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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vae victis auf modern, 15. Juli 2005
Von 
Francis Pierquin (Vernouillet, France - fspierqu@club-internet.fr) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Ghetto kämpft: Warschau 1941-43 (Sondereinband)
Warschau, Herbst 1940. Schon ein Jahr steht die Stadt unter deutscher Besatzung. Tagtäglich wird die jüdische Bevölkerung drangsaliert, diskriminiert, gedemütigt, ausgeraubt und wie Freiwild behandelt - bis hin zu willkürlichen Erschießungen. Marek Edelman, ein achtzehnjähriger junger Mann, gehört zu jenen etwa 300.000 Warschauer Juden, die nunmehr zwangsweise in ein ohnehin bereits dicht bevölkertes Stadtgebiet eingewiesen werden, das unter menschenwürdigen Bedingungen mehr als 100.000 Einwohner nicht fassen kann. Jenes Gebiet ist das Warschauer Getto. Die drangvolle Enge wird durch das Einströmen auswärtiger Juden zusätzlich verschlimmert. Während eine Handvoll Privilegierter in Saus und Braus lebt, verschlechtern sich die Lebensbedingungen der überaus großen Mehrheit der Gettobewohner zusehends, Ernährungs- und Gesundheitslage sind katastrophal. Bald bricht eine Typhusepidemie aus, der monatlich 6.000 Menschen - etwa 2 % der Gesamtbevölkerung - erliegen. Im Mai 1941 werden innerhalb des Gettos 430.000 Einwohner gezählt. Keiner weiß, wie es weitergehen soll. Andauernd wird die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt, Menschenjagden gehören zum Alltag. Als die ersten Meldungen von Massenvernichtungen von Juden, etwa in Chelmno, Wilna und Bialystok, etwas später, im April 1942, von der Liquidierung des Lubliner Gettos, durchsickern, versucht die jüdische Untergrundpresse, die Bevölkerung ins Bild zu setzen. Vergeblich. Solchen Meldungen wird nicht geglaubt. Doch ist auch in Warschau Gefahr in Verzug. Denn was noch niemand weiß: Etwa 100 Kilometer weiter nordöstlich, in der kleinen Ortschaft Treblinka, sind drei eigens für die Warschauer Juden konzipierte Gaskammern so gut wie fertiggestellt. Am 22. Juli wird mit der Aussiedlung begonnen, abtransportiert werden täglich etwa 6.000 Juden. Unter Aufsicht der SS werden jüdische und polnische Polizei sowie ukrainische, litauische und lettische Hilfskräfte mit deren Aufgreifen beauftragt. Nach zwei Monaten verbleiben etwa nur noch 60.000 Juden im Warschauer Getto. Bis zu dessen vollständiger Liquidierung soll aus solch billiger Arbeitskraft noch eine Weile das Letzte herausgepresst werden. Um mehr als eine kurze Atempause handelt es sich aber wohl nicht. Die unter den Überlebenden am besten organisiert und am entschlossensten sind, aber bisher in mehreren Organisationen verstreut waren, schließen sich nun zu einer einzigen zusammen : der ZOB („Zydowska Organizacja Bojawa" bzw. „Jüdische Kampforganisation"). Die kurze Zeitspanne, über die sie verfügen, nutzen sie dazu, Kontakte zur polnischen Widerstandsbewegung zu knüpfen und sich Waffen zu beschaffen. So stoßen am 18. Januar 1943, als die „Aussiedlung" wieder aufgenommen wird, die Deutschen und ihre Helfershelfer auf erbitterten, bewaffneten Widerstand und müssen nach nur vier Tagen die Aktion abbrechen. Sie haben aufgehört, als absolute Herren im Getto zu herrschen. In den folgenden Wochen wird offensichtlich, dass sich die letzten Bewohner nicht nach Treblinka werden abschieben lassen. Um das Getto zu liquidieren, haben die Deutschen also keine andere Wahl, als es mit dem bewaffneten Widerstand aufzunehmen, der, trotz äußerst knapper Mittel, ihnen schwere Verluste zufügt. Diese letzte Episode dauert vom 19. April bis zum 16. Mai 1943. An jenem Tag hält der mit der Niederschlagung des Aufstandes beauftragte SS-General in seinem Bericht fest : „Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr". Soweit schwerpunktmäßig die Geschichte vom Verschwinden der größten jüdischen Gemeinde Europas. Einige schaffen es, vor der endgültigen Vernichtung auf die „arische" Seite zu entfliehen. Dies ist insbesondere der Fall für Marcel Reich-Ranicki am 3., für Wladyslaw Spzilman am 13. Februar 1943. Für diejenigen, die - ob gewollt oder ungewollt - im Getto verharren, schwinden mit jedem Tag, namentlich nach dem 19. April, die Überlebenschancen. Viele ziehen es vor, Selbstmord zu begehen, statt den Schergen lebend in die Hände zu fallen. So z.B. der Kommandant der ZOB, Mordechaj Anielewicz, der sich am 8. Mai 1943 das Leben nimmt. Schließlich schaffen es nur einige wenige zu entkommen - die meisten von ihnen durch die Abwasserkanäle. Marek Edelman, stellvertretender Kommandant der ZOB, gehört zu ihnen. Vom Getto, das vollständig zerstört und abgerissen wurde, ist nichts übriggeblieben. Übriggeblieben aber ist der ergreifende Bericht, den Marek Edelman schon 1945 unter dem Titel „Das Getto kämpft" verfasste. Dessen Lektüre Pflicht sein sollte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Zeitdokument, 10. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Ghetto kämpft: Warschau 1941-43 (Sondereinband)
Ein Buch gegen das Vergessen! Wie unter menschenverachtenden Umständen Menschen den Mut fanden, Widerstand zu leisten. Eine Mahnung an alle!
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Das Ghetto kämpft: Warschau 1941-43
Das Ghetto kämpft: Warschau 1941-43 von Marek Edelman (Sondereinband - 1999)
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