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5.0 von 5 Sternen Zwischen stiller Liebesgeschichte und lautem Horror ..., 29. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Casting: Romanvorlage zum Film Audition (Gebundene Ausgabe)
Ich habe bisher alle auf Deutsch vorliegenden Romane des Autors gelesen, bin dabei auf sehr starke, auf durchwachsene und auf weniger überzeugende Bücher gestoßen. »Das Casting« gehört zusammen mit »In der Misosuppe« und »69« zu den besten bislang übersetzten Werken Ryu Murakamis - und überragt den kultigen Film »Audition«, der vom Ausnahmeregisseur Takashi Miike umgesetzt wurde, sogar noch ein kleines Stück.

Der Dokumentarfilmer Aoyama ist seit sieben Jahren Witwer, geblieben sind ihm sein Beruf, sein jugendlicher Sohn und sein bester Freund Yoshikawa, der ebenfalls in der Filmbranche tätig ist. Zu Frauen hat er in den letzten Jahren eher oberflächlichen Kontakt gehabt; doch nun beschließt er, erneut zu heiraten. Gemeinsam mit seinem Freund plant Aoyama, ein Casting für einen vagen Film zu inszenieren, um die passende Frau zu finden. Mit der geheimnisvollen Asami scheint er einen Glückstreffer gelandet zu haben. Doch langsam zeichnet sich ab, dass das vermeintliche Glück hier vielmehr ein furchtbarer Alptraum ist, der die eine oder andere Grenze neu auslotet ...

Weder der Verlag noch die tätigen Übersetzer (Leopold Federmair / Motoko Yajin) sagten mir vorher etwas; sie machen ihre Sache aber sehr gut. Bis auf wenige Ausnahmen ist das Korrektorat souverän. Die Übersetzung kann ich nicht mit dem Original vergleichen, lediglich mit anderen zeitgenössischen Übersetzungen aus dem Japanischen. Und hier fällt auf, dass sie sich absolut nicht zu verstecken braucht.

Dem knappen Roman »Das Casting« ist dieser typische ruhige Zauber eigen, dem man oft in japanischen Büchern begegnet. So wird der Spannungsbogen sehr langsam aufgezogen: Der Protagonist wird eingeführt, das Setting wird ausgebreitet, alles mit knappen und lakonischen Worten dicht und atmosphärisch geschildert. Berichtet wird aus der dritten Person im Präteritum. Und wenn der meistens personale Fokus nicht dann und wann in einen auktorialen wechseln würde, der das kommende Unheil zwischendurch ankündigt, so könnte man den Großteil des Romans denken, man würde eine feinfühlige, ruhige Liebesgeschichte lesen. Wer Murakami kennt, weiß natürlich, dass man sich als Leser in diesem Gefühl nicht allzu sicher wähnen sollte, denn das Grauen kommt gnadenlos und brachial.

Im Vergleich zu der Verfilmung gibt das Buch an den richtigen Stellen tiefere Einblicke. Die Gefühle und der Charakter Aoyamas kommen wesentlich besser zum Ausdruck; dazu trennt der Roman klarer zwischen Realität und Illusion, was im Film - zumindest für mich - nicht immer leicht zu unterscheiden war. Ergo: Der Film ist vom Gewaltfaktor wahrscheinlich etwas heftiger, das Buch punktet dagegen durch eine tiefere Ausarbeitung der Figuren.

Fazit: Mit »Das Casting« liegt endlich (dem Septime-Verlag sei Dank) eine weitere Übersetzung Ryu Murakamis vor. Und diese überzeugt durch eine atmosphärische, langsam erzählte Geschichte, bei der man dem Protagonisten gut folgen kann und in die das Grauen subtil eingeflochten wird, bis es dann mit Brachialgewalt kommt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorlage des bereits 1999 erschienen Films 'Audition' - Kurzer, knapper, linearer und harter Tobak, 11. Juli 2013
Von 
Christian Mayr "einmeier" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Casting: Romanvorlage zum Film Audition (Gebundene Ausgabe)
Nach dem Tod seiner Frau lebt der Witwer Aoyama mehr als sieben Jahre alleine mit seinem Sohn, ohne neue Beziehung zu Frauen. Als renommierter Dokumentarfilmer ist er zwar nicht unbedingt reicht und es mangelt nicht an One-Night-Stands, aber die Trauer und die Wunden des Verlusts heilen nur langsam, so dass er lieber eine Beziehung zu gutem Wein und Longdrinks, gutem Essen und guter Musik führt und langsam eine vertrauensvolle Beziehung zu seinem heranwachsenden Sohn aufbaut. Doch der Mitvierziger sehnt sich nach all der langen Zeit zunehmend nach einer echten Beziehung und tatsächlich ist es im wahrsten Sinne des Wortes eine echte Schnapsidee, als sein bester Freund - bekannter Filmemacher - eine eigentlich perfekte Idee hat, ein gefälschtes Casting zu veranstalten, so dass Ayoama eine Frau findet, die seinen Wünschen entspricht, da er vor allem hohen Wert auf das Aussehen und Kultur legt, was er vornehmlich Schauspielerinnen und Tänzerinnen nachsagt. Das Casting verläuft enorm erfolgreich und die Auswahl an interessanten Kandidatinnen ist riesig, doch vor allem ein junges, sehr introvertieres Mädchen sagt ihm so zu, dass Aoyama sich Hals über Kopf verliebt - auch wenn Freunde und Kollegen, selbst sein Sohn argwöhnisch sind, da das Mädchen - Asami - eine geheimnisvolle Aura zu haben scheint und sich immer wieder in Widersprüche verwickelt, die aber Aoyama in blinder Liebe leugnet und ignoriert. Und tatsächlich bahn sich ein Albtraum an, von dem niemand etwas ahnen konnte...

Nun endlich ist also auch die Vorlage zu dem 1999 erschienen, hoch gelobten und aufgrund der durchaus brutalen Gewaltdarstellung auch kritisch diskutierten Films 'Audition' des renommierten Filmemachers 'Takashi Miike' (Dead Or Alive, 13 Assassins, The Call uvm.) in deutscher Sprache verfügbar. Ähnlich zum Film verläuft die Handlung wenig überraschend, der Albtraum ist für den Leser vorhersehbar - und doch ist dieser Roman faszinierend und gelungen, denn lange Zeit wird dem Leser auf den weniger als 200 Seiten eine süße, verträumte, schöne Liebesgeschichte suggeriert, die nur vage etwas unheimlich und surreal, dafür aber zunehmend beklemmender wirkt. Erst im letzten Kapitel beginnt ein unfassbarer, unfassbar grausamer und brutaler Albtraum, der so vollkommen konträr zu der sonst so bezaubernd lieblichen Handlung steht, dass man durchaus schockiert die letzte Seite zuschlägt und nachhaltig beeindruckt ist. Ein gelungener, perfekter, unscheinbarer und sehr kurzweiliger Psycho-Thriller, dessen Härte dem Film in nichts nachsteht und den Hitchcock wahrscheinlich geliebt hätte. Eine kleine Entdeckung, die mir eine lange Zugfahrt sehr versüßte, zumal eine Mitreisende den Autoren sowie den Film sogar kannte und wir dadurch ganz zufällig großen Gesprächsstoff während der Reise hatten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Thriller, 4. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Casting: Romanvorlage zum Film Audition (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist einfach nur eines: spitze! Ich hab es an einem einzigen Tag verschlungen. Kenne auch den Film. Aber das Buch ist noch besser.
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Das Casting: Romanvorlage zum Film Audition
Das Casting: Romanvorlage zum Film Audition von Ryu Murakami (Gebundene Ausgabe - April 2013)
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