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5.0 von 5 Sternen Kritische und umfangreiche Wüdigung eines uferlosen Schaffens, 21. August 2007
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: MORRICONE. DIE MUSIK, DAS KINO. (Taschenbuch)
Ein Buch nicht unbedingt für irregeleitete Soundtrack-Komplettisten, die der Autor an einer Stelle als "Allesfresser" tituliert oder solche, die sich Sampler wie "Morricone with Love" kaufen (überhaupt ist Morricone der einzige Filmkomponist, bei dem man die Zahl der Kompilationen kaum mehr überblicken kann). Vielmehr handelt es sich um eine spannende, recht anspruchsvolle musikwissenschaftliche Arbeit zum Konzertschaffen Morricones und zu ausgewählten Filmen (es wäre absurd, jedes Engagement für den Film zu erwähnen und einzuordnen, nicht bei dieser Menge), insbesondere zur Stilistik und der Entwicklung seit den späten 50ern bis 1999. Miceli ist mit Morricone befreundet, hat auch so manche Texte für seine Konzertwerke eingerichtet, doch das hindert ihn nicht daran, den römischen Maestro bzw. seinen Output kritisch zu bearbeiten. Ein Fan-Buch ist das hier ganz sicher nicht, auch wenn ich ein solches mal gerne in Händen halten würde. Selbst für Nicht-Musiker aufschlussreich sind Analysen von Scores und Stücken für den Konzertsaal, inklusive Ausschnitte aus den Partituren, wenn ich auch manchen Absatz nur überfliegen konnte - mangels Kenntnisse im Partiturenlesen. Doch gerade die Seiten zu "The Mission" haben mich dazu gebracht, die CD nach langer Zeit erneut einzulegen und etwas bewusster hinzuhören, wie die Themen und Motive gebaut und verarbeitet sind. Ein sehr langes Kapitel beleuchtet die frühen Filme mit Leone und somit zwangsläufig dem Italo-Western - hier geht der Autor auch in der Analyse ziemlich weit (zu weit, möchte man sagen). Miceli verfolgt Morricones Werdegang im weiteren Verlauf exemplarisch, sein Schwerpunkt liegt dabei auf den eher avantgardistischen, oder sagen wir besser kompositorisch befriedigenderen Beiträgen zum Film, leider viel zu oft zu fragwürdigen Erzeugnissen, und gerade hier sieht Miceli den Grund für Morricones zeitweise Abflachung. Also nicht in der Fülle der Filme (1972 sollen es 24 gewesen sein, in der Filmscore-Liste am Schluss zähle ich jedoch 23) liegt die Crux, sondern dass sich Morricone einer Ästhetik unterordnen muss, der mit interessanten, horizonterweiternden Kompositionen kaum beizukommen ist. Manchmal geht Miceli sogar mit ansprechenden Scores hart ins Gericht, allerdings muss man auch zugeben, dass Morricone derart viel Quatsch aufs Papier (und auf Tonträger) gebracht hat und deshalb derartige Kritik vertragen müsste. Seine Manierismen, seine Errungenschaften, seine Aussetzer - all das wird sehr anschaulich, leider auch mit ein paar Rechtschreibfehlern beschrieben und mit achtungsvoller Subjektivität bewertet. Besonders hervorzuheben ist, dass auch die E-Musik - der detaillierte Werkkatalog im Anhang spricht Bände - breiten Raum einnimmt und in Beziehung gesetzt wird mit den Arbeiten für den Film, ebenfalls wird die Gruppe "Nuova Consonanza" ausreichend gewürdigt, in der Morricone als improvisierender Trompeter aktiv war. Es ist wirklich merkwürdig, dass es so wenige verfügbare CDs mit Konzertwerken Morricones gibt, hier steht ihm offenbar der Filmkomponist Morricone im Weg. Ingesamt also eine lohnende, allerdings auch sehr akademische Arbeit, von der der Durchschnitts-Soundtrackfreak mit Schwerpunkt Morricone aber seine Finger lassen sollte (er wird das Buch zeitweise entnervt zur Seite legen). Damit will ich aber nicht sagen, dass das nur Musikwissenschaftler anspricht - bin ja schließlich auch nur Laienhörer.
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MORRICONE. DIE MUSIK, DAS KINO.
MORRICONE. DIE MUSIK, DAS KINO. von Sergio Miceli (Taschenbuch - 2000)
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