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155 von 165 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 6. Februar 2012
... auch wenn es zunächst den Anschein macht, dass Daniel Glattauer mit seinem neuen Roman "Ewig Dein" an seine Bestseller "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" anknüpft. Irrtum! Denn die Geschichte zweier Menschen, die sich kennen und auf unterschiedliche Weise lieben lernen, nimmt einen dramatischen und nicht vorhersehbaren Verlauf und entwickelt sich langsam zu einem Psychothriller der besonderen Art.

Judith, die Inhaberin eines Lampengeschäfts in Wien, trifft auf Hannes, den smarten Architekten, der sie sofort in sein Herz schließt. Judith hat die Hoffnung auf den für sie passenden Mann bereits aufgegeben und kann es kaum fassen, tatsächlich dem Mann begegnet zu sein, der alle positiven Eigenschaften zu vereinen scheint. Doch Hannes nistet sich immer mehr in ihr Leben ein, nimmt Einfluss auf ihren Bekannten- und Verwandtenkreis und lässt Judith im wahrsten Sinne keine Luft zum Atmen. Judith fühlt sich bedrängt und fremdbestimmt und entscheidet letztendlich, sich von Hannes zu trennen. Diese Entscheidung stösst nicht nur bei Hannes auf Unverständnis und hat schwerwiegende Folgen. Für Judith beginnt ein monatelanger, mit Höhen und Tiefen verbundener Kampf um sich selbst.

Dass es sich bei "Ewig Dein" nicht um einen Liebesroman dreht, wird recht früh deutlich. Die Handlung ist in Phasen aufgeteilt, Phasen eines Lebensabschnitts, Phasen einer Beziehung, das verheißt nichts Gutes. Daniel Glattauer schafft von Anfang an eine nahezu unheimliche Atmosphäre, die den Leser schnell an dem perfekten Glück von Judith und Hannes zweifeln lässt. Er richtet sein Augenmerk voll und ganz auf Judith und stellt ihre Gefühle, Ängste und ihre Zerrissenheit echt und ungekünstelt dar. Zusammen mit ihr begibt sich der Leser auf eine Gratwanderung zwischen Wahn und Wirklichkeit, wohingegen Hannes zwar agiert, trotzdem weitgehend im Dunklen bleibt. Sympathische Nebenfiguren, die mit ihren Aufgaben wachsen, vervollständigen das Personal einer ungewöhnlichen Geschichte, der es an Spannung nicht fehlt.
In einer schnörkellosen, prägnanten Sprache, die sich vor allem in den Dialogen widerspiegelt, und einem eigenwilligen Erzählstil spannt der Autor den Bogen des Geschehens in gekonnter und bewegender Manier zu einem für mich überraschenden und schlüssigen Ende.

Ein verblüffender Glattauer hat die Schublade, in die er spätesten seit seinen Welterfolgen von "Emmi und Leo" gesteckt wurde, geöffnet und ein anderes Terrain betreten, was ihm meiner Meinung nach ausgezeichnet gelungen ist.
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72 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. März 2012
"Ewig Dein" bekam ich zum Geburtstag geschenkt. Ich hatte "Gut gegen Nordwind" gelesen und auch das Theaterstück gesehen, von dieser zarten, subtilen Geschichte war ich begeistert, daher habe ich mir sehr über und auf den neuen Glattauer gefreut.

Ich habe das Buch recht bald und in einem Zug gelesen - ja, es liest sich flüssig und ist auch über kurze Teilstrecken recht spannend - aber insgesamt war ich enttäuscht. Die Sprache ist knapp, nur an manchen, wenigen Stellen kommen Witz, Wärme und Lockerheit durch, wie man sie aus "Gut gegen Nordwind" kennt. Die Geschichte hätte durchaus ein wenig Augenzwinkern vertragen. Sie spielt in Wien, man kennt - als Wiener(in) - die Gassen, aber Lokalkolorit und Atmosphäre kommen nicht auf, das Setting bleibt farblos, steril. So auch die Personen. Für mich fand eine Identifikation mit der Protagonistin nicht statt, Judith war für mich zu distanziert, blieb mir komplett fremd, auch in ihren guten Phasen. Hannes in seiner Gestörtheit ist nicht wirklich glaubwürdig und die Randfiguren sind nicht einmal als Statisten wirklich tauglich, auch nicht sonderlich sympathisch, obwohl einige von denen es durchaus hätten sein können. Die einzig lebendige Figur ist Bianca, das Lehrmädchen. Durch sie hätte die Geschichte mit Lockerheit und Witz aufgepeppt werden können, würde da nicht das Schnoddrige ihrer Jugendsprache so gekünstelt und aufgesetzt wirken.

Die Geschichte hat phasenweise - im wahrsten Sinn des Wortes, denn der Roman ist in "Phasen" gegliedert - deutliche Überlängen, das nervt und man fragt sich, wann kommt er endlich zum Punkt. Der Schluss hingegen schlägt ein wie ein in die Irre gegangener Feuerwerkskörper. Er kommt zu rasch, mit einem unharmonischen Knall, ist unlogisch, lässt zu viele Fragen offen. Der Knoten wird nicht langsam entwirrt, womit der Leser seine Freude gehabt haben könnte, sondern wie mit einem schlecht geschliffenen Messer ohne Sorgfalt durchtrennt. Wobei Judith dabei eigentlich nur physisch anwesend ist - wirklich präsent ist sie in der Endszene nicht. Auch bleiben ihre Unternehmungen, die das "überraschende" Ende herbeiführen, undurchsichtig. Insgesamt - schade, der Plot hätte mehr hergegeben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 3. Januar 2013
"Ewig dein" ist mein ersten Buch von Daniel Glattauer und daher kann ich keine Vergleiche zu seinen anderen Büchern ziehen, außer dass mir gesagt wurde, dass sie sehr romantisch wären. Romantik sucht man in diesem Buch allerdings vergeblich, eher wohnt man eines sich immer mehr steigernden Psychodramas bei, das mit einem sehr spannenden Ende aufwartet.

Judith, Ende dreizig, hat der Liebe mehr oder weniger abgeschworen, da sie davon überzeugt ist, den richtigen Mann nie zu treffen . Als sie eines Tages beim Einkauf eine sehr schmerzhafte Begegnung mit dem Architekten Hannes Bertaler hat (er ist ihr auf die Ferse getreten)weiß sie noch nicht, welche Höhen und Tiefen diese Begegnung in ihrem Leben auslöst.Die Beziehung mit Hannes entwickelt sich langsam und Judith verspürt auch keine Liebe für Hannes, aber ihr schmeichelt seine ausgeprägte Aufmerksamkeit ihr gegenüber. Als sie ihn ihren Freunden und ihrer Verwandtschaft vorstellt sind alle mehr als begeistert von seinem einnehmenden Wesen, nur Judith geht dieses mehr und mehr auf die Nerven. Als sie versucht die Beziehung zu beenden, beginnt für sie ein kaum zu Ende gehender Alptraum.

Daniel Glatthauer hat mich mit seinem Buch sehr neugierig gemacht.Die Handlung dieses Buches, aber auch seine lakonische Art zu schreiben haben mich überzeugt, dass von diesem Autor noch einiges zu erwarten ist.Die Personen seines Buches,vor allem Judith wurden überzeugend beschrieben, so dass der Seelenzustand eines Stalkeropfers für den Leser gut nachvollziehbar war.Aber auch Hannes wurde meines Erachtens gut getroffen, wie übrigens die anderen Nebenrollen auch.Die teilweise Ironie,aber auch humorvolle Szenen, haben die Ernsthaftigkeit dieses Themas nicht geschmälert, für mich aber schon manchmal aufgelockert, was ich als sehr wohltuend empfunden habe.Die Spannung ist in diesem Buch auf jeder Seite fühlbar und steigert sich einer Spirale gleich bis zum Ende hin. Man ahnt ziemlich schnell, dass sich ein Drama anbahnt, was mich aber überhaupt nicht gestört hat, denn die Art des Autors dies in Szene zu setzen hat mich an das Buch gefesselt, so dass ich es an einem Nachmittag ausgelesen hatte.

Ich bin gespannt auf sein nächstes Buch, wenn es dieses Qualität aufwiest, bin ich wieder dabei.
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56 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Februar 2012
und diese... und diese... und auch diese gemeinsam?

Ja - genau... sie sind nicht nur gelb - sie stehen für Romantik und Liebe, aber sie machen auch Angst...

"Ewig Dein" kommt anfänglich als aberwitzige Kennenlernstory zwischen Judith und Bananenmann Hannes daher, die mir stellenweise die Tränen in die Augen getrieben hat. Glattauers Wortwitz und seine sarkastisch, ironisch und stellenweise auch giftigen Personen- und Lebensumstandsbeschreibungen haben mich eingefangen und mitgerissen.

Ich habe beim Lesen wieder einmal lauthals gelacht, weil ich humoristisch mit Daniel Glattauer absolut auf einer Wellenlänge bin. Fesselnde Situationskomik eben :-) - die alltäglichsten Situationen überspitzt und vor allem geballt in kürzester Zeit erzählt; witzig, spritzig, amüsant und stellenweise so schön böse.

Diese anfänglich positive und komische Dynamik war nahezu berauschend!

Doch dann - was ist das? Die Stimmung kippt, der Mann wird zum Stalker, der mehr und mehr Judiths Leben auf den Kopf stellt. Die anfänglich leichte, amüsante und überspitzte Liebe, mit der Hannes Judith überhäuft wird einengend, freiheitsberaubend und absolut erdrückend. Nichts, was sich Judith für ihr zukünftiges Leben wünscht.

Dieser Teil des Buches ist so ganz anders, als ich es vom Autor kenne - und doch so gut. Auch in düsteren und unheimlichen Passagen konnte mich Glattauer an sein Buch fesseln. Dieser scharfe Cut und der damit einhergehende Umschwung gelingt Daniel Glattauer fantastisch.

Durch seinen klaren und flüssigen Schreibstil und die ereignisreichen Wendungen der Story war ich regelrecht "gezwungen" das Buch in einem Rutsch durchzulesen. Das überraschende Ende hat dem Ganzen dann noch das Sahnehäubchen aufgesetzt. Sehr schön!

Mit "ewig Dein" ist Daniel Glattauer etwas Geniales, sehr Eindrucksvoll gelungen: in diesem Buch sind die verschiedensten Genres wundervoll miteinander verknüpft - Romanze, Krimi und auch Thriller. Keine der Stilrichtungen war langweilig oder nervig - im Gegenteil! Ich wurde an einem Stück sehr kurzweilig unterhalten.

Auch die Darstellung der Dialoge im Buch war für mich wieder typisch Glattauer - da ich die beiden "email-Romane" von ihm kenne, hat mich dies in keiner Weise gestört.

Diesem Buch gebe ich guten Gewissens 5 Sterne, weil es mich sehr positiv überrascht hat; nicht, weil Glattauer sonst nicht gut ist, sondern weil ihm ein Mix von solch unterschiedlichen Genres gelungen ist, der so perfekt daher kommt und mich dadurch überzeugen konnte.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. April 2014
So manchmal wundert man sich doch, was so alles auf der Bestseller-Liste landet. Warum nur 2 Sterne, wo doch der Durchschnitt 4 Sterne beträgt?
Ganz einfach, der Stoff des ewig Liebenden, der es nicht lassen kann, ist uralt.
Die Sprache soll an vielen Stellen gewitzt und geistreich sein, doch gelingt dies nur selten.
Auch, das gestehe ich ein, mag ich den österreichischen Sprachstil nicht, aber das ist neben den anderen hier genannten formalen Mängeln, eine sehr persönliche Einschätzung.
Hannes, die Obernervensaege, bleibt doch, hinsichtlich seiner Bedeutung für den Roman, ziemlich blass.
Der Stil der Wörtlichen Rede stört den Lesefluss: Er: Sie: Er: usw. Keine neuen Zeilen, sondern im Fließtext, nervig.
Einzig das Ende, das zwar nicht besonders originell ist aber immerhin zur diebischen Freude des Lesers gereicht und die eindringliche Beschreibung von Opfer Judith verdienen zwei Sterne.
Selbst am Strand unter dem Sonnenschirm ist mir da doch die Zeit zu schade gewesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Mai 2012
Bevor ich angefangen habe, "Ewig Dein" zu lesen, hatte ich noch gar nichts über dieses Buch gehört und bin völlig unvoreingenommen herangegangen. Allerdings kannte ich die Hörbücher von "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen". Hatte ich also einfach die falsche Erwartungshaltung?

Mir hat "Ewig Dein" jedenfalls eher nicht besonders gefallen. Gar nicht so sehr von der Story her. Die fand ich durchaus fesselnd und Geschichten dieser Art lese ich ab und an ganz gern. Aber der Schreibstil (insbesondere die Passagen mit wörtlicher Rede) hat mir leider überhaupt nicht gefallen. :-( Im Gegenteil: ich fand ihn extrem anstrengend.

So habe ich mich durch die erste Hälfte des Buches eher durchgequält und einige Male überlegt, das Buch abzubrechen. Schließlich wollte ich aber doch gern wissen, wie die Geschichte endet und habe mich 'durchgebissen'...
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Ewig Dein" beginnt vielversprechend, lässt dann aber leider immer mehr nach. Daniel Glattauer erzählt von Judith, die in Wien ein Lampengeschäft führt und eines Tages von einem Unbekannten beim Einkaufen angerempelt wird. Hannes beginnt Judith zu umschwärmen und ehe Judith es sich versieht ist sie in einer Beziehung, die sie eigentlich nicht möchte. Eigentlich schon, aber nicht mit der Beharrlichkeit und Penetranz, mit der Hannes sich in ihr Leben drängt, bis Judith kaum noch Luft zum Atmen hat. Sie trennt sich von Hannes, der von da an nicht mehr locker lässt und Judith verfolgt. Judith hört Stimmen und Geräusche und landet in der Psychiatrie. Am Ende weiß man nicht genau: Wer spinnt denn jetzt und wer ist krank? Judith? Hannes? Oder beide? Was war zuerst da? Es ist recht abgedreht, wie Hannes sich unter Judiths Freunden und Familie einschmeichelt bis zum geht nicht mehr.
Die eingeschobenen Dialoge wirkten teilweise knapp und nichtssagend. Die Sprache ist etwas ungewöhnlich, knapp, etwas bissig, das gefiel mir.
Herr Glattauer zeichnet Figuren, mit denen ich beim besten Willen nicht warm werden kann. Sie sind zu glatt, zu leblos, zu wenig mit Innenleben gefüllt und leider zu wenig sympathisch. Durchweg durch die Bank ist der Roman voll von unsympathischen Leuten, bis auf Bianca, das Lehrmädchen im Lampengeschäft. Die war herzig und witzig. Aber ansonsten: Nix zum Identifizieren, zum Mitfiebern, schade.
Die Aufdröselung am Ende hat mir nicht recht zugesagt, da viel im Ungewissen bleibt. Es ergeben sich Wendungen, die an sich etwas unlogisch sind. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, um den Spaß am Roman nicht zu verderben.
Obwohl ich "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" verschlungen habe und sehr mochte, passe ich hier! Man kann das Buch lesen, muss es aber nicht. Oder anders gesagt: Man verpasst nix, wenn man es nicht liest.
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Ewig Dein" klingt und beginnt wie ein Liebesroman: Die erfolgreiche Singlefrau Judith betreibt zusammen mit der sechszehnjährigen Auszubildenden Bianca ein Lampengeschäft und hat den Männern eigentlich abgeschworen. Doch an Gründonnerstag begegnet sie im Supermarkt einem Mann, der ihr Leben von Grund auf verändert. Der Architekt Hannes Bergtaler ist nicht gerade ein Hingucker. Hätte er sie nicht an der Käsetheke im Gedränge getreten, hätte sie vermutlich auch nicht hingesehen. Sein Gesicht ist so wenig einprägsam, dass Judith es nicht einmal wahrnimmt. Aber ihr gefällt, wie routiniert er seine Einkäufe auf das Band befördert. Die geschmeidigen, fließenden Bewegungen seiner Hände. Sie hält ihn für einen fürsorglichen, verantwortungsbewussten Familienvater, der sich im Haushalt nützlich macht, für die hungrige Kinderschar ernährungsbewusst Bananen nach Hause bringt und sich sogar im Supermarkt zurechtfindet. Das sie das bemerkenswert findet, sagt einiges aus über ihre früheren Beziehungen.

Aus der Einkaufsbekanntschaft mit floskelhaftem Austausch ergibt sich überraschend schnell mehr: Eines Tages taucht der "Bananenmann" in Judiths Geschäft auf. Weitere Treffen folgen, bis beide anfangen, sich gezielt zu verabreden. So richtig gefällt er Judith nicht, aber sie lässt sich dennoch auf eine Beziehung mit ihm ein. Denn irgendwie ist Hannes kein übler Kerl, höflich, charmant, immer hilfsbereit, immer freundlich. Es ist schön, umworben zu werden. Und er erobert im Nu die Herzen von Freunden und Familienangehörigen, die vor Begeisterung über ihren Glücksgriff kaum an sich halten können. Judiths Herz allerdings erobert er nicht. Zwischen täglichen Besuchen, gemeinsamen Nächten, SMS, Telefonaten und Rosen geht ihr die Luft zum Atmen aus. Sie fühlt sich nicht wohl, kann sich nicht in der Beziehung fallen lassen, nicht entspannen.

Er organisiert dem arbeitslosen Bruder einen Fotografen-Job, vermittelt zwischen ihren getrennt lebenden Eltern und wird zum Freund ihrer Freunde. Er zeigt Judith das romantische Venedig, und versucht mit architektonischem Wissen zu punkten: Zu jeder der über 400 Brücken weiß er eine Geschichte zu erzählen, wobei er natürlich immer auch Rückmeldung und Bewunderung erwartet.

Mit dem Gefühl des Eingeengtseins wächst die Gewissheit: Sie empfindet keine Liebe. Sie ist für ihn das Zentrum des Universums; er ist für sie "der personifizierte Beweis, dass heiß geliebt zu werden nicht ausreichte, um Gegenliebe zu erzeugen" (S. 81).

Also trennt sie sich von Hannes. Sie versucht es zumindest. Aber der Architekt erweist sich als hartnäckige Klette, die sich nicht so leicht entfernen lässt. Vielmehr wurmt er sich weiter in ihr Leben, zieht Fäden im Hintergrund und ist auf Schritt und Tritt an ihrer Seite, selbst in ihren Träumen.

Auf ihren Wunsch nach Abstand reagiert er mit einer neuen Dosis Aufmerksamkeit. Dann zieht er sich - scheinbar verstehend - zurück. Aber sie fühlt sich belauert, belästigt, unablässig unter Beobachtung. Einbildung? Realität? Die eigentlich so souveräne Geschäftsfrau zerfällt zu einem seelischen Wrack.

Beim Lesen fühlt man sich zunehmend unbehaglicher und kann das Gefühl der Beklemmung ebenso wenig abschütteln wie Judith. Ist es wirklich Hannes, der mit seinem Verhalten die Grenzen der Normalität überschreitet? Oder reagiert Judith einfach nur übertrieben?

Unbemerkt hat Hannes eine Kluft erschaffen zwischen Judith und den Menschen, die ihr am nächsten sind... Ehe sie sich versieht, ist sie ganz allein mit ihrer Angst, gerät mehr und mehr ins Abseits. Sie legt keinen Wert mehr auf ihr Äußeres, erscheint immer seltener in ihrem Geschäft, sie zappelt hilflos wie ein Insekt im Netz der Spinne'

Was Daniel Glattaueres neuen Roman besonders und zutiefst ungewöhnlich macht, ist der gekonnte - und überraschende - Wechsel von einem Genre ins andere: Was als Liebesroman beginnt, wandelt sich zum atemberaubenden Thriller, der sich nicht mehr aus der Hand legen lässt. Raffiniert eingefädelt und mit viel psychologischem Geschick wird hier eine Geschichte erzählt, die einem Schauer über den Rücken jagt, gerade weil sie so alltäglich beginnt, im Ganzen so vorstellbar ist.

Es ist erstaunlich, wie viel Lesevergnügen, fesselnde Unterhaltung und Gedankenanstöße in diesem schmalen Buch stecken. Ähnlich wie in seinem Bestseller, der E-Mail-Romanze "Gut gegen Nordwind", gelingt es Daniel Glattauer auf wenigen Seiten vielschichtige Figuren zu entwerfen. Dabei spielt er so geschickt mit den Gefühlen der Lesenden, dass das Buch eine ungeheure Sogwirkung entfaltet.
Lesenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. November 2012
Ich hatte da so meine Startschwierigkeiten am Anfang, sein Schreibstil war mir ein kleines Hinderniss. Wer "Gut gegend Nordwind" kennt sollte nicht annährend so was ähnliches erwarten, es ist ein ganz anderer Glattauer. Ich war jedoch von überzeugt das es sich hier um eine Schnulzige Liebesromanze im klassischem Sinne handeln würde ola Sparks oder Musso.

Wurde jedoch schnell eines besseren belehrt, im Positivem Sinne. Nach der Enttäuschung am Anfang, das es sich hier um einen gestörten Mann handelt der Liebe als etwas anderes versteht. Hat es mich dann doch sehr gefesselt und ich habe die halbe Nacht durchgelesen. Man hatte ständig Fragen im Kopf die man schnell beantwortet haben wollte. Wie geht es weiter??

Am Anfang waren die Figuren auch eher Farblos, Herr Glattauer ist nicht der der viel drum rum schreibt und da ist viel eigener Fantasie gefragt. Doch nach und nach bekommen die Figuren Form und Farbe. Es war Spannend ohne Spannung, da es ja eigentlich um die Liebe geht, ich wusste zum Schluss selbst nicht auf welcher Seite ich sein sollte und manchmal brachte es mich zum Zweifeln ob ich dann doch bei der Richtigen Person war.

Nun lassen sie sich überraschen nur erwarten sie keinen gewöhnlichen Liebesroman, aber die Glattauer Bücher sind immer wieder überraschend. Ich denke das mir diese Geschichte länger in Erinnerung bleiben wird.
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am 12. Mai 2012
Das Buch erzählt die Entwicklung, die eine Beziehung nehmen kann - vom verliebten Paar zur Psychonummer. Wer etwas ähnliches wie "Gut gegen Nordwind" erwarten sollte, könnte enttäuscht sein. Die Geschichte ist fern von jeder tatsächlichen Romantik. Was aber ähnlich ist: Daniel Glattauer versteht es sehr gut, dem Leser eine gewisse Stimmung zu vermitteln. Von Anfang an hat es mich geschaudert. Vielleicht auch weil ich ja wusste, wie die Geschichte in etwa verlaufen wird, hatte ich nicht den Eindruck, dass es irgendwann konkret von totaler Romantik zu totalem "Horror" kippen würde. Das hätte ich mir vielleicht besser gewünscht. In der zweiten Hälfte gibt es auch einige Längen. In Sachen Lehrmädchen und ihrem Freund hatte ich zeitweise das Gefühl einen flachen Frauenroman zu lesen. Dennoch ist das Buch interessant und auch der Schluß heftig. Besonders vor dem Hintergrund, dass wohl ein tatsächlicher Gerichtsfall Vorbild für den Roman war, lässt mich erschauern. Das Buch hat mir sehr eindrucksvoll gezeigt, welche Auswirkungen das Verhalten eines Menschen auf das Leben eines anderen Menschen haben kann. Deshalb wird es auch einen Platz in meinem Bücherregal finden.
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