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73 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Biblische Psalmen in heutiger Sprache nachgedichtet
Hanns Dieter Hüsch und Uwe Seidel ist es gelungen, Psalmen und andere biblische Stellen für Christen von heute neu zu erschließen, indem sie deren Gedanken und Grundstimmung in heutiger Sprache nachempfunden haben. Dabei sind sehr eindringliche, nachdenkliche Texte entstanden, die immer auf Gottes Gegenwart in der Welt vertrauen. Eine klare Gliederung mit...
Veröffentlicht am 28. Juli 2003 von eik14

versus
1.0 von 5 Sternen Ich kann nicht verstehen, was man daran toll finden kann; es scheint, das viele hier nicht nachdenken möchten
Lesen die Bibellnaiven eigentlich die Bibel richtig? (Psalm 44,6): "Herr, in deinem Namen zertreten wir unsere Gegner!"

„Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert« (Ps. 137; 8, 9) läßt er sein inspiriertes und autorisiertes menschliches Sprachrohr verkünden, und die nicht vollständige Ausführung...
Vor 12 Tagen von Jayanti veröffentlicht


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73 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Biblische Psalmen in heutiger Sprache nachgedichtet, 28. Juli 2003
Rezension bezieht sich auf: Ich stehe unter Gottes Schutz: Psalmen für Alletage (Broschiert)
Hanns Dieter Hüsch und Uwe Seidel ist es gelungen, Psalmen und andere biblische Stellen für Christen von heute neu zu erschließen, indem sie deren Gedanken und Grundstimmung in heutiger Sprache nachempfunden haben. Dabei sind sehr eindringliche, nachdenkliche Texte entstanden, die immer auf Gottes Gegenwart in der Welt vertrauen. Eine klare Gliederung mit Angabe des biblischen Bezuges und ein ausführliches Stichwortverzeichnis erleichtern die Orientierung. Das Buch lädt aber auch ein zum Durchblättern, Festlesen, Nachdenken und Beten.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter "Hüsch", 4. Februar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ich stehe unter Gottes Schutz: Psalmen für Alletage (Broschiert)
Das Buch hatte ich selbst schon länger und weil es mir so gut gefiel, habe ich es jetzt einem lieben Menschen zu seinem 60. Geburtstag geschenkt. Es enthält wunderbare Texte in heutiger Sprache und trifft oft den Nerv bzw. die Seele des Lesenden. Ich bin ein wahrer Hüsch-Fan, dieses Buch hat mich darin erneut bestätigt.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein muss für Fans von Hanns- Dieter Hüsch, 9. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Ich stehe unter Gottes Schutz: Psalmen für Alletage (Broschiert)
Ich habe dieses Buch verschenkt, an einen Liebhaber der evangelischen Kirche und deren Glauben. Er hat dieses Buch nun neben seinem Bett liegen und liest dort jeden Abend um zur Ruhe und zur Besinnung zu kommen.
Ein muss für Fans von Hanns- Dieter Hüsch und seine tollen, manchmal schwierigen, zum nachdenkenden Texte.
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1.0 von 5 Sternen Ich kann nicht verstehen, was man daran toll finden kann; es scheint, das viele hier nicht nachdenken möchten, 12. Oktober 2014
Von 
Jayanti "Ah-hotep" (Château St. Germain, 1663 Gruyères, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Ich stehe unter Gottes Schutz: Psalmen für Alletage (Broschiert)
Lesen die Bibellnaiven eigentlich die Bibel richtig? (Psalm 44,6): "Herr, in deinem Namen zertreten wir unsere Gegner!"

„Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert« (Ps. 137; 8, 9) läßt er sein inspiriertes und autorisiertes menschliches Sprachrohr verkünden, und die nicht vollständige Ausführung dieser Ausrottungsbefehle wird ausdrücklich sanktioniert: „Sie rotteten die Völker nicht aus, wie ihnen der Herr einst befahl.“ (Ps. 106,34).

Bei dieser allgemeinen und kaum bestrittenen Hochachtung, die sowohl religiös-ethisch als auch ästhetisch geprägt ist, scheint es besonders absurd und nur einem blind-selektiven Fanatismus zuzuschreiben, wenn ich meinen Eindruck nach neuerlicher Lektüre so wiedergeben muß: Ich habe, neben einigen eher positiv anmutenden Psalmen, selten in einem Buch ein so großes Ausmaß an latentem und offenem Verlangen nach Gewalttätigkeit, nach unversöhnlicher Rache und Bestrafung, eingebettet in die Gesinnung einer - für mich kaum noch ermöglichen – Selbstgerechtigkeit angetroffen, die psychologisch völlig undifferenziert zwischen eigener Tugend und Gottgefälligkeit und abgründiger Verruchtheit des jeweils anderen, des „Frevlers“ usw. unterscheidet.
Es ist mir auch an dieser Stelle bewusst, wie unwahrscheinlich-provokativ und hart diese Aussage im Ohr eines jeden religiös „normal“ Sozialisierten , dem immer nur sehr selektive Ausschnitte der Bibel bzw. der Psalmen vermittelt wurden, klingen muß: ich werde wieder versuchen, diese Aussage durch exemplarische Zitate zu belegen, verbunden mit der Aufforderung, diese erste Provokation aufgrund der jeweiligen Zitate furch eigen lektüre zu objektivieren und zu überprüfen.
Da die Psalmen Gewalttätigkeit und Hass primär und am exzessivsten gegen Abweichler („Frevler“, Gottlose usw.) der eigenen Gruppe zum Ausdruck bringen, werde ich den Hauptbeleg für die entsprechende These führen,. Ich möchte verstehen, welche Einstellung und Gesinnung die Psalmen das „Gebetbuch“ auch für „Christus uns die jungen Kirche „, die Psalmen die „einen einzigartigen Eindruck in die innere Struktur der Offenbarung tun lassen, zum Krieg und zur Gewalt gegen ethisch Außengruppen propagieren.

Wie stark und durchgängig die Gesinnung kriegerischer Gewaltätigkeit in den Psalmen immer dann, wenn von Kriege die Rede ist, zum Ausdruck kommt, zeigen folgende Beispiele:
Schon der häufig in seinen Anfangsversen zitierte Psalm 2 „Warum toben die Völker...“ schließt an den zum König gesprochenen, von den Kirchen aber immer schon auf Christus hin umgedeuteten einleitenden Vers in bezeichnendem Sinne an Den Beschluß des Herrn will ich kundtun. Er sprach zu mir: mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt. Fordere von mir und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum. DU WIRST SIE ZERSCHLAGEN MIT EISERNER KEULE WIE KRÜGE; WIE KRÜGE AUS TON WIRST DU SIE ZERSCHLAGEN“ (Ps. 2;7-9). Auf diesen den ursprünglichen Text verfälschende Methode der Uminterpretation häufig aus dem Zusammenhang gerissener Texte, wie es schon das Neue Testament mit altestamentarischen Bibelstellen praktiziert, um „Prophezeiungen“ als erfüllt erscheinen zu lassen, eine Methode, die heute jedem Anfänger eines philologischen Studiums als „Todsünde“ angeprangert würde, soll hier wie auf viele andere mögliche textkritische Einwände gegen die Bibel und die daraus abgeleiteten Aussagen der christlichen Konfessionen nicht eingegangen werden

Psalm 3 führt in diesem Geiste fort: „...denn all meinen Feinden hast du den Kiefer zerschmettert...“ Psalm 9: „Ich will dir danken Herr, aus ganzem Herzen, verkünden will ich all deine WUNDER. Ich will JAUCHZEN und an dir mich FREUEN,...du hast die Völker bedroht, die Frevler vernichtet, ihre Namen gelöscht für immer und ewig. Die Feinde sind dahin, zerschlagen für immer, du hast STÄTE ENTVÖLKERT, ihr Ruhm ist versunken.“

Psalm 18, ein „Danklied des Königs“ : „Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein, ich kehre nicht um, BIS SIE VERNICHTET SIND...Ich schlage sie nieder; sie können sich nicht mehr erheben. Sie fallen und liegen unter meinen Füßen...Ich konnte die vernichten, die mich hassen. Sie schreien, doch hilft ihnen niemand, se schreien zum Herrn, doch er gibt keine Antwort. Ich zermalme sie zu Staub vor dem Wind, SCHÜTTE SIE AUF DIE STRASSE WIE UNRAT...Der Gott meines Heils sei hoch erhoben; denn Gott verschafft mir Vergeltung und unterwarf mir die Völker...“ (Ps. 18; 38,39,41-43,47,48). Ein entsprechendes Danklied stellt Psalm 21 dar: „Der Herr verschlingt sie“ – die Feinde – „im Zorn..., du wirst ihre Brut von der Erde vertilgen...“
Psalm 44;6 : „IIN DEINEM NAMEN ZERTRETEN WIR UNSERE GEGNER.“ Psalm 47;4 : „Er unterwirft uns Völker und zwingt Nationen unter unserer Füße.“ Psalm 56;8: „In deinem Zorn, oh Gott, wirf die Völker zu Boden!“ Aus dem ebenfalls beliebten und vielzitierten „messianischen“ Psalm 72, in dem für den eigenen König gebetet wird: „Er herrsche von Meer zu Meer, von Strom bis an die Enden der Erde. Vor ihm sollen seine Gegner sich beugen, Staub sollen lecken all seine Feinde...“ (Ps. 72;8,9).
In Psalm 82 betet der (fromme) Psalmist: „Mach es mit ihnen“ – (den Feinden) – „wie mit Midian und Sisea, wie mit Gabin am Bach Kischon, die du bei En-Dor vernichtet hast. Sie werden zum Dung für die Äcker...“ (Ps. 82;10,11). Im Psalm 106 wird bei der Aufzählung der Sünden Israels gegen den Herrn auch ausdrücklich eine Unterlassung genannt, die schon Mose in Zorn versetzte: „Sie rotteten die Völker nicht aus, WIE IHNEN DER HERR EINST BEFAHL“ (Ps. 196;34).
Auch der berühmte, häufig liturgisch und außerliturgisch zitierte Psalm 110 ist im Grunde von exzessiver Gewalttätigkeit (und Demütigung des Feindes) geprägt: „So spricht der Herr zu meinem Herrn: - Setze dich mir zur rechten, und ich lege dir deine FEINDE ALS SCHEMEL UNTER DIE FÜSSE...-„ (Ps. 110;1). Dann folgen die bekannten, häufig selektiv zitierten (u.a. in der Liturgie zu Weihnachten, dem Fest des Friedens) Verse 3 und 4 („...ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern...“, an die dann aber unmittelbar anschließt: „Der Herr steht dir zur Seite, er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes. Er hält Gericht unter den Völkern, ERHÄUFT DIE TOTEN, die Häupter zerschmettert er weithin auf Erden“ (Ps. 110; 5,6).
Auch die uns schon bekannte Gewalttätigkeit gegen Kinder fehlt nicht: „Tochter Bale, du Zerstörerin! Wohl dem, der dir heimzahlt, was du uns getan hast! WOHL DEM, DER DEINE KINDER PACKT UND SIE AM FELSEN ZERSCHMETTERT!“ (Ps. 137; 8,9). (Angesichts solcher und vieler anderer Stellen kommt mir, ich muß es gestehen, der von Theologen häufig gebrauchte Rat, man dürfe die Bibel nicht immer wörtlich nehmen, als Zynismus vor, sie möge es mir verzeihen!)
Diese Einstellung zur Gewalttätigkeit und Lebensvernichtung, zur Ermordung auch von Kindern, zeigt auch die immer wieder zu findende, auch von den alttestamentarischen wie kirchlich-christlichen Liturgien aufgenommene Preisung Gottes für die Tötung aller Erstgeborenen in Ägypten: „Halleluja! Lobt den namen des Herrn! Lobt den Herrn, denn er ist gütig! Singt und spielt seinem namen, denn er ist freundlich!...Er erschlug Ägyptens Erstgeburt neid, beim Menschen und beim Vieh...Er schlug viele Völker nieder...Gepriesen sei der Herr auf Zion, er, der thront in Jerusalem. Halleluja!“ (Ps. 135;1,3,8,10-21). „dankt dem Herrn, denn er ist gütig. Denn seine Hand währt ewig....Der allein große Wunder tut, denn seine Huld währt ewig...Der die Erstgeburt der Ägypter schlug, denn seinen Huld währt ewig...“ (Ps. 136; 1,410). Auch in Psalm 78 und 105 wird auf diese „Heilstat“ mit Genugtuung hingewiesen.
Die sonst ja um eine Änderung der unhaltbaren sozialen Zustände in Lateinamerika, einem seit Jahrhunderten genuin katholisch geprägten Subkontinent, verdiente und deshalb achtenswerte „Theologie der Befreiung“ sollte sich vielleicht einmal Gedanken machen, ob sie nicht den Teufel mit dem Belzebub austreiben will, wenn sie gerade den Auszug aus Ägypten als (mit allen seinen begleitenden Umständen?) biblisches Vorbild der von ihr angestrebten Befreiung propagiert, wie es etwa in vielgesungenen Liedern in Brasilien der Fall ist

Die Gesinnung kriegerischer Gewalttätigkeit und das Verlangen nach Vernichtung oder Unterjochung anderer Völker hält sich durch bis in die letzten Psalmen. Noch im Psalm 144 betet der Psalmist: „Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg“ (Ps. 144;1), und der ganze Psalter schließt vor dem letzten „Großen Halleluja“ mit den Versen „Im festlichen Glanz sollen die frommen frohlocken, auf ihren lagern jauchzen: Loblieder auf Gott in ihrem Mund, EIN ZWEISCHNEIDIGES SCHERT IN DER HAND, UM DIE VERGELTNG ZU VOLLZIEHEN AN DEN VÖLKERN an den Nationen das Strafgericht, um ihre Könige mit fesseln zu binden, ihre Fürsten mit eisernern Ketten, um Gericht über die zu halten, so wie sie geschrieben steht. HERRLICH IST DAS FÜR ALL SEINE FROMMEN. HALLELUJA!“ (Ps. 149: 5-9).

In der Bibel verarbeiten die alten Israeliten ein grausam-absurdes, leidvolles Geschehen zur „Sinnhaftigkeit“. Dabei aber entsteht eine gefährliche Logik: Gott als allmächtiger Lenker alles Geschehens muß auch der Urheber all dieser grauenhaften Geschehnisse sein; also können sie nicht schlecht sein

Liest man die Psalmen unbefangen und lässt die in ihnen in weiten Teilen zum Ausdruck kommende Gesinnung unkontrolliert primitiven, rachsüchtigen Hasses und egozentrischer Selbstgerechtigkeit unverstellt von theologischen Um- und Wegdeutungsversuche auf sich wirken, macht man sich an die allgemeine Akzeptanz, ja fast „weihevolle“ Verehrung gerade dieses Teiles der Bibel bewusst, so wird auch gerade hier wieder besonders erschütternd deutlich, welche unglaublichen Wirkungen, welche Verformungen und Verbiegungen (früh) kindliche Indoktrinationen, verstärkt durch psychologisch geschickt induzierte Ängste, auf menschliches Denken ausüben kann, wieweit Inhalte und Texte, die in anderem entrüstet zurückgewiesen würden, nicht nur akzeptiert werden, sondern darüber hinaus als „Gotteswort“ oder zumindest als erstrangige Weltliteratur (es gibt auch säkuralisierte indoktrinierte Erziehungsinhalte!) größter Verehrung teilhaftig werden.

Was muß darüber hinaus in einem Menschen vorgehen, wie muß ein Mensch geformt werden, der mit der oben angeführten Aufforderung Ernst macht und den Psalter als Gebetsbuch verwendet? Wird hier nicht spätestens der verräterische Ausdruck – häufig nur oberflächlich von unechter „Nächstenliebe“ verdeckt – von Feinseligkeit und Strafbedürfnis so vieler biblischer Fundamentalisten und „Orthodoxer“ verständlich?
Sollte nicht allmählich auch dem Letzten klar werden, dass die wirklich gewichtigen Einwände gegen die Bibel nicht so sehr naturwissenschaftlicher, sondern ethisch-moralischer und anthropologischer Art sind? Dass Gott die Welt nicht in sieben Tagen erschaffen hat, oder ob die Sonne stillstand oder nicht, stellen kaum die heutigen Probleme mit der Bibel dar – hier wird häufig noch gegen Ersatzargument, „Pappkameraden“, gekämpft -, sondern dass das ethisch-moralische Niveau des biblischen Gottes, der ja die Verkörperung des höchsten Gutes sein sollte, in vielen seiner Aussagen sich als so archaisch-inhuman erweist, dass es jedem heute lebenden Menschen nicht schwerfallen dürfte, eine Menge ihm bekannter MENSCHEN zu benennen, deren, bei allen aller geschehenen Schwächen und Mängeln, ethisch-moralisches Niveau das des biblischen Gottes bei weitem übersteigen dürfte. DAS ist doch der wesentliche Einwand, der sich ja bekanntlich nicht nur aus der Bibel speist, die hier die partiell grausame, inhumane Realität zu einem großen teil RICHTIG SPIEGELT, wenn auch INHUMAN-ARCHAISH INTERPRETIERT (Leiden und Übel als Strafen Gottes usw.), sondern genauso aus dem Faktum der unendlichen realen Leiden der Kreatur angesichts der Behauptung, es existiere ein zugleich allmächtiger, allwissender und die unendliche Liebe selbst verkörperndem gütiger Gott:
Das alte Problem der Theodizee, von den Kirchen oder sonstigen theistischen Apologeten bis heute eher verdrängt als gelöst. Denn nach wie vor besteht der alte Einwand in seiner ganzen Härte und ist nicht zurückgewiesen: Entweder ist Gott nicht allmächtig oder nicht die unendliche Liebe und Güte; denn wer möchte im ernst ein Wesen als ethisch höchste Instanz akzeptieren, das all das Leiden, das in der Vergangenheit und heute noch in der menschlichen (wie auch außermenschlichen) Kreatur in so unvorstellbar großem Maße geschieht, verhindern könnte und nichtverhindert oder gar selbst hervorruft („Ohne dessen Wille nichts geschieht“)? Eine die biblische Weltsicht so weitgehend verdüsternde Vorstellung, das Leiden der Kreatur als Strafe für Sünden zu interpretieren, vor allem auch nach einer so unendlich wertvollen Sühne, wie sie der Tod Christ nach Meinung aller christlichen Konfessionen darstellt, impliziert ebenfalls ein so inhuman-zurückgebliebenes Gottesbild, dass man sich darüber jedes weitere Wort ersparen kann

Hier, in der nicht ganz perfekten Ausführung eines Ausrottungsbefehls, lag auch der eigentliche Grund der Verwerfung Sauls; kaum ein Christ weiß dies, denn die schulischen Religionsbücher verbergen diesen Sachverhalt wie viele andere Peinlichkeiten mit einem schönen Bibelvers: „Sind dem Herrn etwa Brandopfer und Schlachtopfer lieber als der Gehorsam gegenüber seinen Befehlen? Wahrhaftig, Gehorsam ist besser als Opfer.“
(1 Sam. 15, 22).

Aber dieser biblische Gott liebt nicht nur die kriegerische Gewalt in ihren schlimmsten Auswüchsen, er ist auch ein Frauenverachtender Mistkerl, ein perverser Wahnsinniger, sondern ist auch ein geradezu strafwütiger Herr, der »seine Freude daran hat, euch auszutilgen und zu vernichten« (Dm. 28,63), der »weder mit Witwen noch Waisen Erbarmen hat« (Jes. 9,16), dessen »Gewand mit dem Blut« derjenigen »bespritzt« ist, die er zuvor »in seinem Grimm und Zorn zertreten und zerstampft hat«. (Jes. 63, 3).

Und der Sadismus dieser Strafen ist kaum noch zu überbieten: »Ihr eßt das Fleisch eurer Söhne und Töchter« (Lev. 26,29), um nur eine von vielen anderen angedrohten physischen und psychischen Strafen zu nennen. Die göttliche Anordnung grausam vollzogener Todesstrafen erstreckt sich auf ein sehr weites Feld, von der Verletzung von Ritualvorschriften über die Ausrottung ganzen Stadtbevölkerungen oder einzelner Menschen –

»Nimm alle Anführer des Volkes und spieße sie für den Herrn im Angesicht der Sonne auf Pfähle!« (Num. 25; 3, 4) - wegen der Teilnahme an fremden Kulten bis zu so schwerwiegenden sexuellen Abweichungen wie Geschlechtsverkehr während der Menstruation (Lev. 20,18), Homosexualität (Lev. 20, 13), von Ehebruch (z. B. Lev. 20, 10 und Dtn. 22, 22), sexuellen Beziehungen zu Verwandten (Lev. 20, 11—17) oder gar Verkehr mit Tieren (Ex. 22, 18; Lev. 20; 15, 16) ganz zu schweigen.

Eine junge Frau, deren Mann ihr vorwirft, nicht unberührt in die Ehe gegangen zu sein, und die »keine Beweisstücke für die Unberührtheit« beibringen kann, soll von den Männern ihrer Stadt vor der Tür ihres Vaterhauses gesteinigt werden (Dtn22) usw. usw.

Die Bibel, »eine Gebrauchsanweisung für unser Leben, die in jedem Alter, in allen Lebensfragen und Lebenslagen verwendbar ist« ? »Wer sie aufschlägt, findet sich schnell auf dem wahren Weg. Ich weiß, wovon ich spreche«?. Wir belassen es bei diesen wenigen Beispielen für die Qualität der Bibel als »Regel, Richter und Richtschnur«, verzichten hier auf andere göttliche Normierungen, etwa was das Gebiet der biblischen (Prügel-)Pädagogik oder der Toleranz gegenüber Andersgläubigen betrifft.

Und gegen diesen verdrängten Skandal der archaischen Inhumanität eines allseits gepriesenen und empfohlenen Buches helfen, soweit überhaupt wahrgenommen, auch die immer wieder gehörten Ausflüchte nicht hinweg: Hier geht es nicht um ein »fundamentalistisches« Wörtlichnehmen (so schlimm bei einem Gotteswort?), sondern um den Geist, die Gesinnung, die sich in den genannten und vielen anderen Texten äußert, auch nicht, noch einmal gesagt, um ein Aus-dem- Zusammenhang-Reißen oder einzelne »Betriebsunfälle«, denn auch der »Zusammenhang« ist schon so weitgehend inhuman, und über 1000 anführbare Stellen prägen den Gesamtcharakter dieser Heiligen Schrift so umfassend, daß man diesen Einwand nur schwer ernst nehmen kann.

Und daß diese Texte aus einer anderen, früheren historischen Epoche stammen, ist als Feststellung trivial, argumentativ kann sie nur zur Schlußfolgerung führen, daß sie für den heutigen Menschen nicht mehr als Quelle von Religiosität und Ethik akzeptierbar sind.
Aber treffen diese Feststellungen denn nicht nur auf das (böse = jüdische) »Alte« Testament zu?

Verhält es sich mit dem (christlichen = guten) Neuen Testament nicht ganz anders?. In noch viel stärkerem Maße bedeutet es, tief verankerte Tabus und Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen, wenn man aufzuzeigen versucht: Auch das Neue Testament ist, unter humanem
Standard gesehen, eine nicht weniger problematische Schrift. Was etwa die inhumane Grausamkeit von Strafen angeht,, so fällt es in seinen immer wieder ausgestoßenen Drohungen mit ewigen extremen Höllenstrafen noch hinter das Alte Testament zurück.

Denn eine nie endende qualvolle Bestrafung stellt das Extremste an Inhumanität und Grausamkeit dar, das ausgedacht werden kann.

Aber auch die Vermittlung eines Gottes (auch an Kinder!), der als Voraussetzung seiner Versöhnung - »Ohne daß Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung« (Hebr. 9, 22) -, des Erlasses der eigentlich verdienten ewigen Höllenstrafen, ausdrücklich die Kreuzigung, eine der grausamsten Hinrichtungsarten, wünscht, verlangt, eines Menschen, zu dem er gar noch in einem Vater-Kind- Verhältnis steht, bleibt hinter dem archaisch-inhumanen Charakter eines Großteils alttestamentarischer Texte nicht zurück.

All dies und viele andere extrem inhumane Implikationen hinderten und hindern bis heute viele Vertreter der deutschen intellektuellen und religiösen Szene nicht, das Loblied der Bibel zu singen. Während entmachtete Ideologien (Nationalsozialismus, Kommunismus) mutig kritisiert werden (zu Recht!), findet sich nach wie vor ein großes Maß an vorauseilendem Gehorsam und Beflissenheit, »Orthopraxie« (G. Anders) des durchschnittlichen deutschen Bildungsbürgers und Intellektuellen gegenüber noch mächtigen und einflußreichen Institutionen. (Etwa, wenn auch nicht nur, in den öffentlich-rechtlichen Medien: Welche großen Scheren in den Köpfen gerade von Fernseh- und Rundfunkjournalisten am Werk sind, kann nur der nachvollziehen, der provokante, tabubrechende Thesen vertritt.)

»Das Opfer des Intellekts, das einmal... bei Pascal oder Kierkegaard vom fortgeschrittensten Bewußtsein und um nicht weniger als den Preis des ganzen Lebens gebracht war, ist mittlerweile sozialisiert, und wer es bringt, ist dabei unbeschwert von Furcht und Zittern.« Halten wir die Provokation fest: Immer noch gründen wir wesentlichste Inhalte privater und gesellschaftlicher Religiosität und Moral auf ein nicht nur, aber doch in einem außerordentlich weitgehenden Umfang inhuman-archaiches Buch, übernehmen und konservieren wieder einmal oder immer noch Traditionen, die vor einem Mindeststandard humaner Ethik nicht näher zu rechtfertigen sind. Deutschland, immer noch ein Wintermärchen?
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die tiefe Seite von Hanns -dieter Hüsch gesammelt...., 4. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich stehe unter Gottes Schutz: Psalmen für Alletage (Broschiert)
Dankbar halte ich dieses Buch in meinen Händen.
Bereinigt von allem, was gefärbt und falsch erscheint: ein Mutmacher fürs Leben!
Für diese Verinnerlichung danke ich HD Hüsch posthum von ganzem Herzen...
Sage mir, wo dein Urgrund zu finden ist, und ich bin gklücklich, dieser rheinischen Seele begegnet zu sein,
weil in mir ein verwandte ebenfalls rheinische verankert ist!
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5.0 von 5 Sternen Ich stehe unter Gottes Schutz, 28. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ich stehe unter Gottes Schutz: Psalmen für Alletage (Broschiert)
Genau wie ich mir es vorgestellt habe. Konnte es gut in einer Seniorenfreizeit für meine Arbeit gebrauchen. Die Teilnehmer fanden es auch gut.
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Ich stehe unter Gottes Schutz: Psalmen für Alletage von Uwe Seidel (Broschiert - 2014)
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