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TOP 1000 REZENSENTam 17. September 2011
Ein vierjähriger Junge, der, von der Bilderflut überwältigt, mit seiner Mutter im Kino sitzt, um einen wahrhaft wuchtigen Western zu schauen, der von der katholischen Kirche als "Lust in the Dust" verunglimpft wurde und der eine Handvoll Regisseure verschlissen hat - mit dieser Erinnerung lädt uns Martin Scorsese ein, ihm bei seiner beinahe vierstündigen "Reise durch den amerikanischen Film" (1995) zu folgen. Scorsese läßt keinen Zweifel daran: Hier geht es nicht um eine systematische, universitären Ansprüchen genügende Analyse des amerikanischen Kinos, sondern um einen zutiefst persönlichen Bildessay, der es vor allem zum Ziel hat, jüngeren Generationen einen Zugang zu Filmen und Regisseuren zu ermöglichen, die im Laufe der Zeit zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Den großen Namen der Zunft - wie Hitchcock, Wyler, Ford, Peckinpah oder Chaplin - wird man auf dieser Reise denn auch gar nicht, oder nur ganz kurz, begegnen. Statt dessen konzentriert sich Scorsese in erster Linie auf Regisseure, die nie den verdienten Bekanntheitsgrad erreicht oder ihn mittlerweile verloren haben - beispielsweise Anthony Mann, Budd Boetticher, Samuel Fuller, William A. Wellman oder Jacques Tourneur und viele andere. Auch führt uns unser Reiseleiter mit Vorliebe in die Gefilde der sogenannten B-Movies, deren geringeres Produktionsbudget den Regisseuren auch ein größeres Maß an künstlerischer Freiheit brachte.

Die Reise ist in drei Kapitel untergliedert, und Scorsese beginnt mit einem Blick auf das Spannungsfeld, das sich zwischen dem Regisseur auf der einen und dem Produzenten bzw. den Studios auf der anderen Seite auftut. Zwar gab es streitbare Regisseure wie King Vidor oder, vor allem, Erich von Stroheim und Josef von Sternberg, die - ganz im Sinne der später aufkommenden Auteur-Theorie - einen Film vor allem als ein persönliches Kunstwerk des Regisseurs verstanden, doch nur in den seltensten Fällen konnten sie ihren Freiheitsanspruch auch verwirklichen. Das persönliche Drama Orson Welles' beispielsweise war es, daß er nach seinem Meisterwerk "Citizen Kane" (1941) niemals wieder mit einem so vollkommenen Grad an Handlungsfreiheit arbeiten konnte. Scorsese führt weiterhin aus, daß das amerikanische Kino vor allem ein Erzählkino ist, was unter Umständen dazu beitragen kann, daß einzelne Kritiker versnobt die Nase rümpfen und sich lieber avantgardistischen Kunstfilmen zuneigen. Im ersten Kapitel stellt Scorsese weiterhin drei bedeutende Filmgenres vor: Zunächst gibt er einen kurzen Einblick in den Western, wobei er vor allem Manns Düsternis - seltsamerweise nicht anhand seines Meisterwerks "Man of the West" (1958) - sowie die ganz auf das psychologische Duell zwischen Helden und Antihelden zugeschnittenen Western Boettichers behandelt. Anhand dreier Western John Fords wird zudem gezeigt, wie dieses Genre im Laufe der Zeit erwachsen wurde und den Amerikanischen Traum grimmig in Frage stellte. An zweiter Stelle widmet sich Scorsese dem Gangsterfilm, wo er unter anderem den Untergang des amerikanischen Jack-of-all-Trades-Individualisten - etwa in "The Public Enemy" (1931) oder in "Scarface" (1932) - widergespiegelt sieht. Der erste Teil schließt endlich mit einer Behandlung des Musicals ab, in das sich ebenfalls mehr und mehr systemkritische Untertöne einschlichen.

Im zweiten Teil zeigt Scorsese, wie technische Neuerungen (Ton, Farbe, Cinemascope) die Arbeit eines Regisseurs beeinflussen, was in erster Linie für das amerikanische Kino bezeichnend ist, das besonders wenig Berührungsängste vor neuen technischen Möglichkeiten zu verspüren scheint. Scorsese zeigt, daß vor allem D.W. Griffith als Pionier des Filmes betrachtet werden kann, war er es doch, der die Grammatik des Medium Films - unter anderem mit der damals vom Produzenten skeptisch beäugten Parallelmontage, von der man befürchtete, sie würde die Zuschauer nur verwirren - bis heute entscheidend geprägt hat. In dem der DVD beiliegenden Booklet, das ein längeres Interview mit Scorsese wiedergibt, merkt dieser übrigens an, daß er erst vor einigen Jahren den Stummfilm zu schätzen gelernt habe. In diesem Teil stellt unser Gastgeber auch seine Klassifizierung vor, nach der Regisseure in Illusionisten, Schmuggler und Bilderstürmer eingeteilt werden können. Während die Illusionisten sich meisterhaft der neuen technischen Möglichkeiten bedienten, gehe es den Schmugglern vor allem darum, subversiv Kritik an herrschenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Vorstellungen und Gegebenheiten zu üben. Als Freund der B-Western vor allem der 50er Jahre habe ich hier vieles von dem, was Scorsese erzählt, wiedererkannt. Zum Abschluß des zweiten Teiles widmet sich Scorsese dem Film noir, der auch eine Möglichkeit war, Kritik am Massengeschmack vorbeizuschmuggeln.

Im dritten Teil seiner Reise liefert Scorsese weitere Beispiele für die Schmuggler - unter anderem Wellmans "Wild Boys of the Road" (1933) oder Fullers "Shock Corridor" (1963). Daneben stellt er aber auch die Bilderstürmer - etwa Stanley Kubrick oder Orson Welles - vor, die sich nicht mit subtiler Kritik begnügten, sondern herrschende Moralvorstellungen und politische Gegebenheiten direkt angriffen. Dabei zeichnet er nach, wie sich ein immer größerer Realismus im Kino zeigte, etwa bei John Cassavetes, der ein ebenso menschliches Kino machte wie schon John Ford. Auch der Bruch der letzten Tabus, beispielsweise im Hinblick auf die Darstellung von Gewalt, wird von Scorsese thematisiert. So führt Arthur Penn etwa aus, daß der Production Code es seinerzeit verlangte, zwischen dem Abfeuern eines Schusses und dem Umfallen eines vom Projektil getroffenen Menschen einen Schnitt zu setzen, so als wolle man den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung entschärfen. Dieser Anordnung widersetzte sich Penn allerdings erfolgreich in seinem Film "Bonnie & Clyde" aus dem Jahre 1967, der obendrein noch zeigte, wie das berüchtigte Gangsterpärchen im Kugelhagel starb.

Alles in allem ist Scorseses "Reise durch den amerikanischen Film" wegen ihrer persönlichen Note ein sehr unterhaltsames und erhellendes Unterfangen. Scorsese konzentriert sich vor allem auf die Intentionen eines Regisseurs und weniger auf die filmischen Mittel, die er einsetzt, um diese zu erreichen. Detaillierte Szenenanalysen wird man also nicht erwarten dürfen, auch wenn an einigen Stellen freilich auf die Darstellungsmittel eingegangen wird.

Es sollte ferner klar sein, daß eine so ehrgeizige Unternehmung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann und daß es leicht ist, auf Filme zu verweisen, die eventuell noch hätten vorgestellt werden können. So wunderte ich mich, daß im Zusammenhang mit dem künstlerischen Größenwahn von Stroheims - als Cimino-Fan meine ich dies nicht einmal negativ - keine Szenen aus dem Klassiker "Greed" (1924) gezeigt werden, der sich exzellent geeignet hätte, Stroheims Verschränkung von Realismus - so wollte er "Greed" unter keinen Umständen vollständig im Studio drehen - und seiner geradezu aufdringlichen Metaphorik zu veranschaulichen. In der Riege der Bilderstürmer vermißte ich außerdem Peckinpah schmerzlich, auch wenn mich Scorseses Hinweis darauf, daß diesem Regisseur bereits Unmengen an Sekundärliteratur gewidmet worden seien, natürlich überzeugt.

Wie so oft, wenn ich von einer Reise heimkomme, schlug mir auch nach dieser Reise meine Heimkehr als etwas Trauriges aufs Gemüt. Der Vorteil in diesem Falle war allerdings, daß ich keine Koffer auszupacken hatte, sondern daß ich im Gegenteil das, was ich mir auf dieser Reise zu eigen gemacht hatte, weiterhin mit mir herumtragen darf. Es bleibt nur zu hoffen, daß Scorseses Wunsch, bei seinem Publikum mit dieser vorzüglichen Dokumentation Neugier auf "die alten Filme" geweckt zu haben, sich erfüllen möge, auch wenn die Sehgewohnheiten sich zwischenzeitlich doch sehr geändert und sich vielerorts in puncto Filmgeschmack eine schwer zu überwindende Dekadenz breitgemacht haben dürfte.
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am 21. Januar 2012
Diese DVD ist ein Teil der Veröffentlichung:Weltgeschichte des Films. In fast 4 Stunden (225 Min.) erzählt uns Martin Scorsese seine Sicht der Dinge zum Amerikanischen Film.Dies tut er in drei Teilen.Und dies meist auch spannend. Manchmal(mir zumindest) wird es aber etwas zu Fachlich. Meistens aber merkt man, wie sehr er das Kino liebt und erfährt so manches aus längst vergangenen Zeiten, als Stars noch echte Stars waren und B-Picture noch kein Schimpfwort.Ausserdem haben ich mich manchmal gewundert,was einem ein Film alles sagen sollte.MIR jedenfalls ist vieles, beim ansehen dieser Filme, NICHT bewusst geworden,so das ich mich doch öfters fragte, ob sich die Filmschaffenden nicht etwas zu wichtig nehmen und nahmen?!Es kommen auch Gastkommentatoren wie z.B. Gregory Peck und Clint Eastwood zum Einsatz.
Für Freunde von Kinogeschichte und solche die gerne etwas aus berufenem Mund dazu erfahren möchten empfehlenswert!°
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TOP 1000 REZENSENTam 24. August 2015
Martin Scorseses dreiteilige »Persönliche Reise durch den amerikanischen Film« wurde zum hundertsten Geburtstag des Films im Jahre 1995 produziert. Dass Scorseses Film trotz seines Alters nicht wirklich veraltet ist, hat damit zu tun, dass es sich um eine ›persönliche‹ Reise handelt. Die Reise stoppt nämlich am Ende des dritten Teils bei den Entwicklungen Mitte der 1960er Jahre, das heißt in dem Moment, als Scorsese und seine Generationsgenossen des ›New Hollywood‹ selbst die Bühne betreten. Und in eigener Sache zu urteilen wäre für Scorsese allzu persönlich. Das heißt aber auch: Bis in die Gegenwart reichte Scorseses kleine Filmgeschichte sowieso nie.

Scorsese beginnt mit seinen ersten Kinoerinnerungen, die in die späten 1940er Jahre fallen. Den Hauptanteil bilden aber die Filme der 1950er Jahre. Die frühen persönlichen Erinnerungen sind der Ausgangspunkt und die Basis für eine systematischere Erkundung des US-amerikanischen Films. Diese findet anhand zweier Leitlinien statt. Zum einen zeigt Scorsese die Entwicklungen dreier typisch amerikanischer Filmgenres auf: Western, Gangsterfilm und Musical. Zum anderen konzentriert er sich auf die Rolle der Regisseure. Dabei unterscheidet er drei Typen: Illusionisten, Schmuggler und Bilderstürmer.

Im Zuge der Durchgänge durch die Genres und durch die unterschiedlichen Selbstverständnisse von Regisseuren greift Scorsese bisweilen bis weit in die Stummfilmzeit zurück. Auch vereinzelte Ausblicke auf aktuellere Filme – etwa Eastwoods »Unforgiven« – kommen vor. Entsprechendes Bildmaterial ist stets hervorragend ausgewählt.

Bei der Konzentration auf Regisseure wäre zu erwarten gewesen, dass Scorsese seinen historischen Rundgang auf typische ›Autorenfilmer‹ beschränkt. Doch das ist nicht der Fall. Cecil B. DeMille erhält viel Raum, aber Hitchcock ist mit gar keinem Filmbeispiel vertreten. Auch sonst ist die Auswahl sehr persönlich: Vincente Minnelli – Italo-Amerikaner wie Scorsese – wird verblüffend oft herangezogen, ebenso King Vidor und William Wellman. Lubitsch wird dagegen komplett ausgelassen.

Diese Auswahl hat manchen irritiert. Aber Scorseses Festhalten am Persönlichen hat, glaube ich, enorme Vorteile: Scorseses Anteilnahme und seine Begeisterung übertragen sich auf den Zuschauer, zumal Scorsese auch entsprechend packend erzählt. Die biografische Verankerung erzeugt eine ganz eigene Überzeugungskraft. Und zu Recht bemerkt Scorsese, dass es mittlerweile reichlich objektivere Filmgeschichten gebe und auch genügend Filmporträts jener berühmten Filmemacher (wie Hitchcock oder Lubitsch), die er nicht berücksichtige. Das gilt heute – dreißig Jahre später – umso mehr.

Nattürlich ersetzt Scorseses Filmgeschichte keine wissenschaftliche Abhandlung, aber wer einen ersten Überblick zur Geschichte des US-amerikanischen Films sucht, wird hier gut und vor allem auch unterhaltsam bedient. Scorseses Angaben sind im Großen und Ganzen verlässlich, nur an wenigen Stellen unterlaufen ihm kleine Fehler, – so stammte Erich von Stroheim nicht aus adliger Familie (obwohl er das gerne glauben machen wollte), und die Heimatstadt von Max Ophüls ist nicht Wien, sondern Saarbrücken.

Fazit: Auch beim wiederholten Sehen habe ich mich gut unterhalten. Manches von dem, was Scorsese ausgegraben hat, war für mich Anlass, nach diesen Filmen zu suchen. In anderen Fällen hat es mich dazu gebracht, klassische Stücke noch einmal und mit neuem Blick anzuschauen. Mehr kann man wohl nicht verlangen.

Die Filmausschnitte sind übrigens sämtlich im original mit Untertiteln, während Scorseses Kommentare (in der deutschen Version) deutsch eingesprochen sind. Ein, wie ich finde, akzeptables Verfahren.
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am 22. Mai 2003
Diese DVD ist eine herzhafter und interessante Reise durch Scorese's Favoriten. Ein aufschlussreicher Kurzlehrgang in Sachen Film geschichte.
Die DVD ist in einige nette Kapitel unterteilt, und mit 225 minuten schon ein etwas umfangreicheres Doku-Werk.
Absolut zu emfpehlen!!
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am 18. November 2015
Bin sehr zufrieden, sehr zufrieden, hat gut geklappt, was soll ich sonst noch sagen xxx xxx xxx xxx xxx xxx
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am 25. Januar 2014
Wer hofft, Einblicke in Scoreseses Ästhetik oder Filmtheorie zu finden, wird enttäuscht. Man sieht viele Schnipsel aus unbekannten Filmen, dazu gibts sehr knappe Kommentare, die meist nur den Inhalt skizzieren und eine simple Klassifikation der Regisseure in Illusionisten, Schmuggler und Bilderstürmer. Erklärt und zu einem Gesamtbild gefügt wird hier kaum etwas.
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