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64 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Rückkehr zum gesunden Menschenverstand
Rahim Taghizadegan, Gründer und Spiritus Rector des Wiener "Instituts für Wertewirtschaft", hat dieses - ich möchte im positiven Sinn sagen - Handbuch verfasst, das er "Wirtschaft wirklich verstehen" genannt hat.

Es handelt sich um ein grundlegendes und leicht lesbares Werk, das sich im Untertitel als "Einführung in die Österreichische...
Veröffentlicht am 28. Juni 2011 von Amazon Customer

versus
29 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Selbstbeweihräucherung einer ökonomischen Schule
Ein Aufklärungsbuch für die Allgemeinheit zu schreiben, ist in der Regel ein löbliches Unterfangen. Allerdings nur in der Regel. Herr Taghizadegan ist Schüler der "Österreichischen Schule der Nationalökonomie" und erweist sich im vollen Umfang als solcher: er lobt in erster Linie seine Schule.

Wer sich heute als Laie in die...
Vor 23 Monaten von Eberhard Gamm veröffentlicht


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64 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Rückkehr zum gesunden Menschenverstand, 28. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Rahim Taghizadegan, Gründer und Spiritus Rector des Wiener "Instituts für Wertewirtschaft", hat dieses - ich möchte im positiven Sinn sagen - Handbuch verfasst, das er "Wirtschaft wirklich verstehen" genannt hat.

Es handelt sich um ein grundlegendes und leicht lesbares Werk, das sich im Untertitel als "Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie" bezeichnet und sich mit den Lehren in der Tradition von Menger, Böhm-Bawerk, Mises und Hayek auseinandersetzt.

Wir werden unter anderem in so zentrale Begriffe wie "Werte und Kosten", "Handel und Märkte", "Marktversagen und Interventionen", "Arbeitsplätze", "Zinsen", "Geld", "Banken und Wirtschaftskrisen" oder "Regulierung und Steuern" eingewiesen und auch eine "Anleitung für den kritischen Bürger" fehlt nicht. Ausführliche Literaturempfehlungen und ein gründliches Stichwortverzeichnis werden im Anhang ebenfalls mitgeliefert.

Der Autor versteht sich vor allem als Wirtschaftsphilosoph und bezeichnet es als sein Anliegen, die bewährte Betrachtungsweise der Wirtschaft, wie sie die "Österreichische Schule" pflegt, zu befördern. Damit plädiert er, wie er in seinem Buch verständlich macht, für die Rückbesinnung auf den gesunden Menschenverstand. Immerhin waren es, worauf nicht oft genug hingewiesen werden kann, keineswegs die vielzitierten Propheten der Main-Stream-Ökonomie, sondern der kleine Kreis der Nationalökonomen der "Wiener Schule" (im angelsächsichen Umfeld "Austrians" genannt), der die jüngste Wirtschaftskrise zuverlässig verhergesagt hatte.

Wer noch nie was von den "Austrians" gehört hat, wird ebenso bedient, wie derjenige, der sich vielleicht sogar schon mit den heutigen Vertretern der "Wiener Schule" auseinandergesetzt hat, denn neben den souverän dargestellten Grundbegriffen findet sich auch eine Vielzahl von interessanten Details.

Wer sich nicht mit der Sicht der Wiener Schule anfreunden kann, wer also etwa eingeschworener Keynesianer oder Neoklassiker der Chicago-Boys-Schule sein sollte, wird immerhin mit einer kohärenten Darstellung dieser nach meiner Meinung höchst aktuellen und jetzt wieder zunehmend Beachtung findenden Alternative vertraut gemacht und wird seine eigenen Auffassungen daran messen können und müssen.

Fünf Sterne zu vergeben, mag unkritisch erscheinen. Die Kompetenz, die flüssige Schreibweise und die erhellende Darstellung erlauben mir aber nicht, einen Abzug zu machen.

Vielleicht wird mancher trotz der Stringenz der Überlegungen nicht der Meinung des Buchautors sein, so überzeugend der Text für mich selbst war. Aber der Umstand, dass es immer auch Systeme geben wird, in denen etwa das Eigentum, die Kräfte des freien Marktes oder die Eigenverantwortung abgelehnt werden, ist für sich auch kein Grund für eine schlechtere Bewertung als satte fünf Sterne.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Realistische Ökonomie und Soziologie, 13. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch bietet eine Einführung in die so genannte "Österreichische Schule" der Volkswirtschaftslehre (ÖS).

Die ÖS heißt so, weil ihre wichtigsten Vertreter ursprünglich aus Österreich stammten, u. a. ihr Gründer Carl Menger. Im 19. Jahrhundert wunderte man sich, woher die auf dem Markt gehandelten Waren ihren Wert erhalten: Aus den Produktionskosten? Durch die darin enthaltene Arbeit? Und warum ist lebensnotwendiges Wasser so viel billiger als im Grunde nutzlose Diamanten?

Menger erkannte, dass alle Bewertungen subjektiv sind (Meier mag vielleicht Äpfel, aber Müller lieber Birnen). Außerdem kommt es auf den Grenznutzen (z. B. eines zusätzlichen Apfels) an. Dann sieht man, dass ein zusätzlicher Diamant wertvoll ist, aber ein weiterer Schluck Wasser nicht (denn es gibt in der Regel sehr viel Wasser).

Da Nutzen subjektiv sind, kann man sie weder messen noch vergleichen. Das bedeutet aber auch, dass man Nutzen nicht gegeneinander aufrechnen oder geplant verbessern kann. Allein schon aus diesem Grund muss eine sozialistische Planwirtschaft scheitern. Darüber hinaus muss der Sozialismus aus Sicht der ÖS ineffizient sein, weil dort keine wirtschaftliche Kalkulation möglich ist. Diese setzt nämlich Märkte, Unternehmer und damit Privateigentum voraus.

Diese grundsätzlichen Erkenntnisse werden danach auf alle wichtigen Themen der Volkswirtschaftslehre bezogen:

- Preiskontrollen widersprechen den subjektiven Wünschen der Verbraucher, sodass sie erfolglos bzw. kontraproduktiv sind: Mindestlöhne erzeugen Arbeitslosigkeit; Kündigungsschutz erzeugt Arbeitslosigkeit; Mietobergrenzen verringern das Angebot an Wohnraum; Drogenverbote erzeugen Kriminalität.
- Staatliche Geldpolitik erzeugt erst die Konjunkturzyklen, die sie angeblich bekämpfen soll: Sie manipuliert die Zinsen und führt damit zu einer nicht nachhaltigen Produktionsstruktur.
- Konjunkturprogramme sind kontraproduktiv, weil sie die notwendige Anpassung der Produktionsstruktur verhindern.
- Wettbewerb bedeutet, dass es Rivalität gibt. Monopole können deshalb nur mit staatlicher Unterstützung überleben; der Markt würde sie sonst zerstören.
- Entwicklung benötigt keine Entwicklungshilfe, sondern Marktwirtschaft mit einem gesicherten Recht auf Privateigentum. Andernfalls ist Wirtschaftswachstum unmöglich, weil Investitionen zu unsicher sind.

Die ÖS denkt immer an mündige Verbraucher, verantwortungsvolle Unternehmer und macht-besessene Politiker. Das bedeutet, dass sie die Welt realistischer sieht als andere Richtungen der Volkswirtschaftslehre. Deshalb gibt sie auch keine präzisen Vorhersagen ab, sondern weist auf Trends hin. So gibt es in der Politik den Trend, gescheiterte Interventionen mit weiteren Interventionen zu reparieren. Das muss zwangsläufig in Richtung Sozialismus führen.

Wirtschaften braucht eine ethische Grundlage. Die ÖS tritt deshalb für mehr Eigenverantwortung ein und kämpft u. a. gegen Programme, die Schuldnern eine schnelle Privatinsolvenz zu Lasten der Gläubiger erlauben. Die Menschen sollten beachten, dass Geld nur Mittel zum Zweck ist. Dann ist auch Spekulation nützlich, weil sie Ungleichgewichte auf dem Markt schnell beseitigt. Leider gibt es in Demokratien einen eingebauten Trend zur Kurzfristigkeit, der sich dann auch auf die Wirtschaft überträgt. Wie Prof. Hülsmann gezeigt hat, kommt es zu schwer wiegenden Folgen, wenn die Menschen Mittel und Zwecke verwechseln.

Wie man sieht, ist die ÖS sehr staatskritisch. Sie weiß aber auch, dass die Gesellschaft so ist, wie die sie konstituierenden Menschen handeln. Es hilft deshalb nicht, den Staat zu verteufeln; man muss statt dessen eine "Ent-Täuschung" durchführen und den Menschen zeigen, wie die Realität funktioniert. Dann werden diese vielleicht Aktionen starten, anders einkaufen oder ihr Wahlverhalten ändern.

Der Staat kann die Gesellschaft nicht planen bzw. steuern. Alle diesbezüglichen Experimente schlugen fehl. Die Versuchungen der Macht kann man am besten dadurch begrenzen, dass man die Größe des Staates (geografisch und fiskalisch) verringert. Deshalb tendieren kleinere Länder (Liechtenstein, Schweiz) dazu, freier zu sein als große. Manche Vertreter der ÖS fordern eine Rückkehr zum Minimalstaat des 19. Jahrhunderts bzw. streben Anarchokapitalismus an. Es ist deshalb kein Wunder, dass es eine enge Beziehung zwischen Libertären und der ÖS gibt.

***

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es folgt der Tradition der ÖS, möglichst auf Zeichnungen und Formeln zu verzichten. Mathematische Formeln müssen eindeutig sein und können deshalb die Subjektivität der Menschen nicht darstellen. Die Darstellung im Buch beruht vor allem auf der wichtigen Erkenntnis der ÖS, dass es den so genannten perfekten Wettbewerb (alle bieten das Gleiche zu einem einheitlichen Preis an) nicht gibt. Der Markt ist statt dessen ein Entdeckungsverfahren: Unternehmer entdecken Ungleichgewichte und handeln, wobei sie entweder erfolgreich sind (Gewinn) oder nicht (Verlust). Durch ihr Handeln entstehen neue Fakten, sodass der Prozess in eine neue Phase eintritt. Es gib somit eine Tendenz zum Gleichgewicht, aber es kann nie erreicht werden.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für Volkswirtschaftslehre interessiert. Studenten können damit erkennen, warum die Modelle aus dem Studium die Finanzkrise nicht prognostizierten und warum die keynesianische Wirtschaftspolitik ökonomisches Voodoo ist.
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45 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ökonomie für lebendige Menschen, 6. Juli 2011
Von 
Treb Melsa (Absurdistan, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Rahim Taghizadegan hat ein Buch vorgelegt, mit dem Untertitel: "Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie".
Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der die Wirtschaft - so wie im Titel gefordert - auch wirklich verstehen will. Denn das Buch ist tatsächlich eine Einführung in die Ökonomie, weil Rahim Taghizadegan auf der Basis des gesunden Menschenverstandes in der verbalen Schritt-für Schritt-Analyse, welche von Ökonomen "der Österreichischen Schule der Ökonomie" beherrscht und bevorzugt wird, argumentiert. Das ist besonders wohltuend im Vergleich mit den einführenden VWL-Lehrbüchern, die standardmäßig von den Mainstream-Ökonomen an den Hochschulen empfohlen werden und doch nichts anderes sind, als irreal-mathematische Spielereien des rationalistischen Irrwegs mit der Kunstfigur des "homo oeconomicus".
Rahim Taghizadegan zeigt:
wie Menschen handeln und was aus den Handlungen folgt;
dass jeder Mensch individuelle Wertvorstellungen und Präferenzen, diese sind im Zeitverlauf nicht konstant und indifferent, hat;
dass das menschliche Handeln die Signale sind, welche andere Menschen, die fremd und unbekannt sind, Botschaften übermitteln;
dass diese Botschaften eine Basis der Preisbildung sind;
dass die Preise von gestern Signalfunktion für das Handeln von heute haben;
dass die wirtschaftspolitischen Interventionen der Politik Anmaßung sind und letztendlich ins Leere laufen (auch wenn die Interventionen gut gemeint sind: Gut gemeint ist im Ergebnis eben nicht gut!)
dass das staatliche Geldmonopol von der Politik zum Schaden der Menschen missbraucht wird;
dass die staatliche Geldpolitik mittels dem Transmissionsriemen "Zentralbank-Teilreservebanken" zu Verwerfungen und Verzerrungen führt und letztendlich für die Konjunkturzyklen verantwortlich zu machen ist;
dass Wohlstand nicht durch Konsum entsteht, sondern aus der gelungenen Kombination Arbeit-Sparen (=Konsumverzicht)-Investieren der Stock an Kapitalgütern entsteht, welcher erst die Tretmühle des Alltags erleichtert und für mehr Wohlstand sorgt;
usw.!
Das Buch hebt sich wohltuend ab von den Schwarten der Mainstream-Ökonomen, die z. B. im Konsum durch Schuldenmachen den Weg zum Wohlstand sehen. Hierzu bemerkte Prof. Hoppe einmal, dass man einem aufgeweckten Kind im Kindergarten innerhalb von wenigen Minuten klar machen kann, dass Schuldenmachen und Konsumieren keinerlei Wohlstand hervorbringen - leider glauben 99% der sog. Ökonomen auch und insbesondere die angeblichen ökonomischen Cracks/Koryphäen genau diesen Unsinn des Schuldenmachens und Konsumieren. Dieses Denken liegt an rationalistischen Irrwegen, die Rahim Taghizadegan in diesem Buch einleuchtend offenlegt und klar widerlegt.

Fazit: summa cum laude ist die angemesse Wertung für dieses Buch!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Betrachtungen abseits der üblichen Phrasen, 12. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Während der publizistische Meinungshauptstrom in gierigen Bankern und Spekulanten" die Schuldigen an der aktuellen Finanzkrise bereits gefunden zu haben glaubt, will sich eine wachsende Zahl von hinter die Oberfläche blickenden Zeitgenossen mit derlei Schuldzuweisungen nicht mehr zufriedengeben. Sie zweifeln an der Wahrheit eindimensionaler Erklärungsmuster, die am Ende stets auf mehr Staatsinterventionismus hinauslaufen und suchen nach glaubwürdigen Alternativen. Dem seit Ausbruch der weltweiten Schuldenkrise zu beobachtenden, wachsenden Interesse an der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, wird mit dem vorliegenden, vom Gründer des Wiener Instituts für Wertewirtschaft, dem Wirtschaftsphilosophen Rahim Taghizadegan, verfassten Buch Rechnung getragen, welches die Grundzüge der Austrian Economy" zusammenfassend darstellt.

Am Beginn steht ein historischer Teil, in dem die Begründung der Denkschule durch Carl Menger und dessen Werk Die Grundzüge der Nationalökonomie" beschrieben wird. Die Wiener" erkannten die Notwendigkeit einer theoretischen Basis, um wirtschaftliches Handeln umfassend erklären zu können und gerieten darüber mit der in Berlin beheimateten Historischen Schule" in den sogenannten Methodenstreit". Tghizadegan führt aus: Die Realitätsferne der Klassik und die Theorieferne der Historischen Schule ließen ihm [Menger] keine andere Wahl, als eine eigene Schule zu begründen."

In der Folge wird die von den Österreichern" entwickelte Subjektive Wertlehre" vorgestellt, die einen Meilenstein der Wirtschaftswissenschaften bildet. Eine Erläuterung der Grenznutzentheorie, mit der die Lösung des klassischen Wertparadoxons" gelang, schließt sich an. Die Erklärung des Konzepts der Opportunitätskosten" (da jede auf einer individuellen Präferenzlage basierende Handlungsentscheidung einen Verzicht auf alternative Handlungen bedeutet, entstehen in Folge des nicht realisierten Nutzens entsprechende Kosten) und der Nutzenkalküle ergänzt diesem ersten Abschnitt.

Der Autor bewältigt die Aufgabe einer Beschreibung von Entstehung und Funktion von Märkten, von Marktversagen und Staatsinterventionen, der Phänomene Wohlstand und Armut, sowie Zinsen und Geld mit großer Klarheit, ohne auf ein für mit der Materie nicht vertraute Leser abschreckendes Fachchinesisch" zurückzugreifen. Dadurch wird das Buch zu einem hervorragenden Nachschlagewerk für den an wirtschaftlichen Fragestellungen interessierten Laien.

Während die neoklassische Theorie, in der wenig von Menschen, umso mehr aber von mathematischen Funktionen die Rede ist, die Bedeutung des Unternehmers weitgehend vernachlässigt, mißt die Österreichische Schule" diesem Akteur große Bedeutung zu. Dementsprechend, wird auch im vorliegenden Buch der Charakterisierung des im Gegensatz zu zum angestellten Manager oder Betriebsführer" stehenden Entrepreneurs einiger Raum gewidmet.

Die Kapitel Geld" und Banken und Wirtschaftkrise" erscheinen im Lichte der aktuellen Ereignisse (Stichworte: Finanz- und Schuldenkrise) besonders interessant. Hier werden Entstehung und Funktion des Geldes als allgemein akzeptiertes Tauschmittel, sowie die Entstehung und Funktion von Banken und Zentralbanken erläutert. Auf Basis der von Ludwig Mises in seiner Habilitationsschrift entwickelten Theorie des Konjunkturzyklus' wird die verhängnisvolle Wirkung staatlicher Eingriffe in das Geld- und Zinssystem beschrieben.

Die Kapitel Kapitalismus" und Anleitung für den kritischen Bürger" runden das umfassende Bild des Österreichischen" Ideengebäudes ab. Daß die veröffentlichte Meinung heute als Kapitalismus" bezeichnet, was in Wahrheit Interventionismus bedeutet, mag für einige Leser eine überraschend neue Einsicht sein.

Dem mit österreichischer" Literatur vertrauten Leser bietet das Buch kaum Überraschungen. Das Vorhaben, ein Einführungswerk für Einsteiger" zu verfassen, ist jedoch als rundum gelungen zu bezeichnen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Muss man Märkte regulieren und, wenn ja, wie viel?, 18. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Das makroökonomische Wissen der Allgemeinheit tendiert wahrscheinlich nahe null. Das ist auch kein Wunder, wird doch diese Thematik in den Schulen praktisch übergangen und selbst in den Berufsschulen eher stiefmütterlich behandelt, dort liegt der Schwerpunkt verständlicherweise bei der Betriebswirtschaft. Für den verantwortlich handelnden Wahlberechtigten sind aber einige Grundkenntnis über gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge tatsächlich unverzichtbar. Ansonsten ist und bleibt es den Illusionisten in der Politik und der Finanzwirtschaft ein Leichtes, ihn an seiner Geld-Nase herumzuführen. Gerade die aktuellen Krisen haben uns doch gezeigt, dass man Wirtschafts- und Finanzpolitik nicht einfach den selbst ernannten Fachleuten überlassen kann.

Genau diese Lücke füllt das Buch von Rahim Taghizadegan „Wirtschaft wirklich verstehen“. Die Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie ist kein trockenes Lehrbuch, randvoll mit Formeln, Tafeln und Merksätzen, sie ist eher eine lockere Expedition durch die gar nicht so abstrakte und diffizile Welt der Volkswirtschaft, eben unter dem besonderen Blickwinkel der vernunftbetonten und realitätsnahen Austrians. Die relevanten Begriffe und deren Zusammenhänge werden anhand sehr einfacher Beispiele erläutert. So wird zum Beispiel schnell klar, dass die Idee, durch mehr Konsum und höhere Schulden den Wohlstand mehren zu wollen, reines Wunschdenken ist. Denn konsumieren heißt verbrauchen und Kredit ist nur vorgezogener Konsum, Wohlstand schafft man aber nur durch Sparen für Investitionen in Wissen und Innovationen.

Märkte verlieren, wenn man sie ganz nüchtern als das betrachtet was sie sind, nämlich "der konkrete Gütertausch zwischen realen Menschen, die bewusst und freiwillig füreinander produzieren“, ihren mystischen und unpersönlichen Charakter. Hier treffen Anbieter und Nachfrager aufeinander und reguliert werden ihre Tauschgeschäfte mittels Preis und Zins. Gewöhnlich funktionieren Märkte gut durch negative Rückkopplung bei Angebot und Nachfrage und erst durch Interventionen von außen geraten sie aus dem Gleichgewicht. Natürlich müssen auch auf Märkten Regeln gelten, an die sich alle halten müssen, ohne Regeln kann keine menschliche Gesellschaft funktionieren. Die Frage ist, was alles durch die Politik reguliert werden soll und was die Marktteilnehmer besser selber regeln können. Die Antwort darauf wird sich jeder selbst und jeder anders geben. Mit fundierten Kenntnissen über ökonomische Zusammenhänge wird sie aber sachlicher und zielführender sein, als das allgemeine Wunschdenken.

Mein Fazit: Pflichtlektüre für alle, die selbst über ihre und unsere Zukunft mitentscheiden wollen - Wirtschaft geht uns alle an. Vor allem auch für Leser, die glauben, dass die Politik alles für uns und zu unserem Besten regeln kann. Aber das können nur wir selbst.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist nicht Mainstream, 19. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Absolut zu empfehlen. Habe einiges von Hayek, Menger und von Mises im Original gelesen, aber diese Übersicht ist spitze, nicht nur als Überblick, sondern auch zum Vertiefen. Ich hätte mir noch einige Literaturempfehlungen mehr gewünscht und - aber das war ja nicht das Ziel des Autors - Fußnoten!

Ansonsten kann ich besonders die Kapitel zu "Arbeit", "Grenznutzen" und "Geld" empfehlen.

Viel Spaß beim Lesen!
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial oder epochal?, 21. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch aufgesaugt "wie die Wüste das Wasser". Ich habe schon einige gute Bücher mit Wirtschaftsbezug gelesen, aber dieses sticht mit Abstand heraus. Erwähnen möchte ich die klare Sprache und die messerscharfe Argumentation die mir in dieser Form noch nicht untergekommen ist. Endlich konnten für mich Grundfragen besser Verstanden werden wie zB was sind eigentlich Preise, was kann man über Monopole sagen oder welche Bedeutung und konsequenzen hat eine Erbschaftssteuer etc. Zu diesen und vielen anderen Fragen kann ich jetzt endlich zu einem vernünftigen Urteil kommen! Aber wie der Leser vielleich bemerkt geht es wirklich primär um das Verständnis der Zusammenhänge und nur ganz am Rande um etwaige Lösungsansätze. Nur die letzten Seiten des Buches befassen sich mit Ideen zur Geldanlage im heutigen Umfeld und bezüglich der ungewissen Zukunft erwarten den Leser keine wilden Spekulationen sondern eher die nüchterne Feststellung daß es nach Ansicht der "Österreicher" zu heftigen Umbrüchen kommen muß.
Ich hoffe daß der Autor möglichst viele Menschen über dieses Buch erreichen kann bevor es zu den besagten "Umbrüchen" kommt! Leider nur 5 Sterne weil hier nicht mehr vergeben werden können. In diesem Sinne: 10/5.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Zahl der Illusionen, auf denen unser modernes Leben basiert, ist erschreckend groß.", 23. Juli 2011
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Eine solche Illusion besteht in der besonders bei Politikern beliebten Annahme, man könne ökonomische Gesetze einfach willkürlich umschreiben. Weil aber jede Art von Wirtschaft auf dem Handeln von Menschen beruht und menschliches Verhalten sich in der Regel kaum ändert, werden sich ökonomische Gesetzmäßigkeiten unter jeder denkbaren Konstellation immer wieder durchsetzen. Nimmt man menschliches Verhalten als Grundlage jeder Ökonomie an, dann kann man solche Gesetzmäßigkeiten auch leicht erklären.

Doch merkwürdigerweise beruhen die meisten gängigen Volkswirtschaftstheorien auf realitätsfremden Modellen. Sie gehen nicht von wirklichem menschlichen Handeln im Sinne einer realistischen Verhaltenseinschätzung aus, sondern zum Beispiel vom so genannten homo oeconomicus, einem Scheinmenschen mit einem Verhalten, das zwar in die Modelle passt, aber nicht in die Wirklichkeit. In der Folge waren all diese Theorien auch unfähig die großen Wirtschaftskrisen vorauszusagen.

Das jedoch konnte die so genannte österreichische Schule der Nationalökonomie bisher immer, denn sie sieht ihre Grundlage in der Analyse realistischen menschlichen Verhaltens, kommt ohne Modelle und folglich auch ohne Mathematik aus. Das ist kein Nachteil, denn fast alle vorhandenen ökonomischen Modelle sind linear und deshalb unrealistisch. Da Wirtschaft auf Wechselwirkungen von Menschen beruht, können vernünftige mathematische Modelle daher zwangsläufig nur nichtlinear, in der Regel also nicht quantifizierbar und deshalb (jedenfalls gegenwärtig) auch nicht hilfreich sein.

In diesem sehr lehrreichen Buch wird die Österreichische Schule der Ökonomie vorgestellt. Glücklicherweise fällt der Autor niemals in den Stil eines Lehrbuches, sondern erklärt Wirtschaft aus der Sicht dieser Schule in der brillanten Einfachheit, die die "Österreicher" schon immer ausgezeichnet hat.

Diese sehr lebensnahe Theorie ist ideologiefrei. Doch sie führt natürlich bei jedem, dessen Weltsicht auf einer Ideologie beruht, zu Ärger und Widerspruch. Davon geht auch der Autor aus. Doch wer die Welt so sehen möchte, wie sie ist und nicht so, wie sie nach dieser oder jener Vorstellung sein sollte, muss das ertragen können.

Zunächst ordnet der Autor die Österreichische Schule in den historischen Wissenschaftskontext ein. Später wird dem Leser klar werden, warum diese Theorie trotz ihrer offensichtlichen Qualität kaum noch gelehrt wird. Dann erklärt er in einem leicht lesbaren und sehr angenehmen Stil die Sichtweise der alten Österreicher auf Grundkonzepte wie Werte und Kosten, Handel und Märkte, Markversagen und Interventionen, Arbeitsplätze, Wohlstand und Armut, Zinsen, Unternehmer, Geld, Banken und Wirtschaftskrisen, Regulierung und Steuern und den Kapitalismus oder besser die Gesellschaftsform, in der wir zurzeit leben. Es würde leider den Rahmen einer Rezension sprengen, wollte man auf den Inhalt des Buches genauer eingehen.

Obwohl das Thema "Geld" nicht im Zentrum der Theorie steht und deshalb relativ weit hinten beleuchtet wird, wird jedem, der die Rolle des Geldes in der Gesellschaft auch aus aktuellen Gründen verstehen möchte, in diesem Buch eine realistische Sichtweise auch auf die gegenwärtige Schuldenkrise vermittelt. Insbesondere verdeutlicht der Autor, dass das Finanzsystem absichtsvoll genau so konstruiert wurde, dass solche Krisen unausweichlich sind.

Fazit.
Dem Autor ist es hervorragend gelungen, die Österreichische Schule der Ökonomie so zu erklären wie sie ist, nämlich einfach und realitätsnah. Dieses Buch kann man wirklich jedem empfehlen, der volkswirtschaftliche Zusammenhänge (auch ohne Vorkenntnisse) verstehen möchte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gutes Einsteigerbuch, 24. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Rahim ist einer der nüchternsten Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie.
Er beschreibt die Öst. Schule an sehr praktischen Beispielen und ist unter anderem deswegen ein sehr gutes Einsteigerbuch für die Öst. Schule.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine hervorragende Einführung, 18. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie (Gebundene Ausgabe)
Das Buch gibt eine umfassende Einführung in die wesentlichen ökonomischen Grundbegriffe und Zusammenhänge, so dass sich die Ereignisse der Zeit wirklich gut verstehen lassen. Geschrieben ist es in einer klaren Sprache und abseits der üblichen Klischees. So ist es einerseits auch für den ökonomischen Laien gut lesbar, andererseits erspart man sich die übliche Propaganda, die man in Sachen Ökonomie im Fernsehen und in den meisten Zeitungen über sich ergehen lassen muss. Hier schreibt jemand, der einen scharfen Verstand hat und sich der Wahrheit verpflichtet fühlt, jemand, der die wesentlichen ökonomischen Forscher im Original gelesen und auch verstanden hat, aber auch jemand, der seine Zeit sehr gut kennt und laufend beobachtet. Das Resultat ist eine hervorragende ökonomische Analyse der Gegenwart, die um die Hintergründe und den Werdegang der aktuellen ökonomischen Probleme bestens Bescheid weiß. Es wäre zu wünschen, dass dieses Buch möglichst viele Menschen lesen. Denn mit ein Grund dafür, dass es zur Zeit massive ökonomische Probleme gibt, ist dieses ewige Jammern Ich kenne mich mit Wirtschaft nicht aus". Dieses Buch ist imstande, bei einem durchschnittlich intelligenten und wissensdurstigen Menschen eine Bildungslücke zu schließen - und insofern ist es wirklich empfehlenswert.
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Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie
Wirtschaft wirklich verstehen: Einführung in die Österreichische Schule der Ökonomie von Rahim Taghizadegan (Gebundene Ausgabe - 16. Juni 2011)
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