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am 20. Januar 2012
In Nächten, die nicht schlafbar und an Tagen, die unaufstehlich sind, sollte man zu diesem verstörenden Buch greifen. Warum? Darum: Im sehenswerten, weil kraftvollen Film 'Leolo' diente genau dieses Buch als ausgleichende Unterlage für einen Wackeltisch und war für den kleinen Protagonisten der Handlung die einzig zugängliche Lektüre. Das Buchlesen brachte Geselligkeit in seine gefühlte Einsamkeit. Leo und Bérénice, die wiederum minderjährige Hauptheldin im Buch, sind keine wirklichen, aber Geschwister im Geiste. Beide erleben ihre Umwelt aus einer fast autistischen Distanz, beargwöhnen Normalitäten, leben im zynischen Missklang ihren Alltag, wobei Bérénice weitaus drastischere Formen entwickelt, sich von den Aufgeregtheiten des Familienbetriebes zu introvertieren, ihre Mitmenschen zu verachten, zu düpieren, sich ihnen mit erhobenem Mittelfinger zu verweigern. Mit denen möchte sie partout kein WIR bilden. Nähe und Zuneigung vermag niemand ihr gegenüber entwickeln zu können bzw. zu dürfen; mentale Streichelei wird brüsk abgewiesen. Mit Ausnahme ihres Bruders Christian, allerdings unterliegt auch dieses Miteinander einem launigen Wechselspiel ihrer Gefühlslagen. Frostklirrende Gedankensplitter zieht sie wie blutige Scherben aus ihrem Kopf und schockt damit; mit Konsequenz ist sie voller Abscheu und bizarrer Ideen. Auf dem Trübsal-Karussell erscheint für sie ein Bremshebel nicht in Reichweite; wie gern möchte man sie enträtseln, wonach sie sich sehnt, was sie aufheitern würde, ob Glück für sie ein überschätztes Wort für närrische Trottel ist. Doch solch Annäherungsversuch wäre eine Verletzung der von ihr gezogenen Bannmeile. Bei ihr korrelieren Sehnsucht & Freiheit mit der Dimension von Henne & Ei.
Ja stimmt, das alles liest sich wenig sympathisch, nahezu unerträglich. Doch, die feinsinnige Beobachtungsgabe, die Nüchternheit, die Klarheit ihrer Phantasie wirken faszinierend, Lebenswut und Lebenswucht scheinen sich zu bedingen. Beim verrückten Träumen unterm Himmelszelt werden Bruchbuden zu Luftschlössern und umgekehrt.
Handlung und handelnde Personen treten nur hintergründig und auf Nebenschauplätzen in Erscheinung, der Leser wird Zeuge des rebellischen Erwachsenwerdens, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wahrscheinlich ist die Hauptheldin pessimistisch veranlagt, aber die Beweislage dafür ist dünn. Depressiv rasseln immer wieder Sätze wie Fallbeile in das Geschehen wie z. B. "Ich bin fest entschlossen, mich sterben zu lassen." oder "Ich bin die Verrückte, die in mir eingesperrt ist!", auch als Art Selbsterkenntnis zu verstehen.
Die anregende Poesie des Autors Réjean Ducharme ist eine finstere Erkundungsreise in das Innenleben eines heranwachsenden Mädchens, bei der er eine messerscharfe Sprache zwischen den Buchdeckeln entfaltet, die sich nicht in Phrasen abwetzt, sondern Metaphern dengelt, die mit sanfter Klinge manch gefälliger Prosa noch den Schneid abkauft.
Auf die Frage, ob sie weint, würde Bérénice sicher ruppig erwidern 'Nein, ich taue.' Und dabei hätte sie sogar irgendwie Recht. Gefühle sind eben nie eiskalt. Das Buch wird nicht jedermanns Sache sein, empfehlenswert ist es für diejenigen, die an die Kraft der Worte glauben, dem Wort CHARME und den Worten von DUCHARME viele Deutungen abgewinnen können...
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am 15. Dezember 2014
Wenn ich träume, dann bin ich..in diesem Buch. Die Macht der Worte kann verwirren, verwundern und verzaubern. Dieses Buch wird nicht jeden in sein Herz lassen, aber wer den Zugang bekommt wird es nie vergessen. Lassen Sie sich auf dieses kleine Risiko ein!
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am 12. April 2015
Was für ein magisches Buch! Sensibel kämpferisch poetisch authentisch lustig spannend einfühlsam weise eindrucksvoll sprachgewaltig anrührend. Kaufen! Lesen! Freuen! Weitergeben!
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