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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Politische Problemzonen
"Politik auf österreichisch" schon der Titel klingt schneidig und ironisch, genauso wie man sich ein Gemeinschaftswerk von Politologen, politischen Journalisten und zwei ehemaligen SPÖ-Nationalratsabgeordneten eben vorstellt. Zusammengefunden hat sich unter Josef Broukals Schirmherrschaft das bekannteste was Österreich an Kommentatoren zur Innenpolitik zu...
Veröffentlicht am 17. September 2009 von Mario Pf.

versus
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Sammlung von Meinungen. Immerhin.
Titel und lustiges Umschlagbild lassen zunächst ein humorvoll-analytisches Werk erwarten. Dass es das nicht ist und nicht sein will, merkt man schon nach ein paar Zeilen.

Alle Kapitel haben das Niveau guter Zeitungskommentare. Politische Ausgewogenheit ist zumindest dem Buch als Ganzem nicht abzusprechen. Einzige Ausnahme: der vor 40 Jahren ausufernden...
Veröffentlicht am 22. Januar 2010 von Riesenzwerg


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Politische Problemzonen, 17. September 2009
Von 
Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Politik auf Österreichisch: Zwischen Wunsch und Realität (Gebundene Ausgabe)
"Politik auf österreichisch" schon der Titel klingt schneidig und ironisch, genauso wie man sich ein Gemeinschaftswerk von Politologen, politischen Journalisten und zwei ehemaligen SPÖ-Nationalratsabgeordneten eben vorstellt. Zusammengefunden hat sich unter Josef Broukals Schirmherrschaft das bekannteste was Österreich an Kommentatoren zur Innenpolitik zu bieten hat und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn hier wird gerne quergeschossen und der Finger in offene Wunden gelegt.

Werden in den ersten drei Kapiteln die Probleme der österreichischen Immenpolitik, sowie die Untragbarkeit der großen Koalition dargelegt, widmet sich Josef Broukal einer eingehenden Kritik am österreichischen Parlamentarismus, den er als (S. 139) "sehr unterentwickeltes Organ des Staates beschreibt", denn es "fehlt ihm an Ressourcen, und obwohl das Parlament in der komfortablen Situation wäre, keine Regierung fragen zu müssen, wenn es sich per Gesetz bessere Arbeitsmöglichkeiten schaffen wollte, geschieht dies nicht. Besser und unabhängig informierte Abgeordnete würden den in der Regierung sitzenden Parteioberen das Leben schwer machen - was nicht im Sinn der Parteiführung sein kann."
Dabei wäre das Parlament wie Erwin Niederwieser im abschließenden fünften Kapitel festhält, die einzig legitime Volksvertretung gegenüber der Regierung, doch selbst von den derzeitigen Oppositionsparteien kommt wenig Initiative, will sich doch keiner durch die Stärkung des Parlaments ein Bein stellen, sollte man selbst in die Regierung gelangen. Daran ändert sich auch nichts, wenn selbst Erste Nationalratspräsidentin Barbara Prammer für Emanzipation des Parlaments votiert und betont wie wichtig es wäre auf Augenhöhe mit der Regierung verhandeln zu können, anstatt um es mit Broukal auszudrücken ein machtloser Erfüllungsgehilfe zu sein, der sich alles gefallen lassen muss.

Die Macht der Parteioberen, welche auch die personellen Interessen der Bünde und Teilorganisationen vertreten müssen ist freilich größer und wird von den Autoren zusammen mit der Geißel der verkrusteten und in Rückzugsgefechte gedrängten Sozialpartnerschaft aufs Korn genommen. Dabei stellen die Autoren klar, dass der Aufstieg des Dritten Lagers die alleinige Schuld der großen Koalition und der Unnachgiebigkeit ist, eine Minderheitsregierung zu tolerieren, wodurch man ja bei der nächsten Wahl eine Niederlage erleiden und personelle Gestaltungsmöglichkeiten in den Ministerien verlieren würde. Der größere Anteil an dieser Schuld wird jedoch der SPÖ angerechnet, deren Egoismus es geschuldet scheint, dass sie sich gegen jede Art von Regierung sträubt in der sie nicht vertreten ist, notfalls auch mir den schmutzigsten Tricks. Wurstelt man sich weiter so durch, wie bisher, so das Resümee, wird die fahrlässige Pattstellung und gegenseitige Blockade von Rot-Schwarz früher oder später gebrochen werden. Abhilfe schaffen könnte womöglich nur ein Mehrheitswahlrecht, das auch kleineren Parteien eine bedeutende Rolle zuweisen würde.

Nebenbei werden auch grundsätzliche Fragen aufgeworfen, wie sie Elfriede Hammerl stellt (S. 36) "Geht es darum, dumpfes Stimmvieh hin- und herzutreiben oder darum, Menschen zu überzeugen?" Denn Politik die darauf basiert jedem alles zu versprechen kann nur zu Enttäuschungen führen und langfristig keine Wähler sichern. Weit aufschlussreicher wäre natürlich die Parteiprogramme zu studieren, doch dazu neigt wohl kaum jemand, die politische Positionierung kann also ungehindert nach Marketing-Maßstäben geführt werden., da ein Wandel des "politischen Klimas" derzeit kaum absehbar ist.

Ungeachtet dessen hat das politische System Österreichs so seine Eigenheiten, wie Josef Broukal sie aus eigener Erfahrung präsentiert. So kommt wird der Bundesrat als zweite Kammer nicht nur weitgehend ignoriert, sondern seine Einwände meist auch ganz einfach übergangen. Dazu gesellen sich oft Gesetzesänderungen in letzter Minute, gegen die sich die Abgeordneten kaum zur Wehr setzen können. Wie schwach das Parlament gegenüber der Regierung jedoch dasteht wird an der Behinderung der parlamentarischen Kontrolle deutlich, die sich durch ein wenig kooperatives Verhalten der Ministerien und Beamtenapparate äußert. Das geht soweit dass ein Sektionschef Broukal einmal sogar im Vertrauen gestanden hat, dass parlamentarische Anfragen bewusst möglichst wenige Tage vor Ende der 2 Monatsfrist abgehandelt werden, während einem einfachen Bürger Auskünfte innerhalb kürzestmöglicher Frist zu erteilen wären. Kommt noch hinzu dass die Bereitgestellten Zahlen und Auskünfte aus der Sicht des Nationalratsabgeordneten ungern oder inadäquat zur Verfügung gestellt werden, heißt in umständlichen Formaten und somit schwerer auszuwerten. Gibt es in Deutschland einen großzügig ausgestatteten Wissenschaftlichen Dienst um den Parlamentariern die Arbeit zu erleichtern und auch eine Finanzierung für 3 bis 4 Mitarbeiter muss sich der österreichische Nationalratsabgeordnete sein Büro mit Kollegen teilen, hat bestenfalls genügend Geldmittel für einen Mitarbeiter zur Verfügung und vom wissenschaftlichen Dienst in seiner Minimalbesetzung hat man ohnehin wenig zu erwarten.

In seiner Gesamtheit ein äußerst lesenswerter Appell zur Reform des politischen Systems der Republik. Gut lesbar und kritisch gegenüber dem Status quo beschäftigen sich die Autoren ausführlich mit den großen Problemen der österreichischen Innenpolitik und scheuen sich dabei nicht, auch heiße Eisen anzufassen. Dabei konzentriert man sich jedoch schon fast zu intensiv auf die Gegenwart und lässt die erste ÖVP-Alleinregierung unter Josef Klaus etwa bei der Kritik an der Tradition der Regierungsbildungen völlig außer acht. Zugleich geht auch die Wahl 08 samt ihres Ergebnisses irgendwie unter und wird so faktisch marginalisiert.

Fazit:
Sehr umfassende und gut lesbare Kritik am Status quo.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erheiternde Lektüre, 25. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Politik auf Österreichisch: Zwischen Wunsch und Realität (Gebundene Ausgabe)
Ein kurzweiliges, interessantes und witziges Buch - Politik einmal anders herum. Wenn von Insidern über Politik geschrieben wird, liest sich das schon anders als in der Klatschpresse - und dennoch wird scheinbar nichts beschönigt, Probleme werden aufgezeigt, aber auch mit Verbesserungsvorschlägen wird nicht gespart.
Sehr gelungen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen gelungen, 9. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Politik auf Österreichisch: Zwischen Wunsch und Realität (Gebundene Ausgabe)
Eine gelungene Zusammentragung von interessanten und witzigen Beiträgen aus der Politik. Brandaktuelle Themen und ein Blick hinter die Kulissen - das Buch bietet eine bandbreite lesenswerter Aspekte. Der Schreibstil der einzelnen Verfasser kommt authentisch durch und auch die jeweiligen Standpunkte. Ein unverzichtbares Buch, wenns um österreichs politische Situation geht!
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4.0 von 5 Sternen Sehr interessant!, 15. Oktober 2013
Von 
SL27 (Wr. Neudorf, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Passend zur österreichischen Nationalratswahl habe ich mir dieses Buch besorgt um ein paar Denkanstösse zu bekommen und zu überprüfen, ob es anderen auch so geht wie mir bzw. wer ähnlich über die österreichische Politikerlandschaft denkt. Sehr interessant und abwechslungsreich zu lesen. Kaufempfehlung!
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5.0 von 5 Sternen super!, 24. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Politik auf Österreichisch: Zwischen Wunsch und Realität (Gebundene Ausgabe)
Super interessant und auch richtig flüssig und beinahe spannend geschrieben! Die einzelnen Autoren greifen ihre Themenbereiche gut auf und besonders ihre Erfahrungen werden toll vermittelt
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine Sammlung von Meinungen. Immerhin., 22. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Politik auf Österreichisch: Zwischen Wunsch und Realität (Gebundene Ausgabe)
Titel und lustiges Umschlagbild lassen zunächst ein humorvoll-analytisches Werk erwarten. Dass es das nicht ist und nicht sein will, merkt man schon nach ein paar Zeilen.

Alle Kapitel haben das Niveau guter Zeitungskommentare. Politische Ausgewogenheit ist zumindest dem Buch als Ganzem nicht abzusprechen. Einzige Ausnahme: der vor 40 Jahren ausufernden Euphorie über Kreiskys Finanz- und Sozialpolitik folgt hier ein ebenso vehementes Verdammen aller "gegen den Wettbewerb gerichteten" Bestrebungen. Etwas weniger Emotionen damals und heute wären nicht schlecht gewesen, aber auch österreichische Journalisten sind schließlich nur Österreicher.

Allgemeinen Betrachtungen stehen mMn zu wenig Fakten gegenüber (wie etwa die gute Schilderung von Österreichs Schuldenentwicklung zwischen 1970 und 1983).

Die wenigen Politikerporträts sind diffus.

Insgesamt dominiert im Buch ein Lamento über die Unfähigkeit der österreichischen Politik in toto, das sich leider nur im Niveau von den Lamenti an den Stammtischen landauf und landab unterscheidet. Mit einer rühmlichen Ausnahme: das Kapitel "Gegen die Beliebigkeit" von Elfriede Hammerl. Das ist ein flammender und konstruktiver Appell an alle Parteien, endlich mehr Farbe zu bekennen.

Doch auch hier fehlt ein Trend nicht, der sich im gesamten Band breit macht: Es wird immer nur den Politikern gesagt, ihre Währerinnen und Wähler nicht wie "stumpfes Stimmvieh" zu behandeln. Was das Stimmvieh selbst tun könnte, um erst gar keines zu sein, wird kaum angedacht.

Das heiße Thema der Zuwanderung wird zwar unermüdlich und engagiert angesprochen, aber außer einer sehr lobenswerten Absage an den Rassismus findet man wenig Konkretes für die Praxis. Es werden die demographische und ökonomische Notwendigkeit von Zuwanderung in unserem überalteten Land beschworen. Wie man aus den Zugewanderten auch einen integrierten, am Land interessierten und teilnehmenden Bestandteil unserer Bevölkerung macht, fällt unter den Tisch.

Zusammengefasst: gescheite Statements über österreichischen Politiker als Typus und Einzelpersonen, aber keine Anleitung, wie man bessere bekommt.

Ich gebe dem Buch eine mittlere Note, nicht zuletzt weil es sich immer lohnt, auch andere Meinungen als die eigene oder die der KumpanInnen bei Bier und Guglhupf zu hören. Vielleicht ist das vorliegende Buch wirklich nicht mehr eine Art Kolumnen-Anthologie. Aber auch Kolumnenartikel regen das Denken an und gerade dieses könnte ein Mittel aus der Krise sein, in der Österreichs Politik schon steckte, als es noch gar nicht nötig war sie zu bemerken.

Gegen streckenweise Langeweile hilft schwarzer Kaffee.
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Politik auf Österreichisch: Zwischen Wunsch und Realität
Politik auf Österreichisch: Zwischen Wunsch und Realität von Hans Winkler (Gebundene Ausgabe - 10. März 2009)
Gebraucht & neu ab: EUR 7,98
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