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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr witzig! Vom Autor selbst gelesen!
Ich muss wirklich sagen Sven Regener ist mit "Herr Lehmann" etwas gelungen, was nur wenige deutsche Autoren erreichen: Er hat einen Kult geschaffen.

Die Figuren in seiner Erzählung wirken unheimlich detailliert und lebendig. Besonders mit der Hauptfigur Frank Lehmann kann sich der Hörer schnell identifizieren. Herr Lehmann ist in ein Mensch der zwar...
Vor 23 Monaten von Markus Kreft veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lakonisch schön...
Nachdem ich den Film bereits vor ein paar Jahren gesehen habe, las ich nun nach mehreren Empfehlungen auch den Roman von Sven Regener.
An sich passiert im Leben von Herr Lehmann eigentlich nie viel, und wenn doch, dann nimmt es immer gleich absurde Ausmaße an. Es reiht sich so aneinander und Herr Lehmann ahnt, das irgendwas verkehrt läuft in seinem...
Veröffentlicht am 30. September 2009 von C. Berger


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr witzig! Vom Autor selbst gelesen!, 10. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann (Audio CD)
Ich muss wirklich sagen Sven Regener ist mit "Herr Lehmann" etwas gelungen, was nur wenige deutsche Autoren erreichen: Er hat einen Kult geschaffen.

Die Figuren in seiner Erzählung wirken unheimlich detailliert und lebendig. Besonders mit der Hauptfigur Frank Lehmann kann sich der Hörer schnell identifizieren. Herr Lehmann ist in ein Mensch der zwar unzählige Macken hat, aber trotzdem einfach nur liebenswürdig ist.

Herr Lehmann hat vielleicht eine kleine Fangemeinde, aber unter den Fans sind Sprüche wie "Der größte Feind des Trinkers ist die Dehydration!" oder "Denk an die Elektrolyte!" inzwischen legendär. An einigen Stellen habe ich mich echt totgelacht und das kommt bei Hörbüchern doch recht selten vor. Das ganze ist aber nicht nur lustig, auch ernste Themen werden angesprochen. Mich konnten die Erlebnisse von Frank Lehmann jedenfalls vom Anfang bis zum Ende begeistern.

So, bei all dem Lob kommt nun doch ein wenig Kritik. Genau genommen handelt es sich hier gar nicht um ein Hörbuch im ursprünglichen Sinne, sondern um eine Lesung vom Autor Sven Regener selbst. Nun muss man sagen, dass natürlich niemand die einzelnen Charaktere und den Verlauf der Geschichte besser kennt und versteht als der Autor selbst. So gelingt Sven Regener die Darstellung seiner Hauptfigur auch ziemlich gut. Leider spricht er jedoch so schnell und hektisch, dass es mir teilweise schwer fiel ihm zu folgen. Dass der Autor sich selbst an die Vertonung seines Buches wagt, finde ich grundsätzlich durchaus lobenswert. Mit einem professionellen Sprecher wäre das Hörbuch jedoch sicher leichter zugänglich und angenehmer zu hören geworden.

Fazit:
Ein klasse Hörbuch mit unglaublich witziger Situationskomik und echt starken Sprüchen. Der Autor ist allerdings kein wirklich guter Sprecher. Das Hören macht aber trotzdem einen Riesenspaß!
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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Life's a bitch - and then you die, 5. März 2004
Von 
Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann (Taschenbuch)
Die Handlung ist geradezu banal, im Wesentlichen eine Kneipentour durch mindestens 15 Berliner Kneipen, ein Schwimmbad und ein paar Betten, in denen aber eher der Rausch ausgeschlafen wird. Alkohol ist immer dabei, der Promillespiegel schwankt im Sommer 1989 bis zur Maueröffnung am 9.November dauerhaft zwischen 0,5 - 2,5. Und das Ziel des ganzen? Eigentlich keins bzw. einfach nur "Sein". Dahintreiben ist vielleicht eine passende Bezeichnung. Es kommt zu interessanten Diskussionen wie "Wenn man betrunken ist, läuft die Zeit dann langsamer oder schneller?" oder "Ist ein einsamer Kristall-Weizen-Trinker ein Zivilbulle?". Geradezu erschreckend realistisch geschrieben.

Im Mittelpunkt steht Frank Lehmann, 29, ein relaxter, eigentlich recht netter, solider, trinkfester Typ mit trockenem Humor, der aber vor allen Dingen durch seine Leidenschaftslosigkeit auffällt. Das heißt - einmal verliebt er sich, wenngleich ohne Erfolg. Er wirkt fast langweilig. Aber er spielt keine aufgesetzte Rolle, was ihn wiederum ehrlich und sympathisch macht. Regener bedient keine Klischees, jeder im Buch hat seine Schwächen, es gibt kein Gut und Böse. Und obwohl laut Karl "die Scheißtageszeiten nicht interessieren", hilft uns Regener doch mit Kapitelnamen wie "Frühstück", "Mittag" oder "Später Imbiss" weiter. Beim Lesen über Lehmann schaltet man fast zwangsläufig einen Gang zurück und entspannt. Kein Zwang zu Höhepunkten, kein Ziel. So ähnlich muss Nirwana aussehen.

Ist Lehmann jetzt weiter als andere, oder bedauerlich? Wenn ich so den Stress und die Herzinfarkt-Quote einiger Kollegen sehe, denke ich, dass man schon von seiner inneren Ruhe lernen kann. Andererseits ist ein Leben ohne Leidenschaften auf Dauer auch irgendwie sinn- und trostlos. Das Buch beantwortet diese Fragen zwar nicht, doch Regener schafft es, den Ball konstant flach zu halten. Man liest weiter um zu erfahren, wie Lehmann denn der nächsten Eskalation aus dem Weg gehen mag. Diese Umdrehung der Spannungskurve ist Regener gut gelungen. Insgesamt ein interessantes, unkonventionelles Buch, das jedenfalls mir sehr gut gefallen hat. Also, bis denn, dann... :-)
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53 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebensgefühl der Leere, 30. August 2001
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann: Ein Roman (Gebundene Ausgabe)
Sven Regener ist in seinem Roman 'Herr Lehmann' das gelungen, wonach ganze Legionen von jungen Schriftstellern streben: eine Leere der Existenz auszudrücken, die unser heutiges Leben kennzeichnet. Dabei verstrickt er sich nicht in zwei typische Sackgassen: Auf der einen Seite schreibt er keinen Pubertätsroman, der die Sinnlosigkeit der heutigen Jugend zeigt, die sich nur noch oberflächlichen Freuden hingibt; auf der anderen Seite ist es jedoch auch kein gewalttätiger Schocker, den Herr Regener verfaßt hat. Nein, die Person des Herrn Lehmann ist in dieser Hinsicht mit Bedacht gewählt: Es handelt sich um einen beinahe dreißigjährigen Bewohner von West-Berlin, der eigentlich nur eines ist, nämlich normal. Nich im direkt spießbürgerlichen Sinne, aber es geht doch einiges in diese Richtung. Es handelt sich um einen Schlag Menschen, der in diesem Buch auftritt, der eigentlich nichts besonderes wird. Und gerade dadurch ist er doch interessant: Herr Lehmann ist vieles. Er ist pedantisch, liebenswert, zuverlässig, unsicher, arrogant, selbstsicher, und in all diesen Attributen scheint eins hindurch: er weiß eigentlich nicht so recht, wer er eigentlich ist. 'Nix', so heißt die aberwitzige Ablehnungsfloskel, die man immer wieder antrifft. 'Nix' ist es, was diese Leute interessiert, außer sie selbst, und das ist durchaus charmant. Das ist die Hauptbotschaft von Regeners Roman. Die Welt ist eigentlich leer! Es gibt genug, worüber man sich aufregen kann, was man aber auch genausogut lassen könnte. Erst am Ende blitzt etwas von Freundschaft auf, aber die gehört zum Leben dazu, denn alleine sind die Charaktere in diesem Buch nicht, so scheint es zumindest. Letztlich sind sie es aber nun gerade doch. Daß sich der Roman zur Zeit der Wende in Berlin abspielt, merkt man eigentlich kaum, und das paßt exakt zu Regeners eben genannter Hauptaussage. In dieser Hinsicht ist das Buch sehr unterhaltsam, hoch interessant, und es könnte genauso gut heute in einer deutschen Großstadt spielen. Kurz gesagt: wer sich für das heutige Lebensgefühl der noch nicht ganz Alten interessiert, sollte dieses Buch lesen, denn es ist das beste, was in diesem Bereich seit langem geschrieben wurde!
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34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein außergewöhnlich Buch mit einer besonderen Note Humor!, 11. Oktober 2001
Von 
Aumann, Daniela (Volkertshausen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann: Ein Roman (Gebundene Ausgabe)
Herr Lehmann ist ein außergewöhnliches Buch. So witzig und aus dem Leben gegriffen geschrieben, daß ich schon beim ersten Kapitel Tränen lachen mußte wie lange nicht mehr. Skurrile Szenen, wie sie wahrscheinlich hundertfach am Tag vorkommen - aber Herr Lehmann bringt's auf den Punkt. Sehr empfehlenswert und kurzweilig - und doch auch ernst, denn so ist das Leben. Am Ende hat man das Gefühl, Herrn Lehmann zu kennen - man durfte ein Stück mit ihm gehen, sich über ihn amüsieren, mit ihm leben und leiden. Aber eben nur ein Stück - wie im echten Leben!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lakonisch schön..., 30. September 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann (Taschenbuch)
Nachdem ich den Film bereits vor ein paar Jahren gesehen habe, las ich nun nach mehreren Empfehlungen auch den Roman von Sven Regener.
An sich passiert im Leben von Herr Lehmann eigentlich nie viel, und wenn doch, dann nimmt es immer gleich absurde Ausmaße an. Es reiht sich so aneinander und Herr Lehmann ahnt, das irgendwas verkehrt läuft in seinem Leben.
Ob er nun kurz vor seinem dreißigsten doch mal etwas "richtiges" anfangen sollte? Aber andererseits gefällt ihm ja sein Leben so wie es ist. Er kennt sich aus in seinem Berlin, er hat nette Freunde um sich, er verliebt sich in dies schöne köchin und entliebt sich wieder... so richtigen Handlungsbedarf hat er nicht, auch wenn er dann und wann mal reflektiert.
Am Ende fällt die Mauer, auch dieses spektakuläre Ereignis nimmt er eher beiläufig mit.

Nun ja, man liest diese Geschichte eben so weg. Es gibt einiges zu lachen, vor allem das turbulente Ende hat mich köstlich amüsiert, aber viel bleibt einem nach der Lektüre eben doch nicht hängen.
Einige Momente, die einem bekannt vorkommen, einige Gedanken, mit denen man sich identifizieren kann, einige Figuren, die man aus seinem eigenen Bekanntenkreis zu kennen scheint. Dabei bleibt es aber auch, ein netter Zeitvertreib, der große "aha"-Effekt blieb leider aus.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kreuzberger Naechte, 12. September 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann (Taschenbuch)
1989 in Kreuzberg. Ein Berliner Stadtteil, noch von der Berliner Mauer eingeschlossen mit einer eigenen Szene, die von Restberlin nichts wissen will. Herr Lehmann lebt und arbeitet dort in Kneipen, wird bald dreissig (deshalb nennen ihn neuerdings alle Herrn Lehmann, statt beim Vornamen). Herr Lehmann will eigentlich nichts vom Leben, ausser dass es ihn in Ruhe laesst. Aber dann melden sich seine Eltern auf Besuch an, er verliebt sich und zu guter Letzt faellt auch noch die Mauer und die Zeiten Kreuzberger Naechte werden bald genauso vorbei sein, wie das Kreuzberger Idyll, das vom Rest der Welt nichts wissen will.
Manchmal witzig, manchmal (vor allem am Anfang) etwas zaeh, lesenswert, eine gute Beschreibung von Kreuzberg in den Achtzigern. Trotzdem nicht so herausragend, wie manchmal behauptet wird. "Radionights" von Tom Liehr halte ich fuer weit besser.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar zu lesen!, 2. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann (Taschenbuch)
Ich möchte zu gerne wissen, an welcher Stelle unser Literatur-Papst "schallend gelacht" haben will. Dennoch muss ich seine Meinung teilen: Dies ist ein großartiger Roman. Leute, die schallend lachen wollen, sind hier sicherlich enttäuscht, doch für einen verregneten Herbttag ist "Herr Lehmann" mehr als perfekt. Mit feinem Humor geschrieben, manchmal auch mit einer wehmütigen Träne im Knopfloch, werden die letzten Wochen von Herrn Lehmanns 20er Jahren beschrieben.
Manch anderen der Leser wird es ähnlich gehen wie mir: Man erkennt sich in der einen oder anderen Situation wieder, und so mancher Gedankengang kommt einem arg bekannt vor.
Man darf das Buch nicht in die falschen Richtungen überbewerten: Es sicher kein Roman, der zum schallenden Lachen verleitet, und auch keine Millieu-Studie in Kreuzberger Kneipen. Doch allen, die sich je fragten, warum das Leben nicht mehr so ist, wie es mal war, ob das Leben, oder nur man selber schlechter geworden ist, sei das Buch wärmstens enpfohlen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Wiedererkennen, 28. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann (Taschenbuch)
So macht Lesen Spaß! Einmal in der Hand habe ich das Buch nur noch ungern weggelegt. Und nicht, weil es so spannend wäre. Das ist es natürlich nicht. Es passiert nicht viel. Es sind keine herausragenden Ereignisse im Leben des Herrn Lehmann, die erzählt werden, sondern eher ein fast beliebiger Ausschnitt von ein paar Wochen - möchte man meinen. Und dennoch sind es wohl Wochen, in denen ein ganzer Abschnitt langsam ausläuft, der so nicht wiederkommt. Danach wird es so nicht wieder sein. Herr Lehmann wird 30, er fragt sich - und das ganz ohne pre-midlife crises - wie es mit seinem Leben weitergehen wird. Und auch Kreuzberg, wo alles spielt, wird so nicht wieder sein. Denn das Buch endet mit der Öffnung der Mauer, womit die Verlagerung der "Szene" gen Osten eingeläutet wird. Aber all das wird ganz ohne Wehmut erzählt und ganz sicher ohne falschen "Szene-Pathos"!
Aber was sich so ernst anhört, ist es nicht. Das Buch macht einfach großen Spaß. Es ist sprachlich billant, was nicht etwa anspruchsvoll meint. Es gibt tolle Typen, Situationen zum Schütteln, witzsprühende Dialoge und undendlich viele Stellen, die man wiedererkennt, weil man sie selbst erlebt hat oder so ähnlich hätte erleben können. Immer wieder lacht man heraus und denkt "GENAU!", hat die Szene vor dem inneren Auge.
Und deshalb: LESEN!
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21 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios komponiertes Buch über das Lebensgefühl, 26. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann: Ein Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist ein Wenderoman, der mit umwerfend komischen Dialogen, deren Tiefe im Laufe des Romans zunehmen, brilliert und eine Reihe skurriler Gestalten vereint. Darüber hinaus bietet es eine bemerkenswerte Liebesgeschichte, ein herrliches Großstadtflair und eine Atmosphäre, die ganz einfach den Nerv trifft. Sehr unterhaltsam sind die philosophischen Abschweifungen über Themen wie „Lebensinhalt" und den Zwang des sog. „mehr aus sich machen's" gelungen. Das Buch fordert seinen Leser nicht nur auf, über die eigene Lebenssituation nachzudenken, es fordert den Leser auch mehr, als der offensichtliche und vordergründig wirkende Humor auf den ersten Blick erahnen läßt.
Etwas enttäuschend war für mich nur das Schlusskapitel über den Mauerfall, das ich mir gerne ausführlicher gewünscht hätte.
Der Autor zeigt Sprachwitz, zeichnet gekonnt Figuren / Typen und bietet neben perfekter Unterhaltung auch viel Nachdenkenswertes. Das zusammen können nicht viele zeitgenössische Bücher junger deutscher Autoren von sich behaupten. Was will man also mehr?
FAZIT: Alles in allem ein Buch, das man lesen sollte und das viel Vergnügen bereitet.
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28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Fortsetzung der Lyrik mit anderen Mitteln, 24. August 2001
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann: Ein Roman (Gebundene Ausgabe)
Man sollte mal eine Rezension schreiben über Herr Lehmann, in dem "Man sollte mal..." einer der am häufigsten gebrauchten Sätze ist. Und weil so viele der Leute, die in dem Buch "Man sollte mal..." sagen, das, was sie nach eigener Einsicht mal sollten, dann doch nicht tun, tue ich es jetzt gleich, damit es mir nicht genauso geht. Jetzt gleich heißt unmittelbar, nachdem ich es in einem Zug durchgelesen habe - und das ist schon mal das erste, was es über Herr Lehmann zu sagen gibt: Es ist ein Buch, das dazu einlädt, es in einem Zug durchzulesen. Es ist spannend - weniger in dem Sinne, dass man unbedingt wissen will, wie es ausgeht, als dass man wissen will, wie es weitergeht. Das mag an den kurzen und oft trügerisch harmlos betitelten Kapiteln liegen, die von wenigen Sprüngen abgesehen zeitlich unmittelbar aneinander anschließen; wahrscheinlich liegt es aber vor allem daran, dass Sven Regener einfach außergewöhnlich gut mit Sprache umgehen kann, was all denen, die ihn durch die Texte von Element of Crime kennen - ich vermute mal, das werden die meisten Leser/innen von Herr Lehmann sein - ohnehin bekannt sein müsste. Nun ist es aber nicht so, als sei Herr Lehmann einfach die Fortsetzung von EoC mit anderen Mitteln - im Gegenteil! Zwar findet man immer wieder Formulierungen, die einem aus den Texten bekannt vorkommen, aber alles in allem scheint es, als habe Sven Regener die Freiheit von den Konventionen des lyrischen Schreibens ausnehmend genossen. Manche Sätze in den erzählenden oder reflektierenden Passagen sind so lang wie ganze Strophen eines EoC-Textes, die Dialoge hingegen sind dem Volk in einer Konsequenz aufs sprichwörtliche Maul geschaut, die einem auf einer Element-CD wohl fehl am Platz vorkommen würde. Aber man sollte wohl mal aufhören, Herr Lehmann mit den Texten von Element of Crime zu vergleichen, und als das loben, was es ist: ein zeitweiliger Einblick in das Leben eines Mannes in Kreuzberg, kurz vor seinem 30. Geburtstag und kurz vor dem Fall der Mauer. Teils ironische Menschen- und Millieustudie, teils wehmütige Liebesgeschichte, und viel, viel beeindruckender Umgang mit der deutschen Sprache. Eine Geschichte, bei der man sich nur ungern unterbrechen lässt und nach deren Lektüre man den Wunsch verspürt, mit dem Protagonisten oder noch besser dem Autor gemütlich ein Bier trinken zu gehen. Eben schon ziemlich ähnlich wie eine Platte von Element of Crime. Das sollte man vielleicht gar nicht so oft sagen, aber wie die Protagonisten des Romans beweisen, macht man halt doch viel zu selten all das, was man sollte!
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Herr Lehmann
Herr Lehmann von Sven Regener (Audio CD - Februar 2002)
Gebraucht & neu ab: EUR 22,44
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