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5.0 von 5 Sternen Absolut bedeutsam, 31. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann (Broschiert)
Retromania von Simon Reynolds hat bereits letztes Jahr nach Erscheinen der englischsprachigen Ausgabe für viel Wirbel in der Poppresse und im Feuilleton gesorgt, beim Lesen der deutschen Ausgabe fällt auf, dass das Buch nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat - die Popkultur der Zehner Jahre ist genau so wie der Nuller Jahre immer noch der Vergangenheit verpflichtet. Während einem bei der These, Pop sei von seiner eigene Vergangenheit abhängig, zuerst Mainstream-Acts wie Adele oder Amy Winehouse in den Sinn kommen, unternimmt Reynolds eine lange Reise durch die Popgeschichte, die bereits Punk-Rock (jedoch nicht Post-Punk, Gang of Four, Wire, Devo etc.) oder die endlosen Mod- und Northern-Soul-Revivals als retro-infizierte Bewegungen entlarvt. Dabei wird unerschöpflich Material auch von den Rändern angehäuft, so dass auch gute Kenner der Popgeschichte noch auf "neues Altes" stoßen.
Auch der Blick aufs Heute fällt düster aus, weil Künstler entweder als Kuratoren nur die Vergangenheit musealisieren oder auch die jüngsten Musiker wie Oneothrix Point Never oder Ariel Pink nichts anderes machen als das (YouTube-)Archiv der Popgeschichte zu plündern. Reynolds ist dabei jedoch gar nicht so vernichtend, wie man in Rezensionen oft liest, er ist immer auch (enttäuschter) Fan der Vertreter der Hauntology oder des Hypnagogic Pop, ihn stört nur, dass die Idee der Moderne bzw. Modernismus, der Glauben an den Fortschritt, der die 1960er so spannend machte, so leicht aufgegeben wurde und wir auf ein Pop-Vakuum zusteuern.
Dankbarerweise ist dieser gut recherchierte Brocken endlich auch Deutsch erschienen und auch um ein Nachwort ergänzt, in dem Reynolds auch auf die Kritik seit Erscheinen der Erstausgabe eingeht und über den Poptellerrand auf die Literatur des Zitats und das "romantische" Konzept der Originalität blickt. Ein Buch, das polarisiert, aber gerade deshalb den Nerv der Zeit zu trifft.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und zünftig grüßt das Murmeltier, 7. November 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann (Broschiert)
Den einzigen, wirklich einzigen Schwachpunkt dieses Buches benennt Simon Reynolds selbst in einem Interview mit der Wochenzeitschrift Jungle World: „Die Vorstellung der Zukunft ist für viele einfach zu prekär geworden. Dass der heutige Non-Futurismus auch soziale und politische Gründe hat – darüber hätte ich in »Retromania« vielleicht mehr nachdenken sollen.“ Ansonsten denkt Reynolds hier über fast alles nach, was das olle Gestern zum neuen Heute und vielleicht gar zum neuen Morgen hat werden lassen. Und er schlachtet heilige Kühe – Punk etwa, immer als Beispiel für die radikalste Zäsur im Pop seit der Erfindung des Spargelschälers genannt, wird in die direkte Nachfolge von Opas Rock’n’Roll tradiert; Reynolds quasi selbstgezüchteter Hype, Haunotlogy, quasi eine aurale Zeitmaschine, die zumindest die Ohrenmenschen rückwärts in die sorgenfreien Tage ihrer Kindheit unter Streichel-Labour bzw. Erdnuß-Carter zu beamen vorgibt, wird vom Erschaffer der Terminologie höchstpersönlich als Eskapismus-Hype enttarnt, wenn auch natürlich – soviel Eitelkeit darf man aus gutem Grund Reynolds zubilligen – als verdammt schlauer.
Auch wenn das Buch mit fast 500 Seiten ein Brett und Reynolds Sprache nicht immer die klarste ist und seine Argumentation oft ausschweift (was interessiert mich die Sammelleidenschaft seines 5jährigen Sohnemanns?): Hier hätte ich gerne noch bis 2013 drin geschmökert, wohlwissend, dass auch das nächste Jahr uns bestenfalls den Status quo sichert – sei es auf dem Konto oder auf dem Plattenspieler – denn eine Cramps-Coverband kann einfach so wenig falsch machen wie die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Dank Reynolds wissen wir aber einmal mehr und vor allem fundierter, dass an diesen Schlüssen etwas falsch sein muss.
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Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann
Retromania: Warum Pop nicht von seiner Vergangenheit lassen kann von Simon Reynolds (Broschiert - 1. Oktober 2012)
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