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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der großen geistigen Gestalten des Mittelalters rückt uns näher, 13. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Der grenzenlos Barmherzige: Das spirituelle Leben und Denken des Ibn Arabi (Taschenbuch)
In kürzester Zeit hat sich der Chalice-Verlag mit seinen Publikationen von Texten Ibn Arabis zu einem Kompetenzzentrum für die deutschsprachige Rezeption dieses Mystikers entwickelt. Nur folgerichtig, dass auch die erste deutschsprachige Biografie - es handelt sich um die Übersetzung des von Stephen Hirtenstein 1999 vorgelegten Werks - in diesem Verlag erscheint. Das Buch ist, um es gleich vorweg zu sagen, für Kenner Ibn Arabis überaus bereichernd und als Einstieg für jene, die sich diesem herausragenden Geist nähern wollen, bestens geeignet.

Leben und Denken hängen bei diesem Mystiker ja aufs Innigste zusammen, und zwar derart eng, dass Ibn Arabi selbst unzählige autobiografische Anekdoten in sein Werk bewusst integriert hat. Sie sind Teil seiner Lehre. Geschickt lässt Hirtenstein die biografischen Kapitel im engeren Sinne - in denen auch der historische und geistesgeschichtliche Hintergrund beleuchtet wird - mit Kapiteln abwechseln, in denen grundsätzliche metaphysische Aspekte seines Denkens (z.B. »Von Liebe und Schönheit«) zur Sprache kommen. Diese Passagen verdienen es durchaus, nicht nur bloß gelesen, sondern auch aufmerksam studiert zu werden. Es ist Hirtenstein zu danken, dass er sehr viele Originalzitate in den Text eingeflochten hat, um dem Leser den besonderen Geschmack (dhawq) von Ibn Arabis Denken unmittelbar nahe zu bringen.

Konsequent rückt dieses Buch die Universalität Ibn Arabis ins Blickfeld. Nicht nur hat er in einem äußerlichen Sinn den Westen (Andalusien) wie den Osten (Arabien) bereist. Er hat das jahrhundertealte Wissen der islamischen Mystik zusammengefasst und aus dieser Vogelsperspektive den beschränkten Horizont der Orthodoxie weit hinter sich gelassen. Nicht umsonst liegt das Zentrum heutiger Ibn Arabi Forschung im Westen und zwar in einem Umfeld, das eher wissenschaftlich als mystisch orientiert ist.

Auch Ibn Arabis Leben kann als universell angesehen werden, wir erfahren ihn als mystischen Einsiedler und Asketen, aber auch als Liebenden, Familienvater und Ratgeber mächtiger Fürsten. Die Rolle der Frauen in Ibn Arabis Leben (bzw. die Rolle des Weiblichen in seinem Denken) freilich wird von Hirtenstein nicht ganz angemessen gewürdigt. Fatima bint Ibn al-Muthanna, die in seiner Jugend eine bedeutende Rolle als spirituelle Lehrerin gespielt haben muss, wird nur kurz erwähnt und die schöne Nizam, von der man sagt, sie hätte für Ibn Arabi dieselbe Bedeutung gehabt wie Beatrice für Dante, erscheint eher als Randfigur. Wer sich für diesen Aspekt näher interessiert, wird auf die Monographien von Alma Giese und Claude Addas zurückgreifen oder auf Ibn Arabis demnächst im Chalice-Verlag erscheinende »Abhandlung über die Liebe« warten müssen.

In den vielen Zitaten leuchten auch die rein schriftstellerischen Qualitäten dieses Mystikers auf. (Sie sind derart herausragend, dass ein türkischer Schriftsteller kürzlich eine Art biografischen Roman hat schreiben können, der einigermaßen unverfroren große Textblöcke aus Ibn Arabis Schriften wörtlich übernimmt!) Er selbst berichtet in diesem Zusammenhang eine eindrückliche Vision (in der ein merkwürdiges Fabeltier vorkommt), die ihn »dazu brachte, mich poetisch auszudrücken ... Da wusste ich, dass meine Worte den Osten und den Westen erreichen würden ... Seit damals hat jene Inspiration nie mehr aufgehört.« Der Schlüssel für die Universalität Ibn Arabis liegt also in der poetischen Kraft seines Denkens!

Das Buch ist liebevoll mit farbigen Landkarten und vielen Abbildungen von Originalschauplätzen ausgestattet. Das anrührendste Foto findet sich am Schluss: Ibn Arabis schlichtes Grab in Damaskus, um das herum Kinder (die er so sehr liebte) unbekümmert spielen.
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5.0 von 5 Sternen Grenzenlose Barmherzigkeit, 7. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der grenzenlos Barmherzige: Das spirituelle Leben und Denken des Ibn Arabi (Taschenbuch)
Allein der Titel ruft eine tiefe Sehnsucht nach dieser Gotteserfahrung hervor. Das Buch ist nicht leicht zu lesen, aber von einer Tiefe, die erarbeitet werden möchte. Unabhängig vom intellektuellen Verstehen berührt die Zeilen des weisen Autors das menschliche Herz, wenn er sich darauf einlässt.
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Der grenzenlos Barmherzige: Das spirituelle Leben und Denken des Ibn Arabi
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