den Sinn des Ganzen schon immer gestellt haben. Ohne Oberlehrerhaft zu werden, hält der Autor uns in einer fast schon bitter sarkastischen Art einen Speigel vor, der mehr als nur zum Nachdenken anregt. Er gibt keine echten Antworten, denn die Antworten können nur wir selbst alle für uns und jeder für sich finden. Aber er stellt Fragen, unbequeme Fragen, die die meisten von uns wohl nicht lesen, hören oder gar denken wollen. Malt dieses Buch einfach nur schwarz? Nein, ich glaube nicht, es ist die Antwort, das beste Resümee, was man aus ein paar Tausend Jahren Menschheit ziehen kann, und neben all dem bitteren Beigeschmack lädt es doch zum Denken ein, zumindest diejenigen, die noch nicht komplett der Welt der Plastiktitten und der gierigen weltfressenden Vergeldlichung zum Opfer gefallen sind.
Schade das dieses Buch ein so stillen Dasein als Book on Demand in den Weiten von Amazon fristen muss. So bitter es auch klingen mag, dem Autor scheint die kritisierte Geldmaschine mit diesem Buch zum Verhängnis zu werden. Ein Buch das die "Ismen" dieser Zeit angreift und sich dabei besonders am Kapitalismus nicht gerade schadlos hält, läßt sich, das ist ein Paradoxon des Buches ebenso wie der Zeit, schlecht vermarkten!
Trotzdem 5 Sterne, denn das Buch ist jeden Cent den es kostet wert, Lesen, denken und verstehen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Moderne philosophisch-gesellschaftskritische Pop-Erzählung, 4. April 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Rabenwelt (Taschenbuch)
Rasmus ist reich und das ist absurd. Von einem Tag auf den anderen gaben sie ihm diese Unmenge an Geld (die Bezahlung für eine seiner Erfindungen), und nun hängt er einfach so rum und egal was er gestern bestellt hat: noch bevor er gegen Mittag aufgestanden ist, haben die Zinsen automatisch alles bezahlt. Er verdient mehr als je zuvor, und krümmt doch keinen Finger dafür. Dann erscheint Rog der Rabe in seinem Traum und erzählt ihm, daß die Raben über die Entwicklung der Menschheit sehr besorgt sind. Wurden die Menschen von bösen Mächten unterwandert? ...
Der Roman enthält sehr viel ausgezeichnete Gesellschaftskritik, geht aber am Ende (auf Hawaii) dann etwas ins Esoterische. Dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch, mit reichlich (schwarzem) Humor.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen der seidene Faden, 10. März 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Rabenwelt (Taschenbuch)
Auf meinen Ausflügen im Internet macht mich ein Gästebucheintrag von Stefan Thiesen neugierig, der dort Rabenfreunde einlädt, sein Buch "Rabenwelt" näher kennenzulernen. Gespannt klicke ich mich weiter auf die Page des Autoren und dann in die Rezensionen von Amazon.
Alsbald wird die Sicht klarer, das Bild nimmt langsam Gestalt an:
Dort ist offenbar ein weiterer Flieger unterwegs, der sich in seinen Träumen mit seinem Freund Rog dem Raben trifft.
Er erwacht und findet sich hoch über den Wolken auf dem Fluge nach Hawaii. Meine grauen Zellen werden noch munterer, spucken Erinnerungsbilder aus und bilden Assoziationsketten zu eigenen Erlebnissen. Als sich die Flugkapitänin dem Hauptdarsteller Rasmus Deison mit ihrem Namen "Kipikoa Kalani" vorstellt, da klingelts regelrecht in meinen Ohren:
War Kalani nicht auch der Name jenes seltsamen Ortes auf Hawaii, wo der . der Traumforscher Stephen Laberge Träumern das Bewusstsein schärft und ihre Schnäbel himmelwärts ausrichtet, damit sie in ihren luciden Träume schliesslich abheben können ?
Also rein in Stefan Thiesen's Rabenwelt.
Als erstes fällt jene seltsame Augenkonstruktion auf, mit der Rog auf dem Cover seinen menschlichen Gegenüber fokussiert. Deutlich tritt das Weiss des Augapfels hervor. Es kommt mir seltsam vor, dass Vögel einen weissen Augapfel haben sollen aber vielleicht sind Raben da anders.
Auch im Buchinneren bleiben Rogs Rabenaugen auf die menschliche Welt fixiert - nur wenige Ereignisse vermögen ihn in seiner Konzentration zu stören: Nichtswissende Spatzen, die ihm auf den Kopf kacken und geisteskranke Amseln, die mehrfach gegen das Wohnstubenfensterglas flattern. Rog scheint offenbar nicht viel von den übrigen gefiederten Artgenossen zu halten. Vielleicht kennt er sie auch nur zu wenig. Immerhin mag er Bäume und ist sich nicht zu schade, seiner alten Schlafulme zu danken, dass sie ihm Platz zum Sitzen und Unterkunft gewährt. Doch sogleich heften sich seine Blicke wieder auf die Bauwerke und Wertvorstellungen der zweibeinigen Riesenhirne:
Bambijäger, Flimmerkisten, Plastiktitten, vor Verkehrsampeln hupende Kühlschränke, gläsern-sterile Wohnhäuser und Geld, Profit und nochmals Geld. In Rasmus Deisons düsterem Abteil wütet ein allmächtiger Gott, der die Sonne mit Banknoten abschirmt. Jeder noch so kleine Lichtstrahl wird eingefangen, ins dunkle Kellerverlies verfrachtet und der Zugang mit riesigen Geldsäcken beschwert. Die Luft ist dünn dort unten und dennoch entfaltet sie eine Sogkraft, die Rog fast aus den Ästen seiner Lieblingsbirke zu reissen droht.
Rog weiss, dass der Wirbelsturm nichts als eine Illusion ist und jene im Wind wehenden Geldscheine lediglich Leistungsversprechungen darstellen, nur Symbole, um sich innerhalb der menschlichen Spezies die gegenseitige Unterstützung zu garantieren. Doch bevor der Vogel tiefer hinter die Kulisse blickt und das humane Geldwesen lediglich als flüssiges Mittel entlarvt, das innerhalb der menschlichen Nische für das reibungslose Generieren immer neuer Welten zuständig ist, stösst er sein krächzendes und leicht angewidert klingendes "Rooog" hinaus.
Einstweilen hat er genug gesehen und bevor die Knochen seines Flugapparates an Elastizität verlieren, bevor die Geschmeidigkeit seines Federkleides nachlässt, entfaltet er eilends die Schwingen und macht sich für einen pfeilschnellen Flug über den Pazifik bereit. Sein Freund Rasmus würde es ihm übel nehmen, wenn er ihm nicht bei seinen Flugängsten in dem blechernen Hohlvogel beistünde und ihn gar aus den Augen verlöre.
Rasmus ist ein Denker und hält enorm viel auf diese seine synaptische Hirntätigkeit. Soviel sogar, dass er fast der tödlichen Arroganz anheim gefallen wäre, die bereits die Mehrzahl seiner Artgenossen dahingerafft hat. Eine Krankheit, die sich hartnäckig in den Gedanken festsetzt und der Menschheit vorgaukelt, sie wäre die Krönung aller Schöpfung.
Obwohl Rasmus Zwischenstopp an einem verlassenen Ort weit draussen auf der hawaiischen Inselwelt macht, fühlt er sich dort nicht einsam: Behutsam aber bestimmt wird er sich jenes seidenen Fadens bewusst, der ihn und alle übrigen Lebewesen miteinander verbindet.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Zitate möglich!, 31. August 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Rabenwelt (Taschenbuch)
Ich kann mich in aller Kürze der Begeisterung für dieses Buch nur anschließen! Ich habe ganze Passagen gefunden, die ich als Zitate herausgeschrieben habe und nutzen kann. Die gesellschaftliche Form wird hier so treffend wie selten beim Schopfe gepackt und aus dem Schatten ins Licht gezogen...

Man sollte öfter mal auf einen schlauen Raben hören...

Toller Geheim-Lese-Tipp!!!
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Rabenwelt
Rabenwelt von Stefan Thiesen (Taschenbuch - Oktober 2000)
EUR 12,22
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