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5.0 von 5 Sternen Lesenswerter Überblick eines Stückes deutscher Geschichte, 20. Juni 2007
Von 
Robert Geib (Jena) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Machtprobe 1975. Wie RAF und Bewegung 2. Juni den Staat erpressten. (Broschiert)
Michael März hat ein Buch geschrieben, das mitten im Wirbel um die Begnadigung linker Terroristen und der mittlerweile dreißigsten Jährung des "deutschen Herbstes" erscheint. Im Rahmen seiner Magisterarbeit entstanden, gibt es einen erhellenden Einblick in ein dunkles Kapitel westdeutscher Geschichte und liefert neben den minutiös rekonstruierten Vorgängen um die Entführung Peter Lorenz' und der Besetzung der deutschen Botschaft in Stockholm einen umfassend recherchierten Überblick zum Linksterrorismus in der BRD und dessen wissenschaftlicher Bearbeitung.

Hervorzuheben ist, dass März zwei Vorfälle für eine genauere Untersuchung ausgewählt hat, die im populären Diskurs eher eine untergeordnete Rolle spielen, aber doch als wichtige Initialzündungen für die Spirale aus Gewalt, Erpressungen und Verhaftungen gelten können, die den deutschen Staat im radikalen Nachklapp der 68er-Bewegung beschäftigten. Der Autor nutzt die Detailuntersuchung, die ihm in diesem Maße erst durch die kürzlich erfolgte Aufhebung von Archivschranken gelang, um zu einer diffenzierten Betrachtung des Terrorismus als auch der staatlichen Reaktion zu gelangen. Besonders das Aufzeigen der Unterschiede der Aktionen von RAF und Bewegung 2. Juni und der Entwicklung der Haltung des Staatsapparates sorgen für eine detailierte Aufklärung, die in der populär-medialen Aufarbeitung des Themas öfters fehlt.

Dazu ist das Buch kein staubtrockener Faktenschmöker, sondern immer interessant und spannend geschrieben. Besonders in der Nachverfolgung der einzelnen Terroristenschicksale und den genauen Rekonstruktionen der Entführung/Geiselnahme zeigt sich das erzählerische Talent März', dass er schon in seinem Debutroman "Stilles Finale" bewiesen hat.

Wer eine hellsichtige und umfassende Schilderung der Geschichte des Linksterrorismus lesen will, ohne sich durch dicke historische Abhandlungen zu quälen, der findet hier eine sehr lesenswerte Detail- und Gesamtaufnahme, deren Aktualität wohl nicht besonders betont werden muss.
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