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Ochsenbein: Erfinder der modernen Schweiz.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Mai 2011
Krimis gehören nicht zu meiner Lektüre, denn Hochspannung findet man in der Geschichte, z.B. in der Biographie über Ulrich Ochsenbein von Rolf Holenstein.

1. Von singulärer Bedeutung

Die politische Schweiz, wie wir sie kennen, war in ihren Anfängen oft eine prekäre Angelegenheit, ein schlimme Wendung lag oft nur Millimeter entfernt, eine Wendung, in der der es um Sein oder Nichtsein der Schweiz ging, wie wir sie kennen. In diesen Momenten gab es glücklicherweise Ulrich Ochsenbein, ein Mann mit einer Vision, mit Mut und Hartnäckichkeit, mit Flexibilität auf der taktischen Ebene, intelligent, pragmatisch, grundsolid und ehrlich, ein glänzender Redner mit viel politischem Geschick. Er steuerte das Projekt liberale, demokratische Schweiz durch alle Untiefen fast im Alleingang. Ohne ihn wäre es kaum so gekommen. Kein Anderer war so bedeutend für die moderne Schweiz.

2. Vater der modernen Schweiz

Und dieser Mann war 1848 Präsident des Kantons Bern und Bundespräsident, weil just in dieser Zeit das rotierende Vorortspräsidium bei Bern lag. Und er sass an den Schalthebeln, als es um die neue Verfassung ging mit einem Zweikammersystem, mit der Freizügigkeit, den Grundrechten und mit einem Verfassungsreferendum, damit künftig für eine Änderung der Verfassung kein Bürgerkrieg mehr nötig war.

3. Moralisch turmhoch überlegen

Nicht durchsetzen konnte er die Freizügigkeit auch für die Juden, was er wollte und er setzte sich nicht durch mit einem Bundesratssitz für die Sonderbundskantone, was erst kurz nach seinem Tod geschah. In diesen beiden Punkten zeigt sich, dass er moralisch über allen thronte, den Ausgleich suchte, Fairness für alle forderte, es zeigt sich einer, der ungewöhnlich weit über das ererbte Denken hinausging. Später forderte er noch das Proporzsystem für Wahlen.

4. Ein gutes und nötiges Buch

Holensteins Biographie erzählt diese Geschichte fakten- und quellentreu, detailreich und schon damit ergibt sich eine enorme Spannung. Sein Text ist als aktuell kenntlich, formal und durch das Erschliessen neuer Quellen. Es ist ein gutes und nötiges Buch. Nötig auch, weil sich die frühen Biographen aus seinen Gegnern rekrutierten. Ausserdem wirft das Buch Licht auf die europäischen Zusammenhänge. Dank an Rolf Holenstein, der diese grosse Mühe auf sich genommen hat.(Fast 1/4 des Buches sind Quellenverweise und Anmerkungen.)

5. Statuen für Ochsenbein!

Holenstein macht deutlich: Für Ochsenbein, der auch in der ersten Regierung der neuen Schweiz sass, gehört ein Denkmal in jeder grösseren Schweizer Stadt aufgestellt, so wie Garibaldi und Mazzini in Italien überall verewigt sind und so wie die Urväter der USA in Stein gemeisselt sind.

Das Escher-Denkmal vor dem Bahnhof Zürich gehörte eigentlich Ochsenbein! So wäre es, wenn es unter den Zürchern einen gegeben hätte, der sein Format aufwies. Escher kann umziehen auf den Bürkliplatz, an den See vor seine Gründung, der Zürich-Versicherung, oder noch besser auf den Paradeplatz, vor seine Gründung, der Crédit-Suisse.

6. Zwingende Lektüre

Wer sich für die Schweiz als politisches Projekt interessiert, der kommt um dieses Buch nicht herum. Es ist spannend und hochinteressant!
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Oktober 2009
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für jeden Schweizer und jeden Möchtegernschweizer sein. Vor allem sollten dieses Buch unsere obersten Politiker lesen. Vielleicht würden Sie dann unser Land mit mehr Weitsicht in die Zukunft führen!
Es ist geradezu ein Skandal, dass Ulrich Ochsenbein in der Vergangenheit so schlecht dargestellt wurde. Er hatte schon zu Lebzeiten nie eine Lobby. Er hat für unser Land gearbeitet und hart gekämpft. Ohne ihn wäre die Schweiz nicht die heutige Schweiz. Es wäre eher wie Ghadhafi es wünscht, wir wären auf unsere leidigen Nachbarn und Steuerhöllen aufgeteilt! Ich gehe davon aus, dass sich andere damalige Personen durch die Attacken gegen U. Ochsenbein besser in der Geschichte darzustellen versuchten, als sie es in Wahrheit waren. Mit Fingern auf Andere zeigen, das lenkt von den eigenen Unzulänglichkeiten und Mängeln ab. Neid ist ein schlechter Ratgeber.
Dieses Buch liest man nicht, man verschlingt es!
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