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37 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Dinge neu betrachten, 26. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Wer Hitler mächtig machte: Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten (Taschenbuch)
Preparata erläutert auf gut leserlicher Art und Weise die komplexen Ursachen des Dritten Reiches gerade im Hinblick auf den geopolitischen Kontext des Deutschen Reiches seit 1900. Die üblichen Ursachenforschungen beleuchten nur die Faktoren, die in Deutschland selbst zu finden sind. Dabei sind stets viele Fragen offen geblieben und Tatsachen, wie z.B. die Zusammenarbeit der amerikanischen Wirtschaft mit dem Nazi-Regime, wurden nur am Rande erwähnt.

Er geht von der Annahme aus, dass anglo-amerikanische Eliten seit ca. 1900 die Zerstörung Deutschlands aus geopolitischen Gründen systematisch geplant und bewusst beide Weltkriege gewollt haben. Auch eine Annäherung des Deutschen Reiches an Russland sollte unbedingt verhindert werden. Da nach dem 1. WK das Deutsche Reich nicht besetzt werden konnte, musste ein zweiter Krieg her, der das deutsche Reich vollständig zerstört. Um aber einen solchen Krieg zu entfachen, wurden in vielen kleinen Schritten und über einen sehr langen Zeitraum Bedingungen geschaffen, die den Aufstieg Hitlers fundamental begünstigten. Man brauchte jemanden wie Hitler, der auch aus Rache wegen des Versailler Vertrages einen Krieg anzettelte. Somit konnten GB und USA die Deutschen später bequem als Aggressoren darstellen. Preparata stellt hierbei die These auf, dass die Nazis ohne diese Maßnahmen nicht an die Macht gekommen wären. Nach seiner Ansicht war es der entscheidende Faktor. Es sollte aber nicht so verstanden werden, dass Hitler etwa Befehlsempfänger gewesen wäre.

Preparatas Werk glänzt durch ein detailliertes Verständnis wirtschaftlicher Zusammenhänge, ein Wissen, dass bei den meisten Historikern in akademischen Kreisen nicht zu finden ist. In brillianter Weise macht er deutlich, dass das moderne Finanzsystem das eigentliche Werkzeug der Regierenden ist. Da die meisten Menschen dieses System nicht verstehen, erkennen sie nicht, dass ihre sog. Demokratie nur ein Marionettentheater ist. Die Schaltstellen der Macht liegen bei den Banken und Unternehmen. Die Relevanz für die Gegenwart könnte nicht deutlicher sein.

Dieses Werk zu lesen ist sicher nicht leicht. Es ist schon schlimm genug, dass das deutsche Volk sich hat von Hitler mitreißen lassen und damit unendliches Leid in die Welt brachte. Es kommt aber nun hinzu, dass damals niemand in Mitteleuropa verstanden hat, welches Spiel mit den Deutschen gespielt wurde. Somit ist dieses Werk alles andere als eine Möglichkeit, dass die Deutschen nun den Schuldigen woanders suchen oder diese Zusammenhänge gar als Entschuldigung gebrauchen könnten. Denn letztlich hat niemand das deutsche Volk gezwungen, sich Hitler anzuschließen. Es ist somit doppelt schmerzhaft, weil niemandem es gelang, das Ränkespiel der Anglo-Amerikaner zu verhindern. Somit kann dieses Werk dazu beitragen, dass wir Deutschen den schmerzhaftesten und schicksalhaftesten Teil unserer Geschichte neu aufarbeiten. Es wird höchste Zeit, dass Deutschland sich aus seinem faktischen Vassallentum gegenüber den USA, in dem es sich seit dem Ende des 2.WK befindet, loslöst. Der Vasallenstaat BRD ist bis heute mitnichten ein souveränder Staat.

Dieses Werk bietet weiterhin einen Einblick in die Arbeitsweisen des anglo-amerikanischen Imperiums. Auch die Geschichte nach 1945 lässt sich auf dieser Grundlage besser verstehen. Dieses Imperium schafft es bis heute durch die sog. ''Strategie der Spannung'' d.h. der bewussten Förderung von Konflikten und anderen chaotisierenden Maßnahmen, seine imperialen Ziele durchzusetzen. Ziel dieser Leute ist es, die Kontrolle über den zentralasiatischen Raum zu erlangen. Dabei gilt es, auf dem eurasischen Festland Bündnisse zwischen vielen Nationen zu verhindern. Denn solche Bündnisse wären ein Hindernis für die Hegemonie der Seemächte GB und USA. Mit Deutschland wurde 1945 ein großer Konkurrent aus dem Weg geräumt, der im Bündnis mit Russland eine große Gefahr für die Vormachtstellung der Briten bzw. der US-Amerikaner gewesen wäre. Der Aspekt ''Rohstoffsicherung'' spielt letztendlich auch eine wichtige Rolle in diesen geopolitischen Überlegungen.
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52 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer Hitler mächtig mochte, 2. April 2010
Von 
Thomas Dunskus (Faleyras, France) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wer Hitler mächtig machte: Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten (Taschenbuch)
Diese Besprechung beruht auf der englischsprachigen Ausgabe "Conjuring Hitler'"

Der wohlgesinnte Leser stellt mit Erstaunen fest, dass deutsche Behörden, die ja dazu aufgerufen sind, den deutschen Bürger vor unguten Enflüssen zu schützen, hier ganz offensichtlich versagt haben, wobei man ihnen allerdings zugute halten muss, dass vielleicht ihr Schulenglisch ihnen nicht erlaubt hat, den Text in seiner ganzen Tragweite zu erfassen. Nun liegt eine deutsche Fassung vor und man darf gespannt sein. Außerdem stellt die komplizierte Argumentation des Autors hohe Ansprüche an die Vorbildung des Lesers in volkswirtschaftlicher und historischer Hinsicht.

Die Gefahr, die von diesem Werk ausgeht, besteht darin, dass dem Leser die Sicherheit eines schlechten Gewissens genommen wird, die ihn bislang in dem Glauben gewiegt hat, es gehe in der Welt halbwegs gerecht zu und Schicksalsschläge seien im allgemeinen auf eigene ungute Handlungen zurückzuführen und mithin vermeidbar, wenn man sich nur moralisch untadelig verhält.

Zugegeben, der Verfasser macht es seinem Leser nicht leicht und so wird seine Leserschaft im deutschen Raum trotz der Übersetzung wohl begrenzt bleiben, obwohl das Buch eine sehr gute sachliche Ergänzung zu dem jüngsten Buch von Patrick Buchanan "Churchill, Hitler and the unnnecessary war" darstellt (es liegt auch in einer deutschen Fassung vor), welches die politischen Ereignisse der ersten Hälfte des 20. Jahhunderts anhand einer großen Anzahl von Zitaten bedeutender Akteure beleuchtet und ebenfalls zu recht erstaunlichen und für den deutschen Normalbürger überraschenden Aussagen kommt, die schon im Titel und Untertitel zum Ausdruck kommen.

Preparata unternimmt in seinem Buch den Nachweis, dass der dreißgjährige Konflikt, der Europa in der besagten Periode erschüttert hat, im wesentlichen auf einer stillschweigenden Grundhaltung politisch und finanziell einflussreicher Kreise in England beruhte, die zeitlich und räumlich in imperialen Kategorien zu denken gewohnt waren; ihr Ziel war die Verhinderung jedweder Gefährdung des britischen Weltreiches durch die mögliche Bildung einer großeuropäischen Landmacht, vor allem in Gestalt einer deutsch-russischen Verbindung.

Beim Lesen des Buches hat man zwar immer wieder das Gefühl, dass es hier um ein Verschwörungsmodell geht, mit dem die Thesen des Autors gestützt werden soll, jedoch muss man sich vor Augen halten, dass die britische Elite nicht unbedingt eine bewusst verschworene Gruppe ausbilden musste, um den gleichen Effekt zu erreichen, war sie doch auf Grund von Herkunft und Ausbildung von vornherein schon quasi eine homogene Mannschaft, die zudem noch starke verwandschaftliche Bindungen hatte, so waren Anthony Eden und Bertrand Russell Vettern, Anthony Eden heiratete in zweiter Ehe eine Nichte von Winston Churchill und war ein entfernter Vetter von T.E. Lawrence (of Arabia), Bertrand Russell, ebenfalls ein Verwandter von T.E. war ein guter Freund von E.M. Forster und D.H. Lawrence usw.

Unter Heranziehung von in Umfang und Art beeindruckenden Quellen, unter denen man immer wieder auf so unterschiedliche Autoren wie Goethe und Gromyko, Gallo und Degrelle, Hölderlin und François-Poncet, aber auch auf Erzberger und Joachim Fest, Hjalmar Schacht, David Irving,Trotzki oder Ernst Toller stößt, zieht Preparata einen Faden, der den Leser durch das Labyrinth der Weltwirtschaft und der großen Politik in der Zeit zwischen den beiden großen Kriegen führt. Seine Grundthese dabei ist, dass von englischer Seite aus eine kleine Gruppe von Männern in jenen Jahren die wesentlichen Ereignisse politischer und wirtschaftlicher Natur in der Welt immer wieder in eine Richtung geleitet hat, deren unverrückbarer Zielpunkt die endgültige Zerstörung und Ausschaltung Deutschlands als Faktor in Europa war.

Der Weg dazu war nie eine grade Linie, sondern führte über sonderbare Umwege (wie den Dawes- und Youngplan, den Goldstandard, über die Krise von 1929, über die Finanzierung der NSDAP, über vertragliche Abmachungen mit dem 3. Reich, über die Lieferung von Rohstoffen und Industriegütern an die wiedererstarkende Wehrmacht u.v.a.m.), die begangen werden mussten, um Deutschland zunächst wirtschaftlich wiederaufzubauen und damit in eine Lage zu versetzen, in der sich das Land wieder bewaffnen konnte, es sodann zu destabilisieren, sodass es sich einem charismatischen Führer anvertrauen konnte, der dann in einer Reihe von Maßnahmen die in Versailles beschlossene Situation des Landes berichtigen sollte, um im geeigneten Moment als Aggressor dargestellt und nun endgültig besiegt zu werden.

Der Verfasser beruft sich dabei immer wieder auf die Thesen von Thorstein Veblen, eines amerikanischen Volkswirtschaftlers norwegischer Herkunft, der eine solche Entwicklung schon vom 1. Weltkrieg an vorausgesagt hat.

Zu den politischen Mitteln gehörten immer wieder geheime Zusagen, die britische Politiker anderen Nationen machten, etwa dass man Frankreich in einem Krieg zu unterstützen würde, oder die schicksalhafte Aufdrängung einer britischen Garantie, die Polen 1939 in die Lage versetzte, einen Krieg in Europa auszulösen, in den sich dann England automatisch einschalten musste, um ihn zu einem Weltbrand auszuweiten.

Diese und viele andere Aspekte des Buches dürften von einem Teil der vermutlich geringen Anzahl der deutschen Leser sicherlich als absurd verworfen werden, dem Rest der Leserschaft jedoch sehr viel Stoff zum Nachdenken verschaffen und ihn anregen, wenigstens einen Teil der Literatur die Preparata anführt, näher zu studieren, um sich eine eigene Meinung über diese sehr kontroversiellen aber äußerst wichtigen Fragen zu bilden.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für alle politischen Entscheidungsträger, 13. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Wer Hitler mächtig machte: Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten (Taschenbuch)
Guido Giacomo Preparata:
Wer Hitler mächtig machte.
Wie britisch-amerikanische Finanzeliten
dem Dritten Reich den Weg bereiteten.
3. Auflage, September 2012

Lohnt es sich, die fast 400 Seiten zur Frage „Wer Hitler mächtig machte“ durchzuackern? Antwort: Ja, wenn man an (inoffizieller) Weltgeschichte interessiert ist und wenn man unbedingt wissen möchte, warum der 11. September 2001 ein Ereignis markiert, das bis heute ungeklärt ist und den Tatverdacht auf die US-Administration selbst lenkt (inside-job). Wie dem Nachwort Preparatas zu entnehmen ist, war exakt dieses Ereignis ausschlaggebend für seine akribische Recherche nach den wahren Hintergründen der offiziellen Weltpolitik, wie sie der durchschnittlich (des)informierte Normalbürger versteht.
Seine umfangreiche Darstellung bisher verborgener oder kaum beachteter Schachzüge (Titelbild) holt in der Geschichte weit aus und geht zurück bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach der Auswertung von (nach eigenen Angaben) mehr als 300 Veröffentlichungen zur Geschichte dieser Epoche präsentiert der Autor dann einen wuchtigen Fundus an geheimdiplomatischen Machenschaften, die allesamt seine Kernthese stützen: Hitlers Aufstieg war zu einem beträchtlichen Teil das Kalkül und das Werk der englischen bzw. anglo-amerikanischen Weltpolitik, die in ihren Grundzügen bereits vor dem Ersten Weltkrieg entworfen wurde und langfristig auf einen destabilisierten Korridor, einen Keil zwischen Europa und Asien hinarbeitete, genauer: zwischen den möglichen Bündnispartnern Deutschland und Russland.
Vor allem Hitlerdeutschland wurde demnach bis 1939 finanziell und technisch von dem Tandem UK/USA unterstützt, um die beabsichtigte Zerschlagung des Bolschewismus (Sowjetunion) halbwegs realistisch erscheinen zu lassen. Nachdem dieses Kalkül mit dem Überfall auf Russland im Juni 1941 dann tatsächlich aufging, überließen die westlichen Alliierten die Rote Armee noch drei Jahre lang dem blutigen Gemetzel an der Ostfront: Stalins Hilfeersuchen im Juli 1941 wurde von Churchill konsequent abgelehnt. Damit war erreicht, was Preparata als langfristige Strategie des anglo-amerikanischen Blocks anprangert: die gegenseitige Vernichtung der beiden Hauptkonkurrenten auf der eurasischen Platte.
Aufgrund dieser provokanten These, die sich inzwischen auch durch die jüngsten Intrigen und Kriegshandlungen der USA/UK im Nahen Osten zu bestätigen scheint, geriet Preparata auch persönlich in große Schwierigkeiten, da ihm in einer konzertierten Aktion aufgebrachter US-amerikanischer Lehrstuhlinhaber seine professorale Beförderung zunächst versagt wurde. Der Vorwurf des unwissenschaftlichen Arbeitens blieb jedoch ohne Beweis: Keine einzige These seines Buches konnte von den akademischen Gegnern widerlegt werden.
Aber auch hierzulande wird Preparata argwöhnisch betrachtet, wird ihm von der heutigen Linken gar eine ideologische Nähe zur Neuen Rechten bzw. den Neonazis unterstellt. Während Letztere in seinen Ausführungen eine dort nicht zu findende Absolution ihres noch immer verehrten Führers suchen, distanziert sich das linke Spektrum eben der vermuteten Rechtslastigkeit wegen von dem Autor. Seine Belege für Bankgeschäfte der Bush-Sippe mit Hitlerdeutschland bzw. der Waffenschmiede Thyssen (bis zum Jahr 1934) werden mit einem Achselzucken als „längst bekannt“ abgehakt („Kapitalismus eben“).
Auf die personellen Verflechtungen und Interessengruppen geht man nicht ein und rümpft die Nase, weil Preparata ganz vereinzelt zu untergeordneten Fragen auch Veröffentlichungen von Autoren aus dem rechten Spektrum (z. B. Irving) hinzugezogen hat und weil er an einer Stelle seines Werkes den kometenhaften Aufstieg Hitlers auch auf esoterische und religiöse Bestandteile des NS-Regimes zurückführt, die es allerdings – so der Autor – noch zu erforschen gelte. Hier adoptieren dann esoterische Gruppen seine Thesen und fühlen sich in der Annahme einer gigantischen Weltverschwörung bestätigt. Damit unterliegen sie jedoch dem Irrtum der absoluten Berechenbarkeit politischer Entwicklungen. Der Hitlerfaschismus hätte dem United Kingdom schließlich gefährlicher werden können als geplant.
Die Frage ist, ob sich Churchill und andere UK-Strippenzieher bewusst auf solch ein Risiko eingelassen haben. Das jedenfalls unterstellt Preparata in seinem umfangreichen Buch zu diesem Thema.
Trotz seiner überaus peniblen Darstellung entsprechender Absichten auf britischer Seite bleibt daher ein Rest Ungewissheit. Dabei darf die Kernthese der intriganten und imperialistischen UK/USA-Strippenzieherei in der Weltpolitik des 20. Jahrhunderts durchaus so stehen bleiben und es scheint heutzutage überaus angebracht, die Historie auch mehr unter dem Blickwinkel Preparatas zu beleuchten. Dann macht auch die Annahme einen Sinn, dass der Einsturz der Zwillingstürme in New York etwas anderes war als ein unerwarteter terroristischer Angriff auf die USA.
So schließt sich der Kreis zur Initialzündung am 11. 9. 2001 (nine-eleven) und zur anglo-amerikanischen Politik des 21. Jahrhunderts, in dem dieser Block des „demokratischen Imperialismus“ (Preparata) in konzertierter Aktion den halben Erdball mit neuen Feindbildern (Islamismus), Intrigen, Spionage (NSA) und Bombardements (Irak, Libyen etc.) überzieht und destabilisiert: divide et impera (teile und herrsche).
Obwohl das Buch als ein gelungener Versuch gewertet werden muss, bestimmende und bisher unbeachtete Interessenkonflikte der Weltpolitik zu diskutieren, wird es hier in Deutschland wohl nur einen ausgewählten Leserkreis finden. Das schätzt auch Preparata selbst so ein, denn er ist über die propagandistische Degradierung des einstigen deutschen Herrenmenschen zum nichtswürdigen „willigen Vollstrecker“ bestens informiert.
Und weil sich „der Russe“ bereits 1917 als Bolschewik per se ins Abseits bürgerlicher Moralvorstellungen begeben hat, sind letztlich – so könnte man Preparatas Aussagen ergänzen – die beiden Erzfeinde des UK-Imperiums (Deutschland und Russland) in ihrer Niederlage gegen die moralischen Sieger der anglo-amerikanischen Bourgeoisie doch noch vereint: als Untermenschen, für Generationen mit dem Makel weltanschaulicher und ethischer Unzulänglichkeit behaftet.
Gerade weil das Buch in der aktuellen Standortfindung kritischer Zeitgenossen eine wichtige Wegmarke ist, hat es eigentlich fünf Sterne verdient. Als Veröffentlichung für einen breiten Leserkreis hätte es allerdings gestrafft werden müssen, besonders in der ersten Hälfte. Deshalb gebe ich dem Buch vier Sterne, was immer noch Anreiz genug sein dürfte, es zu kaufen und zu lesen.

August 2014
Bernd H. Schoeps
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch hat Feinde, das ist natürlich!, 15. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer Hitler mächtig machte: Wie britisch-amerikanische Finanzeliten dem Dritten Reich den Weg bereiteten (Taschenbuch)
Die kleinen Fehler in der Übersetzung stören in keinster Weise, wenn man den Hintergrund der Betrachtung kennt, dies ist die Freiwirtschaft eines Silvio Gesell, seine Feinde befinden sich bei den Kommunisten als auch bei den Kapitalisten aber diese Geld und Wirtschaftstheorie erklärt die Welt bestens. Wie und von wen Hitler finanziert wird, welche Interessen dahinterliegen, wie Kriege fiskalisch vorbereitet werden, warum die Schuld nicht bei den Völkern liegt sondern in einem Geldsystem das diese Kriege erzwingt zum Selbsterhalt, die notwendigen Figuren werden dazu aufgebaut. Eine notwendige Betrachtung, die vielleicht nur ein Amerikaner schreiben kann.
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