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„Somme – die Weltgeschichte kennt kein grauenvolleres Wort. Alles, was ich jetzt wiederhabe – Bett Kaffee, Nachtruhe, Wasser -, alles kommt mir fremd vor, als hätte ich das Recht darauf verloren. Und doch waren es nur acht Tage. Das Leben ist ein Geschenk. Wenn ich das alles nicht gesehen hätte! Wir fühlen erst langsam, wer nicht mehr unter uns ist. Es fehlen so viele. Manche gingen früher, die man vergaß. Wer neben mir fiel, den vergesse ich nie. Ich habe noch den fünften Teil meines Zuges. Die Besten fielen.“
Es sind solche bedrückenden, an prominenter Stelle in Vor- und Nachsatz des Buches publizierten Auszüge aus den „Kriegsbriefen gefallener Studenten“, die dafür sorgen, daß die Grauen des Kriegsalltages – deren Schilderung in manchen historisch-wissenschaftlichen Abhandlungen zu kurz kommt – dem Leser immer gegenwärtig bleiben.
Der Autor, ein ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet der Militärgeschichte, legt mit diesem Bildband 100 Jahre nach Beginn der „Großen Krieges“ eine – im Vergleich zu den zahllosen anderen Publikationen zum Ersten Weltkrieg – etwas andere Geschichte dieses gewaltigen Völkerringens vor. Er versucht nichts weniger, als einen Gesamtüberblick zu leisten. Nicht nur die blutigen Materialschlachten des Stellungskrieges im Westen, sondern auch die Kämpfe im Osten und Südosten Europas, die den Charakter von Bewegungskriegen mit Reiterattacken hatten, nimmt er in den Blick. Österreichs Kampf im Südtiroler Hochgebirge, die Schlachten am Isonzo, der Feldzug gegen Rumänien sowie der Kriegsschauplatz Türkei und Naher Osten werden geschildert. Das auch formal ansprechende Werk ist gegliedert in 16 Kapitel, die u.a. die Aspekte „Mythos Tannenberg“, die k.u.k. Armee im Ostkrieg, den Balkan, den See- und Luftkrieg, die Kolonien, Rüstung und Kriegswirtschaft, Heimatfront und Propaganda sowie Kriegsende untersuchen. Ein im Vergleich zum Bildteil kurzer Text führt jeweils ins Thema ein. Jeder Abschnitt ist großzügig bebildert, auch mit erstaunlichen vielen Farbillustrationen. Darunter sind zahlreiche Gemälde, Fotografien, Zeichnungen, Dokumente und neugestaltete Karten, die dem Leser den Überblick erleichtern. Sie zeigen z.B. den „Schlieffenplan“, „den letzten Flug Manfreds von Richthofen“, dem deutschen Fliegerass, oder die vier Phasen eines Sturmangriffs. Der Entwicklung des Krieges wird im Kapitel „Feuerwalzen und Sturmtruppen“ Rechnung getragen, in dem auch auf den jungen Leutnant, Träger des Pour le Mérite und späteren Dichter Ernst Jünger eingegangen wird. Eine Zeittafel und eine üppige Literaturauswahl ergänzen dieses vortreffliche Buch.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. März 2014
Aus den zu Beginn des Erinnerungszeitraums „100 Jahre Erster Weltkrieg“ erschienenen Büchern ragt dieser Band bereits als einer heraus, der lehrreich und zugleich spannend in Bild und Text die Geschichte dieser Katastrophe erzählt. Angelegt als Bildband mit Begleittext, eignet sich der Text doch, für sich genommen, als vollwertige Einführung in die Geschichte der Jahre 1914–1918.

Schon die Kapitelüberschriften führen in der kürzestmöglichen Form in das jeweilige Thema ein, indem das Fazit des Kapitels gleich vorweggenommen wird: z.B. „Keine Entscheidung – Der Seekrieg“ oder „Auf verlorenem Posten – Kampf in den Kolonien“. Besonders gut gefiel dem Rezensenten das doppeldeutige „Überall Feinde – Heimatfront und Propaganda“. Dies wird dann jeweils in einem aussagekräftigen Titelbild aufgegriffen. Eine weitere gute Idee sind die thematischen Sonderseiten, die meist Einzelpersonen herausgreifen und würdigen, z.B. den zum nationalen Helden stilisierten U-Boot-Kommandanten Otto Weddigen. Insgesamt ist die abwechslungsreiche Gestaltung des Bandes ein großer Vorteil.

Als besonders gelungen darf der Begleittext vor jedem der 16 Bildteile gelten. Dem Verfasser gelingt es hier, prägnant und kurz den gesamten Verlauf des jeweiligen Kriegsabschnitts nachzuzeichnen, ohne sich in unnötigen militärischen Details zu verlieren. Auch auf störende Unsachlichkeiten, die leider so oft ähnliche Texte verschandeln, kann der Autor verzichten: es findet sich ebensowenig hurrapatriotische Heldenverklärung wie besserwisserische Vorfahrenschelte in diesem Band. Verständlich und sachlich wird jeweils – dies erscheint vor allem wichtig – der Zusammenhang zwischen politischen und militärischen Entscheidungen erläutert. So stellt die erste Hälfte des Textes über den Feldzug gegen Serbien eine kompakte Erläuterung der zum Weltkrieg führenden politischen, diplomatischen und geostrategischen Ereignisse auf nur zwei Seiten dar. Sinnvoll ergänzt wird diese Darstellung durch ansprechende Karten und Graphiken. Hier ist besonders die Erläuterung des Ablaufs eines Sturmangriffs zu loben.

Wie schon der Buchtitel ankündigt, stellen die vielen Bilder dennoch das Herzstück des Bandes dar. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei immer wieder auf ungewöhnlichen, selten oder nie gesehenen Bildern: der deutsche Kaiser in türkischer Pascha-Uniform, kriegszerstörte Zivilhäuser irgendwo auf dem Balkan (der Fokus der Bildberichterstattung lag meist auf Flandern oder Frankreich), Hindenburgs Fuhrpark im Oberkommando Ost (stolze 16 Automobile und Lastwagen, damals hochmodern!), eine Tunnelbohrmaschine (!) an der Alpenfront usw. Auch die abgedruckten Dokumente lassen den, der genau liest, manches Mal aufhorchen: so ist die „Fetwa“ abgedruckt, in der alle gläubigen Moslems zum „heiligen Krieg“ gegen die Entente-Mächte aufgerufen werden – und die Achsenmächte als „Retter des großen mohammedanischen Reiches“ bezeichnet. In einer Ansprache Kaiser Wilhelms II. spricht dieser ausdrücklich „im Auftrage Meines Heeres“ und überbringt Dank an die Flotte – ein latent größenwahnsinniger Herrscher mit absolutistischen Zügen, wie er so gerne dargestellt wird, spräche wohl anders. Die absolut spektakulärste Abbildung versteckt sich ganz hinten auf einer der letzten Seiten: zwei Kampfflugzeuge, photographiert im Moment des Zusammenstoßes!

Von den Hunderten von Bildern im Band sind nicht wenige Gemälde. Was ich zunächst für einen Nachteil hielt (Manipulationsmöglichkeit, Ungenauigkeit, Abhängigkeit von Stil und Zeitgeschmack) ist tatsächlich eher eine Stärke der Bebilderung, weil sich immer wieder Motive bieten, die photographisch gar nicht erfaßbar gewesen wären. Außerdem kann der kritische Betrachter in den Gemälden, mehr als in Photographien, zugleich die erwünschte propagandistische Wirkung erahnen und daraus seine Schlüsse ziehen.

Dem Text- und Bildteil folgt eine Auswahlbiographie auf dem neuesten Stand, vorangestellt ist eine übersichtliche Zeittafel. Eingerahmt wird das ganze von Zitaten aus Kriegsbriefen gefallener Studenten, deren geschildertes individuelles Leid den Leser die Schrecknisse des Krieges vor lauter Politik und Strategie nicht vergessen lassen sollen.

Diese Zusammenstellung von sorgsam ausgewähltem Bildmaterial und so fundiertem wie verständlichem Begleittext kann vorbehaltlos empfohlen werden. Sie eignet sich ebenso für Kenner (wegen der interessanten Bilder) wie für Einsteiger in das Thema ohne Vorwissen. So gerüstet, mögen die Jubiläumsjahre kommen!
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Ich habe ein Buch über den ersten Weltkrieg gesucht und mich lange mit den Büchern, die den Markt momentan überschwemmen beschäftigt. U.a. habe ich mir dieses gekauft und ich bin sehr "angetan" davon (bitte das Wort nicht falsch verstehen). Schulze-Wegener hat sich eingehend mit dem Thema beschäftigt und auch sehr wertvolle Fotos zusammengesucht. Die Auswahl ist vortrefflich. Vom Schützengraben, bis über Lazarette, Kriegswinter, Abschiede, Familienszenen, Szenen in der Tristesse eines Schützengrabens, beim Schlafen, beim Kartenspielen und auch Totenbilder sind sehr eindrucksvoll zusammengestellt worden. Dazu hat Schulze-Wegener aber auch die Kriegsgeschichte nicht vergessen und diese in seinen Kapitel dokumentiert und so für die Nachwelt notiert. Natürlich sind sie nur zusammengefasst und dokumentieren keine Genauigkeit; dafür gibt es andere Bücher am Markt. Bei diesem Buch entscheiden alleine die Bilder eines Krieges, der in seiner Grausamkeit heute noch einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Anfänglich erklärt er in Zeittafeln die verschiedenen Kapiteln (18).
Auf 265 Seiten zeigt er Gesichter, die einen fremd, aber gespenstisch ansehen und man fragt sich unweigerlich was ist aus all den Soldaten geworden? Welche Schicksale haben sie alle erlebt?

Fazit: Wer sich mit eindringlichen Fotos auseinandersetzen will, ist bei diesem ausführlichen Bildband richtig angekommen. In 18 Kapiteln, auf 265 Seiten zeigt der Autor einen Krieg, der so nicht hätte stattfinden dürfen. Es sind zum Teil sehr grausame Bilder darin; eine kleine Warnung vorweg. Alles in allem ist es ein Bildband, der den Krieg in Bildern zeigt und der Nachwelt so erhalten bleibt.
Lesenswert!
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am 3. Juli 2014
Im heutigen Zeitalter der modernen Medien ist dieses Buch auf den ersten Blick ja schwer zu verstehen. Aber dem ist gar nicht so, denn ich habe einfach angefangen zu lesen und komme kaum davon los. Interessant ist für mich vor allen Dingen, dass es zu jedem Kapital eine gute Einleitung mit den dazugehörigen Fotos gibt. Also quasi eine gute Abwechslung zwischen Wort und Bild. Jeder, der Interesse hat an dem Geschehen im ersten Weltkrieg ist dieses Buch zu empfehlen.
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am 11. April 2014
Die aktuelle Literatur zum 1. WK verharrt größtenteils bei dem liebgewonnenen Geschichtsbild deutscher Hauptschuld. Obwohl französische und angelsächsische Autoren nicht auf der faulen Haut liegen, ist es doch der deutsche Buchmarkt, auf dem, um im Jargon der damaligen Zeit zu bleiben, die wildeste Materialschlacht zu diesem Thema tobt. Wie jedoch häufig bei solchen Anlässen, garantiert Quantität keine Qualität. Zu viele Werke gehören zum Konjunkturschrifttum, bieten nichts Neues, arrangieren lediglich vertraute Meldungen und Interpretationen neu. Zu den Ausnahmen zählen sicherlich die Werke von Christopher Clark („Die Schlafwandler“), Herfried Münkler („Der Große Krieg“), Hans Fenske („Der Anfang vom Ende des alten Europa“), Jörg Friedrich („14/18“), Franz Uhle-Wettler („Erich Ludendorff“), Ernst Piper („Nacht über Europa“) sowie dieser hier angezeigte Bildband von Guntram Schulze-Wegener, dem Chefredakteur der angesehenen Zeitschrift „Militär & Geschichte“. Dieser reich bebilderte Band widmet sich allen wesentlichen Aspekten des Krieges: dem Verlauf, den Fronten, den Elementen und der technischen Kriegsführung. Neben oft bisher unveröffentlichten Fotos, Gemälden und Dokumenten ragen insbesondere einige Graphiken heraus, die bspw. die vier Phasen eines Sturmangriffs, einer für den Laien ziemlich unübersichtlichen Sache, visualisieren. Nicht nur die Materialschlachten mit ihrem starren Stellungskrieg im Westen und den zurückgelassenen Mondlandschaften treten ins Bild, auch die völlig anders gearteten Kriegsschauplätze im Osten, wo Reiterattacken eine nicht unbeträchtliche Rolle spielten, sowie die oft in vergleichbaren Bildbänden vernachlässigten Kämpfe in den Kolonien, in Süd-Tirol (Dolomiten), in Rumänien oder an der Isonzofront. Eigene Kapitel beschreiben sehr emphatisch die Auswirkungen des Krieges auf den Alltag der Bevölkerung in Deutschland und Österreich. Die Karte mit dem Verlauf der Fronten am 8.November 1918 macht anschaulich, daß der Krieg nicht im Südosten (Russen und Serben waren geschlagen), sondern im Westen entschieden wurde. Hervorzuheben wäre noch, daß der Beitrag Österreichs zum Weltkrieg, der oft aus deutscher und angelsächsischer Perspektive vernachlässigt wird, in diesem Band genauso Beachtung geschenkt wird wie überhaupt den Kriegsursachen ohne störende Unsachlichkeiten auf den Grund gegangen wird.
Ich wünsche diesem Band größtmöglichste Verbreitung, empfehle ihn auch besonders als Geschenk an interessierte Jugendliche und vergebe daher die komplette Amazon-Sternchenzahl!
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am 15. Mai 2014
Ich suchte einen Bildband der einen guten Überblick über die Geschehnisse aber auch das Leben der Soldaten gibt. Dieses Buch hat sehr viele Gemälde von Schlachtenmalern der Epoche, die sehr heroisch daherkommen. Ich habe im Internet und auch anderen Büchern weitaus besseres Bildmaterial gesehen. Die Texte habe ich nur überflogen, zusammen mit den Bildern hatte ich den Eindruck, dass es die Soldaten zu stark verherrlicht, wobei mein Kommentar in keiner Weise als mangelnder Respekt gegenüber den Gefallenen aller Nationen verstanden werden sollte!
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