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Wahrscheinlich wird es nie eine Biografie von Soros geben, die dieser autorisiert. George Soros wird niemandem gestatten, sich ihm so zu nähern, dass sich eine intime Kenntnis seiner Persönlichkeit ergeben würde. Dazu ist er trotz seines großen Egos einfach zu intelligent.

Soros wurde 1930 in Budapest als Sohn jüdischer Eltern geboren. Er überstand die schlimmen Kriegsjahre mit seiner Familie in Ungarn und siedelte danach alleine nach London über. Dort hielt er sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und begann 1949 an der berühmten London School of Economics zu studieren, zog 1956 nach New York und arbeitete anschließend bei zahlreichen Finanzinstituten als Gehilfe oder später als Analyst für europäische Aktien, für die sich damals in den USA kaum jemand interessierte.

Im 6. Kapitel geht der Autor auf das 1987 erschienene Werk "Die Alchemie der Finanzen" ein. Dort entwickelte Soros eine simple, eher philosophische und damit für andere wenig praktikable Theorie der Finanzmärkte. Diese so genannte Reflexionstheorie besagt, dass in den Wirtschaftswissenschaften der unabhängige Bezugspunkt fehlt und unsere theoretischen oder sonstigen Ansichten deswegen die ökonomischen Fakten beeinflussen. Dieser in Mathematik und Physik als Rückkopplungseffekt bekannte Einfluss führt zu stark nicht linearen Modellen und erschwert deswegen Aussagen über die Zukunft. Volkswirtschaftliche Prognosen ignorieren dies und stimmen deshalb in der Regel nicht. Die große Stärke von George Soros besteht darin, dass er in der Lage ist, entsprechend seiner Theorie zu denken. Mit dieser analytischen Fähigkeit war er anderen meist weit voraus.

Im sehr interessanten 7. Kapitel bescheinigt der Autor George Soros genau die Eigenschaften, die einen hervorragenden Trader auszeichnen: Rationalität, extreme Selbstdisziplin, Mut und Entscheidungskraft. Bei Soros kommt noch sein Geschick hinzu, aus persönlichen Kontakten Informationen zu gewinnen, ohne dass dies sein Gegenüber tatsächlich bemerkt. Weil Soros offenbar auch für den Autor Kultstatus besitzt, kritisiert er dessen extreme Risikobereitschaft nicht.

1969 gründete Soros einen so genannten Offshore-Hedgefond auf den Niederländischen Antillen, aus dem später der berühmte Quantum Fund hervorgehen sollte. Er war damals seiner Zeit weit voraus, denn sowohl die Konstruktion dieses Fonds, der bei seiner Gründung nicht für US-Bürger zugelassen war, als auch die Art seines Managements, waren damals völlig neu. Soros hatte bei Gründung des Fonds einen Eigenanteil von 250.000 US-Dollar. Im 8.-10. Kapitel wird die Geschichte dieses Fonds bis zum Krisenjahr 1981 beschrieben. Ende 1980 schätzte man die Anteile von Soros übrigens bereits auf 100 Millionen US-Dollar. Er hatte also seinen persönlichen Einsatz in zehn Jahren mit dem Faktor 400 vermehrt. Weitere 25 Jahre später wird sein persönlicher Besitz auf einige Milliarden Dollar geschätzt werden.

Nach 1981 folgten unter wechselnden Stellvertretern von Soros einige unglaubliche Boomjahre. Alleine von Anfang 1985 bis Ende 1986 verdreifachte sich der Wert des Fonds. Davon handeln Kapitel 11 und 12. Solche Steigerungen lassen sich jedoch nur mit einem Risiko erzielen, das jenseits von Gut und Böse liegt. Und hier sind wir an einem wunden Punkt angelangt. Hätte Soros nämlich auch nur ein einziges Mal für das extreme und nicht empfehlenswerte Risiko dieser Alles-oder-nichts-Positionen mit mehrheitlich geborgtem Geld wirklich in adäquater Weise büßen müssen, dann wäre er nicht der Held, der er für viele jetzt ist, sondern das komplette Gegenteil.

Die nächsten beiden Kapitel erzählen uns, wie Soros sich Osteuropa als Geldgeber für zahlreiche Stiftungen förmlich aufdrängen musste. Danach erfahren wir etwas über Soros und den Crash von 1987 sowie den Einstieg von Stanley Druckenmiller in den Quantum Fund Anfang der 1990er Jahre. Kapitel 18-20 beschäftigen sich sehr ausführlich mit seiner Spekulation gegen das britische Pfund im Jahre 1992. Durch diese Spekulation, die ihm zwei Milliarden Gewinn einbrachte, wurde er für die Öffentlichkeit zum Guru. Soros versuchte dies für seine Investments auszunutzen und ging gezielt mit Ankündigungen und Einschätzungen in die Medien. Damit zog er sich nicht nur den Zorn vieler Politiker, sondern auch den Ärger der meisten anderen Hedgefond-Manager zu. Besonders wütend waren offenbar seine eigenen Fondmanager, denn seine Äußerungen verringerten die Flexibilität ihrer Entscheidungen. Soros hatte sich mit samt seinem Ego reichlich vergaloppiert. Darüber informieren die Kapitel 21-23.

Im Kapitel 24 wird das Verhältnis von Soros zum Judentum beleuchtet. Anschließend geht es im Zusammenhang mit einem 600 Millionen-Verlust aus einer monetären Fehlspekulation um die Frage, ob das Handeln von Hedgefonds transparenter gemacht werden soll. Der Autor offenbart dabei eine recht naive Sicht auf die Dinge. Wer wie Soros nicht nur einmal das Zwölffache des Wertes seines Fonds, also unverhältnismäßige Größenordnungen geliehenen Kapitals, einsetzt, der kann eine finanzielle Kettenreaktion riesigen Ausmaßes provozieren, wenn er die Kontrolle über eine solche Position verliert. Das ist wegen der gesellschaftlichen Folgen für Unbeteiligte nicht hinnehmbar. Allerdings ist hier weniger Soros ein Vorwurf zu machen, sondern denen, die für die Kontrolle der Märkte verantwortlich sind.

Soros hatte mit seiner Spekulation gegen das britische Pfund die Medien auf sich gezogen. Nun konnte er sehen, wie ironischerweise seine Reflexionstheorie auch für ihn galt. Alles, was er tat, zog Nachahmer an und beschäftigte die Medien. Er verstärkte diesen Effekt noch, indem er sich zunehmend unangemessen zu politischen Fragen äußerte und auch praktisch engagierte. Er suchte mit zum Teil sehr merkwürdigen Aktionen Anerkennung und verschleuderte auch gerne sein Vermögen dafür. Der genervte Druckenmiller verabschiedete sich daraufhin vom Quantum Fund. Je älter Soros wurde, umso eigenwilliger wurde sein politischer Ehrgeiz. Er setze Millionen dafür ein, um 2004 die Wiederwahl von George Bush zu verhindern. Vorher hatte er sich mehrmals gewaltig an den Märkten verspekuliert. Davon handeln die letzten Kapitel dieses Buches.

Fazit.
George Soros ist eine außergewöhnliche und für viele sicher unverständliche Persönlichkeit. Man muss wirklich an sich gottgleiche Eigenschaften vermuten, wenn man in der Art von Soros spekuliert. Er ist völlig anders als andere große Trader, passt weder nach Amerika, noch nach Europa, ist weder der interessanter Philosoph, der er selbst gern sein möchte, noch der typischer Börsenspekulant. Er ist hyperintelligent, extrem clever, sehr geschmeidig im Umgang mit Leuten auf seiner Ebene und schwer durchschaubar. Sein analytischer Verstand ist mehr als außergewöhnlich, und sein Selbstbewusstsein muss ihm Gott persönlich eingebaut haben. Robert Slater hat diesen Menschen und seine Geschichte im Rahmen der verfügbaren Informationen gut porträtiert. Das Buch ist sehr gut geschrieben, aber an manchen Stellen doch etwas unkritisch. Dennoch kann ich jedem, der sich für Soros oder die entsprechende Industrie interessiert, dieses kurzweilige Buch nur wärmstens empfehlen.
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am 2. Januar 2012
George Soros - wirklich ein beeindruckender Mensch! Kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen. Robert Slater hat es geschafft ein recht vielschichtiges Bild eines Börsengurus zu zeichnen, der auch Philosoph sein will. Auch auf die jeweiligen Ideen/Weltanschaung wird eingegangen und die Lektüre regt zum Denken an.
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