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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wege der Freiheit mit vielen Gabelungen und Stationen, 25. Oktober 2010
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wege der Freiheit. Die DDR, die Sowjetunion und Jugoslawien im Umbruch: Die DDR, die Sowjetunion und Jugoslawien im Umbruch. Mit einem Vorwort von Uwe Tellkamp (Gebundene Ausgabe)
Die Wege der Freiheit und die Wege in die Freiheit haben ganz verschiedene Facetten und werden doch meistens bei Großereignissen bzw. historischen Wendepunkten nur auf wenige Punkte reduziert. Dieser Foto- und Textband geht den Wegen in die Freiheit auf besondere Weise nach. Hier werden nicht die üblichen Fotos gezeigt, die jeder schon von den unzähligen historischen Feiern und Dokumentationen her kennt. Hier wird der Alltagsweg beschrieben. Wie haben sich die Veränderungen, die Wandel, die Revolutionen in der DDR, Jugoslawien und der Sowjetunion im Alltag niedergeschlagen? Wie sind die Menschen hiermit zurecht gekommen? Wie haben sich Stadt- und Landschaftsbilder verändert und welche Bedeutung haben manche Gegenstände und Rituale noch nach den Ereignissen?
Es sind diese Fragen, die in dem fulminanten Werk beantwortet, angerissen und aufgegriffen werden. Nicht nur die unglaubliche Anzahl an Fotos von David Biskup wird hier überzeugen. Vielmehr sind es auch seine ergänzenden Erklärungen zum Rahmengeschehen, welche dieses Fotobuch zu einem photographischen Erzählwerk machen. Da wird das Bild eines zerstörten Gebäudes relativiert damit, dass wohl rund um das Haus alle Gebäude intakt waren. Oder es wird auf einem Pappschild gebeten, altes Inventar nicht zu zerstören, da es noch für Aufnahmen gebraucht wird.
Die Menge an inszenierten und spontan angefertigten Bildern wird zu einer phänomenalen Zeitreise, auch wenn diese teils erst zehn Jahre zurückliegt. Der Balkankrieg wird genauso gegenwärtig wie der Umbruch in der Sowjetunion oder die Wende in der DDR. Werkhallen, Denkmäler, Schaufenster, Machtzentren, Demonstrationsplätze, Kriegsausrüstung, Wahl- und Werbeplakate, Sträne, Flüchtlingsströme, Versammlungsräume, Modeschauen, Straßenzüge,...: Sie alle werden hier in meist schwarz-weißen, aber auch farbigen Aufnahmen präsentiert, welche zumeist ganzseitg berücksichtigt wurden. Dazwischen sind die kurzen Essays von Uwe Tellkamp, Daniel Biskup, Thomas Urban, Wladimir Kaminer, Edo Popovic, Susanna Simon und Dr. Alida Bremer rot unterlegt abgedruckt. Sie streuen jeweils eigene Streiflichter in die historischen Momente, die allzu früh schon dahinzudämmern drohen, ohne dass sie richtig erhellt worden sind. Man hätte sich zwar noch ein Register gewünscht, das Personen, aber vor allem die Orte aufgeführt hätte. Außerdem wäre es von großem Nutzen für die Leserschaft gewesen, auf den Vor- bzw. Nachsatzblättern Landkarten abzudrucken, welche die Veränderungen auch geographisch wiederspiegeln. Dennoch hat man mit diesem Band eine beeindruckende, wertvolle und alltagsnahe Darstellung zusammengestellt, welche zeigt, wie kreuz und quer die Wege in die Freiheit verlaufen können, mit all dem Leid, Glück, der Hoffnung, der Gefahr und der immer wieder neu erforderlichen Gestaltungskraft. Die drucktechnische und editorische Qualität ist ausgesprochen hoch und überzeugt deutlich.
Ein ausdrucksstarkes Geschenk für alle historisch und politisch Interessierten und Verantwortlichen sowie für Zeitzeugen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bilder, die den Weg in die Freiheit zeigen, 23. November 2010
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wege der Freiheit. Die DDR, die Sowjetunion und Jugoslawien im Umbruch: Die DDR, die Sowjetunion und Jugoslawien im Umbruch. Mit einem Vorwort von Uwe Tellkamp (Gebundene Ausgabe)
Als im Herbst 1989 die Berliner Mauer fiel, hatte sich der 26jährige Geschichtsstudent Daniel Biskup einige Jahre zuvor das Fotografieren autodidaktisch beigebracht. Für die "Augsburger Allgemeine" hatte er schon einige Reportagen geschrieben und fotografiert. Doch dann wurde der Nebenbei-Journalist mit dem Weltgeschehen konfrontiert: Ungarn öffnete plötzlich seine Grenze zu Österreich und anschließend überschlugen sich in den nächsten Wochen und Monaten förmlich die politischen Ereignisse.

Der angehende Historiker verließ die behütete Atmosphäre der Hörsäle, denn da draußen bot sich die einmalige Gelegenheit, Geschichte hautnah zu erleben. Mit seinem alten Mercedes-Kombi fuhr Biskup über 100.000 Kilometer durch die DDR und verschoss dabei 1200 (!) Filme. Bereits im November 1990 wurde eine Auswahl der Fotos in der Ausstellung "Der Weg zur Wiedervereinigung" in der Stadtsparkasse Augsburg gezeigt.

Bald kam Biskup jedoch auf die Idee, nicht nur die deutschen Ereignisse in jenen turbulenten Monaten im Bild festzuhalten, sondern auch die Geschehnisse in anderen Ostblock-Staaten fotografisch zu dokumentieren. So hielt er die Momente des schwierigen Umbruchs in der zerfallenden Sowjetunion und im sich auflösenden Jugoslawien fest.

Mit seiner Kamera war Biskup den "Wegen der Freiheit" gefolgt, die in Ostdeutschland friedlich, in Jugoslawien dagegen kriegerisch beschritten wurden. Die außergewöhnlichen Schwarz-Weiß- und farbigen Fotos sind aber nicht die üblichen Aufnahmen, die man bereits dutzendweise aus unzähligen Bildbänden und Dokumentationen kennt.

Biskups Aufnahmen sind keine inszenierten Bilder, es sind meist spontane Schnappschüsse, die neben den historischen Großereignissen vor allem den bewegten Alltag der Menschen belegen. Ob Leipziger Bürgerrechtler bei der Besetzung der Leipziger Bezirksverwaltung, ob in einem Mazedonischen Flüchtlingslager oder auf dem Schwarzmarkt in Mostar - Biskup gelingt es stets, die richtigen Momente einzufangen.

Das Buch gliedert sich in sechs Teile, die unterschiedlichen Themen (wie "Jugend im Umbruch") gewidmet sind. Diese Kapitel werden durch kurze Begleittexte (Daniel Biskup, Thomas Urban, Wladimir Kaminer, Edo Popvic, Susanna Simon und Alida Bremer) eingeleitet, die ohne Pathos auf die Wendezeit zurückblicken. Im Vorwort versucht Uwe Tellkamp dagegen eine Antwort auf die Frage "Welchen Wert hat die Freiheit?" zu finden.

"Wege in die Freiheit" ist ein ausdrucksstarkes Buch, das das wahre Gesicht des Umbruchs und dessen Tempo zeigt. Mit seiner Ausgewogenheit von Bild und Text ermöglicht es dem Betrachter ein persönliches Reflektieren. Wie immer bei der Collection Rolf Heyne ist die Aufmachung und Ausstattung von höchster Qualität. Ein Bildband, der die ungeteilte Aufmerksamkeit aller historisch Interessierten finden wird.
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