Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More sommer2016 saison Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen6
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
6
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 8. Januar 2004
Der Titel sagt es schon: "Da geht ein Mensch" ist die zutiefst warmherzige und vielfarbige, mit nur wenig Fiktion angereicherte Autobiographie des Schauspielers Alexander Granach, der in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts bekannt war und 1945 starb, als er gerade im Begriff war, in Hollywood zum Star zu werden. Sein "autobiographischer Roman" zeichnet sich vor allem durch die einfühlsame Schilderung des ostjüdischen Milieus, geprägt von Kinderreichtum, Armut und Minderheitenbewußtsein, aus. Selbst aus einer Kleinbauernfamilie stammend, spielen Erdverbundenheit, Familie und eine den Alltag durchziehende Religiosität eine große Rolle. Auch dieser vorsichtige Einblick in die jiddische Kultur macht das Buch so lesenswert. Insgesamt eine Parabel auf das Leben, mit viel Weisheit, aber auch immenser Energie und Lebensfreude. Die Schilderung seiner Fronterfahrungen im ersten Weltkrieg zeigen, daß hier der Blick nicht nur auf das bewegte Leben Alexander Granachs, sondern auch auf eine stürmische Zeit gerichtet wird. Daß Lion Feuchtwanger und Peter Härtling das Buch auf dem Klappentext empfehlen, spricht ja eigentlich schon für sich. Sehr, sehr spannend, absolut empfehlenswert.
0Kommentar|55 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
In seinen Memoiren, die eigentlich die Chronik einer ganzen Epoche sind, schreibt der 1890 in Werbowitz/Galizien geborene Alexander Granach seinen Lebensweg vom Bäckergesellen in Berlin, über die Schauspielkarriere, die Flucht im Jahre 1933 aus Deutschland in die Schweiz und die Emigration im Jahre 1938 in die USA.
Dieser „besondere Mensch" schreibt von seiner Familie, in der er mit acht Geschwistern aufgewachsen ist. Er erzählt in heiterer Bekümmertheit von den Menschen, denen er begegnet ist, in der alten wie in der neuen Welt, und er vermittelt einen bleibenden Eindruck von der grenzenlosen Armut in seiner kleinen Heimatstadt, aber er zeigt auch, wie Liebe, Schmerz, Tod und jüdische Tradition die Menschen miteinander verbunden hat. Er schreibt von seinem patriarchalischem Vater und seiner bienenfleißigen, selbstsicheren Mutter.
Mit seinem erzählerischen Talent zeigt er auf, wie atemberaubend er Menschliches in sich aufnehmen kann und wie er informativ und kritisch, ernsthaft und oft auch ironisch, detailgetreu wiedergeben kann.
Es ist ein außergewöhnliches Buch, voller Menschlichkeit, Weisheit, Traurigkeit, Klugheit und Humor. Ein grandioser, autobiographischer Roman, von einem der bedeutendsten expressionistischen Schauspieler.
Die Gemeinschaft, die ihn im Leben begleitet, macht ihn zu einem „Menschen" mit jüdischen Wurzeln, denn das ist das größte Kompliment, was man einem Menschen im Jüdischen machen kann.
0Kommentar|23 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Oktober 2013
Ermutigt durch Bertolt Brecht, Elisabeth Bergner und Alfred Döblin schrieb der Schauspieler Alexander Granach, der zunächst in Deutschland, später im Exil in der Sowjetunion und der USA erfolgreich war, 1943 seine Autobiografie „ Da geht ein Mensch“.

Granach wurde am 18.April 1890 als Jessaja Gronach in Werbiwizi, einem Galizisches Dorf als neuntes Kind geboren.
Schon als Sechsjähriger arbeitete er in der Bäckerei des Vaters.
Doch sein Traum war es, Schaupieler zu werden.
1912 erhielt er ein Stipendium an Max Reinhardts Schauspielschule.

Mit Melancholie, Witz, Komik und Weisheit erzählt er von Liebe, Schmerz, Geburt und Tod in seiner Heimat
Lion Feuchtwanger nannte die Biographie eines Ostjuden „ traurig, ergreifend, das Zwerchfell erschütternd, belehrend, bereichernd, beglückend.“

Die Aufmachung der Hörbuchfassung in allen Belangen liebevoll und grafisch gelungen.
Der Karton enthält fünf CDs mit einer Laufzeit von 5 Stunden 30 Minuten in Papphüllen jeweils mit markanten Fotos und Zitaten von Alexander Granach und ein umfangreiches Beiheft zum Buch und zum Leben Granachs.

Mario Adorf ist der ideale Interpret für diese Geschichte. Im Beiheft bekennt er seine persönliche Beziehung zum Buch. „ Die schönste Schauspielerbiographie schlechthin, ergreifend, komisch und durchaus spannend.“

Der einzige Makel dieser schönen und verdienstvollen Edition ist, dass die Lesung mit dem 28 Kapitel „Das Krumme wird gerade“ endet – einer schwierigen und gefährlichen Operation, in der er seine X-Beine geradebrechen ließ.

Kapitel 29 bis 39 – immerhin 120 Seiten dieses Buches, die vor allem seine Erfahrungen als Soldat im 1. Weltkrieg beschreiben - fehlen.
Trozdem für Mario Adorfs Interpretion und die liebevolle Gestaltung fünf Sterne!
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Januar 2009
Ich hatte Mario Adorf in einer Talkshow über das Hörbuch sprechen hören. Seine Begeisterung kann ich nur teilen. Erstens ist Adorf ein begnadeter Vorleser, zweitens entführt einen der Text in eine fremde unbekannte Welt, Galizien vor dem Krieg, die ja leider für immer zerstört ist. Wer gerne das Leben des kleinen Alexander vom jüdischen Städel bis auf die Bühnen der Welt mit verfolgen möchte, muss dies hören. Zum Niederknien!
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Juni 2005
Auf Alexander bzw. Jessaja Granachs Lebensgeschichte kann aufmerksam werden, wer den Verfasser als Schauspieler in Friedrich Wilhelm Murnaus Film „Nosferatu" kennt. Indes wird diese Autobiographie vom Anfang an und rein chronologisch aufgerollt. Geboren wird Jessaja 1890 als neuntes Kind einer jüdischen Familie in einem Dorf mit dreifachem Namen: „Mein Heimatdorf heißt Wierzbocwe auf polnisch, Werbowitz auf jiddisch und Werbiwizi auf ukrainisch". Dieses Dorf liegt in Ostgalizien. Demnach wird Jessaja als österreichischer Staatsbürger geboren. Die ersten sechs Lebensjahre im Dorf, in dem die Familie von der Landwirtschaft und einem kleinen Kramladen lebt, sind Jahre des Glücks: „Nach einem Jahr bekam die Mutter wieder ein Kind und nun war ich plötzlich erwachsen und nicht mehr das Kind und kroch schon mit den anderen Kindern und Haustieren im Hof und Garten herum und wuchs heran, gesund und kräftig, war bald der wildeste Junge im Dorfe, der beste Schlitterer und Eisglitscher, Radschläger und Baumkletterer". Aber als das Dorf die Familie nur noch schwer zu ernähren vermag, zieht sie in die Bezirkshauptstadt Horodenka um. Die Umstellung ist gewaltig: „Zwischen dem Dorf Werbiwizi und dem Städtchen Horodenka war der Unterschied größer als zwischen dem Städtchen Horodenka und irgendeiner europäischen Großstadt". In Horodenka besucht Jessaja das Cheder, und sein Rabbi-Lehrer Schimschale der Milnitzer wird nebst dem Vater („Unser Vater war ein Patriarch") zur zweiten herausragenden Persönlichkeit in seinem Leben. Hernach kommt Jessaja in eine Baron-Hirsch-Schule. „Die Lehrer waren europäisch gekleidet und sprachen polnisch und haben uns geschlagen". Aber: „Das Gute, das der Baron Hirsch an uns tat, konnten seine Lehrer doch nicht ganz zerstören". Nebenan erlernt Jessaja das Bäckerhandwerk in der Bäckerei, die der Vater mehr schlecht als recht betreibt: „Wir Kleinen standen schon um vier Uhr auf, Kipfel zu drehen und Kaisersemmeln klopfen zu helfen". Aber das Unternehmen geht schief, und eines Tages ist der Vater bankrott. „Ich verließ die Schule und wurde Geselle bei einem anderen Bäcker (...) Ich wurde selbständig und fühlte nun mit zehn Jahren, daß ich mich ernähren konnte. Und das war ein Trost, der mir im Leben sehr viel geholfen hat". In den folgenden Jahren schlägt sich Jessaja als Bäckergeselle in verschiedenen galizischen Städtchen und Städten durch, bis er schließlich mit sechzehn Jahren nach Lemberg, der Hauptstadt Galiziens, kommt, hier das Theater entdeckt und sofort weiß: „Das ist die Welt, wo ich hingehöre! (...) Ich weiß noch nicht, wie ich es anstellen werde, da hineinzukommen, aber eines ist mir schon jetzt klar: daß keine Macht der Welt imstande sein wird, mich davon zurückzuhalten oder mir den Weg in diese Welt zu versperren". Und kurz danach landet er in Berlin, wo er es nicht nur schafft, sich materiell über Wasser zu halten - sei es als Bäckergeselle, als Arbeiter in einer Grammophontrichterfabrik oder als Sargtischler -, sondern auch in der Theaterwelt Fuß faßt, zunächst in der jiddischsprachigen. Bis er darauf aufmerksam gemacht wird, daß er als Schauspieler „mit Jiddisch zu sehr begrenzt ist" und er an Emil Milan verwiesen wird, der trotz seiner anfänglich schwachen deutschen Sprachkenntnisse von seinem Talent so sehr beeindruckt ist, daß er ihn als Freischüler ausbildet, um ihn anschließend an Max Reinhardts Deutsches Theater weiterzureichen. Eins nach dem anderen räumt Jessaja die Hindernisse aus dem Weg: Weil sein Vorname zu jüdisch klingt, akzeptiert er es, ihn in „Alexander" umzuändern, und seine X-Beine läßt er geradebrechen. Das alles ist ihm das Theater wert: „Auf der Bühne stehen war für mich dasselbe, was für meinen Vater der Gottesdienst war - nur noch freudiger". Man schreibt inzwischen das Jahr 1914, und weil in Sarajewo der österreichische Thronfolger ermordet worden ist, muß Jessaja ins österreichische Heer einrücken. Er wird an der italienischen Front gefangengenommen, im August 1917 gelingt ihm jedoch die Flucht über den Sankt Bernhard, und über die Schweiz schlägt er sich wieder in seine galizische Heimat durch. Bei Kriegsende ist Ostgalizien aber nicht nur „vom Krieg ganz und gar ruiniert", sondern die zaristische Armee hatte Zeit genug, „der galizischen Bevölkerung das Veranstalten von Pogromen" beizubringen. Galizien wird jetzt gleichermaßen von Polen wie von Ukrainern beansprucht, und „die galizischen Juden, die bis jetzt friedlich gelebt hatten, spürten plötzlich, daß mit Österreich auch sie den Krieg verloren hatten. Denn beide Armeen, die Polen und die Ukrainer, hatten dieselbe Losung: ‚Bej Zyda!' - Haut den Juden!". Jessaja, dem die österreichische Staatsbürgerschaft aberkannt wird, beschließt, wieder auf die Bretter zu steigen und findet im Münchner Schauspielhaus eine Anstellung, zuerst in der Rolle des Wurm in „Kabale und Liebe", dann in der des Shylock in Shakespeares „Kaufmann von Venedig". „Ein Traum, eine Sehnsucht langer Jahre" geht damit in Erfüllung. Hier bricht die Erzählung ab. Das Folgende ist dem breiten Publikum schon eher bekannt: Neben Theaterrollen spielt Alexander Granach in deutschen Stumm- und Tonfilmen, lebt nach der Machtübernahme durch die Nazis in der Schweiz und in der Sowjetunion, wird dort aber im Zuge der stalinistischen Säuberungen verhaftet. Nachdem er aufgrund einer Intervention von Lion Feuchtwanger freigelassen wird, wandert er schließlich in die USA aus, wo ihm ein neuerlicher Anfang, beispielsweise an der Seite Greta Garbos in „Ninotschka", gelingt, bevor er 1945 an den Folgen einer Blinddarmoperation stirbt. Wenngleich sie nur die erste Hälfte seines Lebens abdeckt, ist die in den Jahren des Zweiten Weltkrieges in deutscher Sprache geschriebene Autobiographie einmalig packend. Sie liefert nicht nur ein Bildnis der Zeit um die Jahrhundertwende, sondern ist auch eine immergültige Reflexion darüber, was die Theaterwelt im allgemeinen und das Wesen der Kultur insbesondere im Innersten zusammenhält: „Welch eine große, wirkliche, überwirkliche Wirklichkeit!". Alexander Granach, ein galizisches Kind, gedieh im deutschen Kulturraum. Eine Figur wie die seine hätte trefflich den Stoff zu einem Joseph-Roth-Roman abgeben können. Indes blieb es einem anderen galizischen, deutschsprachigen Schriftsteller vorbehalten, in einem seiner Romane den Lebensweg Alexander Granachs vorwegzunehmen. Gemeint ist „Der Pojaz" von Karl Emil Franzos.
0Kommentar|17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. April 2015
Alexander Granach war in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Berlin einer der bekanntesten Schauspieler seiner Zeit. Der ursprünglich aus Galizien stammende Granach beschreibt in dem autobiografischen Roman den Gegensatz der alten jüdischen Welt in einem verschlafenen galizischen Schtetl der Jahrhundertwende zum besessenen Leben an den Theatern in europäischen Großstädten im Aufbruch in die Moderne. Ein fesselndes Buch der einzigartigen Erinnerungen eines berühmten Schauspielers mit der authentischen Beschreibung des Lebens in den "Goldenen Zwanzigern" in Berlin, mit dem sich hinreissende Stunden verbringen lassen, wenn man das ganze Buch in einem Zug bis zum Ende verschlingt, so man die Zeit dafür hat.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden