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3,8 von 5 Sternen
Jesus, der Kapitalist: Das Christliche Herz Der Marktwirtschaft
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35 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. September 2012
Wenn man die hierzulande von christlichen Organisationen zu Phänomenen wie Privateigentum, Zins und Profit abgegeben Stellungnahmen betrachtet, kann einen der Verdacht beschleichen, bei dem aus Nazareth stammenden Religionsstifter habe es sich um den ersten Sozialisten der Menschheitsgeschichte gehandelt.

Geradezu provokant mutet daher der Titel des vorliegenden Buches an. Der Autor, durchforstet sowohl Altes wie auch Neues Testament und kommt zum Schluß, dass die Bibel zu nichts weniger taugt, als zur Apologie des Sozialismus - also zur Legitimierung hoheitlich erzwungener Einkommens- und Vermögensumverteilung. An keiner Stelle des Bibeltextes werde explizit die Verfügung über Besitz und Eigentum (z. B. Geld) angegriffen - sofern dessen Erwerb auf redliche Art erfolgt sei. Nach Paulus wäre lediglich die Liebe zum Geld", nicht aber das Geld selbst die Wurzel allen Übels" (1 Timotheusbrief 6, 10).

An keiner Stelle der Heiligen Schrift würde die Verfügungsgewalt eines rechtmäßigen Herrn über sein Eigentum, das Erzielen von Profit, oder das Nehmen von Zins kritisiert. Das Gegenteil sei richtig, wie der Autor z. B. anhand des GleichnisŽ von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20, 1-16) und des GleichnisŽ von den anvertrauten Talenten (Matthäus 25, 14-30) belegt. Unmißverständlicher könne die unumschränkte Verfügungsmacht des Eigentümers über seine Habe und die Rechtmäßigkeit und Vorteilhaftigkeit des Erzielens von Profit gar nicht gutgeheißen werden.

Die immer wieder gerne als Belege für die antikapitalistische Überzeugung des Gottessohnes ins Treffen geführten Textstellen (wie etwa die Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel, oder das Gleichnis vom Nadelöhr, anlässlich der Bergpredigt) verlören augenblicklich die unterstellte, antimarktwirtschaftliche Bedeutung, wenn man den jeweiligen Kontext berücksichtigte, in dem sie stehen. Der Hinauswurf der Tempelhändler lässt sich nach Meinung Grötzingers so erklären, daß Jesus mit deren unlauteren Geschäftpraktiken nicht einverstanden war - nicht jedoch mit dem bloßen Umstand ihrer Anwesenheit im Tempel. Im Gleichnis vom Nadelöhr indes, sei die Person des Adressaten von entscheidender Bedeutung: Nach dem Evangelisten Lukas handle es sich dabei um einen Vorsteher" (im Original archon", d. h. Herrscher"). Der Mann habe sein Vermögen also offensichtlich nicht durch eigene Arbeit (durch wirtschaftliche Mittel") sondern durch Vorteilsnahme, Diebstahl oder Raub (also durch politische Mittel"), auf unlautere Weise und damit unter Bruch der Gebote Gottes erworben. Deshalb sei ihm der Eintritt ins Himmelreich verwehrt - nicht, weil er reich" ist.

Es ist gleichermaßen erhellend wie kurzweilig, zu lesen, wie Grötzinger die zitierten Bibelstellen unter marktwirtschaftlichen Blickwinkel interpretiert. Als gelernter Ökonom verfügt er auch über ein intellektuelles Rüstzeug, das der Mehrzahl der Kleriker leider vollständig fehlt - was erklärt, weshalb die Heilige Schrift mitunter auf haarsträubende Weise sinnentstellende Auslegungen erfährt, sobald die Sphäre des Wirtschaftens berührt wird.

Ob man dem Autor folgen möchte, wenn er zu der Erkenntnis kommt, dass Kapitalismus und Christentum einander gegenseitig bedingen würden, sei dahingestellt. Auch wird es wohl von der Beantwortung der Gretchenfrage" abhängen, wie der Leser das noch grundsätzlichere, seit der Aufklärung debattierte Problem, ob es in einer gottlosen" Welt überhaupt so etwas wie allgemein verbindliche, universale Werte geben kann, beurteilt.

Beachtung verdient die gegen Ende zitierte Aussage des Atheisten Walter Block, der meint: Der Hauptgrund, weshalb Religion den sekulären Führern gegen den Strich geht, ist, dass diese Institution moralische Autorität definiert, die nicht von ihrer Macht abhängt. (...) Wer sich den etatistischen Plünderungen widersetzen will, kann dies ohne Unterstützung der Religion nicht tun."

Da ist was dran!
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16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 10. September 2013
Die Bibel und die Marktwirtschaft: Diesem Thema widmet sich Robert Grözinger (RG), indem er die polit-ökonomischen Aussagen der Bibel [Altes Testament (AT) und Neues Testament (NT)] in den Kontext der Theorien der "Österreichische Schule der Ökonomie" (ÖS) stellt, dies ist die einzige ökonomische Schule, welche uneingeschränkt die Theorie des freien Marktes vertritt. Anzumerken ist, dass RG ein bekennender Christ, ein Freiheitsfreund und Austrian Economist ist.

Am Dekalog des AT entwickelt RG eine Argumentationskette, die zeigt, dass der Dekalog
- geradezu das Manifest für eine spontane Ordnung liefert , und die Marktwirtschaft ist eine spontane Ordnung;
- die Freiheitsgrade des einzelnen Menschen negativ definiert, ebenfalls in der Lehre der Marktwirtschaft ist die Freiheit negativ definiert;
ergo ist schon der grundlegende Text der Bibel eine tragende Mauer für die Lehren der Marktwirtschaft.

Anhand der vielen Textstellen des AT vom rechtem Maß und richtigem Gewicht stellt RG wiederum eine grundlegende Analogie zur Markttheorie dar: Die Heilige Schrift sieht die edlen Metalle (Gold, Silber, Kupfer) als das natürliche Maß für den Handel, für den freiwilligen Tausch. Das natürliche Tauschmittel (Geld) in der Markttheorie der ÖS sind ebenfalls - wie in der Bibel - die Edelmetalle, vorzugsweise Gold und Silber.

Mittels dieses Ankers kann RG belegen, dass das heutige staatliche Papiergeld-Zwangssystem im Sinne der Bibel und der ÖS nichts weiter ist als Scheingeld - ein falsches Maß, ein falsches Gewicht! Und dass dieses heutige staatliche Zwangs-Papiergeld
- im eigentlichen Sinn ein NICHTS ist, die Menschen jedoch für dieses NICHTS alles haben wollen.;
- dieses NICHTS auch nichts mit freier Marktwirtschaft zu tun hat, sondern ein rein etatistisch-interventionstisches System der Knechtschaft darstellt.

Im Sinne der Bibel entspricht die Jagd des modernen Menschen nach diesem NICHTS der Anbetung des Götzen Mammon und führt gem. ÖS zur Wohlstandvernichtung und keinesfalls zu steigenden Wohlstand. Das staatliche Zwangsgeldsystem ist Betrug und Diebstahl am Menschen. Schon aus diesem staatlichen Zwangsgeldsystem, dem biblisch verworfenen Mammon, kann mittels der Methoden der ÖS die ganze biblische Kritik (z. B. bei Samuel) an anmaßender Königs-/Kaiserherrschaft etc. abgeleitet werden. Auch hier kommen die Analyse der biblischen Lehre und der ÖS-Markttheorie zu analogen Ergebnissen:
Der Katzenjammer, der sicher folgt, wird fürchterlich sein
- Sprüche 13, 22: Ein Guter hinterlässt sein Erbe Kindeskindern; des Sünders Habe ist den Frommen vorbehalten;
- und Papiergeld hat einen inneren Wert von NULL, somit wird der moderne Mensch seinen Kindern eine Fata Morgana hinterlassen - eben NICHTS.

Das Buch von RG ist in mancher Hinsicht eine wahre Fundgrube für Freiheitsfreunde, die auch und insbesondere gläubige Christen sind. Diese finden in diesem Buch eine Vielzahl von Argumenten gegen den antifreiheitlichen, anti-marktwirtschaftlichen - und demzufolge eben auch anti-biblischen - Zeitgeist, dem etliche Repräsentanten der christlichen Religionsgemeinschaften folgen:
- Repräsentanten, die leider prägend für viele einfache Gläubige sind;
-Repräsentanten, die geradezu vor Hass auf Marktwirtschaft und Freiheit geifern;
- Repräsentanten, die durch staatliche Gewalt (Etatismus, egal welcher Couleur) ein Paradies auf Erden schaffen wollen und im Staat - bewusst oder unbewusst -eine Art von Erlöser sehen;
- Repräsentanten, die leider den Sinn eines Ausspruchs von Hugo Rahner "Die Kirche ist das unsterbliche Nein gegen jeden Staat, der sein endgültig beglückendes Reich auf dieser Erde allein bauen will" missachten und verdrängen.
Dabei zeigen gerade die Gleichnisse von Jesus, dass er
- unrechtmäßig erworbenes Eigentum ablehnt,
- aber dem rechtmäßigen Eigentümer einer Sache auch die volle Verfügungsgewalt über dieses Eigentum einräumt,
- die Menschen geradezu auffordert Gewinne und keine Verluste zu machen,
- und auch das Nehmen von Zinsen toleriert.
Also die grundlegenden Positionen, ja die Eckpfeiler einer funktionierenden Marktwirtschaft nicht nur bejaht, sondern geradezu empfiehlt.

Noch viele weitere Gedanken finden sich bei RG. Gedanken, die zeigen wie verquer eben etliche Zeitgeist-Repräsentanten die biblische Botschaft fälschen!

Mit diesem Buch hat RG wunderschön gezeigt, dass die Botschaft der Bibel personal und damit libertär per se ist. Damit schon ist es klar, dass die Marktwirtschaft diejenige polit-ökonomische Ordnung ist, welche aus der Heiligen Schrift ableitbar ist. Die Bibel erteilt allen etatistischen Anmaßungen, also allen sozialistisch-faschistisch-kollektivistischen Spielarten der Staatsgewalt, eine klare Absage. Eine Absage, die auch dem heutzutage vorherrschenden menschenverachtenden Zeitgeist, eines etatistisch-interventionistischen Wohlfahrtsstaates, der den Menschen die Eigenverantwortung raubt und zu bloßem Handlungsmaterial der Staatsgewalt degradiert, gilt.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Oktober 2014
Robert Grözinger (*1965) war fleißig. Für sein Buch hat er umfangreich recherchiert. Denn immerhin führt er zu seinem Text 438 Fuß- bzw. Endnoten an. Er ist auch ehrlich. Denn in seinem Buch kennzeichnet er die Zitate deutlich, die er von anderen Autoren übernommen hat. Es dürfte etwa mindestens ein Viertel des Textes aus solchen Zitaten bestehen. Doch vielleicht macht gerade das den Text interessant und aufschlussreich.

Das Credo seines Buches könnte man aus seinem „Schlussbetrachtungen“ entnehmen (S. 162 ff.): „Der Kapitalismus benötigt für sein Überleben das Christentum. […] Umgekehrt benötigt das Christentum den Kapitalismus, also eine wirklich freie Marktwirtschaft […] Doch realistisch betrachtet ist das, was heute die Summe der Christenheit darstelle, weit davon entfernt, ein Beschützer und Förderer der freien Marktwirtschaft zu sein. […] Der Kapitalismus schafft nicht das Reich Gottes auf Erden, aber unterstützt und schafft Freiraum für die Werte, die Grundlage dieses Reiches sind.“

Fanatischen Kritikern der markwirtschaftlich kapitalistischen Wirtschaftsordnung mögen solche Aussagen die Zornesröte ins Gesicht treiben. Und religiös bibelwortgläubigen Christen ergeht es vielleicht ebenso. In seinem Buch räumt Grözinger mit der Meinung auf, dass die Bibeltexte und besonders das Neue Testament antikapitalistisch seien und tief von sozialistischem Gedankengut durchdrungen wären. Er legt dar, dass manche Gleichnisse (Vertreibung der Händler aus dem Tempel, Arbeiter im Weinberg, Gleichnis von den Talenten etc.) eigentlich die positive Einstellung des Christentums zum Kapitalismus belegen. Grözinger findet auch (S. 57), dass die „wahrhaft kapitalistische Botschaft des Evangeliums“ ihren Ursprung mit in der „kapitalistischen Ethik des Alten Testaments“ habe. Die Basis des Kapitalismus findet er in der Kombination des Monotheismus der Juden, verbunden mit dem philosophischen Rationalismus in Griechenland (S. 67), also: Monotheismus plus Rationalismus = Kapitalismus. Eigentum und Individualismus gehören sowohl zum Christentum als auch zum Kapitalismus. Ohne diese beiden Bedingungen wären sie nicht denkbar.

Als Dipl. Ökonom geht Grözinger auch kritisch auf aktuelle Entwicklungen ein und macht einen Exkurs zum Thema Geld, EU und Zentralbanken. Auch der Ökologismus habe keinen Respekt vor dem Privateigentum und bestehle die Menschen durch Umweltsteuern und Zertifikate (S. 121). Die gegenwärtige Umweltpolitik bestehe „auf den Prinzipien Diebstahl, Mord und Betrug“ (s. 125). Wenn Sozialpolitiker ihre Zwangsumverteilung mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter zu rechtfertigen versuchten, sei „das nichts als leeres, täuschendes Geschwätz“ (s. 48). Grözinger verurteilt auch den Absolutheitsanspruch der sogenannten politischen Korrektheit und bezeichnet Eva Hermann (Kritik am Feminismus) und Thilo Sarrazin (Buch: Deutschland schafft sich ab) als deren Opfer (S. 114). Der Staat wird als eine gigantische Umverteilungsmaschine angesehen, in dem der Kapitalismus „zunehmend von einer durch Steuergelder finanzierten, die Sinne und das Denken abstumpfenden 'Brot-und-Spiele-Kultur' ersetzt“ wird (S. 127).

Das Buch ist flüssig und daher gut lesbar geschrieben. Man erkennt Grözingers journalistische Erfahrung. Es vermittelt einige überraschende Einsichten in den Zusammenhang zwischen Christentum und marktwirtschaftlichem Kapitalismus. Es provoziert an manchen Stellen. Nicht mit jeder Folgerung muss man voll einverstanden sein. Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch für Kapitalisten, Sozialisten, Gläubige, Kritiker aller Art und solche, die es werden wollen (jeddoch auch für Atheisten und Agnostiker geeignet).
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14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Januar 2013
Eine sensationelle neue Sichtweise über Glauben und Nichtglauben und die Gefährlichkeit der Fehlentwicklung kollektivistisch geprägter Staaten. Für all jene, die den Glauben an die Evolution und die Freiheit noch nicht aufgegeben haben. Sehr zu empfehlen!
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18 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. April 2013
Dieses Buch räumt Kapitel für Kapitel mit sozialistischen Mythen auf.

Gerade mit hinblick auf den neuen Papst und dessen Einstellung zu Armut und Profit, wirkt dieses Buch wie ein längst überfälliger Weckruf, ein Weckruf für die ganze von Gendertanten, Ökoonkels und Sozialpolitikern Eingeschüchterte und Apathische Christenheit.

Wenn ein Buch das Selbstbewusstsein von Klerus und Laien stärken kann, dann wohl dieses.

In diesem Buch werden die Gebote Gottes im Kontext betrachtet, die Reden Jesu werden nicht einfach aus selbigem gerissen um für eine ideologisierte Argumention herzuhalten, wie hin und wieder im deutschen Bundestag.
Das Buch eröffnet neue Perspektiven, und dies für Christen und Atheisten gleichermaßen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2015
Auf überraschend und kontroverse Art interpretiert der Autor biblische Gleichnisse. Wer etwas mit der österreichischen Schule der Ökonomie vertraut ist, man grundsätzlich schonmal etwas von den neutestamentlichen Gleichnissen gehört hat und wer offen ist für neue Meinungen und Sichtweisen, dann kann einem dieses Buch auf jeden Fall gefallen. Auch wenn man vielleicht nicht jede These des Autors teilt, so ist es doch erfrischend, wie er seine Sicht auf die Dinge darlegt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Juli 2014
Sehr interessante Gedanken mit fundiertem wissenschaftlichen und historischen Hintergrund. Die Lösung des Dilemmas ist sicher nicht verkehrt, dürfte aber nur schwer umzusetzen sein.
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am 27. April 2015
Als Gnostiker stand ich der Institution Kirche und dem Buch eher kritisch gegenüber. Der bewusst provokant gewählte Titel hat mich dazu bewegt trotzdem mal reinzulesen und mich dann gefangen gehalten. Herr Grötzinger schreibt sehr angenehm und liefert viele Querverweise. Wer in wirtschaft- und sozialpolitischen Fragen aus christlicher Sicht kompetent mitreden möchte, dürfte an diesem Buch kaum vorbeikommen. An den Negativkommentaren hier ist zu sehen das diese Pesonen das Buch entweder nicht gelesen oder nicht verstanden haben - endet Ihre Kritik meist bereits am Buchtitel.
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26 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. September 2012
Nach dem friedensbewegten, ökosozialistischen, feministischen oder gar schwulen Jesus nun endlich für den evangelikalen Spießer der kapitalistische Jesus. Als Historiker, der hinsichtlich eines historischen Jesus ohnehin zur Radikalskepsis neigt, habe ich mich noch über den Titel des Buches amüsieren können. Ludwig Feuerbach läßt grüßen: "Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde."

Jesus selbst kommt in Grözingers Buch nur in einem einzigen Alibi-Kapitel vor. Im übrigen geht es um die religiöse Rechtfertigung des radikalkapitalistischen Geld- und Wirtschaftssystems angloamerikanischer Provenienz. Das Machwerk ist schließlich auch nicht ohne Grund im "Finanzbuchverlag" erschienen. Der Wallstreet-Kapitalismus ist das Reich Gottes, der kontinentaleuropäische Wohlfahrtsstaat des Teufels, so Grözingers permanentes Credo. Der Kapitalismus ist von Gott gewollt und von der Bibel gefordert. Amerika ist "Gottes eigenes Land" und das Reich Gottes, der kontinentaleuropäische Sozialstaat das Reich des Teufels. Gott gebietet die Respektierung des Privateigentums und die freie Markwirtschaft. Man hält sozusagen das zynisch-empörende Wort des Goldmann-Sachs-Chefs Lloyd Blankfein:"Ich bin nur ein Banker, der Gottes Werk verrichtet" als ausgeschriebene Monographie in der Hand.

Grözinger projeziert seine kalvinistisch-neoliberalen Obsessionen zurück ins alte Israel: In der kapitalistischen Sozialordnung des Alten Testamentes seien nicht Wohlfahrt, sondern Sparsamkeit und weise Investitionen das Geheimnis abnehmender Armut gewesen. Als Althistoriker ist mir allerdings nichts von abnehmender Armut im antiken jüdischen Territorialstaat bekannt. Durchgehend krachte man dort vor allem innerhalb der Landbevölkerung geradezu sprichwörtlich vor Armut. Wirtschaftliche Prosperität gab es nur im Diaspora-Judentum. Und selbiges hat Grözinger natürlich auch ausschließlich im Kopf. Hier lagen in der Tat die Hauptberufe auf dem Gebiet des Handels- und des Geldwesens: Vom Kleinhändler, Trödler, Viehhändler und Geldwechsler war hier wie in der Neuzeit bereits alles vertreten bis hin zum Getreideexporteur, Rohstoffspekulanten, Sklavenhändler und Bankier ganz großen Stils. Fürwahr, Alexandreia am Nil war das antike New York. Ein antisemitischer Schuft, der dabei nicht nur an Gutes denkt.

Der elfjährige Emil Cioran soll des Nachts seinen Vater, einen orthodoxen Popen, belauscht haben, wie dieser seiner Frau im Bett erklärte, dass Gott doch nur ein altes Schwein sei. Es geht allerdings auch fromm statt blasphemisch. Joh. 8,44 : "Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der aber ist ein Mörder von Anbeginn und steht nicht in der Wahrheit ..." Im Johannesevangelium spricht wie im Thomas-Evangelium ein gnostischer Jesus. Aus Grözinger spricht ein mammonistisch-zionistischer Jesus. Jeder schafft sich eben seinen Jesus nach seinem Bilde und seinen Interessen. Und dazu jetzt noch einmal einen Toast allerseits auf Feuerbach!
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10 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. November 2013
Christentum toll, Kapitalismus auch. Diese vom Autor erwünschte Aussage wird mit rhetorischem Geschwurbel und den altbekannten Kunstgriffen in epischer Breite zusammengebastelt. Wer Christentum, Reichtum, Kapitalismus und Ungleichbehandlung liebt, wird dieses Werk lieben und fördern wollen - liefert es doch einen "Beleg".

Zur Übung in Rhetorik-Seminaren ist aber zwecks Analyse recht geeignet: klassische Propaganda.
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