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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr Demokratie bedeutet weniger Freiheit
Vielleicht klingt das schockierend, denn es verstößt gegen ein Tabu. Die demokratische Grundordnung hat sich zu einer Art Heiligtum entwickelt, das nicht mehr infrage gestellt werden darf. Wer die Demokratie abschaffen möchte, der wird schnell verdächtigt, sie durch eine Diktatur, eine Monarchie oder gar durch Anarchie ersetzen zu wollen. Das...
Veröffentlicht am 17. August 2012 von Dr. R. Manthey

versus
22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn die Demokratie zusammenbricht...
Das Buch ist an sich nicht schlecht, es überzeugt mich letztlich nicht. Warum?
Es war für mich ein längerer Prozess, von der eigenen Schulzeit beginnend, die Gehirnwäsche und die latente mediale Dauerberieselung zur heiligen Kuh Demokratie und BRD-Staat zu überwinden. Bis 1990 war es ja auch in der Alt-BRD ein leichtes besser" zu sein als...
Veröffentlicht am 3. September 2012 von Rainer


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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr Demokratie bedeutet weniger Freiheit, 17. August 2012
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
Vielleicht klingt das schockierend, denn es verstößt gegen ein Tabu. Die demokratische Grundordnung hat sich zu einer Art Heiligtum entwickelt, das nicht mehr infrage gestellt werden darf. Wer die Demokratie abschaffen möchte, der wird schnell verdächtigt, sie durch eine Diktatur, eine Monarchie oder gar durch Anarchie ersetzen zu wollen. Das demokratische Prinzip scheint tatsächlich alternativlos zu sein.

Die beiden niederländischen Autoren dieses Büchleins räumen mit dieser Vorstellung gründlich auf. Zunächst einmal erinnern sie mehrfach daran, dass die Gründungsväter der USA, also Leute wie Franklin, Jefferson oder Adams, das demokratische Prinzip grundsätzlich ablehnten. Sie hatten dafür gute Gründe. Leider sind all ihre Voraussagen über die Folgen einer demokratischen Staatsordnung eingetroffen.

Wenn wir ehrlich sind, dann lehnen wir im persönlichen Bereich demokratische Entscheidungen ab. Wir nehmen uns die Freiheit, unsere Dinge so zu regeln, wie wir das für richtig halten. Doch der demokratische Staat greift in solche persönlichen Entscheidungsfindungen immer häufiger und immer tiefer ein. Er versucht, selbst einfache Dinge bürokratisch zu regeln. Entstanden ist ein Wohlstand verschlingendes und Konflikte erzeugendes, parasitäres, scheindemokratisches und extrem ineffizientes Monster, das wohl bei kaum jemandem noch Sympathie erzeugt.

Die beiden Autoren beschäftigen sich nach einer Einleitung, in der sie das demokratische Prinzip als Weg in den Kollektivismus entlarven, mit zahlreichen Mythen, die man gewöhnlich mit Demokratien verbindet, und zeigen, wie die Tatsachen dahinter aussehen.

Solche Mythen sind: (1) Jede Stimme zählt, (2) In einer Demokratie herrscht das Volk, (3) Die Mehrheit hat recht, (4) Demokratie ist politisch neutral, (5) Demokratie führt zu Wohlstand, (6) Demokratie ist notwendig, um eine faire Verteilung des Wohlstandes zu gewährleisten und den Armen zu helfen, (7) Demokratie ist notwendig für ein harmonisches Zusammenleben, (8) Demokratie ist unverzichtbar für ein Gemeinschaftsgefühl, (9) Demokratie ist das Gleiche wie Freiheit und Toleranz, (10) Demokratie fördert den Frieden und hilft, Korruption zu bekämpfen, (11) In einer Demokratie bekommen die Leute, was sie wollen, (12) Wir sind alle Demokraten, (13) Es gibt keine (bessere) Alternative.

In einem zweiten Teil erklären die Autoren dann, welche Sünden sich mit Demokratien verbinden und warum sie immer schlimmer werden und letztlich zum Zentralismus führen. Man muss nicht viel suchen, um dafür Beispiele zu finden. Die meisten Gesetze, die in Deutschland noch formal beschlossen werden, stammen von der EU-Kommission, deren Legitimation selbst in einer Demokratie mehr als zweifelhaft scheint.

Am Ende des Buches unterbreiten die Autoren dann im dritten Teil Vorschläge für eine alternative gesellschaftliche Organisation. Das ist leider der schwächste Teil dieses Textes. Ihre Ideale einer freien Gesellschaft ähneln dem Internet. Es gelten einige wenige einfache Regeln, an die sich alle zu halten haben. Man kann sich organisieren wie man will, solange man diese Regeln nicht verletzt, alles auf Freiwilligkeit beruht und anderen kein Schaden zugefügt wird.

"Eine anständige Gesellschaft sollte auf Verträgen gegründet sein, in denen Rechte respektiert werden und alle Parteien wissen, woran sie sind. Wo die Regeln nicht während des Spiels durch den Spielmacher geändert werden können."

Die Autoren bevorzugen eine dezentralisierte Organisation der Gesellschaft, die sich auf Freiheitsrechten ihrer Mitglieder gründet. Als Beispiel wird das Kanton-System der Schweiz angeführt.

Obwohl einige Fragen unbeantwortet gelassen werden, erweist sich dieser Text in meinen Augen als eine hervorragende Grundlage, um das gegenwärtige demokratische System infrage zustellen und Alternativen zu diskutieren. Das ist bitter nötig, wie die Autoren betonen, denn die Krise in den westlichen Staaten, die durch eine systembedingte Überschuldung verursacht wurde, kann schlecht mit den Mitteln gelöst werden, die sie erst herbeigeführt haben.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn die Demokratie zusammenbricht..., 3. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
Das Buch ist an sich nicht schlecht, es überzeugt mich letztlich nicht. Warum?
Es war für mich ein längerer Prozess, von der eigenen Schulzeit beginnend, die Gehirnwäsche und die latente mediale Dauerberieselung zur heiligen Kuh Demokratie und BRD-Staat zu überwinden. Bis 1990 war es ja auch in der Alt-BRD ein leichtes besser" zu sein als die drüben" (DDR) und den Wohlstand und uns als Freiheit verkauften (mehr und mehr eingeschränkten) Grundrechte usw. der Demokratie, der sozialen Marktwirtschaft und dem Staatsgebilde seit 1949 zuzuschreiben. Erst in den letzten Jahren keimte in mir der Verdacht, dass vieles davon nicht stimmt und die immer gespürten Ungereimtheiten sich schließlich in erschreckenden Wahrheiten manifestierten. So bin ich am Ende für mich zur libertären Gedankenwelt gekommen und zwischenzeitlich davon überzeugt. Was in einer Welt voll auf Demokratie und Staat getrimmter Menschen nicht gerade einfach ist, da auf Demokratie- und Staatskritik stets Widerspruch und Nichtverstehen folgt und es schon eingängiger und schlüssiger Argumente braucht, um Gehör zu finden. Es ist bei den meisten schon so verinnerlicht, ja geradezu ein selbsterfüllender Automatismus, dass Systemkritik einem Sakrileg und Ketzerei und Angriff auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung gleich kommt. Es wird zwar an wechselnden politischen Personen oder ganz pauschal an "Den da oben" harsche Kritik geäußert, dass das Ganze jedoch nicht in erster Linie an den Personen liegt sondern an den Systemfehlern überhaupt, wird nicht gesehen. Und da setzt meine Kritik zu vorliegenden Buch an, da es m.E. einen suchenden Einsteiger mehr verwirrt als aufklärt:
- Zu sehr US-amerikanisch bezogen, bei den 13 Mythen kommt es mir öfters vor, als wäre woanders wortwörtlich abgeschrieben worden (z.B. bei Hans Hermann Hoppe oder M. Rothbard)
- Ich hätte mir mehr einen europäischen und naheliegend niederländischen Bezug gewünscht oder zumindest konsequent neutraler und allgemeiner gehaltene Darlegungen anstatt mit in den Raum geworfenen US-Begriffen zu hantieren.
- Für stets vermeintlich Lösungen verwöhnte" Staatsgläubige reichen die Lösungsansätze im Teil III nicht. Das ist etwas dünn gehalten.

Insgesamt ist es als Einstieg in die Thematik dennoch geeignet, wenn auch nur unter Punktabzug. Für bereits Libertäre oder auf dem Weg dazu ist das Buch überflüssig. Für Einsteiger zweischneidig und führt eher zu Ablehnung als zu Überzeugung insbesondere, da den Ängsten, die beim Wegfall von Demokratie und Staat hochkommen, zu wenig Beachtung geschenkt wird. Dass wir nur zwei Möglichkeiten haben, nämlich eine sich weiter verstärkende Demokratisierung sprich Totalisierung hin zu einer alles bestimmenden Diktatur oder eben einen libertären Weg ist die größte eigene gedankliche Hürde, die es selbst zu nehmen gilt. Das Buch hilft dabei nur bedingt auf dem Weg der Erkenntnis. Es ist nicht in sich schlüssig durch die, in die Raum geworfenen US-amerikanischen Gepflogenheiten. Schade. Aber vielleicht sieht das ein Einsteiger anders. Das wäre sehr zu wünschen, da wir dringend einen dritten Weg zu Demokratie und zu deren Diktaturende brauchen und diesen dritten Weg gibt es nur, wenn es viele Menschen auch erkennen und wollen!
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rationale Ignoranz, 22. August 2012
Von 
Treb Melsa (Absurdistan, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
Frank Karsten und Karel Beckman sezieren eine "Heilige Kuh", nämlich das demokratische Prinzip der westlichen sog. Liberal-Demokratien und den Legenden und den Mythen, die sich um dieses Prinzip ranken.

Vorweg: Die beiden Autoren erinnern mich sehr stark an die fundamentale Kritik und die fundamentalen Analysen, welche der kurz vor Ende des letzten Jahrtausend verstorbene Privatgelehrte Erik von Kuehnelt-Leddihn (EKL) auch erfrischend klar, logisch frech und beherzt publizierte.

Dabei habe ich stets irgendwie das Gefühl, als ob dieses Buch immer wieder noch irgendwo stetig ergänzt wird durch eine gute Prise "Hans-Hermann Hoppe".

Genauso wie EKL räumen die beiden Autoren mit der Legende auf, dass jede Stimme Gewicht hat. Vielmehr zeugt das Verhalten vieler Wahlberechtigten - nämlich nicht zur Wahl zu gehen - von rationaler Ignoranz; denn das Volk herrscht keinesfalls in der Demokratie. Genau wie seinerzeit EKL belegen und zeigen die beiden Autoren, dass die Gründungsväter der USA mitnichten Demokraten waren - "Freiheitsapostel" ja, doch keineswegs Demokraten. Dies kann man z. B. durch zwei Zitate von jenen Gründungsvätern belegen: "Demokratie ist nicht mehr als Pöbelherrschaft wo 51 Prozent der Menschen den anderen 49 Prozent ihre Rechte nehmen dürfen" und "Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Lamm darüber abstimmen, was sie zu Mittag essen wollen"! Die US-Gründungsväter hielten - genau wie EKL und die beiden Autoren - nichts von der Mehrheitsherrschaft, wie diese in unseren Liberal-Demokratien organisiert ist, denn

- die Mehrheit hat keineswegs immer recht - höchstens manchmal und dann zufälligerweise (in der alten Fernsehserie "Königlich Bayerisches Amtsgericht aus den 1960er Jahren sagte der Herr Ökonomierat, Guts- und Brauereibesitzer Joseph Fäustl: Die Mehreren haben nie recht!");
- neutral ist die Demokratie sicherlich nicht;
- nur scheinbar führt die Demokratie zu einem mehr an allgemeiner Wohlfahrt, vielmehr führt die Demokratie zur Vernichtung des Wohlstandes bzw. zumindest zur Verlangsamung der Zunahme an Wohlstand;
- eine Harmonie innerhalb der Gemeinschaft fördert die Demokratie eben auch nicht;
- die Demokratie ist nicht gleichzusetzen mit Freiheit und Toleranz, Freiheit ist etwa anderes und Demokratie setzt unduldsam zu Lasten von Minderheiten und/oder Randgruppen irgendwelche und irgendwie fabrizierte "Mehrheitsmeinungen" durch;
- von daher ist die Demokratie nicht nur unduldsam ins Innere, sondern auch unduldsam nach Außen, also alles andere als friedfertig;
- in einer Demokratie bekommen die Leute nicht was sie wollen, eher das Gegenteil;
- in einer Demokratie wird geschachert, intrigiert und gefeilscht, Korruption und Neid blühen zum Schaden des friedlichen Beisammenseins;
usw., usf.

Wie vor den beiden Autoren schon durch EKL dargelegt hat, wird auch hier vorgeführt wie die Volksvertreter in den westlichen Liberal-Demokratien um Mehrheiten schachern, das Geld anderer Leute für andere Leute zum Fenster hinauswerfen, etliche Gesetze (vor allem EU-Gesetze) nichts mit Recht zu tun haben und totalitäre und zentralistische Tendenzen begünstigt werden, diese sogar fördern oder initiieren.

Für die Autoren sind Lösungen in der konsequenten Dezentralisation der Staaten und Gesellschaften zu suchen. Auf den oberen Ebenen sollten nur ganz wenige allgemeine Regeln herrschen und alle Dinge, welche die Menschen auf lokaler und kommunaler Ebene lösen können, sollten auch dort - da die Probleme und ihre Lösungen selbstverständlich auch dorthin gehören - gelöst werden, und zwar nach Möglichkeit friedfertig und auf der Basis des freiwilligen Tun und Lassens.

Dezentralisiert und auf die lokale/kommunale Ebene (z. B. im Verein oder im Dorf: face to face, die Vereinsmitglieder oder Dorfbewohner kennen sich untereinander) herunter gebrochen, können die Aufgaben und Probleme der Menschen in kleinen Einheiten auch durch demokratische Verfahren funktionsfähig gelöst werden. Ich denke, dass hier die Ähnlichkeiten zum ursprünglichen Demos der griechischen Polis bezeichnend sind.
Oberhalb der lokalen Ebenen werden demokratische Verfahren zur Tyrannei der Mehrheit, zu einer Abart der kollektivistischen Diktatur durch die Hintertür - und dies zeigen die beiden Autoren anhand dessen, wie heutzutage die liberal-demokratischen Staaten in der Praxis durch die politischen Akteure gehandhabt werden.

Die Schweiz (und vielleicht noch Liechtenstein) schweben den beiden Autoren als Leitbild vor Augen. Daraus folgt aber auch: Abschiednehmen von den schlimmen Träumen und grauenhaften Visionen zur Installierung eines mächtigen und gigantisch großen EU-Super-Zentral-Staates. Die Instrumente, die zur Realisierung solcher Träume und Visionen dienten, haben doch erst die Probleme (z. B. Schuldenkrise) geschaffen und sind somit völlig ungeeignet den Völkern Europas eine vernünftige Lösung anzubieten - jedenfalls nicht, wenn die Menschen in einer guten und freien Gesellschaft/Gemeinschaft leben möchten.

Insgesamt gesehen ist das Büchlein ein Lesevergnügen, dass man zu diesem Thema selten findet; denn ohne Rücksichtnahme auf die "quasireligiösen Tabus" der westlichen Demokratien und gegen die abartigen Vorgaben der "political correctness", bürsten die beiden Autoren provakant gegen den Strom der üblicherweise "veröffentlichten Meinung".
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5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre!, 30. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
Das Buch gehört in jeden Bücherschrank. Die Autoren räumen mit den gängigsten Mythen über die Demokratie auf. Bestechende Logik, unterhaltsam serviert. Daher habe ich in meinen eigenen Buch "Die Vereinigten Staaten von Europa" diesen Mythen ein eigenes Kapitel gewidmet. Must read!
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5.0 von 5 Sternen Klar, knapp, deutlich!, 30. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
Das Buch ist NICHT demokratiefeindlich, bringt aber in knapper, gut lesbarer Weise Überlegungen, die das scheinbar "alternativlose" Demokratieprinzip hinterfragen. Das kleine Buch bringt frischen Wind in jede Diskussion über die scheinbare Demokratie-, Politik- und Politikerverdrossenheit der heutigen Zeit!

Sehr lesenswert
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4.0 von 5 Sternen Ein wahres Wort..., 6. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
Die beiden Autoren, der Journalist Carel Beckmann und der Vorsitzende der holländischen Stiftung für mehr Freiheit", Frank Karsten, fassen den Inhalt ihres Buches im Untertitel kurz und bündig zusammen: Warum uns das demokratische Prinzip in die Sackgasse führt".

Kritik an der Demokratie zu üben, ist unserer Tage ein gefährliches Unterfangen. Wer nicht für die Demokratie ist, der befürwortet die Diktatur, so die platte Sicht der über die Deutungshoheit gebietenden Systemapologeten. Etwas uneingeschränkt Gutes, zu dem es weit und breit keine Alternative zu geben scheint, zu hinterfragen, verwirklicht den Tatbestand der Blasphemie und disqualifiziert jeden Kritiker auf der Stelle. Anliegen der Autoren ist es daher, das Wesen der Demokratie als das einer säkularen Religion" zu entlarven und zu diesem Zwecke mit systemrelevanten 13 Mythen" aufzuräumen.

Wie viele Radikalliberale" auch, betrachten die Autoren die Demokratie als kollektivistisches System", als Sozialismus durch die Hintertür". Und in der Tat: Daß Demokratie, deren zentrales Mantra Mitbestimmung" lautet, mit Freiheit und Selbstbestimmung wenig zu tun hat, liegt auf der Hand, sobald klar wird, was die Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie" in der Praxis bedeutet: Die totale Unterwerfung jedes, auch des intimsten, Lebensbereiches unter den Willen des ebenso allwissenden wie allmächtigen Kollektivs und/oder dessen Agenten.

In unterhaltsamer Form zerpflücken Karsten und Beckmann die Glaubenssätze des demokratischen Systems. Der jede Stimme zählt" - Mythos etwa, wird als Manifestation des Stockholm-Syndroms" erkannt. Der in Wahrheit ohnmächtige Wähler wird von der herrschenden Nomenklatura in der Illusion gewiegt, er könne mit seiner Teilnahme am Wahlritual tatsächlich etwas bewegen. So kollaboriert er mit seinen natürlichen Widersachern und Ausbeutern und lernt diese am Ende sogar noch zu lieben...

Der in einer Demokratie herrscht das Volk" - Mythos wäre durch nichts nachhaltiger zu entzaubern gewesen, als durch den seit Jahren aufgeführten Eiertanz um Griechenland- und Eurorettung. Obwohl klare Wählermehrheiten in Deutschland und Österreich die einschlägige Politik der EU ablehnen, wird diese von den Regierungen beider Länder nach Kräften unterstützt. Volksherrschaft" sieht anders aus.

Das Mehrheitsprinzip (das den Willen von 51%" automatisch in Recht transformiert) wird so erläutert: In der Demokratie werden moralische Erwägungen durch den Willen der Mehrheit übertrumpft (...) Die Anzahl der Menschen, die etwas wollen, setzt Erwägungen der Moral und der Rationalität außer Kraft." Die Erwartung, auf Kosten anderer einen Vorteil aus der Wahl einer bestimmten politischen Partei zu ziehen, ist das stärkste Motiv der meisten Wähler.

Der Mythos, wonach Demokratie zu Wohlstand führt, wurde durch Beispiele wie China und Singapur massiv beschädigt. Nirgendwo auf der Welt war - in Abwesenheit demokratischer Rechte - jemals eine dramatischere Steigerung des Lebensstandards zu verzeichnen, als ebendort. Die These der Autoren, wonach sich die Bürger westlicher Länder trotz - und nicht wegen - der Demokratie großen Wohlstands erfreuen, hat daher einiges für sich.

Die Behauptung, wonach es zur Demokratie keine (bessere) Alternative gebe, wird als Mythos 13" abgehandelt. Auf den Punkt gebracht: Die Alternative zum demokratischen Kauf eines Autos ist nicht ein Diktator, der das Auto für sie kauft, sondern Sie, der sie das Auto für sich kaufen." Oder, grundsätzlicher formuliert: Selbstbestimmung ist die Alternative zur (Illusion von) demokratischer Mitbestimmung.

Daß demokratische Systeme eine inhärente Neigung zur Zentralisierung aufweisen, ist evident. Die einst föderativ und dezentral organisierten USA sind zu einem von Washington aus dirigiertem Moloch geworden. Auf demselben Weg befindet sich die EU. Insbesondere linke Politiker machen keinerlei Hehl aus ihrem Wunsch zur Errichtung von zentral geführten Vereinigten Staaten von Europa". Daß dieser Prozeß mit einer uferlosen Machtakkumulation in der Brüsseler Zentrale und mit einer weiteren Entrechtung der Bürger einhergehen muß, ist offensichtlich. Folgerichtig nehmen die Vorstellungen von Carsten und Beckmann eher am Bespiel der dezentral verfassten Schweiz Maß.

Nach der herben Kritik am Status quo wird am Ende des Buches die freie Privatrechtsgesellschaft als Alternative vorgestellt, die sich am organisatorischen Vorbild des Internets orientiert. Das Credo" dieser Gesellschaft lautet, sie sollte auf Verträge gegründet sein, in denen Rechte respektiert werden und alle Parteien wissen, woran sie sind."

Der Weg dahin soll auf pragmatische Weise beschritten werden. Kein gewaltsamer Umsturz, sondern der systematische Rückbau des Staates ist das Ziel. Die meisten der von ihm angeeigneten Aufgaben können - mit Gewinn für alle (außer die Monopolrentner) - mit kurzen Übergangsfristen in Privathände übergeben werden. Der Umstand, daß der Staat etwa Bildung, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, usw. seiner totalen Kontrolle unterworfen hat, liefert ja in jedem diese Fälle die Ursache für Misswirtschaft, Fehlfunktionen, Korruption und Geldverschwendung.

Die im Realsozialismus unserer Tage verpönte Diskriminierung" wäre in einer Privatrechtsgesellschaft das selbstverständliche Recht jedes einzelnen. Das Prinzip der Freiheit bedeutet nämlich, daß jedermann seine Vertragpartner frei wählen kann und folglich kein Vertrag ohne Willensübereinkunft zustande kommt. Kontrahierungszwang ist der Privatrechtsgesellschaft unbekannt...

Leser, die mit der Theorie der Österreichischen Schule" vertraut sind, werden in dem Buch wenig Neues finden. Allen anderen dagegen werden darin erfrischende, bisweilen auch verstörende, Denkanstöße geboten.
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4.0 von 5 Sternen mal eine andere Meinung, 18. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
Ich finde dieses Buch empfehlenswert zum Lesen. Leider fehlt in heutigen Gesellschaft eine Kritik der Demokratie, was an sich gar nicht schlecht ist. Wie jedes System hat es Nach- und Vorteile. Meine Meinung nach, ist es sehr wichtig die beide Seiten zu kennen.
Ich gebe dem Buch 4 Sterne, weil mir an manchen Stellen die qualitative Analyse der rechtlichen und sozio-politischen Fragen fehlte.
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klasse Buch! Sollten alle lesen. Speziell die Gutmenschen., 22. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
Ein wahrer Augenöffner! Wir stehen jetzt am Ende einer 60 jährigen
wirtschaftlichen, monetaren u. politischen Ära, deren Weg jetzt an
dieses Ende überhaupt nur durch Demokratie ermöglicht wurde.

Der Kommunismus und der Sozialismus ist geschetert. Eine Diktatur
u. Tolitarismuswird wird immer scheitern. Nun ist die Demokrtie dran.

Nur Liberalismus mit direkter Basisdemokratie wird eine positive
Weiterentwicklung der Menscheit! möglich machen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Thema verfehlt, 17. Januar 2014
Von 
Scimitar "axel02" (Aachen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zunächst vorneweg: Dieses an sich interessante Werk leidet sehr stark daran, dass es selbst nicht weiß, was es sein will. Eine Polemik? Da fehlt es ihm an Schärfe und Polarisierung. Ein wissenschaftliches Fachbuch? Da fehlt es ihm an Zahlen, Daten, Fakten. In der Summe bleibt das Buch irgendwo dazwischen hängen, stellt Behauptungen auf, die manchmal belegt sind und manchmal nicht und liest sich damit in Summe wie eine Art schulisches Lehrbuch für Grund- und weiterführende Schulen. Und zwar kein gutes.

Die Lektüre des Buches hat mich deshalb mit einem ziemlich unbefriedigten Gefühl zurückgelassen. Viele der Kritikfaktoren der Autoren teile ich ganz oder teilweise. Sie machen es sich aber allzu leicht, diese Kritik in den Raum zu stellen und dort quasi unreflektiert stehenzulassen. Einzelne Beispiele ersetzen die häufig aufwendigere Recherche. Für eine Polemik ginge das in Ordnung, dafür ist aber der oberlehrerhafte Ton, der sich immer wieder einschleicht und die mangelnde Ironie nicht der richtige Rahmen. Und für eine harte Argumentation ob des Über-Staates fehlt letztlich eine zumindest ansatzweise wissenschaftliche Betrachtung. Schade.

Insgesamt erfährt der Leser einen nicht uninteressanten - wenn auch etwas amerikalastigen - Standpunkt, dass das ständige Einmischen des Über-Staates in immer mehr Lebensbereiche des Bürgers zu seiner Selbstrechtfertigung in Kombination mit einer fraglichen moralischen Mehrheitslegitimation nicht die Gesellschaftsform darstellt, in denen der denkende Mensch wohnen möchte. In Zeiten von Rauchverboten, EEG-Umlage und einer immer unkritischeren Presse sicherlich ein nachvollziehbarer Standpunkt.

Aus meiner Sicht trotzdem nur sehr eingeschränkt eine Leseempfehlung, weil der denkende Leser von Art und Form des Werkes leider schnell abgestoßen sein wird, weil er entweder Witz oder Fakten vermisst.
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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tyrannei der Masse, 23. November 2012
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wenn die Demokratie zusammenbricht: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt (Taschenbuch)
... so sahen u.a. Aristoteles, Benjamin Franklin, Thomas Jefferson, John Adams die Demokratie. Beckmann und Karsten sehen das ähnlich und wagen sich an eine kritische Auseinandersetzung mit unserem Gesellschaftsmodell, die durchaus bedenkenswert ist.

Nach dem Zusammenbruch des Ostblock veröffentlichte Francis Fukuyama sein Buch Das Ende der Geschichte". Das westliche Gesellschaftsmodell hätte den finalen Sieg davon getragen und das Ziel der Geschichte - in Anlehnung an Hegel die Verwirklichung von Freiheit - sei mit der weltweiten Etablierung demokratischer Strukturen nun erreicht. Dies erwies sich bald als illusorisch. Aufstrebende Länder wie China oder Russland denken nicht daran, sich von ihren autokratischen Systemen zu verabschieden. Das erfolgreiche Singapur wurde zum Lehrbuchbeispiel dafür, dass es solide rechtsstaatliche Strukturen ohne Liberalisierung und Demokratisierung im westlichen Stil geben kann.

Andere Schwellenländer - seien sie eher links orientiert wie Venezuela oder eher konservativ wie die Arabischen Emirate - erzielen nach diesem Vorbild solides Wirtschaftswachstum, bauen Armut ab und haben ihre Staatsfinanzen weit besser im Griff als die hoch entwickelten Länder des Nordens. Vor diesem Hintergrund wurde in den letzten Jahren - gewissermaßen als Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung von Sozialromantikern, Wutbürgern und Basisdemokraten - immer wieder diskutiert, welches System denn wohl mit dem Blick in Richtung Zukunft effektiver sei.

Beckmann und Karsten gehen aber darüber hinaus und wagen sich an die Frage der moralischen Legitimation und Verantwortbarkeit unseres westlichen Demokratiemodells heran. Sie wollen auch ganz und gar kein Mehr an Zentralismus, sondern kritisieren vom Standpunkt des Libertarismus aus. Sie untersuchen der Reihe nach gängige Ansichten über die Vorzüge der Demokratie und kommen zu dem Resultat, dass die Versprechen, die mit diesem Gesellschaftsmodell einhergehen in den wenigsten Fällen von der Realität eingelöst werden.

Demokratie dränge der Minderheit den Willen der Mehrheit auf, führe also immer zu Freiheitsverlusten eines großen Teils der Bevölkerung. Dabei sei nicht einzusehen, warum der Staat in sämtlichen Lebensfragen Entscheidungen für seine Bürger treffen müsse; warum diese bspw. nicht eigenständig über Art und Inhalte der Bildung oder über Absicherungsniveaus und Risiken im sozialen oder gesundheitlichen Bereich entscheiden können sollten.

Demokratie, so die Autoren, führe zu einer Art nationalstaatlichem Egoismus. Die Mehrheit der Bevölkerung stimmt im Allgemeinen politischen Konzepten zu, die den eigenen Wohlstand fördern. Wenn dies auf Kosten anderer Länder oder zukünftiger Generationen geschieht, findet das kaum je ausreichend Berücksichtigung. Die gegenwärtige Finanz- und Ökokrise macht deutlich, wie brisant dieser Punkt ist.

Demokratien würden außerdem Gesellschaften dazu verführen, Eigenverantwortung an den Staat zu delegieren. Die Autoren würdigen durchaus den Stellenwert zwischenmenschlicher Solidarität, geben aber zu bedenken, dass bspw. Hilfe immer weniger als Verpflichtung zum Eigenengagement begriffen wird, wenn darauf dem Staat gegenüber ein Anspruch besteht.

Auch dieses Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Schon Ludwig Erhard warnte: "Dieser Drang und Hang ist mehr als alles andere geeignet, die echten menschlichen Tugenden: Verantwortungsfreudigkeit, Nächsten- und Menschenliebe, das Verlangen nach Bewährung, die Bereitschaft zur Selbstvorsorge und noch vieles Gute mehr allmählich aber sicher absterben zu lassen - und am Ende steht vielleicht nicht die klassenlose, wohl aber die seelenlos mechanisierte Gesellschaft."

Die These, dass Demokratien den größten Beitrag zum Frieden auf der Welt leisten, lassen die Autoren ebenfalls nicht gelten. Die Interventionspolitik der USA und ihrer Alliierten hätten seit Jahrzehnten überall auf der Welt zu kriegerischen Auseinandersetzungen geführt. Hinzu kommen mehr oder weniger verdeckte Aktionen im lateinamerikan. Vorhof, in Afrika und im mittleren Osten. Aus opportunistischen Gründen wurden oft die übelsten Regime gestützt.

Das Buch - erschienen im Münchener FinanzBuch Verlag - kann schwer verbergen, dass es sehr aus der Perspektive von Vermögenden und Unternehmern geschrieben ist. Die klassischen, marktgläubigen Einwände gegen staatliche Regularien werden an verschiedenen Stellen vorgebracht: Vermögensumverteilung reduziere die Leistungsbereitschaft. Mietpreisbestimmungen würden das Wohnungsangebot verknappen und Renovierungen verhindern. Mindestlöhne würden zu Arbeitslosigkeit führen. Gesetzlich vorgegebene Sicherheitsstandards bei Autos würden zu Preiserhöhungen führen, die es verhindern, dass auch ärmere Menschen sich ein Fahrzeug leisten können. Etc.

Dies sind freilich Argumente, die in dieser Einseitigkeit durch die Realität vielfältig widerlegt werden und die den liberalen Standpunkt konterkarieren, wenn nicht gleichzeitig an die Eigenverantwortung auch der reicheren Mitglieder der Gesellschaft erinnert wird, bereitwilliger und eigenständiger soziale Verantwortung wahrzunehmen.

Insgesamt ist das Buch jedoch ein Beitrag zu einem Diskurs, der dringend geführt werden sollte. Auch der renommierte Politologe Manfred G. Schmidt hält am Ende seines Standardwerkes zur Demokratietheorie fest: "Eine Schlussfolgerung aus dem zuvor Gesagten betrifft die Churchill-These, also die These, wonach die Demokratie eine schlechte Staatsform sei, aber besser als alle anderen bisher erprobten Regierungsformen. Im Lichte der vergleichenden Staatsformenforschung wird man dieser These vorhalten können, dass sie einen komplexen Sachverhalt zu sehr vereinfacht.

Die Churchill-These lobt die Demokratie zu sehr. Sie ignoriert das Scheitern von Demokratisierungsvorhaben, und sie vernachlässigt, dass auch Demokratien zusammenbrechen können. Ferner entgeht ihr das klägliche politische Leistungsniveau vieler fragiler Demokratien. Überdies vernachlässigt die Churchill-These die Schwächen der demokratischen Staatsverfassung, beispielsweise ihr Potential zur Tyrannei der Mehrheit, ihre Kurzsichtigkeit und ihre Neigung zum Abwälzen von Kosten auf nachfolgende Generationen. Bei Letzterem steht sie so mancher Autokratie kaum nach.

Viertens lässt die Churchill-These außer Acht, wie verschiedenartig das Leistungsprofil der diversen Demokratietypen ist. Fünftens lobt die Churchill-These die Demokratie für Verdienste, die in Wirklichkeit nicht ihr oder nicht ihr allein gebühren, sondern vor allem dem Rechtsstaat, der Unabhängigkeit der Justiz, einer säkularisierten politischen Kultur und einem hohen Wohlfahrtsniveau, oder dem Zusammenkommen dieser Faktoren und der Demokratie. Und sechstens ist nicht ausgemacht, ob die Demokratien allen Herausforderungen weiterhin wacker standhalten können."

Einen alternativen Ansatz sehen die Autoren in einer v.a. vertragsrechtlich organisierten Gesellschaft, in der sich der Staat auf die Funktion des Garanten von Rechtssicherheit zurückzieht. Außerdem könne Dezentralisierung bewirken, dass zwischen einer größeren Anzahl verwaltungsrechtlicher Einheiten ein gesunder Wettbewerb entsteht, natürlich nur, wenn es Menschen leicht haben, von einem Hoheitsgebiet in ein anderes zu wechseln.

Fraglich erscheint allerdings, ob dieser Ansatz den im Buch geschilderten Negativ-Effekten ausreichend entgegenwirken könnte. Auch die Autoren übersehen, dass ein Mehr an allgemeiner Freiheit immer nur mit einem Mehr an individueller Verantwortung und Moral einhergehen kann. So richtig der Verweis auf den z.T. verheerenden Gruppenegoismus demokratischer Gesellschaften ist, die Kollateralschäden entfesselter Märkte sind nicht weniger bedrohlich.
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