Kundenrezensionen


5 Rezensionen
5 Sterne:
 (5)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das sensible Auge der Eve Arnold., 28. April 2009
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Eve Arnold: Porträts und Fotoreportagen (Gebundene Ausgabe)
Dieser Bildband zeigt das Lebenswerk von Eve Arnold, der Grand Dame der Fotografie.

Die Herausgeberin des Buches, das Porträts und Fotoreportagen der Künstlerin enthält, ist Brigitte Lardinois. Sie arbeitete über zehn Jahre als " Cultural Director " bei der renommierten Fotoagentur Magnum in London- der Agentur, der Eve Arnold seit 1951 angehört.

Das Vorwort hat Anjelica Huston, die Tochter der Filmlegende John Huston verfasst. Huston ist Oscar- und Golden-Globe-Preisträgerin. Eve Arnold hat diese Schauspielerin in den letzten Jahrzehnten häufiger porträtiert.

Die Schauspielerin, Filmemacherin und Autorin Isabella Rossellini schließlich hat eine erhellende Einführung zum Werk geschrieben. Es handelt sich hierbei um Schwarz-Weiß- Fotos aber auch um Farbbilder.

Huston erzählt packend vom langen Schaffen der 1912 geborenen Fotografin, deren erster Lehrer der berühmte Alexey Brodovitch , der künstlerische Leiter des Modemagazins " Harper`s Bazaar " war.
Huston berichtet, dass Eve Arnold einst in Indien Indira Gandhi auf ihrer Wahlkampftour begleitete u.a. männliche Stripteasetänzer sowie lesbische Nonnen ablichtete und im Süden der USA das Treiben des Ku-Klux-Klans dokumentierte.
In den 1960er Jahren gestaltete sie eine Reportage über " Schwarze in Südafrika " und bereiste ferner die UdSSR, Afghanistan und Dubai, um dort Fotos zu machen.
Als einer der ersten Fotografen durfte sie Ende der 70er Jahre relativ frei in China fotografieren.
Die Bilder Arnolds, so Huston, erzählen immer eine eigene Geschichte. Die im Buch vorgestellten Fotos, wollen kulturelle, soziale, ökonomische und spirituelle Unterschiede herausarbeiten und auf die persönliche Welt von Arnolds Modellen aufmerksam machen.

Isabella Rossellini erzählt u.a. , wo und wann ihr die Fotografin begegnete . Sie traf Arnold häufig und sprach mit ihr über Freunde, Politik und Kinder. Rossellini hält fest, dass Eve nie wie eine Intellektuelle, sondern stets sehr praktisch sprach. Dafür nennt sie Beispiele.
Die Schauspielerin weiß um das Geheimnis, weshalb die Modelle vor dem Objektiv der Fotografin stets sehr entspannt und spontan waren.
Alle fühlten, dass Arnold das Leben und die Menschen liebte. " Mit ihren mitfühlenden Augen und ihrem Sinn für Humor steht sie da und richtet ihr Objektiv auf den Menschen hinter dem Star, hinter dem Politiker, hinter dem Bettler und hinter dem Kind."

Die Fotos sind untergliedert in drei Abschnitte: von 1948-1960, von 1961-1970 und von 1971-1997. Die Bilder werden von Textpassagen begleitet, in denen man Einiges über die Fotografin und ihr Schaffen erfährt, auch , dass sie bis 1943 als Buchhalterin arbeitete und zu diesem Zeitpunkt auf eine Annonce in der New York Times antwortete, in der ein " Amateurfotograf " gesucht wurde.
Man erfährt, dass sie von Anbeginn an ihre Erfahrungen durch " Lerning by doing " sammelte, unterbrochen nur ausnahmsweise von einem sechswöchigen Lehrgang an der " New School for Social Research " unter Leitung von Alexey Brodovitch.
Über die Fotogenossenschaft Magnum, die 1947 von und für Fotografen gegründet wurde, bekam Arnold Zugang zur Welt der Filmstars und lernte auf einer Party Marilyn Monroe kennen. Diese Verbindung dauerte bis zum Tode der Schauspielerin 1962 an.
Eve erklärte, nachdem man sie fragte, ob Marilyn und sie Freundinnen seien: " Marilyn suchte eine Mutter, und das wollte ich nicht für sie sein. "
Es folgen eine Reihe sehr beeindruckender Schwarz-Weiß-Fotos, u.a. von einem traurigen Barmädchen in einem Bordell des Rotlichtviertels in Havanna, Kuba, 1954.
Zwei Fotos von Marlene Dietrich aus dem Jahre 1952, die damals ihr Comeback im Showbusiness plante, möchte ich erwähnen. Interessant finde ich den Vermerk " Es war eine nasskalte Novembernacht, und auf Anraten von Marlenes Privatastrologen konnte erst nach Mitternacht mit der Arbeit begonnen werden." Die Fotografin schaffte es die Persönlichkeit der Schauspielerin zu zeigen, einer nachdenklichen, sehr ironischen Frau, mit hellwachen Augen.
Es folgen Bilder über Bilder. Auf sie alle einzugehen ist im Rahmen einer Amazone-Rezension leider nicht möglich.
Sehr witzig ist eine Werbeaufnahme mit Kindern für Standart Oil von 1958 und überaus berührend das Bild aus den ersten fünf Minuten im Leben eines Babys. Man sieht die Hand der Mutter und die des Kindes. Das Kind greift nach den Fingerkuppen der Mutter und sagt auf diese Weise liebevoll ja zum nonverbalen Dialog.
Traurig stimmen die Wanderarbeiter- Aufnahmen von 1951. Sie zeigen erhebliche soziale Missstände.
Es folgen viele Bilder von Marilyn Monroe, 1950-60. Die Fotos wirken nie künstlich. Marilyn erscheint auf natürliche Art wunderschön. Oft ist sie sehr nachdenklich. Eve Arnold visualisiert die zarte Seele dieser Schauspielerin.
Beeindruckend auch sind die beiden Anfang 1960 in England aufgenommenen Fotos von zwei alten Ehepaaren und das Bild von Elisabeth Taylor mit ihren Kindern. Es gibt noch ein weiteres Foto von Taylor. Sie war eine der klassischen Schönheiten des letzten Jahrhunderts. Eindeutig.
Hervorheben möchte ich zwei Porträts, die Arnold 1969 in Afghanistan machte. Es handelt sich um zwei Farbfotos. " Junges Mädchen in Kabul. " und " Junger Mann auf einer Hochzeit in Herat. " Diese Bilder sind große fotografische Kunstwerke.
Nachdenklich stimmen mich die Fotos verschleierter Frauen aus Afghanistan, dem Oman und den Arabischen Emiraten.
Betont aussagekräftig mutet ein Foto an, das die Zuschauermenge bei einer Kundgebung von Indira Gandhi zeigt. Die Hoffnung in den Gesichtern spricht Bände.
Die Fotoreportage in China schließlich offenbart eine andere Facette der Künstlerin. Hier zeigt sie, dass man Spiritualität fotografisch darstellen kann.
Sehr beeindruckend ist das Foto " Traditioneller Arzt, China 1979 " , " Buddhistische Mönche beim Sutra-Studium im Hanshan-Tempel , Suzhou, China 1979 ", aber auch die Szenen, die Menschen bei der Arbeit in der Inneren Mongolei zeigen.

Auf den letzten Seiten des Buches sind die einzelnen Fotoaufträge Eve Arnolds aufgelistet, einer Frau , die die seltene Begabung besitzt hinter die Dinge zu sehen und sich von Vordergründigem nicht blenden lässt. Alle ihre Fotos dokumentieren dies.

Eine gelungene Hommage.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirken einer schaffenskräftigen Person herausragend in Bild und Text gestellt, 15. Mai 2009
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Eve Arnold: Porträts und Fotoreportagen (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein Geschenk - mehr bräuchte man eigentlich nicht zu schreiben; denn dieser Portrait- und Fotoreportagen-Band ist ein Wohlgenuss an photographisch-künstlerischer Gestaltungsbreite und -tiefe.
"Eve Arnold" ist ein Geschenk, vor allem weil man sich diesen Band immer wieder hervornimmt und sich einfangen lässt von der (Lebens-)Geschichte dieser Meisterphotographin. Ob nun die klassischen Schwarz-weiß-Aufnahmen oder die späteren farbigen Photographien: in allen ist ein präziser, respektvoller, professionell ausgereifter Blick erkennbar für die Persönlichkeit des abgelichteten Menschen. Die faszinierende Nähe der Aufnahmen zieht einen förmlich in den Bann. Licht- und Schattenwirkung, Eingrenzung und Erweiterung der Motiv-Umgebung, Schärfe und Verschwimmen, Zentrierung auf die portraitierte Person oder großzügige Raumerfassung: in allem glänzt dieser Band, der die hochqualitativen Aufnahmen mit einem ebensolchen Qualitätsdruck zu erfassen weiß.
So wie die Aufnahmen Vor- und Hintergrund ins Bild rücken, so vorder- und hintergründig sind auch die Textbeiträge zu dem Band. Diese vermitteln einen hervorragenden Einblick in das Wirken dieser Meisterphotographin. Insbesondere der Beitrag zur Chinareise 1979 ist beeindruckend, weil hier die heutzutage unmöglich erscheinenden Umstände von Visumserteilung und Reisefreiheit prägnant geschildert werden.
Aber auch die Fotoreportagen über Malcom X, verschleierte Frauen, Marilyn Monroe oder die Wanderarbeiter auf Long Island vermitteln eine respektable Einschätzung des frühzeitig religions-, kulturen- und völkerverbindenden Schaffens der 1912 geborenen Eve Arnold. Die weißlettrig auf saphir-goldenem Untergrund gedruckten Beiträge sind ansprechend fließend eingebunden in die Fotosammlung und akzentuieren die Meisterwerke noch einmal auf andere Weise.
Neben der künstlerisch-photographischen Leistung dieses Bandes, werden den Betrachtenden und Lesenden auch noch einmal historisch udn politisch bedeutsame Aspekte des vorherigen Jahrhunderts vor Augen geführt und damit wieder der politische Blick geschärft: Rassentrennung in den USA, Armut, Arbeitsbedingungen, Diskriminierung, Religion, soziale Ungerechtigkeiten werden hier zu photographischen Anklagepunkten.
Die Auflistung der Photoaufnahmen von Eve Arnold am Ende des Bandes zusammen mit Büchern von und über Eve Arnold ist ebenso hilfreich für die Anerkennung dieser faszinierenden Jahrhundertphotographin wie auch das sorgfältige Register der diversen in Texten genannten oder auf Abbildungen vorkommenden Personen, deren Vielseitigkeit einen erstaunen lässt: Francis Bacon, Malcom X, Jacqueline Kennedy, Anthony Quinn, Marilyn Monroe, Arthur Miller, Marlene Dietrich, Elisabeth II., Clark Gable, Indira Gandhi, Yves Saint Laurent oder Elisabeth Taylor, Margaret Thatcher und Andy Warhol.
Eine schöne, ungewöhnliche photographische Reise, die durch sensible Aufnahmen das Leben auf der Welt persönlicher werden lässt.
Ein Band, den man sich zu Herzen nimmt oder mit Leidenschaft verschenkt!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schönes Stück fotografische Geschichte, 4. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eve Arnold: Porträts und Fotoreportagen (Gebundene Ausgabe)
Da die beiden Vorschreiber das Buch ausführlich besprochen, und in meinen Augen auch richtig bewertet haben, fasse ich mich kurz: Es handelt sich hier um ein ausgezeichetes Buch über ein Stück fotografische Geschichte. Dazu momentan zu einem überraschend niedrigen Preis. Da sollte man zugreifen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fotos und mehr, 23. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eve Arnold: Porträts und Fotoreportagen (Gebundene Ausgabe)
Neben den Aufnahmen, die "Stars" und "normale" Menschen aus meiner Sicht sehr privat und nicht gestellt zeigen, enthält das Buch auch Informationen über Eve Arnold und ihrer Arbeit. Ein Buch zum Betrachten und Lesen für eine ruhige Stunde und länger.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Kaufempfehlung!, 9. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Eve Arnold: Porträts und Fotoreportagen (Gebundene Ausgabe)
Meiner Affinität zu Magnum Photographie habe ich es zu verdanken, dass ich auf diesen Bildband aufmerksam wurde. Eve Arnold wurde 1951 als erstes weibliches Mitglied bei Magnum Photos aufgenommen. Dieser Bildband zeigt eindrucksvoll viele Arbeiten von Eve Arnold und erzählt dabei gleichzeitig die Geschichte dieser großartigen Photographin. Hier wurde weder an Bildmaterial gespart, noch an Worten. Der Bildband zeigt Photographien von 1948 bis 1997. Alle bekannten Größen dieser Zeit hatte sie vor der Kamera: Marilyn Monroe, Malcolm X, JFK und noch viele andere... Es werden aber auch viele Aufnahmen aus dem "echten" Leben gezeigt. Ein einzigartiges Zeitdokument, das ich nur jedem Liebhaber von Porträts und Fotoreportagen empfehlen kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Eve Arnold: Porträts und Fotoreportagen
Eve Arnold: Porträts und Fotoreportagen von Anjelica Huston (Gebundene Ausgabe - 1. April 2009)
Gebraucht & neu ab: EUR 55,00
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen