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47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Zeitalter der Umverteilung
Welcher Vision folgt Europa? Das ist die zentrale Frage, der Phillipp Bagus mit diesem Buch im Kern nachgeht. Der Autor zeigt, dass der Euro den Weg in die sozialistische Version Europas eröffnet und beschleunigt hat. Gestartet war das Projekt Europa jedoch als Wirtschaftsunion, deren einziges Ziel es war, einen einheitlichen Markt zu schaffen. Die...
Veröffentlicht am 30. Oktober 2011 von OldboY

versus
3.0 von 5 Sternen gut
s c h n e l l e L i e f e r u n g , w i e e r w a r t e t
Vor 1 Monat von Tobias Mack veröffentlicht


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47 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Zeitalter der Umverteilung, 30. Oktober 2011
Von 
OldboY - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
Welcher Vision folgt Europa? Das ist die zentrale Frage, der Phillipp Bagus mit diesem Buch im Kern nachgeht. Der Autor zeigt, dass der Euro den Weg in die sozialistische Version Europas eröffnet und beschleunigt hat. Gestartet war das Projekt Europa jedoch als Wirtschaftsunion, deren einziges Ziel es war, einen einheitlichen Markt zu schaffen. Die Gründerväter der Union waren sich einig, dass es nicht mehr als den Markt braucht, um in Europa Frieden und Freiheit zu ermöglichen. Märkte sind per definitionem resitent gegen die großen Übel der Geschichte, gegen sozialistische Ideologien, Militarismus, Nationalismus, Krieg und Ausbeutung. Der Markt ist per se demokratisch, fair und entnationalisiert. Er verhindert die Entstehung von staatlicher Zwangs- und Zentralgewalt, die für die großen Verwerfungen in der Geschichte Europas verantwortlich sind. Das Zeitalter des freien Marktes geht jedoch seinem Ende zu. Was wir heute erleben ist die nächste Stufe des Zeitalters der Umverteilung und der Euro wirkt hierbei wie ein Katalysator. Er befeuert Wohlstand auf Pump, da er die Idee des ungedeckten fractional banking (Papiergeldsystem ohne Einlagendeckung) in Europa vergemeinschaftet hat. Das hat es Staaten wie Griechenland, Irland und Portugal erlaubt, durch das Anwerfen der Notenpresse (= Aufkauf von ungedeckten Staatsanleihen gegen Euros durch die EZB) einen riesigen Konsumrausch auf Pump zu finanzieren. Die damit einhergehendne Leistungsbilanzdefizite sprengen jetzt das System und machen ganz reell den Durchschnittdeutschen ärmer. Warum das so ist, kann man bei Phillipp Bagus hervorragend nachlesen. Die durch die Südländer "gedruckten" Euros ohne Deckung flossen und fließen in Massen als Gegenleistung für reale Wirtschaftsgüter nach Deutschland und haben hier die Preise nach oben getrieben. Der deutsche Rentner zahlt damit indirekt den Konsum der Griechen. Ein perfides System der Umverteilung von Nord nach Süd und eine schleichende Entdemokratisierung der nationalen Entscheidungsträger. Die Politik hat die durch das falsche Papiergeldsystem verursachte Situation noch verschlimmert, indem sie die notwendige Genesung aufgrund einer zutiefst falsch verstandenen Solidarität mit immer neuem Papiergeld verhindert hat. Phillipp Bagus schreibt hierzu treffend:

"Der institutionelle Aufbau der EWU ist ein wirtschaftliches Desaster. Der Euro ist ein politisches Projekt; politische Interessen haben die europäische Währung auf ihren schmerzlichen Weg gebracht und sich dabei Gefechte geliefert. Der Euro wurde erfolgreich als Instrument der Zentralisierung Europas und für das Ziel der französischen Regierung eingesetzt, ein europäisches Reich unter ihrer Kontrolle einzurichten - wodurch der Einfluss des deutschen Staates eingedämmt wurde".

Wir befinden uns am Scheideweg. Welche Vision von Europa wollen wir verwirklichen? So wie es aussieht, hat der Weg in die Knechtschaft bereits begonnen. Mir graut es vor dem europäischen Monsterstaat unter französischem Diktat, der über Wohlstand und Wohlergehen zentral und mit kaltherziger Gleichgültigkeit entscheidet. Willkommen im Zeitalter der Umverteilung!

Nachtrag Juli 2012: Wer mehr zum Thema von Prof. Bagus lesen möchte, dem sei sein Essay mit dem Titel "THE WOLFSON PRIZE
Practical Steps to Withdraw from the Euro" (einfach googeln) ans Herz gelegt. Aufbauend auf "Die Tragödie des Euro" erläutert der Autor wie und warum ein Euro Ausstieg umgesetzt werden kann und muss.
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85 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer rettet eigentlich die Retter?, 31. August 2011
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
Kürzlich hielt der Bundespräsident eine Rede mit einem bei ihm durchaus überraschenden Inhalt. Am Ende zitierte er Thomas Jefferson, den dritten Präsidenten der USA. Jefferson hatte gesagt, dass wir immer die Wahl zwischen Sparsamkeit und Freiheit oder Überfluss und Knechtschaft hätten. Dass ein kreditfinanzierter Scheinwohlstand zur Knechtschaft führt, lernt man gerade widerwillig in Griechenland. Anderen steht ein noch viel schmerzlicherer Lernprozess bevor.

Der Autor nennt sein Buch "Tragödie des Euro", doch in Wirklichkeit handelt es sich um eine Tragödie Europas, die durch diese politisch gewollte, aber ökonomisch widersinnige Einheitswährung herbeigeführt werden wird. Wenn man sich über die tatsächlichen Zusammenhänge und die auf uns zukommenden Lasten kompetent informieren möchte, dann ist man bei diesem Buch gut aufgehoben, auch wenn es sich manchmal etwas hölzern liest.

Philipp Bagus arbeitet als Professor für Volkswirtschaft an der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid. Gleich zu Beginn seines Buches erläutert er, dass die ursprüngliche klassisch-liberale Vision eines in gewisser Weise freiheitlich geeinten Europas inzwischen von einer vor allem von Frankreich favorisierten Vision eines imperialen, zentralistisch durchorganisierten Staatswesens, das sozialistischen Vorstellungen entspricht, abgelöst wurde. Damit verbinden die EU-Eliten die Idee eines gemeinsamen Wohlfahrtsstaates, der "innerhalb Europas für Umverteilung, Regulierung, Harmonisierung und Gesetzgebung" sorgen werde.

Im zweiten Kapitel beschreibt Bagus die "Dynamik des Zwangsgeldes", das Staaten ihren Bürgern aufzwingen, also den Weg zu ungedecktem, nur auf "Vertrauen" beruhendem Papiergeld und seiner unausweichlichen Folgen. Dann widmet er sich erstmals dem hinter der Euro-Einführung stehendem politischen Kalkül Frankreichs, dem sich Deutschland Schritt für Schritt ergeben hat. Die Schilderung und Kommentierung dieses komplexen Vorganges durchzieht das gesamte Buch.

Bereits im dritten Kapitel erläutert Bagus den Unterschied zwischen der deutschen Bundesbank und der EZB. Später wird er beschreiben, dass die EZB, die einstmals (im Wunschdenken deutscher Politiker) als Abbild der Bundesbank gedacht war, ihre Unabhängigkeit inzwischen weitestgehend verloren hat und als Organ der EU-Kommission dient. Kennt man die Geschichte der französischen Notenbank insbesondere in den 1920er Jahren, dann weiß man genau, wo wir inzwischen stehen.

Im vierten Kapitel macht der Autor deutlich, warum gerade hochinflationäre Länder Europas den Euro wollen. Nachdem die bedeutend weniger inflationierte D-Mark endlich verschwunden ist, fällt die Inflationspolitik solcher Ländern nicht mehr auf. Und: "Unter dem Euro fließt Papiergeld nach Deutschland, wo dessen Angebot als gesetzliches Zahlungsmittel die Preise nach oben treibt." (S. 67). Das widerspricht dem offiziellen Mantra, dass Deutschland angeblich der größte Euro-Profiteur wäre. Der Euro nützt Deutschlands Großindustrie, nicht jedoch seiner Bevölkerung, betont der Autor.

Das fünfte Kapitel erklärt dem Leser sehr präzise, warum Deutschland die D-Mark aufgab. Dann folgen zwei Kapitel, die sich mit der EZB befassen. Zunächst wird beschrieben, wie die EZB funktioniert, anschließend werden die Unterschiede in der Geldschöpfung zwischen der EZB und der FED verdeutlicht.

Warum die Europäische Währungsunion (EWU) ein selbstzerstörerisches System ist, erläutert Bagus sehr ausführlich im achten Kapitel. Er geht dabei auch auf die Verschuldung Griechenlands ein, womit er sich jedoch auch später noch einmal ausführlicher befasst. Denn zunächst folgt ein Kapitel, das den konfliktverschärfenden Charakter der EWU darstellt.

Im recht ausführlichen 10. Kapitel wird uns der desaströse Weg vor Augen geführt, den die europäischen Eliten bisher auf dem Weg in den Zusammenbruch gegangen sind. Es macht nur noch wütend, wie die deutsche Bundesregierung Schritt für Schritt eine Position nach der anderen geräumt hat. Der Autor benutzt bereits zu Beginn seines Textes den Begriff "Staatsstreich". Anders kann man das in der Tat nicht mehr nennen. Inzwischen ist eigentlich alles, was einmal zur Einführung des Euro an Verträgen geschlossen wurde, Makulatur. Unsere Währung entzieht sich darüber hinaus zunehmend dem Einfluss demokratisch gewählter Organe.

Das letzte Kapitel behandelt die "Zukunft des Euro". Doch der Autor glaubt nicht an seine Kapitelüberschrift. Vor dem "Rettungsschirm" konnte die durch den Euro installierte Umverteilungsmechanik in Europa noch durch komplexe monetäre Mechanismen verschleiert werden. Nun liegt offen, dass es sich bei der EU um eine reine Transferunion handelt. Der Autor schreibt, dass bei Niederschrift seines Textes Deutschland für 148 Milliarden Euro garantiert, also mit 60% seiner jährlichen Staatseinnahmen. Kommt es zu diesen Zahlungen, dann begleichen deutsche Steuerzahler die Schulden anderer Staaten, ohne dass sie auch nur ansatzweise gefragt worden wären, ob sie das wollen.

Fazit.
Ein Buch, in dem der ganze Irrsinn der "Euro-Rettung" und seiner Hintergründe beschrieben wird. Es erläutert daneben, wie und warum Deutschland in die Euro-Falle lief und wie und warum nach und nach alle deutschen Positionen aufgegeben wurden.
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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Tücken der Allmende am Beispiel des Euro, 19. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch geht es um Geschichte, Gegenwart und Zukunft der europäischen Kunstwährung. Die Analyse basiert auf der "österreichischen Schule" der Volkswirtschaftslehre.

Der Autor schildert zunächst die beiden Grundtendenzen der Europäischen Union.

1. Freiheit: Die Zollunion der Europäischen Union soll durch einen freien Waren-, Finanz- und Personenverkehr zu Wohlstand führen.

2. Dirigismus: Durch zentralistische Interventionen soll die EU ein starker Akteur auf der politischen Weltbühne werden.

Zunächst sah es nach dem Zweiten Weltkrieg danach aus, als ob (wie die Deutschen und Engländer es wollten) eine Freihandelszone entstünde. Die Franzosen wollten jedoch ein starkes Europa (am besten unter ihrer Führung). Im Laufe der Zeit wurde mal das eine und mal das andere Prinzip verfolgt. Der Euro sollte den Weg in die politische Union ebnen. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung Deutschlands und die damit zusammen hängende Einführung des Euro werden ausführlich diskutiert.

Heute haben wir in Europa nach der weltweiten Finanzkrise eine Schuldenkrise. Aktuell (Juni 2011) ist Griechenland am stärksten betroffen.

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) legt für ganz Europa einen einheitlichen Zins fest (vorher hatte jedes Land eine eigene Währung und konnte für sich optimale Zinsen setzen). Für die südeuropäischen Länder bedeutet dies, dass sie günstigere Kredite bekommen als früher und damit zum Schuldenmachen animiert werden. Hier kommt nun der so genannte Cantillon-Effekt ins Spiel: Zusätzliches Geld wird an einem bestimmten Punkt in den Wirtschaftskreislauf gepumpt und führt dann in Wellen zu Inflation. Das bedeutet, dass die Erstbezieher des frischen Geldes noch zu alten Preisen kaufen können (ihre Kaufkraft erhöht sich), während die Letztbezieher die gestiegenen Preise sehen (ihre Kaufkraft kann sogar sinken). Die Zinsen der EZB sorgten nun dafür, dass die südeuropäischen Länder das Geld erhielten, damit z. B. Waren in Deutschland kauften und dadurch dort die Preise erhöhten. Das erklärt, warum die Reallöhne in den südeuropäischen Ländern stiegen und bei uns nicht. Die Auswirkungen waren wie bei den lateinamerikanischen Gold- und Silberzuflüssen in das mittelalterliche Spanien: Es kam zum Cantillon-Effekt. Da die expansive Geldpolitik der EZB im Euroraum zu Inflation führt, muss man versuchen, das Geld möglichst als Erster zu erhalten. Das entspricht der Überweidung von allgemein benutzbaren Gemeindegrundstücken im Mittelalter ("Tragödie der Allmende").

Man kann die Argumentation wie folgt zusammen fassen (die Länder sind nur Beispiele für einen Erst- bzw. Letztbezieher):

1. Spanien: steigende Geldmenge -> steigende Löhne -> sinkende Zinsen
2. Deutschland: steigende Exporte -> stagnierende Löhne -> steigende Preise -> steigende Zinsen

Die weiteren Kapitel beschäftigen sich mit der Situation in Griechenland (dort gab es schon immer Probleme) und möglichen Interventionen der Politik (protektionistische Handelshemmnisse werden mit dem Nationalsozialismus in Zusammenhang gebracht). Zum Schluss werden mögliche Zukunftsszenarien vorgestellt.

***

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Während bei der Darstellung der geschichtlichen und politischen Zusammenhänge auf weiter führende Literatur zurück gegriffen wird, ist die wirtschaftswissenschaftliche Diskussion originell. Der Autor arbeitet die Argumente der "Tragödie der (Euro-)Allmende" und des Cantillon-Effekts gut heraus. Damit wird deutlich, dass niedrige Löhne in Deutschland nicht die Ursache des Problems sind (sie sind ganz im Gegenteil eine Folge der Geldpolitik der EZB). Somit sind die Forderungen nach einer europäischen Wirtschaftspolitik, welche die deutschen Waren verteuern und damit unseren Export senken soll, auch als Hirngespinste entlarvt. Auch der Vergleich der EZB mit Tolkiens "Herr der Ringe"ist gelungen: Der Eine Zins für den ganzen Euroraum bindet und knechtet alle Mitgliedsländer!

Das Buch ist für jeden interessant, der sich für den Euro bzw. Geldpolitik interessiert. Besonders Studenten der Volkswirtschaftslehre können viel lernen.

Hinweis: Ich habe die englische Ausgabe "The Tragedy of the Euro" gelesen.
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Euro - Segen oder Fluch? Wege in die Krise und aus der Krise - Für alle, die es wirklich verstehen wollen !, 7. November 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
Das Buch >Die Tragödie des Euro< von Prof. Philipp Bagus ist rundum zu empfehlen und unbedingt lesenswert (was auch für die zur Zeit handelnden Politiker gilt). Wer wirklich interessiert ist und verstehen will, warum es zur Finanzkrise in der Eurozone gekommen ist und warum die bisherigen Lösungsversuche der Politik zum Scheitern verurteilt sind, es aber dennoch Auswege gibt, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Prof. Bagus analysiert insbesondere die Ursachen, ohne dessen Bestandsaufnahme keine echten Lösungen der aktuellen Krisensituation mittel- bis langfristig realisierbar sein werden. Diese Analyse erfolgt umfassend, fein säuberlich, wissenschaftlich fundiert und trotzdem lesenswert wie ein spannender Wirtschaftskrimi. Dabei wird insbesondere klar, dass nicht unvorhersehbare Katastrophen (oder allein böse Finanzspekulanten) ursächlich, sondern die extremen Probleme systemimmanent im Euro angelegt sind und dies sogar von führenden Politikern bewusst betrieben oder wenigstens billigend in Kauf genommen wurde, um dadurch eine Zentralisierung Europas - bei gleichzeitiger Schwächung Deutschlands - voranzutreiben. Die notwendige Diskussion über diesen Umstand geht in der tagesaktuellen Berichterstattung, selbst in anspruchsvolleren Medien, leider zu oft unter, da sie sich zu sehr vom politischen Aktionismus leiten lässt. Dass die entscheidungstragenden Politiker die Offenlegung ihrer eigenen Verantwortung und ihres aktiven Mitwirkens an der aktuellen Situation nur allzu gerne todschweigen, abstreiten oder teilweise polemisch sittenwidrig bekämpfen, ist beängstigend, legt aber gleichzeitig ihr fragwürdiges Handeln und ihren überzogenen Rechtsanspruch auf Volksvertretung offen. Das Buch macht wiederholt sichtbar, dass der Euro von Beginn an ein politisches und kein ökonomisches Projekt war. Nun sollen die entstanden ökonomischen Probleme durch politische Lösungsansätze, von zum Teil nicht demokratisch legitimierten Gremien, gelöst werden. Da sie jedoch mit kontraproduktiven Maßnahmen am Kern des Problems völlig vorbeigehen, wird die Krisensituation nur noch weiter abgrundtief verschlimmert. Dass dies nicht nur abstrakte Auswirkungen hat, sondern die zahlenden Länder, besonders die deutsche Bevölkerung, und zwar jeden von uns, schon jetzt kaum mehr tragbar belastet, indem mit deutschen Steuergeldern langfristig defizitäre Länder des Euroraumes mitfinanziert werden, wird ebenso klar aufgezeigt. Dies hat nichts mit sinnvoller Solidarität zu tun, sondern wird das Euro-System und die Belastbarkeit und Handlungsfähigkeit Deutschlands sprengen, falls nicht massiv gegengesteuert wird. Damit offenbart sich die tatsächliche Gefahr, die das - zumindest vor Einführung mehr als heute - politisch gefestigte Europa aufs Spiel setzt. Prof. Bagus zeigt auch verschiedene Lösungsansätze auf, die jedoch zur Umsetzung die Einsichtsfähigkeit und auch den ökonomischen Sachverstand der politischen Führungsschicht voraussetzt. Leider herrscht momentan in der Politik ein Handlungschaos, das Lösungswege noch versperrt. Dabei ist die politische Führungsschicht als aktuell selbst ernannter Schützer und Wahrer des Europäischen Gedankens leider durch die Ignoranz des Wahrhabens der ursächlichen Euro-/Finanzprobleme - und dies zeigt Prof. Bagus nur allzu deutlich - der wahre Brandstifter.
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36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wohltuende Wahrheiten, 16. August 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
In der Tragödie des Euro" von Philipp Bagus flackert nicht nur etwas auf, was an anderer Stelle schon längst verloschen ist, sondern es lodert geradezu lichterloh mit heißester Flamme auf jeder Seite des Buches: das Licht der Vernunft! Da wo die Mainstream-Ökonomie in ihrer grenzenlosen Flachheit nicht mehr leistet, als mit äußerst fragwürdigen Mitteln jedwede Art politischer Einflussnahme ins Wirtschaftsleben zu rechtfertigen, steigt der Autor mit dem Licht der Vernunft bewaffnet den schwarzen Schacht der Währungspolitik bis auf den Grund hinab. Er leuchtet ihn mitsamt all seinen Quergängen für den Leser aus und legt schonungslos die einzelnen Motivationen der am Euro teilnehmenden Länder offen. Zugleich liefert das Buch eine exzellente Einführung in die Geldtheorie der Österreichischen Schule der Volkswirtschaftlehre; eine Schule, die sich nunmehr seit mehr als hundertfünfzig Jahren allen anderen wissenschaftlich überlegen erweist. Der Leser wird mittels bestechender Argumentationslogik zu Erkenntnissen gezwungen, die aus Angst vor sozialer Ächtung in heutiger politischer Diskussion viel zu häufig unausgesprochen bleiben. Die von Politikern und keynesianisch geprägten Pseudoökonomen völlig willkürlich daher geplapperten Theorien, bei deren Entwicklung der Verstand nicht beteiligt gewesen ist, werden sorgsam seziert und als zusammenhanglose Gewebe von Widersprüchen entlarvt, die ihre Existenz einzig und allein politischen Ausplünderungsinteressen verdanken. "Die Tragödie der Euro" ist nicht nur aus ökonomischem Blickwinkel lesenswert, sondern vor allem ist ihre Lektüre ein Muss für jeden, der um sein zukünftiges finanzielles Wohlergehen besorgt ist, denn das Opfer der Eurotragödie ist der friedlich lebende und produktiv arbeitende Mensch. Philipp Bagus beweist einmal mehr, dass dem Währungsruin grundsätzlich der intellektuelle Ruin der Verantwortlichen vorausgeht.
Es ist der aufklärerische Charakter des Buches, der es uneingeschränkt lesens- und empfehlenswert macht und selbstverständlich die volle Punktzahl erhalten muss. Ein idealer Appetithappen für all diejenigen, die im ewiggleichen Geschwätz von Politikern und Zentralbankern kein Genügen mehr finden und den Weg zu Antworten auf Fragen suchen, die sie schon lange mit sich herum tragen, aber aus Gründen der Political Correctness bislang nicht zu fragen wagten.
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Weg in die Knechtschaft, 27. Oktober 2011
Von 
Treb Melsa (Absurdistan, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
Prof. Bagus zeichnet in diesem Buch den Weg der EU und des Euros nach.
Es wird gezeigt, dass es nach Ende des 2. Weltkrieges zwei Optionen für den Weg der heutigen EU gab!
Die eine Option war der Weg einer Freihandelszone: Die Regionen mit ihren verschiedenen regionalen und kulturellen Eigenheiten hätten im Wettbewerb miteinander gestanden. Die Bürger wären auch frei und eigenverantwortlich im Handeln gewesen; zuerst wäre die Subsidiarität gekommen und ganz zum Schluss erst kommt irgendwo der Staat.
Die zweite Option setzte sich durch: Zentraler Machtstaat, Bürger werden weitgehend gegängelt und stehen unter der Knute einer mächtigen EU-Bürokratie, die nach immer mehr Zentralgewalt strebt. Diese Bürokratie bevorzugt natürlich Knechte und keine selbstbewussten und freien Bürger.
Als in den späten 1980er Jahren die Völker im Machtbereich der UdSSR die Ketten der Sklaverei abschüttelten, da zeichnete sich auch die Möglichkeit zur Vereinigung der beiden deutschen Nachkriegsstaaten ab. Der Preis für diese Einheit war der Euro, da Frankreichs Präsident Mitterand und die britische Premierministerin Thatcher die Macht der Bundesbank brechen wollten. Die Bundesbank mit ihrer etwas konservativeren Politik war besonders Frankreich lästig, zwang sie doch den Siegerstaat des 2. Weltkriegs zu disziplinierter Wirtschaftspolitik. In den Augen vieler Bundesbürger galt und gilt die Bundesbank als Stabilitätsmeister, weil die Bundesbank die D-Mark weniger stark inflationierte als die europäischen Nachbarn ihre Währungen.
Der Euro ist also der Preis der Deutschen für die Einheit. Und dies ist ein teurer Preis, denn seit Einführung des Euros wird in Deutschland weniger investiert, die Deutschen müssen für ihren Lebensunterhalt viel mehr zahlen und die Geldentwertungspolitik der Europäischen Zentralbank geht weit flotter voran, die Geldpolitik ist viel lascher als zu den Zeiten der Bundesbank. Profitiert haben in Deutschland vom Euro nur die übliche Kumpanei: Politische Kaste, Banken und exportstarke Industriezweige; der weitaus größere Teil der Bevölkerung bezahlt diese Bereicherung einer kleinen Gruppe. Der Euro als Instrument, um die EU weiter zu zentralisieren, Gleichmacherei voranzutreiben, kurz den Sozialismus zu vollenden.
Prof. Bagus zeigt jedenfalls, dass seine solche Politik der konsequente Weg ist, den die Sozialisten in allen Parteien bevorzugen: Mit dem Ziel, die Bürger völlig zu entrechten, absolut in die Knechtschaft zu treiben - am Schluss steht dann die EUdSSR. Und die Bürger sind Sklaven der Eigentums- und Freiheitsvernichtungspolitik der etatistischen Politiker, welche in allen Parteien die Regie führen!
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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für alle Eurofans, 14. September 2011
Von 
W. Laer "Wolf" (Erfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
Letztes Wochenende habe ich in einem Seminar über das Notenbankensystem teilgenommen. Viele Anwesenden schienen aus Reflex den Euro verteidigt zu haben. Er habe uns Wohlstand gebracht und Europa vereint, hieß es. Beide Aussagen wurden meist nicht weiter untermauert. Als Referent zum Thema Österreichische Schule der Nationalökonomie und Konjunkturzyklentheorie konnte ich das nicht so stehen lassen.

Philipp Bagus Buch die "Tragödie des Euro" zeigt jedem interessierten Leser in klarer, präziser und verständlicher Weise auf, an welchen Problemen das heutige System krankt, wer es zu verantworten hat und welchen Interessen es noch heute dient.

Der Euro mag zwar Transaktionskosten gesenkt haben, das bestreitet niemand, jedoch hat es zu unglaublich vielen Verwerfungen geführt, welche wir jeden Tag auf das neue durch die ökonomische Berichterstattung aus Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, Italien (und bald noch anderen Ländern) klar vor Augen geführt bekommen. Die Begleiterscheinungen einer planwirtschaftlich-organisierten Papiergeldwährung sind um ein Vielfaches größer, als die Annehmlichkeit beim Spanienurlaub den Sangria mit Euro bezahlen zu können.

Wer verstehen möchte, wie wir in die Situation gekommen sind, dass wir nun für andere Länder haften; wer verstehen möchte, warum kein Politiker oder Banker andere Wege aufzeigt, als dass wir uns noch mehr in Schulden begeben; wer verstehen möchte, warum der Weg zurück zur Deutschmark nur ein temporärer Ausweg ist - all denen ist Bagus Buch wärmstens empfohlen.
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aber bitte mit Katharsis!, 26. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
Wer einen "Ausgang aus der Unmündigkeit" sucht, der muss vorher auf irgendeinem Weg hineingeraten sein. Ferner dürfte er, zumindest dem geflügelten Wort Kants nach, daran nicht ganz unschuldig gewesen sein. Nur: Der 'Weg in die Knechtschaft' (F. A. Hayek) ist ein Boulevard; den Weg hinaus muss man sich erst frei schlagen. Also lieber rechtzeitig Kehrt machen als die Machete einzusetzen: Trivial, möchte man meinen. Wer Philipp Bagus' Buch nicht gelesen hat, könnte jedoch vermuten, in der europäischen Schuldenkrise herrschten völlig eigene, der Lebensrealität enthobene Gesetze. Es scheint, als sei europäische Währungspolitik Raketenphysik, vor der selbst interessierte Bürger ehrfürchtig niederknien müssen. Als seien Jedermanns Intuitionen, etwa der Widerwille gegen eine Politik der Umverteilung, zu grobschlächtig für ein derart sensibles Thema. Dazu passt, dass die hermetischen Expertenkreise an fachsimpelnde Chirurgen während einer Not-OP erinnern, denen man bestenfalls durch eine Glasscheibe auf die Finger sehen darf.

Doch spätestens als mir ein Bekannter, selbst politisch aktiv, erklärte, er könne sich nicht erlauben, zum Thema ESM eine eigene Meinung zu haben, weil die Komplexität dieses Sachverhalts jedwedes unqualifizierte Urteil verbiete '''' da beschlich mich ein seltsames Störgefühl: So komplex, dass man am besten Experten jegliche Entscheidung über die Verwendung der eigenen Steuergelder überlässt? Und Abgeordneten, die das Ausmaß der Rettungspakete, über die sie abstimmen, teilweise noch nicht einmal zu beziffern vermögen? Da ist doch irgendwo ein Fehler in der Matrix. Schließlich hat doch nach Fukushima auch niemand behauptet, man müsse Atomphysiker sein, um am öffentlichen Diskurs teilzuhaben... Statt also die Hände in den Schoß zu legen und mir meine Unmündigkeit selbst einzubrocken, nahm ich mir die 'Tragödie des Euro' vor. Als Fachfremde fühlte ich mich dabei schon ein wenig tolldreist und war durchaus darauf vorbereitet, bereits nach den ersten Seiten kapitulieren zu müssen. Pustekuchen: Das Buch ist eine einzige Belohnung für alle, die in dieses Thema eintauchen möchten '' egal, wie tief. Statt Elfenbeintürmen baut Bagus Brücken zur Leserschaft mit und ohne ökonomische Vorkenntnisse. Bereits in der Einführung weiß er die 56 Prozent der Deutschen, die laut einer Forsa-Umfrage von 2010 'gegen den Rettungsfonds waren', für sich zu gewinnen: 'Die Menschen scheinen intuitiv zu verstehen, dass sie auf der Verliererseite eines komplexen Systems stehen.' (S. 15 f.) Um sich einer Herausforderung zu stellen, an der Politiker immer wieder scheitern '' die Menschen (sprich: die Leser) dort abzuholen, wo sie sind '' muss Bagus weit ausholen, verliert dabei jedoch nie den roten Faden ' ' besser: das Drahtseil '' seiner starken Argumente. Sicher gravitieren seine Ausführungen immer wieder zu seinen zentralen Thesen zurück. So nimmt er den Leser mit auf einen Streifzug durch die Geschichte der Europäischen Union ' allerdings nur, um an den in diesem Kontext relevanten Stationen Halt zu machen und daran die zwei ursprünglichen, rivalisierenden Roadmaps für Europas zu demonstrieren. Dass die ältere von den beiden, mit den zentralen Merkmalen Freiheit, Dezentralität, Konkurrenz, Vielfalt, Subsidiarität, die er 'klassisch-liberale Vision' nennt, im Laufe der Jahre versunken ist wie die mythische Insel Atlantis, wird dem Leser, unabhängig von dessen politischer Neigung, wie Schuppen von den Augen fallen. Auch, dass im selben Zug die konkurrierende Roadmap, die er, bewusst provokativ, 'sozialistisch' nennt, die Oberhand gewonnen hat, wird man sich eingestehen müssen. Das Herzstück von Bagus' Argumentation ist die von ihm im achten Kapitel gezogene Analogie zwischen dem Euro-Dilemma und sog. 'externen Kosten', die immer dann auftreten, wenn Eigentumsrechte unzureichend definiert sind. Präziser spricht Bagus von der 'Tragödie der Allmende', einem von Garrett Hardin geprägten Begriff. Damit ist gemeint, dass 'mehrere Handelnde (...) ein Eigentum ausbeuten' und die 'Kosten auf andere externalisieren' (S. 99). Ein Beispiel zur Veranschaulichung hält der Autor ebenfalls parat: Er verweist auf die Reduzierung des Fischbestands im Ozean zugunsten einzelner Fischer, letztlich aber auf Kosten der Allgemeinheit. Mit den Geldmengen der Euro-Mitgliedstaaten verhält es sich demnach ähnlich wie mit einem Fischschwarm, was die Schwarmintelligenz der deutschen Mehrheit unterstreicht, die dies längst begriffen hat.

Zwar führt Bagus' messerscharfe, elegante Argumentation immer wieder zu vermeintlich einfachen Schlüssen, die erfrischend schnörkellos, gar lakonisch zur Sprache gebracht werden, etwa: "'Im Endeffekt ist das System einfach"' (S. 85, den Gelddruck der EZB erklärend) oder '"Frankreich baut sein europäisches Reich, und Deutschland bekommt die Wiedervereinigung"' (S. 23, den zweifelhaften Trade-Off in der Frühphase der Währungsunion). Dennoch macht es sich der Ökonom zu keiner Zeit ZU einfach:'' zu überzeugend sind die ökonomischen, politischen und historischen Fakten, mit denen er seine Thesen unterfüttert. Dass er, zugegeben, weniger differenziert, bisweilen sogar verschwörungstheoretisch von den Motiven der 'herrschenden Klasse' oder von besagten 'sozialistischen' Visionen spricht, verzeiht man ihm denn auch, verleihen solche Provokationen der Stimme des Autors doch eine angemessene Vehemenz, Passioniertheit und Courage, immer mit Sicherheitsabstand zur Polemik. Solche Qualitäten sind im defensiven, paternalistischen Tonfall derer, die den Euro mit Europa gleichschalten und wahlweise die Komplexität des Systems, den Frieden in Europa oder die Exportabhängigkeit Deutschlands als Feigenblätter für Eigeninteressen wählen, selten geworden.

Auch wenn Tragödien in der Regel böse enden: Sie enden nicht ohne Katharsis. Genau dazu leistet dieses Buch einen unschätzbaren Beitrag.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wichtiges Buch, 9. Juni 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
Philipp Bagus ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid. Das Buch wurde mittlerweile in acht Sprachen publiziert. Die deutsche Ausgabe erscheint im FinanzBuch-Verlag. Es handelt sich bei der Lektüre also nicht um eine Außenseiteransicht eines Verschwörungstheoretikers in einem obskuren Verlag sondern genau um das Gegenteil: Wissenschaftlich strukturiert, präzise formuliert, gut zu lesen und erstaunlich knapp im Umfang, gilt es doch hochkomplexe Zusammengänge darzustellen.

Der Autor stellt sehr gut die historischen Hintergründe des politischen Projekts einer undemokratischen Zwangswährung mit dem harmlosen Namen "Euro" dar. Als Deutscher ist man beinahe sprachlos nachzulesen, wie die herrschende Klasse und die mit ihr verbunden Interessensgruppen die D-Mark opferten und die Bevölkerung bis heute für dumm verkauft. Auch die Verhandlungspositionen der Bundesregierungen bis heute und was dann daraus gemacht wurde, werden anschaulich rekonstruiert. Interessant ist auch nachzulesen, wie die irische Bevölkerung gezwungen werden konnte, die Schulden der Banken zu übernehmen. ... Jede Seite des Buches ist aufschlussreich. Em Ende der Darstellung wird der Pleitekanidat Spanien in dem 2011 erschienen Buch korrekt benannt und es folgt ein Ausblick: "Dannach sind Italien und Belgien an der Reihe. ... Der letzt Nagel für den Sarg der Währungsunion könnte jedoch Frankreich sein." (S. 161)

Fazit: Es ist schon erstaunlich, dass in Deutschland kein Mensch auf die Straße geht, um gegen den Euro-(Rettungsschirm-)Wahnsinn zu demonstrieren. Ein Aufbegehren vieler Familienunternehmer gegen den ESM, darunter Mittelständler von Weltrang, verhallt ungehört, von unseren Volksvertretern unbeachtet. (SZ 8.6.12, S.21) Völlig unverständlich, dieses Phlegma - die Tragödie des Euro betrifft doch beinah jedem, der Münzen und Scheine gleichen Namens in seiner Börse trägt.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Exzellentes informatives Buch, 26. Juni 2012
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst (Gebundene Ausgabe)
In seinem brillanten Buch "Die Tragödie des Euro" beschreibt Philipp Bagus, wie es in der Nachkriegszeit immer zwei sich widersprechende Visionen von Europa gab: Schuman, Adenauer und Erhard traten für die klassisch-liberale Vision ein: Europa als Freihandelszone. Die sozialistischen Politiker hingegen, insbesondere in Frankreich, verfolgten eine sozialistische Vision von Europa: Ein imperialer europäischer Superstaat. Damit sollte auch das französische Großmachtstreben befriedigt werden. Der Euro wurde von Sozialisten wie Mitterrand durchgesetzt, um die politische Union (anderer Neusprechbegriff: "europäische Integration") zu erzwingen, da die Sozialisten nach dem Fall der Mauer fürchten mussten, dass ihr sozialistisches Modell mit den osteuropäischen Ländern und deren Erfahrungen mit der UdSSR nicht mehr durchzusetzen sei. Der Euro ist nach dem Scheitern der EU-Verfassung die letzte Hoffnung der Sozialisten auf ihren EU-Superstaat. Wenn Merkel sagt: Scheitert der Euro, dann scheitert Europa, dann offenbart sie damit, welchem Modell von Europa sie anhängt. Die Vertreter des klassisch-liberalen Modells wollten nie eine sozialistische Einheitswährung. Die Sozialisten nutzen nun jede Krise, um mehr Macht nach Brüssel zu verlagern. Während andere, insbesondere antikapitalistische Sachbücher in der Regel über unzählige Seiten schwafeln, zeichnet sich Bagus' Buch durch eine ungeheuer hohe Informationsdichte aus. Von mir eine ganz klare Kaufempfehlung!
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Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst
Die Tragödie des Euro: Ein System zerstört sich selbst von Philipp Bagus (Gebundene Ausgabe - 8. August 2011)
EUR 17,99
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