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am 23. September 2008
Die politisch bewussten Zeitgenossen, und die, die wesentliche politischen und gesellschaftlichen Vorgänge und Diskurse nicht so schnell vergessen, werden sich sehr gut erinnern an den sogenannten "Historikerstreit", der durch einen Aufsatz des Historikers Ernst Nolte ausgelöst würde, in dem er die NS-Zeit als eine "Vergangenheit, die nicht vergehen will" bezeichnete, und einer Historisierung dieser Zeit und des Holocaust das angeblich wissenschaftliche Wort redete.

Nachdem damals Jürgen Habermas Ernst Nolte in der ZEIT heftig widersprochen hatte, entbrannte eine intellektuelle Debatte, die beispielhaft war für die durchaus vorhandene politische Kultur in unserem Land. Eine Menge Aufsatzsammlungen erschienen damals, die noch heute lesenswert sind, weil sie zeigen, dass der Holocaust kein historisches Geschehen war und ist, das man einfach "bewältigen" könnte.

Auch aus diesem Grund haben die beiden Herausgeber des vorliegenden "Lexikons der 'Vergangenheitsbewältigung' in Deutschland" den Begriff in Anführungszeichen gesetzt. Nach Zeitabschnitten geordnet, dokumentieren sie in von vielen verschiedenen Mitarbeitern verfassten lexikalischen Artikel mit entsprechenden Literaturverweisen die Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945.

Das Buch eignet sich auch hervorragend als Quellensammlung für eine Kultur- und Sozialgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Es zeigt dem Leser, "wie viele unterschiedliche, auch persönliche Facetten, wie viele unterschiedliche politische Interessen, wie viele durch den gesellschaftlichen Wandel der Bundesrepublik provozierte je neuen Formen der Debatte diese Grundkonstellation hervorbrachte", wie der am Historikerstreit führend beteiligte Micha Brumlik in einem Vorwort zu diesem Buch schreibt. Jeder einzelne Artikel dieses Lexikons widerlege die denkbare Lesart, diese NS-Vergangenheit lasse sich in einem substantiellen Sinn "bewältigen" und damit abschließen.

Das Buch ist deshalb nicht nur für alle Historiker wichtig, sondern es gehört in das Arbeitsregal jedes politischen Journalisten in Deutschland und auch in die Geschichtsabteilungen aller öffentlichen Bibliotheken und Schulbibliotheken.
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