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am 26. Januar 2009
Ich muß gestehen, ich hatte mir von diesem Buch, das so hochgelobt wurde, mehr versprochen. Mir ist es insgesamt zu schwer, zu ernst, alles ist so kompliziert, mir fehlt der Humor als Gewürz, der diese Kost geniessbar macht. Einmal sehnt Klara sich nach körperlicher Nähe, und wenn Arthur sich dann ohne große Präliminarien an sie "heranmacht", dann ist es ihr auch wieder nicht recht, sie zieht sich beleidigt zurück und er muß dann am nächsten Morgen alles wieder gut machen, indem er sie wie ein Porzellanpüppchen behandelt. Ständig fühlt sich Klara verletzt. Warum verliebt sie sich auch in einen solch arroganten, oberlehrerhaften Unsympathen!? Ganz schlimm die Szene an der Bar, wo er mit lauter Stimme verkündet, er fände Frauen interessant, die ihn wegen seiner Macht und seines Geldes attraktiv fänden, angeblich um Klara zu beweisen, wie man andere vor den Kopf stößt. Ganz und gar unglaubwürdig! Und dann diese verschwurbelte SMS-Sprache! Erinnert an Liebesbriefe aus dem 19. Jahrhundert, aber Herr Goethe konnte das bedeutend besser!- Insgesamt hat mich die Lektüre dieses Buches ziemlich genervt. Zu Ende gelesen habe ich es trotzdem, ich dachte, vielleicht gewinnt es doch noch an Fahrt, aber leider... Die beiden hätten es bei dem one-night-stand belassen sollen, dann wäre ihnen viel Kummer- und uns Lesern dieses Buch erspart geblieben.
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TOP 500 REZENSENTam 5. September 2008
Eine in ihrer Komplexität schwer zu beschreibende Liebesgeschichte, die Bettina Steinbauer in ihrem Debüt mit einer beeindruckenden Sprachkraft erzählt. Auf einem Kongress beginnt das Verhältnis von Klara und Arthur. Von vornherein steht fest, dass es nur bei einer Affäre bleiben wird, denn Arthur stellt klar, dass er seine Frau liebt und Klara, die ihre Unabhängigkeit nicht verlieren will, ist das nur allzu recht. Doch ganz langsam beginnen sich die Strukturen aufzulösen. Sie merkt es und sie flüchtet, doch nimmt sie sich selbst immer mit. Sie baut Mauern zwischen ihrem Verstand und ihrem Gefühl, doch sie erweisen sich als nicht standhaft, zerbröckeln nach nur einer sms von ihm zu Staub und weichen einer Hoffnung, die sie sich selbst immer wieder eingestehen muss. Sie setzt Grenzen und sie überschreitet sie - inkonsequent, glücklich,unglücklich - wie das Wetter an einem wechselhaften Apriltag.

Wer das Chaos dieser Gefühle kennt, der weiß, dass man nur aus einer gewissen Distanz solch eine Beziehung nüchtern analysieren kann und so sehen wir, so lässt uns Bettina Steinbauer, die sich anbahnenden dunklen Wolken am Horizont sehen, die Klara in ihrer inneren Zerrissenheit zuerst übersieht - Arthur lässt Gefühle nicht an sich heran, er schreckt davor zurück und verbirgt alles hinter einer Maske der Überlegenheit. Er hat Angst vor Kontrollverlust, er ruht in sich selbst, doch nie in Klaras Liebe. Er hat es nicht nötig, um Verständnis zu werben und greift nicht zu dem alten Hilfsmittel, die Geliebte durch Denunzieren der eigenen Frau zu erhöhen. Stattdessen bedient er sich mal leicht ironisch, mal spielerisch, ihrer Gefühle, genießt ihr Zusammensein und teilt - ohne es zu wissen - Klaras Leben ein, in ein Davor und ein Danach. Er ist bei ihr, wenn er es will und lässt sie allein, wenn sie ihn braucht und als sie ohne ihn nach einer Liebesnacht in einem Hotel erwacht, fühlt sie sich von ihm vergessen, wie man einen Schlüsselbund vergisst...

Ich bin immer noch überwältigt, von diesem Roman, der ohne viel Handlung vorzuweisen, in solch einer Sprachgewalt diese Liebesgeschichte erzählt. Hier wird nichts beschönt, man findet keinen Kitsch, es wird nicht auf die Tränendrüse gedrückt - nein, man erlebt "nur" den Verlauf einer ganz normalen Liebe, realistisch geschildert, enorm klug hinterfragt und anspruchsvoll erzählt. Ein wunderbares Buch, und eines der wenigen, die ich noch ein zweites Mal lesen werde, um seine vielen Facetten zu begreifen.
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am 9. Februar 2009
Handelt es sich hier wirklich um "Liebe"? Nach 29 Ehejahren würde ich sagen, es ist eine große Leidenschaft, die zu erfahren es sich lohnt, aber keine Liebe. Auch nicht einseitig. Auch mir ist die Geschichte etwas zu flach. Frau Steinbauer hat den Versuch gemacht, an große Literatur anzuknüpfen, indem sie eine sehr blumige und metapherreiche Sprache benutzt hat. Leider ist ihr das meiner Meinung nach nicht gelungen, obwohl sie die Gedanken und Verwirrungen der Klara präzise aufgezeigt hat. Man merkte das Psychologiestudium. Zu Ende gelesen habe auch ich dieses Buch, war aber enttäuscht und es hat eine gewisse Leere bei mir hinterlassen.
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TOP 500 REZENSENTam 4. September 2008
Als Klara, eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern, Arthur auf einem Kongress kennen lernt, erscheint dieser sehr arrogant durch seine Art und Weise, mit Menschen zu reden und umzugehen. Doch tief in ihrem Innern spürt Klara den Wunsch, ihm näher zu kommen. So kann sie auch die Tatsache, dass er eigentlich verheiratet ist, nicht davon abhalten, eine leidenschaftliche Nacht mit ihm zu verbringen.

Ihr ist klar, dass es bei dieser einen Nacht bleiben soll. Umso erstaunter und verwirrter ist sie, als sie im Urlaub mit ihren Kindern plötzlich SMS-Nachrichten von Arthur bekommt, deren Worte mehr an Gefühl ausdrücken, als sie es zuvor je geahnt hätte.

Arthur vermisst sie und zeigt ihr das sehr deutlich, verpackt in wunderschöne Worte. Sehr schnell fühlt sie, dass mehr in ihr tobt als ein heißer Vulkan einer vergangenen Nacht. Sie verliebt sich in Artur und das auf eine ganz ungewöhnliche Art und Weise.

Ihre Liebe bedarf nicht vieler Worte. Vielmehr lebt sie durch ihr Sein". Nur ein einziges Mal bekommt der Leser die berühmten drei Worte zu lesen und dennoch spürt man die Liebe, die längst einen gemütlichen Platz in Klaras Herzen eingenommen hat in jedem Wort. Die Art, wie sie sich SMS-Nachrichten schicken, erinnert fast an die poetische Zeit der Romeos und Julias aus der Vergangenheit. Auch reden Arthur und Klara nicht viel. Die Autorin hält den Leser also nicht durch endlose Dialoge gefangen, sondern vielmehr durch die Gedankenkunst, die Klara an den Tag legt. Oft musste ich Sätze mehrfach lesen. Nicht, weil ich sie nicht verstanden hätte, sondern weil die Schönheit der aneinandergeketteten Worte mich schier fasziniert hat. Worte wie Schokolade, die man sich auf die Zunge legt und sie dort langsam zergehen lässt.

Doch schnell merkt Klara, dass Arthur ein Mensch ist, der seine Liebe nicht zeigen kann. Er versteckt sie und so auch sich hinter gut ausgewählten Worten, doch hören kann Klara sie nicht. Und deshalb fängt sie an zu leiden. Sie liebt und möchte zurückgeliebt werden. Vielleicht tut Arthur dies. Aber doch auf seine ganz eigene Art und Weise. Er scheint kein Gefühlsmensch zu sein, sondern eben der Physiker, mit dem er in seinem beruflichen Leben seinen Mann steht.

Als Leser bekommt man die Vermutung, dass Arthur lieben würde, wenn man Liebe berechnen könnte. Wenn Liebe nach einer Formel durchschaubar wäre. Dann wäre Arthur vielleicht in der Lage, sie zuzulassen. Oder können die Worte von Klara ihn vielleicht doch eines Tages dazu bringen, seine Gefühle zu offenbaren? Schlägt sein Herz für Klara? Liebt er? Kann er lieben? Sie haben 269 Seiten lang Zeit, die Antworten auf diese Fragen zu finden. Vielleicht sollten Sie zum Ende des Buches auch Taschentücher bereitlegen. Ich jedenfalls brauchte sie.

Den Schreibstil der Autorin ordne ich der absoluten Upper Class" zu. Sehr gewählt und zu keiner Zeit kitschig, führt Bettina Steinbauer uns während dieses Liebesromans an der Hand. Manchmal hatte ich das Gefühl, als würde sie mich anschauen und mir ganz selbstbewusst sagen: `Das kennst Du doch auch, oder?` Und ja, ich habe mich in vielen Sequenzen dieses Buches wiedererkannt und mag es deshalb vielleicht umso mehr. Über den Geschmack von Büchern lässt sich bekannter Weise streiten, aber gerade in diesem Fall stimme ich meiner eigenen Meinung mal wieder kopfnickend zu, in dem ich sage, dass das eigene Leben, die eigene Vergangenheit, die eigenen Lieben sicher immer eine ganz große Rolle dabei spielen, ob wir einen Roman mögen oder nicht.

Erwähnenswert finde ich übrigens auch das toll gemachte Cover. Wenn man es nach dem Lesen betrachtet, sagt auch dies mehr als tausend Worte. Da ich zu den Lesern gehöre, die den Schutzumschlag beim Lesen abmachen, kann ich noch sagen, dass der Einband des Buches auch sehr geschickt gewählt wurde. Wir finden hier einen grauen Nadelstreifen-Look, den ich nun mit Arthur verbinde und ein zart rosa farbenes Lesebändchen, welches für mich die Weiblichkeit und vor allem die zarte Liebe Klaras versinnbildlicht.

Alles in allem: Ein grandioses Meisterwerk der Liebe mit Sätzen, die man sich herausschreiben sollte, um sie zu verinnerlichen. Als Beispiel sei hier der folgende Satz von Seite 214 erwähnt: ... warum darf das Glück bei Dir nicht glücklich sein?" Liebesromane müssen und sollten nicht kitschig sein, sondern sie dürfen gerne auch literarisch wertvoll sein, wie dieses Debüt von Bettina Steinbauer.
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Bettina Steinbauer legt mit " Zwei im Sinn" ihren Erstlingsroman vor. Um zu dokumentieren, wie gut diese Schriftstellerin schreiben kann, möchte ich meiner Rezension eine Textpassage aus dem Buch voranstellen.
" Wenn uns im Leben die Liebe begegnet, nicht irgendeine Liebe, sondern jene, von der wir erschreckt glauben, dass ihr Verlust uns jeden lebensspendenden Sinn rauben werde, und wenn wir solche Sätze nicht mehr im Konjunktiv denken und aller Hoffnung beraubt sind, fragen wir uns, wer oder was wir vorher waren, vor dieser Liebe, die uns zu einem anderen Menschen gemacht hat. Wenn wir uns bemühen, darüber eine Aussage zu treffen, werden wir zwangsläufig vergleichen und dabei feststellen, dass uns auch vorher alle Farben menschlicher Empfindungen bekannt waren. Nur unser Schritt war fester und sicherer. Plötzlich sind wir verwundbar, wir haben etwas zu verlieren, von dem wir vorher nicht wussten, wie groß es sein kann, und es scheint dieses mehr zu sein, das dem Vergangenen seine Bedeutung nimmt."

In diesem Buch begegnet die Ich-Erzähler Klara ihrem Herzen - Du. Hier ist von der großen Liebe die Rede, die an keiner Stelle des Romans rosa wolkig, sondern immer reflektiert und verhalten dargestellt wird. Was sich zwischen Klara und Arthur emotional ereignet, verlangt nach Raum, diesen allerdings sind beide nur bedingt bereit zuzulassen.
Dies hängt mit dem Alter und den Verpflichtungen der Protagonisten zusammen.
Klara ist berufstätig, Mutter von drei Kindern und lebt von ihrem Ehemann getrennt, Arthur ist verheiratet und Vater von vier Kindern aus zwei Ehen.
Die Liebenden lernen sich auf einem Kongress kennen, dort referiert Arthur als Professor für Physik. Arthur und Klara gehen miteinander essen, plaudern angeregt, haben einen intensiven Draht zueinander. Arthur versteckt sich ein wenig hinter seiner Intellektualität, nichts Ungewöhnliches für einen Mann seiner Wesensart.
Die beiden kommen sich körperlich näher und leben in der Folge ihre erotischen Träume miteinander aus. Das was sich zwischen den beiden ereignet ist mehr als nur eine sexuelle Affäre, denn hier kommen sich zwei Seelen empfindlich nahe. Beiden ist klar, dass ihre Beziehung ihr eigentliches Leben nicht verändern soll und so schreiben sie sich in den Zeiten, wo sie örtlich voneinander getrennt sind, kleine SMS-Botschaften: " Balzac hat gesagt, Einsamkeit sei schön, dass aber jemand da sein müsse, der einem sage, dass Einsamkeit schön sei- meine Einsamkeit ist schön. Umarme Dich zärtlich, Arthur."
Klara hinterfragt diese Beziehung immer wieder. Begriffe wie Liebesschmerz sind ihr nicht fremd.
Was passiert, wenn man der großen Liebe den angemessenen Raum verweigert?

Empfehlenswert.
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Die dreifache Mutter Klara lernt den verheirateten Physikprofessor Arthur auf einem Kongress kennen und denkt sich noch nicht viel dabei. Als die beiden eine unerwartet leidenschaftliche Nacht miteinander verbringen, glaubt sie natürlich nicht an eine gemeinsame Zukunft. Doch die beiden kommen sich immer näher und näher - und bleiben sich doch seltsam fern.

"Zwei im Sinn" ist das Debüt von Bettina Steinbauer und so gesehen wirklich lesenswert. Leider weckte der Klappentext in mir viel zu hohe Erwartungen. Von der dort erwähnten "beeindruckenden Sprachkraft" war für mich nicht viel zu erkennen. Diese Sprachkraft wirkte auf mich erzwungen poetisch, beschränkt sich auf kurze, abgehackte, oft unvollständige Sätze und es ist eine Wohltat, wenn man schließlich auf einen Satz trifft, der auch noch einen Nebensatz bietet.

Die Charaktere fließen von grau nach grau, sind oft nicht greifbar, blieben mir das ganze Buch über egal. Das Gefühlschaos, das in einer so komplizierten Konstellation natürlich nicht ausbleibt, beschreibt die Autorin aber zum Glück nachvollziehbar und hat man sich in den ungewöhnlichen Schreibstil eingelesen, liest man das Buch fast in einem Rutsch durch. Bettina Steinbauer bietet viel Potential und ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin.
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TOP 1000 REZENSENTam 23. Januar 2009
Ich bin wahrlich kein Fan von Liebesromanen und mit Kuschelschmusebüchern kann man mich nicht hinter dem Ofen hervor locken, doch dieser Roman, war so ganz anders, als das Erwartete. Kein HappyEnd, kein "Oh wie wir uns alle lieben!", oh nein. Zarte warme Worte, bittere Enttäuschung und eine Liebe, wie es sie nur in der Phantasie geben kann, dazu tolle Örtlichkeiten, Texel, Griechenland, Frankreich. Kulinarische Erlebnisse und ein zarter Feingeist....ich bin wirklich hingerissen und in meiner Begeisterung verzeihe ich auch die teilweise für meinen Geschmack dann doch etwas zu abgehobenen Träumereien oder die hier und dort auftauchende Unbeholfenheit der Protagonistin.
Das Sprachgefühl in diesem Buch ist einfach unheimlich angenehm und auch wenn das Happy End eben kein wirkliches ist, verbuche ich das Buch unter den Büchern, die einem ein gutes Gefühl geben und sich warm und wohlig anfühlen und in die man sich einwickeln will, wie in eine warme Decke.

Alle Daumen hoch für diesen wirklich wirklich schönen, intelligenten und lieblichen Roman.
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am 13. September 2008
Wer hier auf einen flott dahinformulierten Unterhaltungsschmöker hofft, wird leer ausgehen. Dieser Debütroman von Bettina Steinbauer ist ein Ereignis. Gesegnet mit einer dichten, intensiven und poetischen Sprache führt uns die Autorin mit sicherer Hand in die Unsicherheiten einer großen Liebe. Fernab jedes Klischees, gespickt mit hintergründiger Ironie und einem Humor, der jedes Schenkelklopfen vermeidet, mit scharfen Wortgefechten und tief berührenden Reflexionen über das Wesen und Unwesen der Liebe ist Bettina Steinbauer ein Roman gelungen, der seinesgleichen sucht. Glückwunsch an den Verleger, der dieses kleine Meisterwerk entdeckt hat. Ich wünsche mir von Herzen, dass 'Zwei im Sinn' einen sichtbaren Platz in alle deutschen Buchläden und einen Weg zu Heidenreich, Scheck und Konsorten findet ' alles andere wäre eine Schande.
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am 12. März 2016
Klara will sich bedeckt halten, trotzdem zweifelt sie an der richtigen Wahl ihrer Garderobe. Und an dem, was sie gerade tut, erst recht. Doch wie es scheint, ist es eher ein "formales Abwägen". Noch kann sie einfach wieder nach Hause gehen, doch es ist wie bei einem Einkauf von mehr oder weniger sinnlosen Gegenständen, die man sich entweder nicht leisten kann oder gar nicht braucht, deren Anschaffung aber längst entschieden ist.

Trotzdem ist sie verärgert. Schließlich hat Arthur sie zu dem genau definierten Termin bestellt, "wie man sich an einer Grillbude eine Currywurst bestellt, wohl wissend, dass man auch eine bekommt". Noch ärgerlicher ist, wenn man sich trotz allen Zweifeln dann doch irgendwie (ver-)leiten lässt.

Immerhin nimmt das Rendezvous, zumindest aus Arthurs Sicht, den einen oder anderen ungeplanten Verlauf. In der zunächst avisierten Lokalität gedenkt Klara nur eine Vorspeise zu bestellen. Anschließend wird die Restauration gewechselt, doch auch hier gibt es nur einen weiteren Gang. Arthur möchte am Ende geklärt wissen, ob seine Auserwählte ihr Abendessen immer in drei verschiedenen Restaurants zu sich zu nehmen gedenkt.

Dabei ist noch nicht einmal die Sache mit der Ente letztlich geklärt. Bei einem Fußmarsch entlang der Spree, zur nächsten Lokalität, begegnen sie einer Ente, die von "zwei sich fetzenden Erpeln" gejagt wird und sich nur mit letzter Kraft ans Ufer retten kann. Klara greift ein, um sie "vor einer weiteren Vergewaltigung" zu schützen. Es entbehrt einer gewissen Komik nicht, wenn Arthur fragt: "Wollen Sie die Ente etwa mitnehmen?"

Die sich anbahnende Liaison zwischen Klara und Arthur erzählt Bettina Steinbauer in einer Form, die mir so noch nicht untergekommen ist. Man muss nicht unbedingt Germanistik und Philosophie studiert haben, um die Dialoge der Beiden und insbesondere Klaras komplexe Gebirge aus Fragen und Interpretationen verstehen zu können. Hilfreich wäre es, ob des Niveaus, allerdings schon. Kitschfreier kann man eine "Liebesgeschichte" nicht gestalten und formulieren, anspruchsvoller aber auch nicht (wobei zu klären wäre, ob "wahre" Liebe derart viel fragt oder gar zweifelt).

Die vermeintlich füreinander Bestimmten, jedoch in ihren eigenen Welten fest Verankerten, befinden sich durchaus in ambivalenten Positionen. Zwischen ihnen funkt es im wahrsten Sinne des Wortes und dies auf mehreren Ebenen zugleich. Auch die körperlichen Annäherungen und Ausführungen schildert die Autorin in einer (mir) gänzlich ungewohnten, fast lyrischen Dichte. "Die Ziffern der Zeit lösen sich auf...". Es ist wie ein Geschenk, so etwas lesen zu dürfen!

Doch allzu oft entwickeln sich die lyrischen Momente des Romans immer wieder in analytische Richtungen, verlaufen sich geradezu in diesen. Einerseits formuliert Klara so etwas wie die totale Harmonie, andererseits sendet sie ständig Fragezeichen in Arthurs Denk- und Verhaltensstrukturen und verliert sich ebenso permanent in gnadenloser Selbstanalyse, was sie zudem nicht selten übertreibt. Sie sucht nach Glück, doch wenn sie es hat, kann sie es nur schwer ertragen. Ständig scheint sich ihr Herz zu verlaufen. Sie irrt in "aufregenden Beunruhigungen", "übergeordneten Bedeutungen" und "vorstellbaren Gemütsalternativen" herum, auf der Suche nach etwas, was es vermutlich gar nicht gibt. Jedenfalls nicht in ihrem Sinne.

Auf die Spitze treibt sie es beispielsweise, wenn sie gerne das Wort "Liebster" aussprechen würde, sich aber nicht traut, da "die Endung -s-t-e-r keine Steigerung mehr zulässt, kein Vakuum, was noch gefüllt werden könnte". Also wie jetzt?, fragt man sich bisweilen öfter. Auch wenn sie gerne "liebevoll entmündigt" werden würde, und sie kurz darauf wieder "lähmende Vorsicht" das Fürchten lehrt. Doch jene Ambivalenzen sind die Kronjuwelen dieses Romans. Man kann sich an den indirektuellen Verschraubungen erfreuen - "... in dem was er (Arthur) ist, aber nicht zu sein vermag ..." - verstehen, im Sinne von Nachvollziehen, muss man diese aber nicht zwingend. Wie auch, wenn selbst Physiker Arthur die Grenzen des Verstehens erreicht.

Auf jeden Fall ist das erste Buch von Bettina Steinbauer, welches mich erst nach der Lektüre des ebenso großartigen Titels "Das Unbehagen der Elsa Brandt" erreicht hat, eine weitere Ausnahme und ein Glücksfall im völlig überlaufenen Literaturbetrieb. Erfrischend und gnadenlos anders, den Geist mit Licht, trotz allem, durchflutend, erzählt sie die Geschichte zweier Seelen, die sich am "unsicheren Ufer der Gefühle" treffen und eine kopflastige Affäre, eine riskante Fahrt und Flucht aus ihren alten Leben wagen. Zeitweise zumindest. Aus dem Leben mitten in selbiges zu springen, ist nicht so einfach.
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am 15. Januar 2015
Bin ich zu emanzipiert, um in diese "Liebesgeschichte" einzutauchen?
Kurz zum Inhalt: Geschiedene Frau (schätzungsweise Mitte 30) mit 3 Kindern verliert sich in Ihrer Liebe zu einem verheirateten Mann und lässt uns 270 Seiten lang an Ihrem Seelenleben teilhaben.

Ich habe während der Lektüre permanent den Kopf geschüttelt und mich gefragt, wie man sich von jetzt auf gleich einem Mann so ausliefern kann. Am Liebsten hätte ich Klara (die Protagonistin) geschüttelt und angeschrien, Sie soll zur Besinnung kommen und sich lieber mal um Ihre Kinder kümmern.
Während des gesamten Buches konnte ich so einige Ihrer Denk-/Verhaltensweisen nicht nachvollziehen.

Ich empfand Bettina Steinbauers Schreibe gezwungen tiefgründig, bemüht durch seitenweise Metaphern Klara's Seelenleben wiederzuspiegeln. Auch die Dialoge zwischen den "Liebenden" sind m. E. zu hochgestochen. So plaudern doch nicht zwei frisch Verliebte miteinander!?
Ich konnte mir kein Bild von Klara selbst oder Ihren Kindern machen. Dafür ist dieser Teil Ihres Lebens zu wenig thematisiert. Ihr Leben dreht sich in diesem Buch fast ausschließlich um Arthur. Arthur hier, Arthur da, Arthur oben, Arthur unten...
Ihre Kinder fließen zwar zwischenzeitlich immer mal wieder in die Geschichte ein, werden im nächsten Satz aber schon wieder von Arthur abgelöst.
Es wird öfter erwähnt, wie glücklich Klara aussieht, obwohl sie permanent nur am Zweifeln ist. Diese und auch andere Ungereimtheiten ziehen sich durchs ganze Buch. Bettina Steinbauer schreibt viele schöne Sätze, denen aber im Kontext der Sinn verloren geht.

Mein Fazit --> das heißt meine subjektive Meinung: Ich empfand den ganzen Inhalt zu weit her geholt. Es ist mir unbegreiflich, wie sich jemand so aufgeben kann, nur wegen ein paar Dates und etwas Sex (mehr war es nicht, wenn ich richtig mitgezählt habe).
Nee! Die Zeit zum Lesen dieses Buches hätte ich besser nutzen können.
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