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181 von 198 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei Bücher über Englands Krieg
Nachgeschobene Vorbemerkung, 16.12.14:

Die im Titel erwähnte Bezeichnung des 2. WKs als einem "unnecessary war" ist keine Erfindung von Buchanan, sondern stammt von Churchill selbst:

"One day President Roosevelt told me that he was asking publicly for suggestions about what the war should be called. I said at once 'The Unnecessary War'.
Sir...
Veröffentlicht am 5. Februar 2009 von Thomas Dunskus

versus
22 von 141 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Phantasiegebilde
Ein weiteres Buch aus dem rechtsradikalen Verlag "Pour le Merite", in dem durch einseitige und ziemlich dürftiger Quellenauswahl versucht wird, geschichtliche Fakten auf den Kopf zu stellen und die deutsche Schuld am Ausbruch zweier Weltkriege zu relativieren.
Zugegebenermaßen liest sich das Buch flüssig, was es aber eher für einen...
Veröffentlicht am 13. November 2011 von Serverus2


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181 von 198 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Drei Bücher über Englands Krieg, 5. Februar 2009
Von 
Thomas Dunskus (Faleyras, France) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Nachgeschobene Vorbemerkung, 16.12.14:

Die im Titel erwähnte Bezeichnung des 2. WKs als einem "unnecessary war" ist keine Erfindung von Buchanan, sondern stammt von Churchill selbst:

"One day President Roosevelt told me that he was asking publicly for suggestions about what the war should be called. I said at once 'The Unnecessary War'.
Sir Winston Churchill, Second World War (1948)"

Es ist schade, dass der große Churchill die Dinge offenbar erst im Nachhinein so gesehen hat.

********************************************************

Nun liegt Buchanans Buch über die europäische Katastrophe in der Mitte des vorigen Jahrhunderts auch auf deutsch vor und wenn man den bisherigen Erfolg schon der englischen Fassung im deutschen Sprachraum betrachtet, so kann man erwarten, dass es nun auf einen sehr großen Leserkreis stoßen wird. Die Diskussionen, die es in den USA und, in einem verständlicherweise geringeren Ausmaß, auch in Großbritannien ausgelöst hat, überraschen durch ihre Zahl und ihre Intensität.

Das Buch reiht sich ein in eine Gruppe von drei Werken über den Ursprung des 2. Weltkriegs, die in jüngster Zeit herausgekommen sind und sich zu einem Gesamtbild ergänzen: Neben ihm steht G.G. Preparatas Darstellung der finanztechnischen und wirtschaftlichen Entwicklung vom 1. zum 2. Weltkrieg '"Conjuring Hitler...'' und Stefan Scheils neuestes Werk 'Churchill, Hitler und der Antisemitismus', das speziell die Rückkehr Churchills vom politischen Abstellgleis auf die Bühne der britischen Politik und die gleichzeitig zunehmende amerikanische Beteiligung am heraufziehenden Krieg beschreibt.

Buchanans Thesen werden ergänzt durch ein ebenfalls vor kurzem erschienenes Buch von Nigel Knight 'Churchill ' the greatest Briton unmasked', das zwar Churchills zahlreiche strategische und taktische Fehler beschreibt, sich jedoch weniger mit der Frage befasst, wie und warum dieser Politiker überhaupt in eine solche Machtposition gelangte.

Buchanan malt in seinem sehr lesenswerten Buch das große Panorama der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts und zeigt auf, wie sich das britische Weltreich in zwei großen und politisch nicht zu rechtfertigenden Kriegen gegen das Deutsche Reich zu Tode siegte, bis ganz Europa ruiniert, die östliche Hälfte durch Moskau versklavt und die westliche Hälfte an die USA verpachtet war. Er schildert sowohl die sich verändernden Verhältnisse der Zwischenkriegszeit, als auch die jeweiligen Akteure, vor allem die auf der Londoner Bühne.

Unter ihnen konzentriert er sich auf den einen Mann, Winston Churchill, der in seinen jungen Jahren einmal gesagt hatte: 'Ein europäischer Krieg kann nur mit dem Zusammenbruch der Besiegten und der kaum minder verhängnisvollen wirtschaftlichen Ausrenkung und Erschöpfung der Eroberer enden'. So sollte es am Ende seiner politischen Laufbahn auch kommen.

Warum aber dieser so klarsichtige Mensch kaum ein Jahrzehnt nach dieser Aussage alles tat, um einen solchen Krieg herbeizuführen und ihn 30 Jahre lang durchzuhalten, kann nicht mit dem kühlen Instrument des Verstandes erklärt werden, es fällt eher in den Bereich der Psychiatrie -' für den Katholiken Buchanan wohl auch in den der Wahrhaftigkeit.

Churchill ist für Buchanan (er war es auch für viele seiner Kollegen und Zeitgenossen) ein Mann ohne politische Moral, der nur aus der jeweiligen Situation heraus reagierte, unvorhersehbar und unzuverlässig, der ohne Gewissensbisse das tat, weswegen er seine Gegner gerade angeklagt hatte, ganz in der Wesensart von Shakespeares Richard III: 'Kann ich doch lächeln und im Lächeln morden / verschmitzter täuschen, als Ulyss gekonnt / und, Simon gleich, ein zweites Troja nehmen!' Am Ende seiner politischen Laufbahn hatte er zwar, wie geplant, ein zweites Troja zerstört, dabei das Britische Empire jedoch ruiniert; sein Land rückte ins zweite Glied der Mächte, gleich neben '- manche Autoren sagen auch hinter - den ehemaligen Feind.

Verglichen damit sind die Sünden der deutschen Seite England gegenüber für Buchanan eher lässlich; er führt dafür immer wieder direkte Quellen an, doch auch Kommentare berühmter Historiker, von Keegan über Taylor bis zu Kennan, und unterstreicht, dass in beiden Kriegen die deutsche Seite mit allen Mitteln einen Konflikt mit England zu vermeiden suchte, dies jedoch wieder und wieder in London taube Ohren stieß, weil man dort zu lange an der politischen Doktrin des 'teile und herrsche' festhielt, die im 20 Jahrhundert in Europa nicht mehr anwendbar war.

Ein ganz wesentliches Kapitel der Jahre vor dem zweiten Weltkrieg ist für Buchanan natürlich die englische Haltung zu Hitler. Hierbei hatten das britische Volk und seine Regierungen lange Zeit Verständnis für die deutschen Bemühungen, das eklatante Unrecht, das dem Lande in Versailles angetan worden war, zu bereinigen. Man erkannte die Schieflage, in die Europa nach 1918 geraten war und beteiligte sich an Verträgen mit Hitler, die dem Versailler Vertrag klar zuwiderliefen, die aber auch spätere Abkommen, etwa Stresa, nicht respektierten.

In Bezug auf die britische Volksmeinung Deutschland gegenüber kann der interessierte Leser auf mehrere Werke britischer Historiker zurückgreifen, so John Ramsdens 'Don't mention the war' oder Richard Miltons 'Best of enemies'

Eine erhebliche Rolle in diesem Zusammenhang spielt die Krise von 1938/39, als das III. Reich in München die Sudetenlande zurückgewann, dann aber kaum ein halbes Jahr später, in Prag einmarschierte. Buchanan breitet die damalige Situation der Tschechoslowakei im Detail vor uns aus und zeigt uns, wie kompliziert sie im Winter 1938/39 geworden war, ohne dass Berlin dabei eine sehr aktive Rolle gespielt hätte: nachdem die deutsche Volksgruppe ihr Ziel erreicht hatte, strebten nun auch die Slowaken (ganz so, wie sie es 50 Jahre später wiederum taten) einen eigenen Staat an, West-Ruthenien (wer weiß überhaupt, wo das liegt und wo es geblieben ist?) tendierte zu Ungarn und die durchaus undemokratischen Machthaber in Polen griffen nach Teschen und anderen Gebieten. Hitler nutzte die Gelegenheit, machte Böhmen und Mähren zu einem deutschen Protektorat und hielt dadurch die Tschechen aus allen späteren Kriegswirren heraus. Die anderen Randstaaten befriedigten ihre Ansprüche. Zu diesem Thema gibt es seit kurzem ein Buch von Gerd Schultze-Rhonhof, 'Das tschechisch-deutsche Drama''.

In einem dieser Frage gewidmeten Kapitel beleuchtet Buchanan die Folgen dieses Zusammenbruchs, den England nicht verhindern konnte bzw. wollte und diskutiert den für ihn ganz entscheidenden britischen Fehler, nämlich die panische Reaktion Londons auf dieses Wegbrechen eines Stützpfeilers der gegen das Deutsche Reich gerichteten Mauer.

Der Fehler bestand für Buchanan darin, dem nun möglicherweise nächsten Opfer hitlerscher Gier, Polen, eine Garantie aufzudrängen, die das Land nie verlangt hatte, die nicht erfüllbar war und auch nie erfüllt wurde, die aber jetzt der Regierung in Warschau ' und nicht mehr London - die Entscheidung über Krieg und Frieden in Europa überließ. Polen, in völliger Überschätzung seiner militärischen Stärke, entschied sich für Krieg und reagierte mit Ablehnung auf Hitlers Wunsch nach Rückführung Danzigs und einer Durchfahrt durch den 'Korridor'. Die Folgen sind bekannt.

Die weitere Entwicklung des 2. Weltkriegs gibt Buchanan Gelegenheit, anhand der wechselnden Haltung Churchills zu Stalin den geistigen Zickzackkurs des britischen Premiers zu verfolgen; er überlässt dem Leser die Wahl zwischen zwei Urteilen: purer Opportunismus oder unbegreifliche politische Verblendung. Der Condottiere Churchill hatte Europa in Brand gesteckt, um seinen Gegner in Berlin auszuschalten, gehörte 1945 noch zu den Siegern und musste 1946 in Fulton erklären, dass man da irgendetwas übersehen habe, denn nun stand nicht mehr ein in England vernarrter deutscher Diktator am Ufer der Nordsee, sondern der gewissenlose Führer eines aggressiven Weltreichs, das man unterstützt hatte, um den Kontinent nicht einer einzigen wirtschaftlichen Kraft zu überlassen. Der Pyrrhus-Sieg war vollkommen.

Der konservative politische Denker Buchanan sieht am Ende seines Buches für die USA eine ähnliche Konstellation heraufziehen, wie sie nach 1900 für Großbritannien galt: die Überdehnung der militärischen und wirtschaftlichen Mittel durch eine Verzettelung der Kräfte in fernen Ländern. Es erscheint dem Leser durchaus möglich, dass sich das Schicksal der USA in Afghanistan entscheidet ' Amerika wäre, nach England und der Sowjetunion, die dritte Weltmacht, die am Khyber-Pass scheitert. Man denkt an Fontanes Gedicht 'Das Trauerspiel von Afghanistan'. Das Buch macht den Leser sehr nachdenklich.
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alternative Interpretation der Geschichte, 17. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr interessantes und lesenswertes Buch des amerikanischen Politikers und ehemaligen Präsidentschaftskandidaten Pat Buchanan. Ich empfehle übrigens die Lektüre auf Englisch, Buchanan schreibt in einer sehr feinen Sprache.
Das Buch liefert keine neuen Fakten und ist aus Sekundärliteratur geschrieben, aber Buchanan nimmt eine alternative Inerpretation der Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor.

Buchanan ist weit davon entfernt, Hitler und den Nationalsozialismus zu verklären oder zu verharmlosen. Dass Hitler ein Staatsmann ohne jede Moral war, wird von Buchanan in keiner Weise bestritten und zieht sich als roter Faden durch Buchanans Ausführungen.

Buchanan stellt die These auf, dass das zweimalige Eingreifen Englands gegen Deutschland 1914 und 1939/40, bei der in beiden Fällen Winston Churchill in federführender Weise beteiligt war, aus der Sicht Englands wie auch Europas und des Westens als Fehler einzustufen ist. Spätere Generationen werden die beiden Kriege noch viel stärker als heute als Bürgerkrieg des Westens einstufen, mit dem der Anfang des Abstieges begann.

Buchanan holt bei seiner Argumentation weit aus und geht zurück bis in die Vorgeschichte des ersten Weltkrieges. Auch die Geschichte des dritten Reiches wird in allen Facetten (wie zum Beispiel Nacht der langen Messer oder Hitlers Antisemitismus/Reichspogromnacht) nacherzählt. Der Autor verwahrt sich so vermutlich gegen einen etwaigen Vorwurf eines zu engen Blickwinkels.

Hauptkritikpunkt Buchanans ist Chamberlains Garantieerklärung für Polen vom 31.03.1939. Diese sei völlig konträr zum Interesse des britischen Weltreiches gewesen, zumal England gar nicht in der Lage war Polen wirklich zu unterstützen. Die Garantieerklärung sei zudem moralisch auch keinesfalls indiziert gewesen; bei Polen handelte es sich um einen expansionistisch orientierten Staat,der beim Zerfall der Tschechoslowakei mitprofitieren wollte (Annexion von Teschen), regiert von einer Militärjunta, ein Staat,der die Minderheiten im Land massivst mishandelte. (Die Konnexität zwischen der Garantieerklärung Engalnds gegenüber Polen und der Verschärfung der Verfolgung der Deutschen Minderheit in Polen wird von Buchanan noch nicht mal erläutert; hier wären Buchanans Ausführungen sogar noch zu ergänzen.)

Für Buchanan war die englische Garantieerklärung letztlich nichts anderes als die Garantie für den Krieg.

Durch Englands Allianz mit Stalin sei das halbe Europa einer Diktatur unterworfen worden, die Massenmorde in weit größerem Ausmaße begangen habe im Vergleich mit Hitler. Der Völkermord an den Juden durch Hitler wäre im Falle des Nichteingreifens Englands und der USA möglicherweise geringer an Umfang gewesen, hier bezieht sich Buchanan auf Hitlers Reichstagsrede vom 30. Januar 1939. Zu dieser Thematik hätte ich mir allerdings etwas ausführlichere Darlegungen Buchanans gewünscht.

Durch ein Nichteingreifen Englands wäre der Westfeldzug wie auch die Besetzung Westeuropas und Griechenlands durch Hitler nicht erforderlich gewesen. Unvermeidbar gewesen wäre wohl der Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion, dies entsprach ja Hitlers Programmatik schon in Mein Kampf. Ob der Krieg auch in jedem Falle Stalins Absicht war, damit beschäftigt sich Buchanan nicht. Doch unabhängig vom Ausgang dieses Krieges wäre das britischen Weltreich im Falle des Nichteingreifens unversehrt geblieben und hätte wahrscheinlich noch länger bestanden.

In diesem Zusammenhang richtet sich Buchanans Kritik an den Fähigkeiten Churchills als Staatsmann, unangefochten seien lediglich Churchills Fähigkeiten als Kriegsherr. Die moralische Integrität Churchills wird von Buchanan bestritten. Churchill war einer der maßgeblichen Initiatoren der Hungerblockade gegen Deutschland im ersten Weltkrieg und deren Verlängerung nach Abschluss des Waffenstillstandes.
Weiter nennt Buchanan Churchills Vorgabe einer gezielten Bombardierung der Zivilbevölkerung mit Amtsantritt am 10.Mai 1940, die ausgesprochen wurde, lange bevor die deutsche Luftwaffe entsprechende Taktiken anwandte. Außerdem Churchills Vorschlag, deutsche Weideflächen mit Milzbranderregern verseuchen zu lassen, um die deutscche Bevölkerung über Rindfleisch zu vergiften (wurde nicht ausgeführt); außerdem Churchills vorläufige Zustimmung zum Morgenthauplan im Herbst 1944 und seine "Aufteilung" Europas mit Stalin und damit der Verrat unter anderem an Polen, für das doch Großbritannien angeblich in den Krieg gezogen sei. Folgen dieser "Aufteilung" war nicht zuletzt die Vertreibung von 11 Millionen Deutschen mit 2 Millionen Todesopfern.

Das Buch ist in jedem Fall im Sinne einer kritischen Geschichtsbetrachtung zu empfehlen, Buchanans vornehm abwägender Stil (in der englischen Originalausgabe) lässt den Leser den Lesestoff mit Leichtigkeit durchdringen.
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27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein faszinierend anderer Blick auf den 2. Weltkrieg, 1. November 2011
Von 
F. Mueller "Quer" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Das Buch unterscheidet sich sehr von den üblichen Büchern, die in Deutschland über den 2. Weltkrieg auf dem Markt sind. Hier steht nicht das Hitler-Regime allein im Mittelpunkt, sondern die Entscheidungsfindung auch in anderen Ländern, v.a. natürlich in Großbritannien. Und hier entsteht ein ganz anderes Bild des 2. (und auch des 1.) Weltkriegs und auch des Wegs dahin. Beide Male lag es eher an Großbritannien als an Deutschland, ob aus beschränkten Kriegen Weltkriege werden sollten und beide Male entschied sich Großbritannien für die Ausweitung des Kriegs bis zum Sieg über Deutschland. Beide Male waren es aber Pyrrhussiege für das Empire und Europa als Ganzem gleichermaßen. Man erfährt zahlreiche Details über die Kriege, die heute aus den deutschen Geschichtsbüchern weitgehend verbannt sind, zum Beispiel das Fortführen der Hungerblockade gegen Deutschland auch nach dem Waffenstillstand 1918, die 100.000ende Deutsche das Leben gekostet hat, oder die antideutsche Stimmung in Versailles, in der die westlichen Siegerstaaten all ihre heeren Prinzipien wiederholt verraten haben. Allein dafür ist das Buch lesenswert.

Beim Weg Hitlers in den Krieg wird sehr deutlich, dass es die Westmächten in der Frühzeit Hitlers sehr leicht gehabt hätten, ihn zu stoppen, z.B. wenn man auf den Einmarsch Hitlers ins Rheinland militärisch reagiert hätte. Diese Möglichkeit zu leichten Siegen über das militärisch noch schwache 3. Reich hat man ausgelassen, um dann einen Krieg zu beginnen, der in einen Weltkrieg ausartete. Aus Buchanans Sicht war die Garantie Großbritannien gegenüber Polen für das Empire, Polen und die Welt eine riesige Dummheit. Denn sie war erstens nicht einlösbar, weil Großbritannien zu schwach war und auch nicht vor Ort war. Zweitens versteifte sie Polens Widerstand gegen mögliche sonstige Lösungen gegenüber Deutschland, die möglich gewesen wären. Buchanan versucht nachzuweisen (und er führt gute Gründe hierfür an), dass Hitler im Grunde keinen Krieg mit den Westmächten wollte, sondern lediglich (eigentlich berechtigte) Grenzrevisionen im Osten und wenn einen großen Krieg, dann gegen die Sowjetunion. Nach Buchanans Einschätzung wäre es aus westlicher Sicht besser gewesen, die Diktatoren Hitler und Stalin gegeneinander kämpfen und sich erschöpfen zu lassen anstatt als erstes selbst einen Krieg zu beginnen. Großbritannien hätte die Zeit aus Buchanans Sicht besser genutzt, seine Rüstung zu verstärken und abzuwarten, wie der Krieg der Diktatoren ausgeht. So wie es wirklich lief kämpfte ein zunächst schwach gerüstetes Großbritannien gegen Hitler-Deutschland, während Stalin die Wahl überlassen wurde, an wessen Seite er größere Gewinne erzielte, ohne sich zunächst in den Kampf einzulassen. Das schließliche Bündnis Großbritanniens mit der Sowjetunion war in mehrerlei Weise widersinnig, wenn es darum ging, Europa vor einer Diktatur zu retten. Polen, dessen Unabhängigkeit 1939 noch Kriegsauslöser für Großbritannien war, überließ man 1944 der Sowjetherrschaft, ohne darüber auch nur groß nachzudenken. Dasselbe gilt für ganz Mittelosteuropa. Der Krieg hatte die Kriegsziele offenbar völlig verschoben.

Daneben schildert Buchanan den Weg zum Verlust des Empire: Die großen finanziellen Reserven Großbritanniens verbrauchte man zum Waffeneinkauf in den USA, die den Briten das alles keineswegs kostenlos überließen. Am Kriegsende hatten die USA Großbritannien in jeder Hinsicht überrundet und hatten kein Interesse an der Aufrechterhaltung des Empire, das nach mehrhundertjähriger Geschichte sang- und klanglos versank. Den Aufstieg der USA zur Weltmacht Nummer 1 verbindet Buchanan auch damit, dass die USA erst so spät in den Krieg eintraten: Die anderen Mächte hatten sich kämpfend erschöpft, die Verluste der USA insbesondere an Menschen blieben dagegen vergleichsweise gering.

Am Ende vergleicht Buchanan die Politik Großbritanniens mit den USA heute. Er hält insbesondere die Politik von Bush für einen verhängnisvollen Fehler, ähnlich der Politik Großbritanniens zwischen 1914 und 1945. Für ihn sollte im Krieg und bei Bündnissen die Interessen im Vordergrund stehen, nicht allgemeine moralische Vorstellungen oder das Verlangen, überall auf der Welt die Demokratie zu verbreiten. Letztlich überstreckt auch die USA ihre Kräfte mit verschiedensten Kriegen auf der Welt und überall eingegangenen Bündnisverpflichtungen.

Fazit: Man muss nicht alle Überlegungen Buchanans teilen, gerade weil vieles ja Spekulation darüber ist, wie sich die Dinge anders entwickelt hätten, wenn Entscheidungen anders gefallen wären. Viele seiner Überlegungen und Spekulationen belegt Buchanan aber erstaunlich gut. Ein großes Buch.
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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessant geschrieben, 31. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Das Buch setzt sich detailliert mit den Fehlern und dem politischen Handeln Englands und Churchills auseinander. Überzeugend ist die Mitschuld am Entstehen der beiden Weltkriege gezeigt und wo möglich mit der Persönlichkeit Churchills in Verbindung gesetzt, der an den jeweiligen Entscheidungen massgeblich beteiligt war. Das Urteil, dass über Churchill gefällt wird, ist nicht schmeichelhaft - durch seinen Hass und Feindschaft geblendet hat Churchill - nach dem Author - das britische Empire verspielt und an die USA verloren, Europa Stalin hingeworfen und sein Gesicht verloren. Selbstverständlich ist nicht alles als Churchills Schuld dargestellt, aber da, wo es konkrete Hinweise gibt, werden diese klar zur Schau getragen. Dabei ist die Schuld Deutschlands nicht bestritten, aber in grössere Zusammenhänge gestellt. Also - und das gehört zu den bedeutendsten Tatsachen des Buches - Deutschland trägt KEINE Alleinschuld an den Geschehnissen, wie es so manche haben wollen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass das Buch von einem Amerikaner geschrieben wurde, den man kaum der Geschichtsfälchung bezichtigen kann. Doch einen Makel hat das Buch schon - am Ende des Buches zeigt sich, dass es sich um eine inneramerikanische politische Propaganda handelt, die kritisch zur Administrative Bush steht. Doch da die Geschichtschilderung davon unangetastet bleibt, bleibt das Buch sehr empfehlenswert für alle, die sich mit dem 20. Jahrhundert befassen wollen - ganz besonders für diejenigen, die zu den sogenannten Revisionisten zählen (was diese Bezeichnung auch bedeuten mag).
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66 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Churchill, Hitler und der unnötige Krieg, 2. September 2009
Von 
Gerhard Funk "alwinfranz" (Kleinschmalkalden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Ein hervorragendes Buch.Einmal mit dem Buch angefangen zu lesen, kam ich kaum wieder von ihm los.
Der Autor Patrik Buchanam schreibt sachlich und fundiert die Vorgeschichte und Ursachen des 1.Weltkrieges. Auch geht er sehr ausführlich auf den Versailler Vertrag und deren Wirkung ein.
Auch erkennt er klar und deutlich das aus dem Versailler Vertrag ein Konflikt für die Nachkriegszeit entsteht und zeigt neben den Fehlern Adolf Hitlers auch die Fehler der Alliierten konkret auf. Buchanam bringt unmissverständlich zum Ausdruck, dass namentlich der damalige Premierminister Winston Churchill und der damalige US-Präsident Franklin Delano Roosevelt eine eindeutige Mitschuld am Ausbruch des 2.Weltkrieges haben.
Für alle Interessierte von Zeitgeschichte sollte dieses Buch im Bücherregal nicht fehlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Buchanan did a great job, 8. Oktober 2014
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Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
This is a well researched book. The author, being adviser to three U.S. Presidents, certainly had the insight required to find all the information that is presented in the publication. I wish that more historians, professors and teachers would read the book before they teach a history course to their students. What is often taught is based on propaganda that was prevalent during and after the two World Wars.

Dies ist ein gut recherchiertes Buch. Der Autor, als Berater von drei US-Präsidenten, hatte sicherlich die Einsicht die erforderlich war, um alle Informationen, die in der Publikation angefürt sind zu belegen. Ich wünschte, dass mehr Historiker, Professoren und Lehrer das Buch lesen würden, bevor sie einen in Kurs in Geschichte unterrichten. Was oft gelehrt wird, basierd auf Propaganda, die während und nach den beiden Weltkriegen verbreited wurde und immer noch aktuell ist.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für alle Deutschen, 7. April 2012
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Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Das Deutsche Reich und Kaiser Wilhelm II wollten keinen Krieg. Alles andere ist eine Lüge - vom British Empire den Deutschen in die Gehirne gepflanzt und jetzt von den Deutschen selbst verteidigt. Buchanan weist das unzweifelhaft nach. Ich empfehle als Ergänzung zu diesem Buch das Buch von Peter Haisenko: "England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert". Wenn Sie diese zwei Bücher gelesen haben, verstehen Sie endlich die deutsche Geschichte, so, wie sie wirklich abgelaufen ist. Danke, Patrick Buchanan, für diese Aufklärung. England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert: Ein freies Wort zu einer Zeit mit Nachwirkungen
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Realitätstunnel verrückt?, 14. August 2014
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Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist Gold wert für jeden an der Entstehung des 2en Weltkrieges ehrlich interessierten Lesers. Das Buch zeichnet den langen aber konsequenten Weg in den WK 2 nach – schonungslos ehrlich. Keine Seite wird dabei geschont.

Das Buch bekommt 110% Kaufempfehlung. Nur die unzähligen Zitate Churchills über »alle möglichen Themen« sind das Buch wert. Die Churchill Zitate bitte nicht ihrem Herzkranken Geschichtslehrer geben – Sie bringen ihn sonst sicher in Gefahr.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top, 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Ich bin noch nicht ganz durch mit dem Buch, aber es gibt einen guten Einblick über die Geschehnisse vor dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere Informationen über den Ersten und den Werdegang bis zum Zweiten Weltkrieg sind gut geschildert!
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klare Unschuld Deutschlands am 1.+2. Weltkrieg, 12. November 2013
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Rezension bezieht sich auf: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg: Wie Großbritannien sein Empire und der Westen die Welt verspielte (Gebundene Ausgabe)
Für alle die auch der Meinung sind das keine Nation alleine Schuld an Konflikten insbesondere von der Größe von Weltkriegen tragen kann ist dieses Buch ein absolutes Muss.
Winston Churchill war zu jeder Zeit einer der größten Kriegstreiber. Sowie der Weltfeind bis heute USrael. Der 1. WK diente der Zerschlagung der Monarchien in Europa und das hat ja geklappt.
Und ohne den Rachefrieden von Versailles hätte es keinen Adolf Hitler und somit keinen 2. WK gegeben.
Lenin sagte:
„Ihr wißt, daß die alliierten Imperialisten – Frankreich, England, Amerika und Japan – nach der Vernichtung Deutschlands den Versailler Vertrag geschlossen haben, der jedenfalls viel brutaler ist als der berüchtigte Vertrag von Brest, der so viel Geschrei auslöste.“
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