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4.0 von 5 Sternen Test-Best-Practices für die agile Welt
Ein scheinbares Oxymoron im Titel weckt die Neugierde: Wie passt Agilität, innerhalb derer Gerüchten zufolge jeder alles macht, das Team basisdemokratisch entscheidet (und ablehnt) und Qualität irgendwie am Ende im Produkt entsteht, zum schwergewichtigen, old-fashioned" Testen? Und wie kann dieser Spagat ausgerechnet von Tilo Linz als langjähriger...
Vor 16 Monaten von Simon veröffentlicht

versus
4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Erster Brückenpfeiler für Wasserfaller, die weitere Schritte selber machen
Testen in Scrum-Projekten, wie funktioniert das überhaupt? Dieses Buch versucht, genügend Antworten auf diese Frage zu geben - und das aus unterschiedlichen Blickwinkeln: aus der Sichtweise des Testers, des Testmanagers und des Qualitätsmanagers. Das Buch setzt einen wichtigen Meilenstein dabei, den Tester im klassischen Denken abzuholen, und viele der...
Vor 16 Monaten von M. Gärtner veröffentlicht


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Test-Best-Practices für die agile Welt, 22. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Testen in Scrum-Projekten: Leitfaden für Softwarequalität in der agilen Welt (Broschiert)
Ein scheinbares Oxymoron im Titel weckt die Neugierde: Wie passt Agilität, innerhalb derer Gerüchten zufolge jeder alles macht, das Team basisdemokratisch entscheidet (und ablehnt) und Qualität irgendwie am Ende im Produkt entsteht, zum schwergewichtigen, old-fashioned" Testen? Und wie kann dieser Spagat ausgerechnet von Tilo Linz als langjähriger Gründer und Vorsitzender des German Testing Boards und als Gründungsmitglied des ISTQB geleistet werden? Die Lösung ist ebenso einfach wie mächtig und zieht sich als roter Faden durch das gesamte Buch: Die Grundprinzipien des Testens lassen sich problemlos in die agile Welt übertragen. Daher heißt vermutlich der Titel auch nicht agiles Testen sondern Testen in Scrum-Projekten".
Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung in die agile Welt, ohne hierbei zu detailliert zu werden. Auch wenn punktuell einige scheinbare Vorteile des agilen Vorgehens eingestreut werden, bleibt die häufig mittlerweile emotional geführte Diskussion Agilität ja oder nein zum Glück außen vor: Wer dieses Buch liest, sollte von Agilität bereits überzeugt sein.
Anschließend wird das klassische Testen sukzessive in die agile Welt eingeführt: Zuerst werden dafür die in der agilen Welt bereits anerkannten Techniken im klassischen Testen verortet. Es zeigt sich, dass Planung, Unit-Tests und Test-First-Ansätze allesamt bereits eine Vielzahl von Best-Practices aus dem klassischen Testgeschäft hervorgebracht haben, die nur noch darauf warten, endlich in der agilen Welt systematisch Anwendung zu finden. Im Buch werden hierfür viele Beispieltechniken vorgestellt, die allesamt wertstiftend direkt in der agilen Welt eingesetzt werden können. Die agile Welt kann sich hier aus einem großen Katalog bedienen und dieses Buch hilft dabei.
Im weiteren Verlauf wird insbesondere der Integrationstest und der Systemtest, so wie er in der agilen Welt verstanden wird, mit klassischen Test-Best-Practices angereichert. Hier erfolgt dann auch eine echte methodische Anreicherung agiler Vorgehen, in dem z.B. für das Problem der Synchronisation mehrerer agiler Teams und für die Behebung von Abhängigkeiten unterschiedlicher Komponenten für ein separates Testen Ideen diskutiert und mit praktikablen Lösungsvorschlägen untermauert werden.
Im letzten methodischen Abschnitt wird dann auf die Möglichkeiten eingegangen, das klassische Qualitätsmanagement in agilen Kontexten anzuwenden (z.B. für Compliance-Anforderungen). Auch hier zeigt sich wie im gesamten Buch, dass sich Agilität und klassisches Testen keineswegs widersprechen, sondern beide komplementär ergänzen. Die wenigen konkurrierenden Ziele werden in diesem Buch zugunsten der Agilität gelöst, d.h. das Testen wird in die agile Welt migriert.
Zum Abschluß des Buches wird in fünf namhaften Fallstudien aufgezeigt, wie das Testen in agilen Projekten erfolgreich etabliert werden kann und welche Hürden es dabei zu meistern gilt.
Das kurzweilig zu lesende Buch ist eine pragmatische Hilfe für denjenigen, der in agilen Projekten tätig ist und das Thema Testen voranbringen will. Ein durchgängig beschriebenes, fiktives Fallbeispiel zeigt dabei in jedem Kapitel die praktische Umsetzung. Viele Testinhalte stammen aus dem ISTQB-Kontext, was allerdings jeweils sachlich begründet ist und an keiner Stelle werbend wirkt.
Dem Untertitel des Buches Leitfaden für Softwarequalität in der agilen Welt" wird das Buch nur in Teilen gerecht, da Agilität als ex ante gegeben und als invariant angenommen wird. Die Vielzahl aktueller Diskussionen wie etwa agile Architekturen, agile Festpreisprojekte oder auch Agilität mit Offshore-Ressourcen bleiben außen vor. Auch Fragestellungen wie Agilität in großen, streng hierarchischen Unternehmen werden nicht besprochen, obwohl es hierzu bereits viele testrelevante Modelle gibt. So bleibt die agile Testmatrix ebenso ungenannt wie einige weitere Ergebnisse der Literatur um Agiles Testen".
Aber dies passt zum sehr guten Titel des Buches, der eben nicht agiles Testen" sondern (klassisches) Testen in (agilen) Projekten meint: Und alleine dieser erste Schritt ist in vielen Unternehmen noch nicht gegangen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hilfestellung für traditionelle Software-Tester für den Umstieg auf agile Prozesse, 21. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Testen in Scrum-Projekten: Leitfaden für Softwarequalität in der agilen Welt (Broschiert)
Agile Softwareentwicklung befindet sich auf dem Vormarsch, so dass es mittlerweile eine große Anzahl an Büchern gibt, die sich mit den agilen Grundsätzen und Praktiken beschäftigen. Die meisten Werke haben aber eines gemeinsam, nämlich dass sie Rolle eines professionellen Testers kaum berücksichtigen. Testen ist im agilen Umfeld zwar ein zentraler Baustein, aber die Literatur beschreibt überwiegend Programmierer, die eben auch das Testfeld mit abdecken. Wer als hauptberuflicher Softwaretester aus den traditionellen Entwicklungspraktiken kommt und nun seine Rolle im agilen Umfeld zu definieren versucht, tut sich meist recht schwer, Informationen dazu zu finden.

Das Buch "Testen in Scrum-Projekten" von Tilo Linz verspricht hierauf eine Antwort zu geben, denn es wendet sich an Tester, Test- und Qualitätsmanager, Programmierer sowie Produktmanager und Testleiter. Es möchte dieser Lesergruppe Tipps und Hinweise geben, wie Tester und Qualitätssicherung sich in agilen Projekten organisieren und mitarbeiten können.

Aufbau des Buches:

Das Buch gliedert sich in insgesamt acht Kapitel, die in drei Bereiche unterteilt sind. Eine entsprechende Übersicht findet sich im ersten Kapitel, das auch gleichzeitig als Einleitung gedacht ist.
Kapitel 2 und 3 geben einen knappen Überblick über Scrum und Kanban und stellen diese dem klassischen Prozess gegenüber. Sie sind als Einstieg für Management und "normale" Tester und Entwickler gedacht.
Kapitel 4, 5 und 6 beschreiben recht ausführlich jeweils Unit-Test, Integrationstest und Systemtest. Daher wenden sich diese Kapitel in erster Linie an die, die die Tests auch ausführen werden.
Kapitel 7 wendet sich explizit an das Management und betrachtet die Rolle des Qualitäts- und Testmanagements. Im letzten Kapitel werden fünf Beispiele vorgestellt, in denen Unternehmen den klassischen Entwicklungsprozess auf den agilen Prozess umgestellt haben.

Die Frage, ob das Buch diesen Anspruch schafft, ist vermutlich nicht so einfach zu beantworten und hängt davon ab, welche Voraussetzungen der Leser mitbringt.
Man sollte dabei vielleicht im Hinterkopf behalten, dass der Autor Tilo Linz nicht nur Vorstand der imbus AG ist sondern auch Vorsitzender des ISTQB war (u.a. ist er Mitautor des Standardwerks "Basiswissen Softwaretest", das sich am ISTQB-Standard orientiert).
Diesen Hintergrund merkt man seinem neuen Werk eindeutig an, sowohl bei der Verwendung vieler Grundbegriffe nach ISTQB als auch in der Kapitelaufteilung der Tests nach den Teststufen des allgemeinen V-Modells. Daher ist es natürlich ein klarer Vorteil, wenn ein Leser schon Wissen über das traditionelle Softwaretesten nach ISTQB mitbringt. Wo dies fehlt, könnte sich sicherlich das ein oder andere Verständnisproblem auftun.

Für wen sich das Buch eignen könnte:

Grundsätzlich finde ich das Buch gut und verständlich geschrieben. Der überwiegende Teil des Buches beschäftigt sich damit, was man testet und wie man testet. Der Fokus liegt also ganz stark auf der Rolle des professionellen Softwaretesters; die anderen Rollen wie die des Programmierers und des Produktmanagers bzw. Product Owners werden nur angesprochen, nicht aber vertieft behandelt. Naturgemäß werden diese anderen Gruppen daher aus dem Buch sicherlich weniger Nutzen ziehen, als die Gruppe der Tester. Was man aus dem Buch aber sicherlich mitnehmen wird ist, dass Testen ein zentrales Element ist, wenn man Produkte mit hoher Qualität ausliefern möchte, und zwar unabhängig davon, ob man agile oder traditionelle Prozesse zur Entwicklung nutzt.

Als Tester komme ich aus dem klassischen Entwicklungsumfeld mit ISTQB-Hintergrund und arbeite seit gut drei Jahren in agilen Teams. Ich kenne demzufolge beide Welten und habe Prozessumstellungen von klassisch zu agil miterlebt und mitgestaltet, so dass mir einige der im Buch angesprochenen Probleme durchaus bekannt vorkamen.

Empfehlen würde ich dieses Buch daher denjenigen, die bereits Erfahrung mit ISTQB haben. Aufgrund der oben erwähnten Begrifflichkeit und Aufbau des Buches, werden sich solche Leser sicherlich gut darin zurechtfinden. Allerdings leistet dieses Buch keine besonders tiefe Einführung in die agilen Praktiken, sondern es liefert eher einen kurzen Überblick. Wer sich mit Scrum & Co noch gar nicht auskennt, der wird sicherlich Probleme haben, die Ratschläge und Erfahrungen in den richtigen Kontext zu setzen. Daher sollte man sich vor der Lektüre des Buches unbedingt schon mal mit Scrum beschäftigt haben, so dass die Begriffe und der Prozess von Scrum bekannt sind. Mit Hilfe dieses Buchs lässt sich dann sicherlich ein guter Startpunkt finden, von dem aus man als Tester in einem agilen Team mitarbeiten kann.

Als weiterführende Lektüre würde ich noch "Agile Testing" von Lisa Crispin und Janet Gregory empfehlen. Es ist deutlich umfangreicher als "Testen in Scrum-Projekten", beleuchtet nicht nur Scrum sondern agile Entwicklungspraktiken allgemein und blickt über den Tellerrand des reinen Testens hinaus. Man sollte sich nicht davon abschrecken lassen, dass das Buch nur auf englisch erhältlich ist, da man es mit durchschnittlich guten Sprachkenntnissen sicherlich gut verstehen kann.

Mein persönliches Fazit:

Da mir beide Welten, die des traditionellen ISTQB-Testens und die der agilen Entwicklung, bereits bekannt waren, konnte ich dem Buch einige nützliche Anregungen sowie wichtige neue Aspekte und Empfehlungen entnehmen. Aus meiner Sicht hat sich daher die Investition (sowohl das Geld als auch die Zeit) gelohnt.
Hilfreich waren mir sowohl das ausführliche Eingehen auf die Unit-Tests, Integrationstest und Systemtests, die mir nochmals ins Bewusstsein gerufen haben, wann welche Testarten zum Einsatz kommen sollen und mir aufgezeigt haben, wo in meinem Team noch Verbesserungsbedarf besteht. Interessant finde ich die im Buch angestellte Überlegung, dass ein Tester in einem agilen Team nicht einfach nur wie ein klassischer Tester Testfälle ermittelt, beschreibt, durchführt und protokolliert, sondern dass ein Tester in einem agilen Team auch in einem gewissen Umfang die Skills eines Testmanagers haben sollte, damit er über Risikoabschätzung eine Testplanung machen kann und sein Team die richtigen Inputs liefert, damit eine möglichst gute Testabdeckung erzielt wird, was letztlich der Qualität zugute kommt.
Von den fünf Fallbeispielen aus der Praxis waren mir die von Imbus, Zooplus und Immobilienscout24 am lehrreichsten. Absolut ungenügend finde ich übrigens das letzte Beispiel von Siemens (Medizintechnik). Während die anderen Fallbeispiele ausführlich Veränderungen, Umstieg, Probleme und Lessons learnd beschreiben, erscheint mir der Siemens-Beitrag eher einem internen Firmenbericht entnommen zu sein. Das Beispiel ist voller projektspezifischer Begriffe und irgendwelcher Grafiken, die mir als dem uneingeweihten Leser nicht viel sagen. Überdies ist es sprachlich einfach schlecht geschrieben, was die Vermutung nahe legt, dass das Original auf englisch verfasst war und "mal schnell" ins Deutsche übersetzt wurde. Aus meiner Sicht hätte dieses Beispiel ohne großen Verlust weggelassen werden können.

Der einzige Wermutstropfen war aus meiner Sicht die zu knappe Abhandlung von Behaviour Driven Development (BDD), da ich meiner täglichen Arbeit dessen Wert kennen und schätzen gelernt habe. Gerade diese Tests, die anhand von Userstories und Akzeptanzkriterien entwickelt werden, leisten in unserem Team einen großen Beitrag dazu, dass das ursprüngliche Ziel der agilen Entwicklung erreicht wird, nämlich dass die Erwartungen des Kunden möglichst genau getroffen und seine Bedürfnisse erfüllt werden. Ich hätte mir daher gewünscht, dass diese Testart etwas umfangreicher und tiefgehender beschrieben wird, als nur in dem einen kleinen Abschnitt unter Punkt 6.4.3. Gerade für Tester, die aus dem traditionellen Umfeld kommen, ist das sicherlich eine noch recht neue und unbekannte Herangehensweise an die Testfallerstellung, die daher unbedingt herausgestellt und genauer erklärt werden sollte.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verbindet bewährte Testmethoden gut mit agilen Praktiken, 25. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Testen in Scrum-Projekten: Leitfaden für Softwarequalität in der agilen Welt (Broschiert)
Mir persönlich gefällt das Buch von Tilo Linz sehr gut, weil es bewährte Methoden im Test mit agiler Vorgehensweise in Scrum-Teams verbindet und dabei relativ anschaulich erläutert, wie diese Methoden auch im agilen Umfeld ihre Wirksamkeit entfalten. Zwar mag der Vorwurf richtig sein, damit eher "klassisch" orientierten Menschen das Verständnis zu ermöglichen, aber das finde ich bei all meinen alltäglichen Erfahrungen in agilen Projekten eine ganz wichtige Aufgabe.

In diesem Zusammenhang ist sein Kapitel 4 zum Unit Test und dem Test First Ansatz ein gutes Beispiel: Endlich einmal jemand, der nicht nur die Vorteile Testgetriebener Entwicklung preist, sondern sich auch die Mühe macht, Entwicklern Testmethoden an die Hand zu geben, ihre Tests effektiver zu gestalten. Wie oft habe ich gehört, das Teams sich mit einem "Mindesttestfall" pro Methode begnügen. Sie sollten sich Tilos Ausführung zum Unit Test einmal genauer anschauen - das macht Lust auf mehr (Testabdeckung).

Sehr lesenswert auch die Ausarbeitung der Continuous Integration Strategie im Kapitel 5.5. Hier wird auch unbedarften - eher entwicklungsferneren - Teammitgliedern simpel erklärt, wie genau ein Contiunous Integration Lauf abläuft und was er genau macht. Mag zwar erfahrene Entwickler etwas langweilen, aber die Tester in einem Scrum Team bekommen so endlich einen Bezug zu einer - inzwischen - schon Standardtechnik in der Entwicklung, die aber auf der anderen Seite eine der Kernpraktiken agilen Vorgehens ist. Wer nun in die Diskussion gerät, warum Testfälle, die eher dem Systemtest zuzuordnen wären im Daily Build unbequem werden, kann nun auch den technischen Hintergrund besser verstehen. Übrigens auch die Abgrenzung zum Systemtest hat Tilo brillant auch für agile Teams herausgearbeitet.

Vielleicht noch eine letzte Besonderheit, die mir aufgefallen ist: Tilo lässt sich auf die Diskussion über Qualitätsmodelle, wie die ISO9001, in Verbindung mit Scrum ein und arbeitet durchaus Perspektiven aus, bei denen sich beide Ansätze gut ergänzen. Gewagt, aber dennoch gelungen. Sicher wird er damit nicht zum Sympathieträger für viele Vordenker agilen Vorgehens, aber in vielen Organisationen ist das Realität und braucht eine gute Antwort.

Ach doch einen Stern von den fünfen möchte auch ich diesem Buch verwehren: Warum lässt es die 4-Testquadranten von Crispin/Gregory aus (oder habe ich den Teil vielleicht einfach überlesen?). Ist vielleicht Geschmackssache, aber mir hat das Modell der beiden XP-Test-Koryphäen im agilen Alltag sehr viel Orientierung gegeben. Ich weiß aber auch, dass etliche meiner Arbeitsgenossen damit ebenso wenig anfangen können, wie mit TPI oder TMMi. Testen geht sicher auch gut ohne diese Modelle.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Testen im Wandel von klassisch zu agil - Lesenswert, 9. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Testen in Scrum-Projekten: Leitfaden für Softwarequalität in der agilen Welt (Broschiert)
Das Buch "Testen in Scrum-Projekten" liefert einen guten Überblick, welche Konsequenzen sich aus dem Wandel von klassischen Vorgehensmodellen zu agiler Software-Entwicklung für das Testen ergeben. Bemerkenswert dabei ist, dass nicht nur die Herausforderungen der agilen Testmethodik thematisiert werden, sondern auch die Gegenüberstellung von "agil" und "klassisch" für Vorgehen, QS und OM gemacht wird.

Nach einer übersichtlichen Darstellung der Vorgehensmodelle (neben Scrum auch Kanban), werden die Planungsinstrumente bei Scrum beschrieben (Story Map, Back log, Planning Poker, etc.). Dabei werden explizit auch die wichtige Architekturvision und die Bedeutung der Team-Charta erläutert. Der Hauptteil des Buches (51 %) widmet sich ausführlich den Methoden und Techniken auf den Ebenen Entwicklertest, Integrationstest und Systemtest. Ziele und Unterschiede der Teststufen mit folgenden Schwerpunkten werden deutlich:
- Unit Tests, Test First (TDD), Test-Frameworks, Stubs & Mocks
- Integrationstests, Continuous Integration Prozesse & Tools, Systemarchitektur
- Systemtests, manuelle/automatisierte Verfahren, Capture & Replay, BDT, NFA-Tests

Danach werden Prozess- und Managementaspekte dargestellt und bewertet (QM, QS, QM-Stab als agiles Team). Im Detail werden die Erfolgsfaktoren für das Ziel kontinuierlicher "Tests nonstop" beschrieben:
- Testautomatisierung (für Unit Test, Integrationstest, Systemtest)
- Exploratives Testen (schnelle manuelle Tests als Ergänzung)
- Testexpertise im Team (Testmanagementaufgaben durch Scrum-Master)
- Teamübergreifende Sicht (übergeordneter Austausch)

Folgende Punkte sind noch als Positiv zu erwähnen:
- Durchgängiges Fallbeispiel (in PHP)
- Checkfragen und Übungen am Ende jedes Kapitels
- 5 konkrete Industrie-Fallstudien mit Lessons Learned
- Auch kritische Betrachtungen z.B. zu ISO-9000, Unit-Test-Grenzen, agile QS

Für mich negativ ist neben einigen missverständlichen Begriffen (Scrum of Tester, Testmanager im Scrum-Team) und eines nicht überraschenden TestBench-Werbungshinweises, die zu knappe Darstellung einiger nichtfunktionaler Aspekte, insb. Wartbarkeit. Hier hätte ich mir mehr Details über die Berücksichtigung solcher querschnittlichen Aspekte (z.B. via Team-Charta) gewünscht.

Insgesamt ist das angenehm zu lesende Buch allen am agilen Testen Interessierten zu empfehlen, insb. für Tester und Manager, die den Wechsel zu agilen Projekten noch vor sich haben.
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4.0 von 5 Sternen Wertvolle Hilfe zum Verstehen agiler Prozesse für klassische Tester, 2. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Als erfahrener Agilist habe ich die Einführungskapitel auch mit Freude gelesen. Tilo Linz bringt es auf den Punkt und erklärt sehr gut und verständlich die agilen Prozesse und vor allem die andere Herangehensweise. Die Testspezifischen Kapitel liefern wertvolle Hinweise für die Praxis, die sowohl die technische Umsetzung, aber auch für organisatorischen und gruppendynamischen Aspekte beinhalten. Die typischen Vorbehalte eines gestandenen, klassischen Testers werden addressiert. Es werden die typischen Fallstricke der Umstellung auf agiles Testen sehr praxisnah beschrieben, die ich aus meiner Erfahrung nur zu gut kenne. Die Fallbeispiele zeigen sehr schöne, das es nicht nur eine Lösung gibt. Einziger Wermutstropfen beim Lesen waren für mich das Kapitel zu Qualitätsmanagement und die ab und zu eingestreute Eigenwerbung (imbus).
ZUsammenfassend würde ich sagen, das dieses Buch das Zeug hat ein Klassiker zumindest in der hiesigen Testerszene zu werden. Ich hoffe, es wird viel gelesen und wir müssen in ein paar Jahren die immer gleichen Diskussionen nicht mehr führen :-)
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Erster Brückenpfeiler für Wasserfaller, die weitere Schritte selber machen, 19. März 2013
Von 
M. Gärtner (Lage, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Testen in Scrum-Projekten: Leitfaden für Softwarequalität in der agilen Welt (Broschiert)
Testen in Scrum-Projekten, wie funktioniert das überhaupt? Dieses Buch versucht, genügend Antworten auf diese Frage zu geben - und das aus unterschiedlichen Blickwinkeln: aus der Sichtweise des Testers, des Testmanagers und des Qualitätsmanagers. Das Buch setzt einen wichtigen Meilenstein dabei, den Tester im klassischen Denken abzuholen, und viele der agilen Ideen näher zu bringen. Der klassische Brückenpfeiler ist gut gelungen, ob die agile Seite so gut getroffen ist, finde ich allerdings eher fraglich.

Zum Inhalt:
Das Buch zerfällt in acht Kapitel. Im ersten Kapitel erhält der Leser eine Einleitung in den Inhalt, die Beispiele, und was sonst noch so wichtig sein kann. In Kapitel 2 gibt es neben der Einführung von Scrum und Kanban zudem einen Vergleich zum klassischen Vorgehensmodell. Hier wird der Leser, der aus einer klassischen Orientierung kommen dürfte, in den Denkstrukturen abgeholt, die er gewohnt ist. Dieser Trend zieht sich darüber hinaus durch das gesamte Buch. Kapitel 3 handelt von der Planung in Scrum-Projekten. Neben der Testplanung wird auch deutlich, wie der ProductOwner arbeitet. Das Ganze ist auch hier begleitet durch einen Vergleich zum klassischen Vorgehen. Kapitel 4 gibt eine Einführung in Unittesten und testgetriebene Entwicklung - und ja, hier darf der Leser auch mit Code konfrontiert werden. Neben einer einfachen Einführung in xUnit, werden hier auch Mocks und Stubs behandelt. Kapitel 5 beschreibt Integrationstests und Continuous Integration. Hier wird deutlich, warum Unittests alleine dann leider doch nicht ausreichen, und wie ein Team in 2-4 Wochen Sprints trotzdem integrierte Software liefern kann. Das Konzept wird mit den Systemtests in Kapitel 6 noch weiter ausgebaut. Zu guter Letzt darf eine Diskussion zu Qualitätsmanagement und Zertifizierungen wie ISO9000 und Audits bei der agilen Vorgehensweise in Kapitel 7 natürlich nicht fehlen. In Kapitel 8 finden sich dann abschließend insgesamt fünf Fallstudien von unterschiedlichen Firmen in unterschiedlichen Branchen auf ihrem jeweiligen Weg zur agilen Vorgehensweise.

Das Buch verwendet ein durchgehendes Beispiel. Derartige Beispiele bergen ein Dilemma: Sind sie zu einfach, wertet die Kritikerwelt das Beispiel als zu simplistisch ab; ist es zu kompliziert, dann wird das Buch schnell unverständlich. In meinen Augen ist diese Abwägung in diesem Werk gut gelungen. Das Beispiel ist herausfordernd, aber dennoch einfach genug, dass der Leser der Theorie mit Hilfe der Beispiele folgen kann.

Das Buch versucht die Brücke zu schlagen zwischen klassischen Testansätzen mit unterschiedlichen Teststtufen im V-Modell, Testmanagern und mehrseitigen Testplänen auf der einen Seite, und der "neuen" Welt in einer agilen Vorgehensweise auf der anderen Seite. Mit dem Aufstieg agiler Entwicklungsmethoden, so scheint es mir, kann sich die Testerwelt nicht länger hinter ihren Templates und Testfällen verstecken. Für diese Zielgruppe bietet das Buch die Basics, um agiler zu werden. Neben einem Kurzabriss verschiedener Vorgehensmodelle liefert der Autor eine Orientierung, was man als Tester in einem agilem Projekt tun kann und sollte: Agile Testplanung, Session-basiertes Testmanagement, Unittesting mit Mocks und Stubs, Continuous Integration und automatisierte Systemtests in der Testpyramide finden alle Erwähnung.

Darüber hinaus bietet das Buch Einblicke in insgesamt fünf Fallstudien. Hier erfährt der Leser, was unterschiedliche Firmen in unterschiedlichen Kontexten ausprobiert haben. Hier kann sich der Leser ein paar Dinge abgucken, aber auch erfahren, warum sich das mit der kontinuierlichen Verbesserung auch schwierig anfühlen kann. Es gibt halt leider kein freies Mittagessen.

Kritikpunkte:
In der klassischen Literatur zum Softwaretesten bin ich in der Vergangenheit über einige Werke gestolpert, die ich schwer zu lesen empfand. In Auszügen war das leider auch bei diesem Buch so. In den Diskussionen rund um Testerklassen und zustandsbezogene Testfallermittlungen fühlte ich mich verloren. Ich bin mir sicher, dass es Leute gibt, die einen besseren Zugang zu diesen Diskussionen haben, ich gehöre leider nicht dazu.

Ein weiterer persönlicher Kritikpunkt geht in die Richtung der genannten Quellen und verwendeten Begriffe. Beispielsweise werden in Kapitel 3 zur Planung in agilen Projekten Story-Maps vorgestellt. Ich als Leser bekam den Eindruck, dass Stories zu Sprints vorab zugeordnet werden, und so eine Releaseplanung erfolgen kann. Nach meinem Verständnis steckt hinter den Story Maps von Jeff Patton aber vor allem eine Domänenanalyse des eigentlichen Businessproblems, aus dem dann am Ende eine Releaseplanung für den ProductOwner herausfallen kann - allerdings ist diese Releaseplanung eher ein Seiteneffekt von erfolgreicher Anwendung der Story Map Methode.

Darüber hinaus hat mich persönlich gestört, dass zwar zwar Session-basiertes Testmanagement erwähnt wird, doch habe ich hier die Referenz auf die Artikel der beiden Bach-Brüder vermisst. Genauso werden die agilen Testquadranten im Zusammenhang mit nicht-funktionalen Tests erwähnt, die Erklärung in einer Fussnote fällt aber leider zu dünn aus, als dass ein Leser, der den Einstieg in agiles Testen sucht, das Konzept dahinter verstehen kann.

Zu guter Letzt fiel mir beim Lesen immer wieder auf, dass ich einzelnen Punkten zu Scrum und zur Umsetzung nicht zustimme. Mein Problem mit dem Testmanager und dem Scrum of Testers ist hier weniger, der Gedanke, den ich dahinter vermute, sondern dass ein Leser, der gerade aus klassischen Vorgehensmodellen geprägt erste Gehversuche in der agilen Welt machen möchte, ein falsches Bild von Scrum und der Zielsetzung hinter einer Scrumeinführung bekommen kann. Vielleicht ist es nur ein Namensgebungsproblem (Testmanager = Test Evangelist; Scrum of Tester = Testing Community of Practice), dennoch halte ich die Verwirrung für einen unbedarften Leser für zu gefährlich. Für den Hintergrund zu Scrum und agile Vorgehensmodelle würde ich deswegen mindestens eines der referenzierten Bücher empfehlen.

Alles in allem hat mich persönlich die Lektüre dieses Buches dem Verständnis eines klassischen Testers etwas näher gebracht. Dazu gehören Sachen rund um das Qualitätsmanagement und regulierte Umfelder. Sämtliche Bedenken, die ich wegen der missverständlichen Begriffe und der fehlenden Literaturhinsweise habe, führen mich aber zu einer eher schlechten Bewertung des Gesamtwerks, wenn ich die Zielgruppe von Testern, die jetzt ihren Weg mit Scrum beschreiten wollen, im Blick habe.
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