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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Haferbrei zur Einstimmung, 25. Februar 2007
Von 
Brigitte Hilgner (Vienna Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Essen und Trinken im Mittelalter (Gebundene Ausgabe)
Abgesehen von dem leicht irreführenden Titel - es geht im Buch vorwiegend um Nahrungsmittel und Getränke, nicht um den eigentlichen Verzehr - ein rundum gelungenes Buch. Ernst Schubert versteht es, fundiertes Wissen in köstlichen Häppchen zu servieren (um im Bild zu bleiben). Da der Autor es ausdrücklich betont, sei es auch hier erwähnt: das Buch bietet keine (pseudo-mittelalterlichen) Kochrezepte - allen, die einen halbwegs realistischen Eindruck von der mittelalterlichen Kochkunst gewinnen möchten, rät Prof. Schubert zu Haferbrei auf Wasserbasis.

Ganze Jahrhunderte sind vom generellen Mangel an Nahrungsmitteln geprägt, und auch der Adel konnte sich nur selten Feste leisten - die heutigen "Ritteressen" spiegeln ebenso wenig die Realität des Mittelalters wider wie Burg Neuschwanstein. Hunger war eine ständige Bedrohung, das Konservieren von Nahrungsmitteln eine Herausforderung, und das Essen überwiegend von Eintönigkeit geprägt. Wein und Bier waren lebensnotwendige Getränke, da Wasser vielerorts ungenießbar war - kein Wunder, gab es doch noch keine effektive Abwasserentsorgung. Frischfleisch war generell Mangelware, und so diente Hering aus der Ostsee in ganz Deutschland als Eiweißlieferant. Wir sollten unseren Vorfahren Hochachtung zollen, dass sie es mit aus unserer Sicht primitiven Mitteln geschafft haben, Jahrhunderte lang zu überleben und die Basis für unser heutiges Wohlergehen zu schaffen!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Absolut fundiert und detailreich, hier und da ein wenig trocken, 2. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Essen und Trinken im Mittelalter (Gebundene Ausgabe)
Vor ein paar Wochen wollte ich mich näher mit dem Thema "Ernährung im Mittelalter" beschäftigen, zu dem es bereits mehrere Darstellungen im Internet gibt. Nach einigem Stöbern bei Amazon entschied ich mich für für Fossiers vielgerühmte Darstellung des mittelalterlichen Lebens insgesamt (Das Leben im Mittelalter)und für Schuberts detaillierte Abhandlung über das Essen und Trinken dieser Epoche (Essen und Trinken im Mittelalter).

Als Einstieg ist Fossiers Werk, das nicht zuletzt durch seinen bemerkenswerten Preis und sein wunderschönes Design besticht, bestens geeignet. Höchst anschaulich und ungeheuer atmosphärisch beleuchtet der Autor den Alltag der "einfachen" Leute, vom Familienleben über das Wohnen und Arbeiten, Tiere und Pflanzen bis eben - genau - hin zum Essen und Trinken. En passant räumt er mit dem einen oder anderen Vorurteil auf, etwa was die Stellung der Frau oder die Rolle der Kirche angeht. Der Leser erfährt, wie karg der mittelalterliche Mittagstisch in der Regel gedeckt war, weshalb der regelmäßige Genuss von Wein nicht unbedingt ein Zeichen von allzu großer Freude am Rausch war, sondern eine Frage der Gesundheit angesichts des häufig unreinen Wassers und dass die Frage, welches Wild gegessen wurde, nicht unbedingt vom jeweiligen Stand abhing. Fossier schreibt locker und durchaus launig und macht das Mittelalter lebendig. Leider - und das ist mein einziger Kritikpunkt (wenn auch nicht gerade ein kleiner) - gilt das nur für den ersten Teil des Buches. Im zweiten Teil begibt er sich auf eine etwas spirituelle Ebene und verlässt dadurch gerade sein eigentliches Thema, nämlich den Alltag der "ganz normalen" Menschen.

Für denjenigen, der anschließend näher in das Thema "Essen und Trinken im Mittelalter" einsteigen will, ist Schuberts Werk praktisch ein Muss. Dort, wo Fossier zwangsläufig an der Oberfläche bleiben musste, geht Schubert ins Detail: Brot und Salz, Rind und Schaf, Hering und Stockfisch, Gemüse und Kräuter, Wein und Bier, Mahlzeiten und Tischsitten - nichts, wirklich nichts bleibt unbetrachtet. Das Werk will und soll zweifellos wissenschaftlichen Ansprüchen genügen (und tut dies auch); ich hätte mir manchmal Schuberts Akribie bei der Recherche gemixt mit Fossiers Lockerheit bei der Darstellung gewünscht, denn stellenweise ist Schuberts 400-Seiten-Buch schon ein wenig zähflüssig. Dennoch hat man nach seiner Lektüre ein umfassendes Bild, wie unsere Vorfahren im Mittelalter gegessen und getrunken haben. Schubert kann sich mehrfache Seitenhiebe gegen die heutigen "Essen wie im Mittelalter"-Anpreisungen von Restaurants und Stadtfesten nicht verkneifen, und nach der Lektüre seines Buches wird man ihm aus ganzem Herzen zustimmen. Auch optisch ist das Buch übrigens gelungen, das Cover stimmt auf das Thema bestens ein. Leider ist das Buch im wörtlichen Sinne recht schwer und deshalb als Nachtlektüre im Bett nicht ganz so gut geeignet :-).

Fazit: Zwei weitgehend gelungene Bücher, die sich einführend und vertiefend dem hochspannenden Thema "Essen im Mittelalter" widmen.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Informativ, umfassend und kompetent - Achtung, kein Kochbuch!, 20. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Essen und Trinken im Mittelalter (Gebundene Ausgabe)
Essen und Trinken als Triebfeder von Politik, Wirtschaft und Kultur eines ganzen Kontinents? Nach der Lektüre des Buchs lässt sich der Zusammenhang zwischen diesen Faktoren der Geschichte nicht von der Hand weisen. Knappe Ressourcen haben immer Entwicklungen, vor allem Produkttransfers, angestoßen, und das Mittelalter war in der Tat eine Epoche des Mangels.

Das Buch ist klar und logisch gegliedert und besteht aus übersichtlichen Kapiteln. Der Autor legt Fakten und Interpretationen knapp, doch ausreichend flüssig dar; seine gelegentlichen Entschuldigungen für möglicherweise langweilige Passagen wirken ein wenig wie “Koketterie“, weil der Text an keiner Stelle langatmig oder gar uninteressant ist, sofern sich der Leser für Mediävistik und Kulturgeschichte interessiert. Vor allem handelt es sich um das wohl umfassendste Buch zu diesem Thema, insbesondere bezüglich der Orientierung auch an der Ernährung und der Nahrungsmittelproduktion des “kleinen Mannes“, die sich gründlich von jener des Adels, des aufkommenden Bürgertums und des Klerus unterschied. Die sehr fundierte Ausführung der genannten, für die mittelalterliche Wirtschaft unerlässlichen Verflechtungen zwischen bäuerlicher oder handwerklicher Produktion und Grundbedarf, Handel, wirtschaftlichen Prozessen und Beeinflussung der Politik, bezogen auf die unterschiedlichsten Nahrungsmittel, liefert eine völlig neue Sicht der Geschichte. Der Autor verzichtet als guter Historiker weitestgehend auf Spekulation, was auch die 120 Seiten mit vielseitigen Anmerkungen und Quellen- beziehungsweise Literaturangaben beweisen.

Viele Abbildungen von mittelalterlichen Stichen, Zeichnungen, Bildern und Miniaturen zum jeweiligen Thema lockern den Text auf und vermitteln zugleich interessante Einblicke in Arbeitsleben, Tischkultur und sonstige Sitten.

Wer aufgrund des Titels ein mittelalterliches Kochbuch erwartet hat, wird natürlich bitter enttäuscht sein, doch der Autor hat zweifelsfrei Recht, wenn er derartige Experimente zumindest in authentischer Form nicht empfiehlt. Leser, die das Mittelalter und die beginnende Neuzeit aus einem recht ungewohnten Blickwinkel verstehen möchten, werden an diesem hochinteressanten und attraktiven Buch viel Freude haben.
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5.0 von 5 Sternen Geschenk, 19. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Essen und Trinken im Mittelalter (Gebundene Ausgabe)
Das Buch war der Wunsch meiner Schwester und sie hat sich sehr darüber gefreut und es gefällt ihr gut. Ich selber habe es nicht gelesen.
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Essen und Trinken im Mittelalter
Essen und Trinken im Mittelalter von Ernst Schubert (Gebundene Ausgabe - September 2006)
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