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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Engagiertes Werk von Seltenheitswert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen. (Gebundene Ausgabe)
Rolf Pohl, Professor für Sozialpsychologie an der Uni Hannover, legt hier eine relativ kompromißlose Analyse des "Männlichkeitsdilemmas" vor, die so manchem seiner Geschlechtsgenossen nicht schmecken dürfte.Da er eindeutig männlichen Geschlechts ist, kann es sich hier aber schonmal nicht um eine sogenannte "Emanze" handeln... Schwer vorstellbar, daß eine Frau das in dieser Form zu schreiben gewagt hätte... Womöglich gilt hier das Motto "Die schärfsten Kririker der Elche waren früher selber welche!" Vielleicht ist das Buch also Zeugnis eines eigenen Entwicklungsweges und daher heilsam und inspirierend für die noch selten, aber immer öfter anzutreffenden Männer, die sich (und damit die Welt) ernsthaft verändern wollen. Pohl legt unter (manchmal etwas nervtötender) Bezugnahme auf Freud und andere psychoanalytische Strömungen eine hochinteressante Skizze des latenten Weiblichkeitshasses unserer Tage vor und führt hierzu einige wirklich spannende ethnologische und kulturvergleichende Studien an. Darüber hinaus gibt er uns im zweiten Teil einige Beispiele praktischer Auswirkungen der geschilderten Mißstände. Dabei offenbart er seinen reichhaltigen Wissensschatz, den er mit Querverweisen auf die einschlägige wissenschaftliche Literatur untermauert (Literaturverzeichnis nimmt immerhin runde 30 Seiten ein und animiert in vielen Fällen zum Weiterlesen). Sprachlich überzeugt das Buch leider weniger. Psychoanalytischer Fachjargon, umständliche Formulierungen und Satzgeschwülste werden sicher weniger geneigte Leser frühzeitig abschrecken, was sehr, sehr schade ist. Trotzdem gebührt Herrn Professor Pohl besondere Anerkennung (und von fraulicher Seite zweimal!) für diese ehrliche, scharfsinnige und mutige Streitschrift, die ihm sicher nicht wenige Feindschaften eingebracht hat. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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4.0 von 5 Sternen
Wann ist ein Mann ein Mann?,
Von Lesegern "Cora" (Suhl, Thüringen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen. (Gebundene Ausgabe)
Der Sozialpsychologe Rolf Pohl hat eine mutige Streitschrift verfasst. Die Antwort auf die Frage, was einen Mann in einer von Männern dominierten Gesellschaft ausmacht, ist bei ihm eindeutig: Der Mann definiert sich über sein Geschlecht, im Falle des erwachsenen Mannes identifiziert er sich mit seinem Phallus. Das führt zu Abwehr- und Leugnungsmechanismen gegenüber allem Weiblichen. Das vom Autor bezeichnete Männlichkeitsdilemma, das Pohl als Auslöser für männliche Gewalt ausmacht, besteht darin, dass der Wunsch des Mannes nach absoluter Autonomie (Beherrschung und Kontrolle) durch die sexuelle Abhängigkeit von der Frau (als Lust- und Zielobjekt) ständig unterlaufen wird. Männliche Gewalt gegenüber Frauen (aber nicht nur gegen sie) trägt demzufolge paranoide Züge und wird, das ist das egentlich beunruhigende, in hegemonialen männlichen Gesellschaften (auch ein Kennzeichen unserer Gesellschaft) gefordert, gefördert, verschleiert, verharmlost und sogar benutzt. Mit seinem Buch möchte Rolf Pohl dazu beitragen, dass die Auswirkungen der dilemmatischen Grundstruktur der männlichen Geschlechtsidentität für die Entstehung von Gewalt in männlich dominierten Gesellschaften erkannt werden. Seiner Meinung nach muss es in erster Linie eine gesellschaftspolitische Aufgabe sein, diejenigen Entwicklungen und Bedingungen in der Gesellschaft zu erkennen und zu beeinflussen, die eine Mobilisierung des der männlichen Sexualität inneliegenden gegen die Frau gerichteten Hass- und Gewaltpotenzials ermöglichen. Ob das angesichts des in der Gesellschaft auszumachenden männlichen Hegemonieanspruches gelingen kann, darf bezweifelt werden. Derzeitige Tendenzen, z.B. dass eindeutig sexuelle in "sexualisierte" Gewalt umbenannt wird oder selbst einer Vergewaltigung die sexuelle Motivation abgesprochen wird, indem sie reduziert wird auf Machtausübung, weisen eher darauf hin, dass die eigentliche Ursache, nämlich die von Pohl herausgearbeitete Problematik des Männlichkeitsdilemmas, nicht offen gelegt werden soll.Hinsichtlich des brisanten Inhaltes und der wissenschaftlichen Herleitung des Problemes verdient das Buch eigentlich 5 Sterne. Leider wird der Zugang jedoch durch eine Überfülle von Fachbegriffen (Duden bereithalten!) und zusätzlichen Anmerkungen in den Fußnoten sowie die Einbeziehung und Diskussion unzähliger psychoanalytischer und psychozozialer Theorien und Ansätze (vor allem im ersten Teil des Buches) erschwert, sodass es nicht leicht ist, den "roten Faden" konsequent zu verfolgen. Trotzdem ein bemerkenswertes und notweniges Buch, das vor allem auch Männer lesen sollten! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Feindbild Frau. Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen. von Rolf Pohl (Gebundene Ausgabe - November 2002)
EUR 34,80
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