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Die Autorin hat mehrere Jahre in Japan gelebt und ist bei japanischen Malerinnen und Kalligrafinnen in die Lehre gegangen. Die enge Beziehung, die sie zu ihren Lehrerinnen (aber auch ihren Zen-Lehrern) hatte, wird im Buch schon bald deutlich. Japanische Tuschemalerei ist eben mehr als das Füllen von weißen Papierflächen. Es ist eine Lebenshaltung.

Deshalb durchweht das Buch auch permanent der Geist des Zen. Achtsamkeit, Sorgfalt, Bewusstheit. Der Maler übt nicht nur bestimmte Techniken, sondern er "verschmilzt" mit seinem Bild. Er lässt Dinge zu und beobachtet, wie sich ein Bild entwickelt. Wer die Technik meisterhaft beherrscht, der kann irgendwann den Pinsel führen lassen.

Aber das ist erst das Resultat jahrelanger Übung. Und wie man dorthin kommt, das zeigt dieses Buch sehr anschaulich. Es ersetzt natürlich keinen Lehrer aus Fleisch und Blut, aber es kommt dem so nahe, wie es eben nur möglich ist.

Zunächst werden die Malutensilien vorgestellt und ihre Pflege und Handhabung beschrieben. Es ist nicht viel Materielles notwendig, um mit der Tuschemalerei zu beginnen. Dann folgen Kapitel zu den Grundtechniken: Welche Pinsel für welche Motive, wie werden die Pinsel mit Farbe und Wasser "geladen", welche Übungen eignen sich besonders, um Sicherheit in der Pinselführung zu erlangen. Selbst erfahrene Tuschemaler üben immer noch regelmäßig diese Grundtechniken, auch um Ruhe in die Hand zu bekommen. Zu jedem Motiv beschreibt die Autorin genau, welche Pinsel verwendet werden, wie der Pinsel gehalten wird (es gibt strenggenommen nur zwei Stellungen) und wie er mit Tusche geladen wird. Letztlich lernt der Schüler durch Ausprobieren. Und durch Kopieren.

Und das sind dann bereits die nächsten Kapitel. Hier wird erklärt, wie die "Vier Edlen" gemalt werden. Die vier Edlen sind Bambus, Orchidee, Pflaumenblüte und Chrysantheme. Jedes Kapitel wird eingeleitet durch einen geschichtlich-literarischen Exkurs über die Entstehung des Motivs und seine Reflexion in der Literatur Japans und Chinas. Dann folgen die Malübungen, wobei jeweils klassische Bildkompositionen als Vorlage dienen. Das Kopieren ist in Asien keine mindere Technik (wie im Westen), sondern ist sowohl Schule als auch Ehrbezeugung vor den alten Meistern. Übrigens war bis vor nicht allzu langer Zeit das Kopieren von Meisterwerken der Kunst auch noch wesentlicher Bestandteil der akademischen Ausbildung in Deutschland. Heute liegt der Fokus darauf, Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit zu fördern. Ich bin der Meinung, dass man vielen Künstlern heute anmerkt, dass sie Malen und Zeichnen nicht wirklich gelernt haben. Kleiner Exkurs.

Damit hier keine falsche Vorstellung entsteht: Das Buch hilft beim Erlernen der Grundtechniken. Meisterschaft erwirbt man sich, wie überall, nur durch Üben, Ausprobieren und Scheitern. Die Tuschemalerei ist bei Weitem nicht so leicht, wie sie aussieht. Wie alle Tuschetechniken verzeiht sie keine Fehler. Auch nicht die kleinsten. Viele Bilder scheitern "mit dem letzten Strich". Oder einem Blatt zuviel. Auch das Aufhören zum rechten Zeitpunkt will gelernt sein (ich habe das einmal bei einem chinesischen Maler erlebt, der, offenbar angetrieben durch meine geäußerte Begeisterung, vom Ehrgeiz davongetragen wurde...).

Die Beschreibungen, wie man seinen Pinsel führt, sind sehr anschaulich und werden ergänzt durch eine Vielzahl von Abbildungen, die zeigen, wie das Ergebnis aussehen soll. Nicht alle Beispiele stammen von der Autorin, die (sorry) auch nicht unbedingt eine Tusche-Meisterin ist. Auch ihre Kanji-Kalligrafien sind oft etwas ungelenk. Aber da kommt es aus meiner Sicht nicht drauf an. Es wird das Prinzip gelehrt, und das ist wichtig. Die nicht ganz so makellosen Beispielmalereien zeigen zum einen, wie schwierig die Technik wirklich ist, zum anderen gibt es immer auch noch einige "perfekte" Kopiermuster als Vorlage. Dem Schüler geht die Arbeit garantiert nicht aus. Auf das Niveau der Autorin (und das ist als Amateur durchaus nicht schlecht) schafft man es mit entsprechender Übung und mit Hilfe des Buches sicherlich, wenn es darüber hinausgehen soll, wird ein persönlicher Unterricht bei einem Meister aber wohl unumgänglich.

Insgesamt ein sehr anschauliches Lehrbuch, mit vielen Beispielen und guten Anleitungen für die Praxis. Nur sollte man sich eben nicht durch die Leichtigkeit der Bilder täuschen lassen.
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am 15. Januar 2014
Buch mit gutem Aufbau, trotzdem fehlen Basics wie tiefere Information zu Material und Haltung. Der Laie wird Mühe haben die Malerei damit zu lernen.
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