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am 23. März 2005
Um die Wertung vorweg zu nehmen: Kohtes hat mit diesem Buch einen Schatz gehoben. Wie auf eine Schnur, die allerdings kein roter Faden ist, reiht er eine Perle der Erkenntnis an die andere. Nicht kultiviert in der geschlossenen Auster reflektierter Wissenschaft, sondern organisch gewachsen im reinen Wasser des Lebens.

Als erfolgreicher Unternehmer und Zen-Jünger ist er ein Wanderer zwischen den Welten, die zusammen zu bringen, er sich als Herausforderung auf sein Panier geschrieben hat. Mühelos wechselt er von Wirtschaftsthemen zu esoterischen
Erkenntnissen und ist immer in der Lage, sinnfällige Gemeinsamkeiten nachzuweisen. Mit leichter Hand hebt er Grenzen auf, wo Generationen von Philosophen und Klerikern starre Trennungen angelegt haben.
Die Stärke dieses Buches ist das Bekenntnis des Autors zu Schwachheit. Nicht mit dem Panzer von Dogmen und Überzeugungen durch das Leben zu flügen, sondern sich mit Wachheit und Kreativität im leichten Gepäck die Welt mit federnden Schritten zu erschliessen, darauf macht Kohtes Lust und Laune. Das Leben ist gar nicht so schwer, sondern wir tun oft alles dafür, es uns schwer zu machen.

"Dieses Buch ist eine Zumutung..." - mit diesen Vorworten beginnt ein Ausflug in 13 ungewöhnliche Kapitel. Richtig, es braucht Mut, die Welt einmal aus ganz anderen Perspektiven zu betrachten. Mit den Mitteln der Verfremdung und des Umkehrschlusses bietet der Autor ungewöhnliche Perspektivenwechsel an, die immer zu neuen, belebenden Erkenntnissen führen. So befreit er die Wirtschaftsdenke von ihrer Zwangsjacke der Zielorientierung und weist nach, dass die gemeinsame Erarbeitung von Visionen wohl die probatere Zukunftsorientierung darstellt. Auch die heilige Kuh der Führungsqualität, gekennzeichnet durch Allwissenheit und Allmächtigkeit, ist schnell geschlachtet und durch die vornehmste Aufgabe des Motivierens aller am Prozess beteiligten Menschen ersetzt.

Der Anspruch des Buches, das Leben frei und leicht zu nehmen, löst Kohtes vor allem in seinen Übungen ein, die jeweils am Ende eines Kapitels unter der zutreffenden Bezeichnung "Aufgaben" angeboten sind. Alte Denkmuster aufgeben und neue, kreative Zugänge spielerisch ausprobieren, wird er nicht müde, den Leser immer wieder zu ermutigen und verspricht dem Übenden wohl zu Recht Erleichterung und Lebensgenuss.

Alle seine Überlegungen und Anleitungen halten immer dieses eine Ziel im Blick: es dem Menschen leichter zu machen, er selbst zu sein, und damit seinen göttlichen Auftrag zu verwirklichen. Niemals bürdet der Autor dabei seinem Leser etwas auf, sondern will ihn im Gegenteil von seinen oft selbst aufgelegten Lasten befreien. Kohtes weiss, wovon er redet, das spürt man. Hier sind eigene Erfahrungen und eigenen Irrwege aufgearbeitet worden, hier gibt es nicht Rat-schläge sondern Lebenshilfe von einem, der selbst auf dem Weg ist, vielleicht ein Stück fortgeschrittener, oft nur weil mehr losgelassen als eingesammelt wurde. Das klare Wasser der Erkenntnis sprudelt wohl doch nicht aus einer geheimen Quelle, sondern ist die gefilterte, trübe Brühe des Lebens.

Dieses Buch ist zu schade zum Lesen.
Man muss es leben.
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am 23. Oktober 2014
Ich hatte zuerst das "Buch vom Nichts" vom selben Autor gelesen, das mir sehr gut gefiel, und wollte mehr davon. Aber dieses Buch erreicht nicht das Niveau. Es ist eine Sammlung vieler netter kleiner Zen-Weisheiten, aber es fehlt ein wenig der klare rote Faden. Das Buch kommt nicht auf den Punkt. Und wenn es um den Übertrag de Zen-Sichtweise auf westliches Management geht, wird es doch bisweilen arg platt. Es gelingt dem Autor hier nicht, zu einer überzeugenden Ableitung, einem Übertrag oder einer Verbindung beider Denkwelten zu gelangen. Das meiste versandet in platten, bisweilen mit der Brechstange zurechtgemachten Beispielen aus der Managementvergangenheit des Autors. Da plaudert Paul Kohtes über eine Begegnung mit Theo Albrecht, den Discounter-König, der die Heizung im Besprechungsraum herunterregelt und seine Öffentlichkeitsscheu damit begründet, es würde ihm nicht mehr Umsatz bringen, wenn er sich mehr präsentieren würde. Tolle Weisheiten.
Kurzum: Dieses Buch brauchst du nicht. Sei frei davon!
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Paul J. Kohtes räume in diesem Buch mit dem Vorurteil auf, Manager könnten keine spirituellen Erfahrungen machen. Dieses Vorurteil des Klappentexters habe ich nicht. Hingegen glaube ich, dass sich existentielle Erlebnisse eines Menschen nur sehr beschränkt übertragen lassen. Und wenn, dann am ehesten durch Bücher wie dieses. Denn Kohtes belehrt nicht, sondern teilt sich durch Geschichten mit. Und wenn es eine Andockstelle an die eigenen Lebens-Scripts gibt, stellt er Übungen zur Verfügung, die solche Stellen verdichten und verstärken können. Noch wirksamer wäre wohl, den Übermittler der Botschaft leibhaftig vor sich zu haben, die Authentizität zu spüren und zu erleben. Der Autor teilt meine Ansicht, sein Buch sei eine Zumutung für Führungskräfte, die ihren Job wirklich ernst nehmen. Daher gibt er dem Leser einige Gebrauchs- und Warnhinweise mit, um die Reise nicht im Nirgendwo enden zu lassen. Kleine Schritte sind angesagt. Die Doppeldeutigkeiten der Zen-Geschichten erfordern ebenso Zeit wie die Übungen. Kohtes Buch ist definitiv kein How-to-Ratgeber mit Checklisten, Fragebögen und Typenlehren. Es ist ein Angebot, das der Leser annehmen oder ausschlagen kann.

Weil Veränderungsprozesse nur in Gang kommen, wenn sie den ganzen Menschen erfassen, ist Kohtes Angebot auch sinnlich gestaltet. Schöne Holzschnitte, ausgewählte Zitate, Zen-Gedichten in würdiger Typografie und ein klare Sprache. Geschichten aus seinem eigenen Leben, aus der Unternehmerwelt und dem ganz gewöhnlichen Alltag machen aus Worten Vorstellungsbilder. Und weil Paul J. Kohtes immer wieder auf die kleinen Hindernisse weist, Ängste anspricht und Rückschläge als Normalfall sieht, sind wir mit dem Autor auf gleicher Augenhöhe. Mit der Lektüre betreten wir eine Welt, aus der die blockierenden "Entweder-oder-Schemata" vertrieben wurden. Und wenn am Schluss der Lektüre nur die Erkenntnis bleiben sollte, sich mehr auf das "Sowohl-als auch" einzulassen, haben sich Neugier, Zeitaufwand und Kaufpreis längst gelohnt.

Mein Fazit: Bewährte Verhaltensmuster lösen sich nicht durch Einsichten auf. Aber Paul J. Kohtes beweist mit diesem Buch, dass am Anfang jeder Veränderung eine emotionale Erfahrung steht. Und ist uns das Glück hold, finden einige von Kohtes' Geschichten Eingang in unsere persönliche Biographie, wo sie dann ihre Wirkungskraft langsam entfalten können. Für Manager geschrieben, für alle Suchenden gedacht.
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am 17. März 2005
Dem Autor ist zuzustimmen: das Buch ist eine Zumutung. Aber wer sich dieses gut lesbare, haptisch schöne Buch zumutet, der bleibt nicht unbetroffen, sondern der verändert sich. Sie/Er sieht die Welt offener, frischer, lernbegieriger, weniger verspannt. Es lösen sich innere Blockaden, weil man bewusst aus einer anderen Perspektive auf die gleiche Welt (der Probleme) blickt und leichter zu einer Lösung findet. Ein ungewöhnliches Buch von einem ungewöhnlicher Autor: sowohl einer der erfolgreichsten PR-Manager als auch Zen-Lehrer. Das kommt dem Buch zugute. In ihm gibt es eine Fülle spannender Beispiele aus dem praktischen Leben eines PR-Beraters und gleichzeitig wichtige und auf den Punkt gebrachte Denkanstöße aus der Perspektive eines Zen-Meisters.
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am 22. Juli 2009
Paul Kohtes nimmt den Leser auf eine wunderbare Reise, in die Kunst der (Selbst-)Fürhung und des Managements. Sein philosophischer bzw. spiritueller Zugang macht dieses Buch so besonders und bleibt durch die vielen praktischen Anknüpfungspunkte doch am Puls der "Realität".
Einfach lesenswert ... und vor allem zum UMSETZEN!
Ergenzend habe ich diese tollen Bücher gelesen:
Inspirieren statt motivieren!: Mit Leidenschaft zum Erfolg - so leben und führen Sie besser
Die Weisheit des Diamanten: Buddhistische Prinzipien für beruflichen Erfolg und privates Glück
Inspirationen
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