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Victor Sjöström ist 1921 mit der Verfilmung dieser Novelle der ersten weiblichen Literatur-Nobelpreis-Trägerin, Selma Lagerlöf, sicherlich ein Meilenstein des Kinos geglückt. Dank "absolut Medien" kann man nun diese restaurierte Verfassung, die Mitte der 90er Jahre von ZDF und arte "wiederbelebt" worden ist, in einer m.E. überaus guten und ansehnlichen Version genießen. Die (größtenteils) viragierten Bilder sind für einen Film, der zum Zeitpunkt der Überarbeitung 1995 bereits 74 Jahre auf dem Buckel hatte, äußerst gut zu erkennen (Format? Klar: 4:3). Die Tonspur ist ebenfalls top und bietet eine stimmungsvolle, atmosphärisch dichte Untermalung der Geschichte. Die Kamera (Julius Jaenzon!) filmt statisch; Sjöström arbeitet mit Blenden und Doppelbelichtungen, welche nicht nur dem Kinobesucher des Jahres 1921 die geisterhafte Atmosphäre glaubhaft vermitteln. Über die Geschichte selbst haben bereits andere Rezensenten geschrieben, weswegen ich mich hier mehr auf die DVD selbst (-> es ist wirklich nur eine DVD enthalten, selbst wenn Amazon zwei DVD's angibt) und die Aufmachung beziehe (-> 's gibt auch noch ein 12-seitiges, informatives Booklet dazu!). Im Vergleich zur literarischen Vorlage, an die sich der Regisseur sehr eng hält, hat Sjöström die Handlung um die Geschichte von Holm's Bruder gekürzt, als dieser sich nach einem Gefängnis-Ausbruch bei einer Familie versteckt und sich danach, gerade wegen des kranken Knaben in der Familie, geläutert wieder in's Gefängnis begibt. In Lagerlöfs Novelle ist das ein entscheidendes Kapitel, welches David Holms Reue im Umgang mit seinen eigenen Kindern heraus arbeitet. Das ist im Film zwar nun nicht vorhanden (vermutlich musste Sjöström auch an die Filmlaufzeit denken -> 89 Minuten), schmälert aber in keinster Weise die cineastische Bedeutung dieses Films. An den Schauspielern möchte ich exemplarisch Astrid Holm als Schwester Edit herausheben, die sich in ihrer Performance mit z.B. einer Lillian Gish locker messen kann. Ansonsten gibt's noch ein gut halbstündiges Fragment des Filmes "Der Todeskuss" (1916) zu entdecken, was sich ebenfalls lohnt. (Warum "nur" 4 Sterne? Weil mir insgesamt die Gish-Filme aus der damaligen Zeit noch eine Nuance besser gefallen (z.B The Wind und The Scarlet Letter, bei denen ebenfalls Sjöström Regie führte), aber das ist eine persönliche Meinung...)
Fazit: Für Liebhaber des Kinos, insbesondere des Stummfilms: Klare Kaufempfehlung.
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ENDLICH!
Nach und nach schließen sich die Lücken (auch im deutschsprachigen Raum) in Bezug auf Jahrhundertfilme.
Ohne Zweifel ist "Der Fuhrmann des Todes" einer dieser Jahrhundertfilme. Victor Sjöström, der hierbei gleichermaßen Regie geführt sowie die Hauptrolle bekleidet hat, sollte 36 Jahre später - als alter Herr - in einem weiteren Jahrhundertklassiker mitspielen: Und zwar in keinem geringeren als Bergmans Meisterwerk "Wilde Erdbeeren", wo er einen eigensinnigen aber am Ende (natürlich) geläuterten Mann spielt, der sich im Herbst seines Lebens noch mit dem Schicksal (und dem Leben an sich) aussöhnt.
Bergman mag sich "Der Fuhrmann des Todes" wohl genau zu Gemüte geführt haben, ehe er an Herrn Sjöström herangetreten ist, um ihm die Hauptrolle in seinem Film anzubieten. Es finden sich nämlich unverkennbare Parallelen in den beiden Streifen. Sjöström (eben gute 35 Jahre jünger) spielt den verbitterten Trinker David Holm, der - ausgerechnet in der Sylvesternacht - bei Handgreiflichkeiten tödlich verletzt wird. Holm weiß, was es bedeutet, der letzte Tote des alten Jahres zu sein - für ein Jahr lang muss er den Dienst als Fuhrmann des Todes übernehmen. Doch bevor es soweit ist, holt ihn der noch im Dienst stehende Fuhrmann ab (übrigens ein alter Freund von Holm), der ihm ins Gewissen redet - an dieser Stelle bekommen wir wichtige Passagen aus Holms Leben zu sehen -, um ihn zu läutern. So widerwillig und verständnislos Holm zunächst ist, so verzweifelt und hingebungsvoll betet er am Ende zu Gott, als er sieht welches Unheil für seine Mitmenschen er mit seiner gedankenlosen, rachsüchtigen Lebensweise (bis in die Zeit nach seinem Tod) gestiftet hat.
Natürlich geht am Ende alles gut aus. Holm erwacht am vermeintlichen Todesort und nimmt von nun an sein Leben entschlossener als je zuvor in die Hand. Letztlich war alles (vermutlich) nur ein Traum...

Wer Klassiker wie "Ist das Leben nicht schön?" (1947) oder eben "Wilde Erdbeeren" oder auch die "Weihnachtsgeschichte" (die ja schon zigmal verfilmt wurde) gesehen hat, wird erkennen, dass es bei "Der Fuhrmann des Todes" im Prinzip aufs selbe hinausläuft. Jedoch ist dieser Streifen aus filmischer Sicht natürlich bahnbrechend! Auch die direkte Verbindung zum Tod, der mit den Worten "Lass meine Seele vor der Ernte reifen!" eine Sylvesterbotschaft an David Holm weitergibt, die als Metapher für die Endstation beim Sensenmann seinesgleichen sucht, ist sozusagen eine schmackhafte Zutat, die dem Hauptgericht (also dem Gesamtkonzept "Der Fuhrmann des Todes") eine köstliche Würze verleiht!!

Natürlich handelt es sich bei diesem Streifen um einen Stummfilm (was bei einem 21er-Jahrgang aber logisch ist).

Übrigens: Meine Rezension bezieht sich ausschließlich auf "Der Fuhrmann des Todes" und nicht auf "Der Todeskuss", da ich den erstgenannten Film kürzlich auf arte gesehen habe...
Werde mir die DVD aber mit 100%iger Wahrscheinlichkeit auch zulegen!!

Ein Must-Have für jeden Filmkenner!
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am 20. Juli 2014
Im Jahre 1921 erreichte das schwedische Kino seine Blütezeit mit: Victor Sjöströms DER FUHRMANN DES TODES.

Edit, eine schwester der Heilsarmee, liegt im sterben. David Holm solle zu ihr kommen, ist ihr letzter Wunsch. David Holm aber ist ein regelrechter Lump und so macht er sich, als er von dem nahenden Tode Ediths erfährt bloß über sie lustig, während er an diesem Silvesterabend lieber mit seinen Freunden trinkt und sich amüsiert. Ein Jahr lang hat Edith versucht David auf den „richtigen“ Weg zu bringen. Sie wurde von ihm jedes Mal zurückgewiesen, verspottet und missachtet. Edith aber gab nie auf, sie war felsenfest davon überzeugt, aus ihm einen anständigen Mann zu machen. Davids Kumpane sind entsetzt von dieser Grausamkeit und es kommt zum Handgemenge. Dieses überlebt der Trunkenbold, welcher an Tuberkulose leidet, nicht. Aus dem Nichts erscheint der Fuhrmann des Todes, welcher die Toten einsammelt. Dieser Fuhrmann ist Georg, ein verstorbener Freund Davids. Dieser führt nun David in das neue Amt als Fuhrmann ein. Unerbitterlich muss sich David seiner Vergangenheit, seiner Frau und seinen zwei Kindern und schlussendlich auch Edith stellen…

Ganz anderes als Victor Sjöströms deutsche Regiekollegen, die ihre Botschaften in düster-expressionistische Bildern verpackten, entwickelte er einen realistisch-direkten Blick auf die Welt, die ihn umgab. Im Falle von DER FUHRMANN DES TODES war diese die zeitgenössische Arbeiterwelt des Jahres 1920. Dem Film liegt die gleichnamige Geschichte von Selma Lagerlöf zu Grunde. Lagerlöf (übrigens die erste Frau, die einen Nobelpreis für Literatur erhielt!) hatte die Aufgabe, die Menschen über Tuberkulose aufzuklären und tat dies mit diesem Buch im Auftrag der “Schwedischen Vereinigung zur Bekämpfung der Tuberkulose“. Das tat sie und zeigte in diesem herausragenden Werk gleichzeitig noch die Missstände des Schwedens ihrer Zeit auf. Mit dem Titelgebenden Fuhrmann mischte sie noch etwas Jenseitsromantik dazu. Es ist diese Mischung, die ihr Buch, damals wie heute, so grandios funktionieren lässt.

Was Victor Sjöström aus der Geschichte gemacht hat, ist schlicht kongenial: Der Film lebt von seinem realistischen Stil, welcher durch den Fuhrmann immer wieder gebrochen wird. Die Lichtsetzung ist derartig ausgefeilt, das die Bilder eine wahnsinnige Tiefe und Plastizität haben. Eingefangen wurden diese von dem begnadeten Kameramann Julius Jaenzon.

Das Erzählen der Geschichte an sich ist für die damalige Zeit ungeheuer spannend: Es beginnt mit der im Sterben liegenden Schwester Edit, die nach einem David Holm fragt. Der Zuschauer weiß noch nicht wer dieser David Holm ist. Die um das Totenbett versammelten Personen reagieren geschockt „Man kann einen wie den David Holm doch nicht zu einer sterbenden schicken!“ So formt sich Stück für Stück, perfekt mit unvermittelten Rückblenden versetzt, ein Bild der einzelnen Personen und der Geschichte, die in ihrer Erzählung durch solche Griffe ziemlich modern wirkt. Im Kontrast zu den deutschen Beiträgen der Stummfilm-Ära zieht es Sjöström außerdem vor, richtige natürliche Figuren zu schaffen. Im Gegensatz zum „Deutschen Expressionismus“, mit seinen stets am Rande des Wahnsinns balancierenden, überspitzen Charakteren.

Der Fuhrmann selbst ist gespenstisch und fast transparent ins Bild gerückt…Er wird als Mann portraitiert, der gezwungen ist, den Menschen beim Leiden, ermordet werden und Selbstmord begehen zugucken zu müssen ohne Eingreifen zu können. Etwa in einer Szene, in welcher eine Frau ihre Kinder und danach sich selbst mit Gift richten wird…er steht geisterhaft im Raum und kann nur abwarten und zusehen.
Diese mag besonders Ingmar Bergmann beeindruckt haben, der später den Tod, ganz ähnlich, in DAS SIEBENTE SIEGEL zeigte. Außerdem sagte der schwedische Meisterregisseur immer selbst, dass DER FUHRMANN DES TODES sein absoluter Lieblingsfilm gewesen sei. Auch Kultregisseur Stanley Kubrick entnahm die legendäre „Axt gegen Tür-Szene“ aus seinem SHINING nahezu 1:1!

Die Bildqualität der DVD ist gut, enthält aber einige Verunreinigungen. Dennoch sollte man froh sein, dass dieser Film „überlebt“ hat, denn die meisten von Victor Sjöströms Werken sind bei einer Explosion im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen…
Als Extra gibt es das einzig übrig gebliebene Fragment aus Sjöströms Film DER TODESKUSS aus dem Jahre 1916…
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am 17. Dezember 2013
Kein Wunder, dass Ingmar Bergmann diesen Film jedes Jahr einmal geschaut hat, seit er ihn das erste Mal mit 15 sah.

Wer mit Stummfilmen unrealistisches Schauspiel und einfache Dramaturgie verbindet, kann hier überrascht werden mit einem Meisterwerk. Wundervolle Musikvertonung, sehr starke Geschichte nach einer Novelle von Selma Lagerlöf. Filmkritiker wählten den Film zum besten schwedischen Film aller Zeiten. Nachvollziehbar. Unbedingt anschauen!
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am 23. März 2013
Sjoström
Hier ist die authentische Version von Victor Sjoström absolute Spitze. Der Mann war ein ganz grosser Regisseur. Leider verkannt.
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