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5.0 von 5 Sternen Leinwandlegenden unterm Hakenkreuz
Die nationalsozialistische Filmpolitik von 1933 bis 1945 wurde im Wesentlichen zur Errichtung einer Diktatur im Deutschen Reich betrieben. Sie war mit Goebbels Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda verbunden. Im Dritten Reich wurden immerhin über 1.200 Spielfilme produziert, die auf ganz unterschiedliche Weise massiven Einfluss auf die vom...
Veröffentlicht am 16. April 2012 von Manfred Orlick

versus
3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht ganz erfüllt
Den umfangreichen wie positiven Rezensionen meiner Vorredner möchte ich nicht widersprechen, doch nicht unerwähnt bleiben sollte das Manko, dass Beyer in seinen Porträts etwas ungeschickt die Rede von den Stars und den von ihnen verkörperten Figuren vermischt und das durchgehend. Auch wenn der Autor nicht den Anspruch erhebt, eine wissenschaftliche...
Vor 5 Monaten von Sophia Kati veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leinwandlegenden unterm Hakenkreuz, 16. April 2012
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Frauen für Deutschland. Filmidole im Dritten Reich: Filmidole des Drittes Reichs (Gebundene Ausgabe)
Die nationalsozialistische Filmpolitik von 1933 bis 1945 wurde im Wesentlichen zur Errichtung einer Diktatur im Deutschen Reich betrieben. Sie war mit Goebbels Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda verbunden. Im Dritten Reich wurden immerhin über 1.200 Spielfilme produziert, die auf ganz unterschiedliche Weise massiven Einfluss auf die vom Kino begeisterte Bevölkerung nahmen. Einen wichtigen Part bei dieser Massenbeeinflussung spielten dabei die Filmstars.

Im vorliegenden Buch von Friedemann Beyer werden fünf maßgebliche weibliche Filmstars der NS-Zeit porträtiert: Olga Tschechowa, Sybille Schmitz, Zarah Leander, Kristina Söderbaum und Ilse Werner. Die Auswahl stellt eine Art Typologie von Filmschauspielerinnen im Dritten Reich dar, wobei jede für sich einen bestimmten Frauentyp charakteri-siert.

Olga Tschechowa verkörperte die Salondame des deutschen Films, die sie in Dutzenden von Filmen darstellte. Sybille Schmitz war dagegen die femme fatale der Leinwand, der verführerische Frauentypus mit magisch-dämonischen Zügen. Mit Einschränkungen ver-körperte auch Zarah Leander diesen Rollentyp. Doch sie war mehr der Superstar, der Inbegriff einer Diva - eine "Kunstfigur durch und durch". Kristina Söderbaum spielte die Opferfrau, sie verkörperte in ihren Filmen die treue, gewissenhafte und opferbereite Frau. Das Küken unter den Ufa-Stars war die kesse Ilse Werner. Ihre Karriere begann mit 16 Jahren, mit 24 war sie bereits zu Ende. Trotz dieser Typisierung wurde jedoch eine übertriebene Stilisierung vermieden.

Friedemann Beyer zeigt an den fünf Beispielen, wie das Image der Stars systematisch aufgebaut wurde. Dabei kommt er zu überraschenden Kenntnissen: entgegen landläufiger Meinungen traten diese Frauen selbstbewusst und klug auf, trafen instinktiv und unabhängig von den Männern die richtigen Entscheidungen. Sie waren zumeist interessante Persönlichkeiten, die dem mehrheitlich weiblichen Kinopublikum ein großes Identifikationspotential boten.

Ob Diva, Star oder Mutterdarstellerin: was alle diese Frauen verbindet, ist ihr hoher schauspielerischer Standard. Aber auch ihre persönlichen Verstrickungen mit dem Regime beleuchtet Beyer. Er zeigt, dass sie berührende menschliche Botschaften ebenso wie ideologische Phrasen vermittelten. Dabei waren die wenigsten Filme aus der NS-Zeit NS-Filme, aber jeder einzelne war ein Teil davon.

Fazit: Das Buch, das durch zahlreiche seltene Porträts und Filmaufnahmen ergänzt wird, vermittelt neue Aspekte zum Filmschaffen im Dritten Reich.

Manfred Orlick
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3.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht ganz erfüllt, 16. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frauen für Deutschland. Filmidole im Dritten Reich: Filmidole des Drittes Reichs (Gebundene Ausgabe)
Den umfangreichen wie positiven Rezensionen meiner Vorredner möchte ich nicht widersprechen, doch nicht unerwähnt bleiben sollte das Manko, dass Beyer in seinen Porträts etwas ungeschickt die Rede von den Stars und den von ihnen verkörperten Figuren vermischt und das durchgehend. Auch wenn der Autor nicht den Anspruch erhebt, eine wissenschaftliche Studie verfassen zu wollen, wie er in seinem Vorwort zugibt, so ist es doch schlichtweg unübersichtlich, die Darstellerin ihrer Filmfigur gleichzusetzen und die Charakterisierung der Filmfigur wie eine charakterliche Beschreibung der Schauspielerin wirken zu lassen. Das führt freilich zu keinem Mangel in der Arbeit, ist aber doch ein Zeichen schlechten Stils, der den Lesefluss stoppt und mehrfach zu Verwunderung führt. Ein Beispiel, etwa von S.158:

"Ihr zweiter gemeinsamer Film hieß 'Verwehte Spuren' (1938) und spielte im Paris während der Weltausstellung im Jahre 1938. Kristina kommt mit ihrer Mutter (Charlotte Schultz) aus Kanada in die völlig überfüllte Stadt. Mutter und Tochter müssen in zwei verschiedenen Hotels absteigen. Als Séraphine ihre Mutter am nächsten Morgen in deren Hotel abholen will , ist sie verschwunden, ihr Zimmer geräumt, und niemand will sich mehr an die Dame erinnern."

Möglich, dass dies in einigen Kreisen gängige Rhetorik ist, aber weder in der gegenwärtigen Film - oder Literaturwissenschaft habe ich je so etwas gelesen und finde es auch einfach unglücklich, weil eine Schauspielerin ja maximal mit ihren äußerlichen Attributen offensichtlich zu einer Vermischung von der Rolle, die sie spielt, und ihrem eigenen Ich beiträgt, alles andere immer nur Spekulation sein kann.

Gleichwohl erfährt man hier nicht viel über die Schauspielerinnen, was über ihre Rollen hinausgeht. Dass sie Typen besetzt haben und diese Typen einer Analyse unterzogen werden, ist ob des Titels gerechtfertigt, und dass für diese Analyse vorrangig Bezug auf die Filmfiguren genommen wird, erklärt sich ob des Sujet des Buches von selbst. Aber: wer die Frauen waren, die sich der Schauspielerei verschrieben haben, wer sie abseits aller Projektionen waren, das erfährt man in diesem Buch nicht.

Lobenswert sind nichtsdestotrotz die filmanalytischen Parts und auch die Kollektion an Bildern ist hübsch und ansehnlich und keineswegs in Abrede gestellt werden darf der Effort, den Friedemann Beyer mit Verfassen dieses Buches gehabt haben muss. Leider trüben die stilistischen Mängel den Eindruck, den seine Arbeit hinterlässt, deshalb gibt es von mir auch nur drei ***.
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5.0 von 5 Sternen Interessant, 12. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Frauen für Deutschland. Filmidole im Dritten Reich: Filmidole des Drittes Reichs (Gebundene Ausgabe)
Ein sehr interessantes Buch.
Leicht zu lesen mit viel Infomation.
Auf überflüssige Kritik hat der Autor erfreulicherweise verzichtet.
Sehr zu empfehlen!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komödien, Romanzen und Melodramen, 24. April 2012
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Frauen für Deutschland. Filmidole im Dritten Reich: Filmidole des Drittes Reichs (Gebundene Ausgabe)
Als Friedemann Beyer dieses Buch 1991 veröffentlichte, lebten zwei der darin porträtierten Frauen noch. Und die Filme der Ufa-Zeit gehörten zum festen Repertoire der Dritten Programme. Über zwanzig Jahre später hat sich auch in der Kinolandschaft einiges verändert. Trotzdem oder gerade deshalb ist es gut, dass nun eine leicht überarbeitete Neuauflage erscheint. Denn Friedemann Beyer korrigiert falsche Bilder, bringt Vergangenes in Erinnerung und hat den Mut zum Typisieren.

Von den 533 "Film-Fachdarstellerinnen", die der "Almanach der Deutschen Filmschaffenden" in seiner Ausgabe von 1938/39 nennt, tauchen etwa 100 immer wieder auf den Besetzungslisten auf. Und von denen waren gut 25 so bekannt, dass man von Stars sprechen konnte. Interessanterweise kamen einige der wichtigsten Ufa-Frauen gar nicht aus Deutschland, auch Olga Tschechowa, Zarah Leander, Kristina Söderbaum und Ilse Werner nicht, die zu den fünf porträtierten Filmidolen im Dritten Reich gehören. Sybille Schmitz, die für den Typus der Femme fatale steht, war laut dem Autor auch eine der wenigen, die ausschließlich diesem Rollentyp entsprachen.

In seiner ebenso klugen wie spannenden Einleitung bereitet Friedemann Beyer den Boden für das Verständnis seiner fünf Porträts vor. Er spricht von den ungleichen Honoraren, dem Verhindern übertriebener Stilisierung, dem Typecasting und natürlich von Goebbels Rolle in der deutschen Filmindustrie. Zudem zeichnet er bereits die Konturen der verschiedenen Frauentypen, die von den besprochenen Schauspielerinnen verkörpert wurden und ihrem Publikum als Projektionsflächen dienten.

Der nationalsozialistischen Auffassung entsprach die Kategorie der Opferfrauen natürlich am besten. Verzichten, entsagen und das eigene Sein aufgeben, wenn dies eine höhere Idee erfordert. Diese Linie vertraten zum Beispiel die Filme von Veit Harlans und seiner Frau, Kristina Söderbaum. Den weiblichen Zuschauerinnen von damals sollte ein solcher Rollentyp als Warnung dienen, sich nicht allzu sehr aus der Reichweite des Mannes zu entfernen und den eigenen Gefühlslaunen zu folgen.

Die Kategorie der Fräuleins war für Frauen vorgesehen, die grundanständig, treu, natürlich und unkompliziert sind. Männer ziehen sie mit ihrem knabenhaftherben Reiz an. Was allerdings doch überrascht ist die Beobachtung, dass viele Figuren oft überhaupt nicht zur gängigen NS-Frauenideologie passen. Und selbstverständlich wird auch diese These durch bekannte Beispiele belegt.

Da die meisten Filmschauspielerinnen von damals vom Theater kamen und eine professionelle Ausbildung hatte, ist das hohe Niveau an Aussprache, Gestik und Mimik leicht nachvollziehbar. Friedemann Beyer betont außerdem, dass sich die Ästhetik dieser Filme nicht von ihren Entstehungsbedingungen trennen lasse, dies aber in jeder Epoche der Fall sei. Und er schließt seine Einleitung mit den treffenden Worten: "Dem an bunte, rasant geschnittene Bildfolgen gewöhntem Publikum unserer Tage bleibt der Blick auf ein Terrain, auf dem sich überragende Schauspielkunst ebenso findet wie verlogene Chiffren, geistreiche Pointen ebenso wie routiniertes Mittelmaß. Berührende menschliche Botschaften ebenso wie ideologische Phrasen. Sie erzählen eine andere Geschichte des Dritten Reichs."

Mein Fazit: Mit fünf Porträts bekannter Schauspielerinnen in der Zeit der Dritten Reichs schafft es Friedemann Beyer, ein beeindruckendes und stimmiges Bild einer ganzen Ära und einer großen Kunst zu entwerfen. Mit moralischen Urteilen hält sich der Autor weitgehend zurück und überlässt es damit dem Leser, die Figuren und ihre Verhaltensweisen in ein Wertgebäude einzuordnen. Nebst genauen Porträts und vielen Bildern in Schwarz-Weiß bietet das Buch auch einen sechzigseitigen Anhang. In ihm finden Interessierte eine ausführliche Filmographie, Anmerkungen, Literaturangaben und ein Register.
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Frauen für Deutschland. Filmidole im Dritten Reich: Filmidole des Drittes Reichs
Frauen für Deutschland. Filmidole im Dritten Reich: Filmidole des Drittes Reichs von Friedemann Beyer (Gebundene Ausgabe - 5. April 2012)
EUR 19,90
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