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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich auf deutsch, 5. Januar 2012
Von 
Albrecht Bär "albrecht_baer" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte (Gebundene Ausgabe)
Das hier erstmals auf deutsch vorliegende Buch lädt dazu ein, sich mit allen umstrittenen Thesen des jüdischen Historikers zur Kriegs-Kultur vertraut zu machen. Thesen, aufgrund der - nach Verbalattacken des Hochschul-Asta - sich die Leitung der Universität Trier genötigt sah, den Vertrag über die Abhaltung einer Vorlesungsreihe mit dem international renommierten Wissenschaftler Martin van Creveld über Nacht zu kündigen.
Der Autor sieht die Kriegs-Kultur als Mittel, die natürliche Angst des Menschen vor der tödlichen Gefahr zu überwinden und ihn darauf vorzubereiten, erforderlichenfalls das höchste Opfer zu erbringen. Leicht lesbar und ohne die in wissenschaftlichen Werken häufig zu findenden Fremdwörter und Schachtelsätze zählt van Creveld wesentliche Aspekte der Kriegs-Kultur auf. Von der Kriegsbemalung, der Verzierung von Uniformen, der Fahnen und Wimpel, Abzeichen bis hin zur Musik.
Die Kriegsgeschichte von der Antike bis in die Neuzeit belegt in zahlreichen Beispiele, wie Waffen, Schilde und Rüstungen geschmückt und verziert worden sind, alles, um den Träger in seiner Bedeutung zu stärken und den Gegner einzuschüchtern. Gesteigerte Waffenwirkung und klimatische Besonderheiten führen im 19. Jahrhundert zu einem Wandel hin zu zweckmäßigeren und vor allem unauffälligeren Ausrüstungs- und Bekleidungsstücken. Der "bunte Rock" blieb Paraden und Bällen vorbehalten. Er wich im Feld dem "grauen Rock", später dann sogar dem Tarnanzug.
Besonders untersucht van Creveld den Zusammenhang zwischen Spiel und Krieg, etwa am Beispiel der Gladiatorenkämpfe oder der antiken Sportarten in Olympia wie Wagenrennen, Speer- und Diskuswerfen sowie Box- und Ringkämpfen. Krieg sei Kampfsport und damit ein Spiel. In der Antike war dieser Zusammenhang noch allgegenwärtig: Kampfspiele, Gladiatorenkämpfe, Nachspielen bekannter Schlachten in Arenen galten nicht nur als Volksbelustigung. Sie entwickelten ungeheure Anziehungskraft auf die Menschen. Siegreiche Kämpfer genossen großen Ruhm. In späteren Jahrhunderten wichen diese Großschauspiele weniger blutigen Zerstreuungen. Brettspiele wie Schach kamen auf, das seine Herkunft vom Kriegsgeschehen (Türme, Reiter, Bauern) nicht verleugnen konnte. Ab dem 19. Jahrhundert wurden Kriegsszenarien in Sandkastenspielen mit Miniatursoldaten durchexerziert.
Breit geht der Autor auf Kriegsrituale ein, die zur Angstbekämpfung und Feindeinschüchterung dienen, so etwa in der Kriegserklärung oder Feinderklärung. Der Verfasser beschreibt Siegesrituale und Denkmäler von der Antike bis zur Gegenwart. Ein Siegesritual wäre z.B. der Triumphzug der Römer - ein Verliererritual etwa der Totenkult oder die Suche nach Schuldigen (Prozesse, Untersuchungsausschüsse).
Dem Einfluß des Feminismus auf Krieg und Kriegführung ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Van Creveld sieht zwei Möglichkeiten, wie Frauen Einfluß auf die Kriegs-Kultur nehmen könnten: gemäß dem Vorbild der Lysystrata - nicht nur die Kriegskultur, sondern auch die Männer zurückzuweisen -, zum anderen Frauen gleichberechtigten Zugang zu den Armeen zu verschaffen. Damit verschwinde die Kriegskultur und mit ihr die Fähigkeit, einen Krieg führen und gewinnen zu können. Denn die unterschiedlichen physischen Leistungsmöglichkeiten der Geschlechter minderten die militärische Effizienz einer Armee.
Zum Schluß einige Kritik: Der Autor meint, 1635 habe es mit Magdeburg die letzte Plünderung gegeben (S. 154), er übersieht aber die von der Roten Armee zu dreitägiger Plünderung freigegebene Stadt Königsberg im April 1945. Die Behauptung "Zu keiner Zeit erlaubte das sowjetische Oberkommando derartige Befehle oder erlaubte seinen Soldaten, wahllos zu töten und zu zerstören" (S. 154) widerspricht so eklatant Tatsachen des Jahres 1945, daß man sich verwundert die Augen reibt. Hunderttausende deutsche Zivilisten wurden ermordet oder zur Zwangsarbeit verschleppt. Zu behaupten, "feindliche" Zivilisten seien nicht gefangengenommen worden, ist grotesk. Auch scheinen van Creveld die Zustände in den berüchtigten Rheinwiesenlagern der US-Armee 1945 unbekannt zu sein (S. 163). Ein weiterer Punkt: Zwangsarbeiter (Kriegsgefangene und Zivilisten) gab es nicht nur in NS-Deutschland oder der UdSSR, wie Creveld (S. 155) schreibt, sondern z. B. auch in Jugoslawien und Frankreich.
Trotz allem ein empfehlenswertes Buch, daher fünf Sterne.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein etwas anderer Blick auf das Thema Krieg..., 25. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte (Gebundene Ausgabe)
... wirft der israelische Historiker Martin van Creeveld in seinem Buch "Kriegs-Kultur. Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte."

Creveld stellt in seinem Buch die These auf, Krieg führen gehöre zum Menschsein dazu und Krieg habe seit jeher eine besondere Anziehungskraft auf die Menschen, insbesondere die Männer, ausgeübt und sei keineswegs "Die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln", wie Clausewitz den Krieg einmal definierte. Auf etwas mehr als 400 Seiten entwirft van Creveld dann auch ein Panorama der Entwicklung des Krieges im Laufe der letzten drei Jahrtausende und zeigt auf, welche Gemeinsamkeiten zeitübergreifend bestehen, unabhängig von Techniken, Taktiken und Waffenentwicklungen. Dezidiert beschriebt van Creefeld die kulturelle Welt, die der Krieg hervorgebracht und setzt sich in fünf Hauptkapiteln "Vorbereitung auf den Krieg", "Im Krieg und in der Schlacht", "Gedenken an den Krieg", "Eine Welt ohne Krieg" und "Kontraste" mit dem Thema auseinander. Von der Entwicklung der Kriegsbemalung bis hin zum Tarnanzug, der Ausbildung der Krieger bis zur Kriegsspiel, institutionalisierten Regeln für Kämpfe, der Verarbeitung von Krieg in Literatur, Film und Denkmälern, bis hin zum Ende der großen Kriege im Atomwaffenzeitalter, van Creveld beschreibt nahezu alle denkbaren Facetten des Krieges intensiv und kann seine These plausibel begründen, das Krieg im menschlichen Miteinander jederzeit eine gewichtige Rolle gespielt hat. Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Folgt man Creveld Thesen in letzter Konsequenz, ist ein vollständiger Frieden auf der Welt nicht möglich, weil er der menschlichen Natur widerstrebt.

Dieses gut verständlich geschriebene Buch ist ein neuer Blick auf das Thema Krieg und daher sehr empfehlenswert, da van Creveld einen sehr nüchternen und ideologiefreien Blick auf diesen Themenkomplex wirft. Vorzuwerfen sind dem Autor eine Reihe kleinerer Fehler, die einem sorgsam recherchierenden Historiker nicht gut zu Gesicht stehen. So ist Magdeburg 1631 und nicht 1635 geplündert worden, der kaiserliche General Tilly wurde 1632 tödlich verwundet und die entscheidende Waffengattung unter Friedrich dem Großen war die Infanterie und nicht die Kavallerie, um hier nur zwei Fehler aufzuzeigen. Aber die kleinen Fehler mindern den Gesamtwert des Buches nur Minimal.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Krieg als Konstante im menschlichen Verhalten, 31. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte (Gebundene Ausgabe)
Ich schließe mich in vollem Umfang meinen drei Vorrezensenten an und gebe für dieses gut zu lesende, sehr informative Buch ebenfalls 5 Sterne. Der Autor nähert sich dem Thema 'Krieg als Konstante im menschlichen Verhalten' aus einer ungewöhnlichen und für viele Menschen sicher sehr provozierenden Perspektive, wenn er die menschliche Lust am Kampf als Erklärung für Kriege heranzieht, zumal es ihm an bedenkenswerten Argumenten nicht fehlt.

Der große Wermutstropfen sind die unzähligen Fehler des Buches, die nicht nur inhaltlicher Art sind, sondern auch in der Satzstellung usw etc, wobei ich dafür nicht den Autor verantwortlich mache, sondern Mängel bei der Übersetzung und im Lektorat vermute. Wenn in einer Bildunterschrift eine andere Jahreszahl auftaucht, als im Text, riecht das nach schlampiger Arbeit des Lektors. Gleiches gilt, wenn zB von den "zwei Ösen" an Feldmarschall Montgomerys Barett berichtet wird, wobei hier offenbar schon der Übersetzer keinen Dunst vom Thema hatte. Es bleibt zu hoffen, daß der Verlag bei einer Neuauflage noch einmal Geld in die Hand nimmt und nachbessert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Buch mit kleinen Fehlern, 26. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte (Gebundene Ausgabe)
Meine beiden Vorredner haben eigentlich schon alles gesagt, mir bleibt nur, mich Ihnen anzuschließen.

Das Buch überzeugt nicht nur mit seinen Thesen, sondern ist auch in einem sachlichen und gut lesbaren Stil geschrieben, es ist somit für den interessierten Leser ein fast perfektes Lesevergnügen, wenn da nicht einige ärgerliche Fehlerchen wären.

Es gibt ca. zehn (sic!) inhaltliche Fehler, die zumeist Jahresangaben betreffen und noch einmal soviele Rechtschreib- und Grammatikfehler.

Das dürfte einem solchen Wissenschaftler, in einem solchen Verlag und schlussendlich: zu einem solchen Preis (fast 40€) eigentlich nicht passieren!

Dennoch fünf Sterne für dieses interessante Werk!

PS: Unbedingt auch die Studie "Kampfkraft" lesen, Crevelds Hohelied auf die Wehrmacht & Waffen-SS.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine mögliche Rechtfertigung des Krieges, 20. August 2012
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte (Gebundene Ausgabe)
Mit römisch I. beginnt der Autor seinen Vortrag mit der Überschrift "Vorbereitung auf den Krieg" und es zieht sich so immerfort der Versuch durch sein Buch, dem Krieg etwas abzugewinnen und zwar an "Kriegskultur", wie er es nennt.
Natürlich kennen wir das. Militär und Militärisches in Uniform und Marschnmusik, die schöne Ordenspracht und dann die militärische Haltung, die Stolz ausdrücken soll, aber in Wirklichkeit Unterordnung beinhaltet und zwar bis in die Fingerspitzen, was sage ich, in die Fußspitzen.
Ja, der Krieg als solcher und insbesondere in heutiger Zeit, wo "Feministisches" sich allzusehr breitmacht, Verweichlichung auch und noch immer behauptet trotz alldem Kriegerischen in der Welt, da müßte doch endlich mal wieder das "Männliche".....
Doch, wirklich, Martin van Creveld denkt in der Tat so, er streitet todesmutig, geht dem "Männlichen" nicht aus dem Weg, im Gegenteil. -
Was da in einzelnen Kapiteln aufgetischt wird, entspricht, sagt er am Schluss des Buches, nicht dem, was zum Beispiel John Keegan in seinem großen und bekannten Werk "A History of Warfare" (zu deutsch "Die Kultur des Krieges") zu Papier brachte. Nein, John Keegan warnt am Ende seines Buches vor unbedachtem Krieg in der Art, wie er vielleicht einmal wieder geführt werden könnte, sollte er wirklich Ergebnisse bringen (und eventuell als Angriff oder Prävention geführt werden!)als einen Krieg in "blutigen Händen".
Das wäre nämlich in etwa unser aller Ende. -
Aha, da haben wir wieder den wahren Sinn unserer verherrlichten Kriegskultur: nämlich den womöglich endgültigen (totalen!) Sieg in unserer dann vollends entmenschlichen Welt. Bluthunde hätten das Sagen und keine Helden.
Dieses Buch enthält also eine Menge von dem, was man über Krieg und Riten bereits weiß. Es enthält aber vor allem ein starkes Bewußtsein von auszuübender Möglichkeit desselben, obwohl wir, wie gesagt, alle wissen oder zumindest ahnen, dass ein Krieg größeren Ausmaßes nicht das Erhoffte (in Form eines schönen Sieges) bringen wird, was man erwarten mag. Denn der Gegenschlag und der darauffolgende endgültige Schlagabtausch (wenn noch möglich!) verwundete unsere Welt empfindlich, vielleicht entgültig.
Ich rede deswegen so direkt in diesem Fall, weil ich als kleines Kind in die Mühlen des letzten Weltkrieges geraten bin (in den allerletzten Tagen) und soeben zufällig im Buch "Zwei Spätsommer vor Leningrad" meinen tapferen Vater wiedergefunden habe, natürlich zuletzt als Held gefallen, aber das wußte ich bereits. Erkenntnis daraus: Ein tapferer Soldat (auch heutzutage) verteidigt sein Land, seine Heimat, Frau und Kinder, sein Hab und Gut (ganz andere Motivation), aber er greift nicht dummträumerisch an.
Wenn Martin van Creveld klug denkt, was ich immerhin für ihn hoffe, dann mag er weiterhin seine Vorträge halten und auch militärisch beraten.
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Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte
Kriegs-Kultur: Warum wir kämpfen: Die tiefen Wurzeln bewaffneter Konflikte von Martin van Creveld (Gebundene Ausgabe - 2011)
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