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54 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefe Einblicke in das Wesen der neuen sozialen Kälte
Warum ist es in Deutschland inzwischen üblich geworden, Hartz-IV-Empfänger nicht zu bedauern, sondern als faul, ungebildet und verroht zu beschimpfen? Die Autorin führt u.a. zwei Gründe an, über die man nachdenken sollte. Erstens: die meinungsbildenden Journalisten rekrutieren sich zunehmend aus dem großbürgerlichen Milieu, Arbeiter-...
Veröffentlicht am 1. April 2012 von Hans Rosfeld

versus
22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wichtige Kritik in polemischer Ausführung
Die Themen, die Hartmann in diesem Buch behandelt bedürfen der Öffentlichkeit unbedingt. Vor allem über Green- bzw. Socialwashing erfährt mensch im Mainstream-Diskurs nur wenig, was kein Zufall ist, da die entsprechenden Diskurse durch die betreffenden Konzerne mit viel Geld beeinflusst werden. Das Buch ließt sich zu Beginn, gerade auch aufgrund...
Veröffentlicht am 21. Juni 2012 von ReggaeGandalf


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54 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefe Einblicke in das Wesen der neuen sozialen Kälte, 1. April 2012
Warum ist es in Deutschland inzwischen üblich geworden, Hartz-IV-Empfänger nicht zu bedauern, sondern als faul, ungebildet und verroht zu beschimpfen? Die Autorin führt u.a. zwei Gründe an, über die man nachdenken sollte. Erstens: die meinungsbildenden Journalisten rekrutieren sich zunehmend aus dem großbürgerlichen Milieu, Arbeiter- oder Handwerkerkinder schaffen es immer seltener in die teuren Journalistenschulen. Zweitens: Auch die Politiker, die in den 70er Jahren noch eine sehr heterogene Schicht bildeten, stammen inzwischen fast ausnahmslos aus höheren Kreisen (die Adelstitel häufen sich nicht zufällig auf der Regierungsbank). Man bleibt neuerdings gern unter sich in Deutschland.
Dieser rasanten sozialen Spaltung spürt die Autorin auf zahlreichen Feldern nach, so etwa in der Stadtplanung und Gestaltung (Frankfurt, Berlin), in der Schulpolitik (der Protest gegen die Schulreform in Hamburg), in der Behandlung von jugendlichen Gewalttätern, in der Arbeitswelt (Zeitarbeit, Aufstocker) und im Konsum. Ein Ort, wo die zunehmende soziale Spaltung vielleicht gemildert wird, könnten die Tafeln sein, also jene Freiwilligen-Organisation, die Spenden der Supermärkte an Bedürftige verteilt. Aber die aufwühlende Reportage im ersten Kapitel dieses Buches zeichnet ein anderes Bild: Auch an den Tafeln stehen Arm und Reich sich stumm und gereizt gegenüber, und die Geber lassen die Nehmer ihre soziale Überlegenheit ziemlich ungeniert spüren.
Der Höhepunkt des Buches war für mich aber der letzte Teil, die Reportage über die Mikrokredite und das sogenannte soziale Unternehmertum. Wer hat nicht große Hoffnungen gehabt, als Muhammad Yunus für seine Idee der Mikrokredits für Mittellose den Nobelpreis erhielt? Kathrin Hartmann hat in Bangla Desch vor Ort mit den Beziehern solcher Kredite gesprochen, schildert deren Lebensumstände. Das Ergebnis ist eindeutig - und ziemlich überraschend. Auch über die beträchtliche Differenz zwischen der Selbstdarstellung des Danone-Konzernes hinsichtlich seiner Aktivitäten in diesem Land und den wirklichen Folgen erfährt man hier Einiges.
Im Epilog des Buches - das einfach ungewöhnlich gut, mit Herzblut, oft regelrecht suggestiv geschrieben ist - bricht die Autorin eine Lanze für die Occupy-Bewegung und freut sich über das europaweit starke Echo auf Stéphane Hessels Empört-Euch" -Aufruf. Hier wird einem wirklich klar, wie billig es ist, jedem Protest immer gleich das Wie-naiv" - und Bringt-doch-nichts" -Etikett anzukleben, statt einmal darauf zu vertrauen, dass in einem undogmatischen, aber beherzten Aufbruch die Chance liegt, gemeinsam Alternativen zur unerträglichen und krank machenden Konkurrenzgesellschaft zu entwerfen. Oder um es mit Dietmar Dath (Der Implex") zu sagen: Die bürgerliche Gesellschaft wurde ja auch nicht gleich im ersten Versuch serienreif hingestellt. Ein wenig Geduld und Phantasie müssen wir schon aufbringen, wenn wir etwas anderes als eine zweigeteilte Gesellschaft - hier die sogenannten Leistungsträger, dort die sogenannten bildungsfernen Schichten - schaffen wollen.
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66 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit und über, 12. März 2012
Von 
Oliver Nagel (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft (Broschiert)
Dieses Buch entwirft ein Bild von Armut, von dem man sich irgendwann fragt, warum man es nicht viel früher gesehen hat: Momentaufnahmen zunächst, sei es bei der Essensausgabe der "Tafeln" bei uns um die Ecke, sei es im bitterärmsten Bangladesh, verdichten sich in "Wir müssen leider draußen bleiben" zu einem Mosaik, das ziemlich schlüssig beschreibt, wie Armut funktioniert, welche Formen es gibt und warum es den einen nutzt, wenn die anderen nichts haben.

Dieses Buch erklärt, warum Menschen hier unter ihrer Armut leiden, auch wenn sie Handys haben und in tadelloser Kleidung um Essensreste anstehen, und warum die Wahrnehmung dieser alltäglichen Armut in Deutschland so verzerrt ist (weil sich nämlich nicht nur im Journalismus, sondern auch in der Politik längst kein repräsentativer Querschnitt der Bevölkerung mehr findet, sondern nur ganz bestimmte Teile der Gesellschaft). Es erklärt, warum wir so gerne an die Heilkraft von Mikrokrediten glauben möchten, diese aber trotzdem nicht funktionieren. Und es belegt mit einer erschlagenden Menge an Zahlen und Fakten seine Argumentation - gibt aber dennoch einen Ausblick und ein Quantum Mut: Weil es genauso mit Wut und Leidenschaft geschrieben ist wie mit funkelndem Witz und dem Glauben daran, dass Veränderung möglich ist.

Der große Unterschied zu vielen anderen Büchern über Armut und Ausschluss ist: Kathrin Hartmann redet nicht (nur) über die Armen, sondern mit ihnen. Mit der Ärztin, die trotz ihrer guten Ausbildung in Hartz-IV-Verhältnissen feststeckt. Mit den "Konsumenten" im Sozialkaufhaus. Mit den Mikrokreditnehmerinnen in Bangladesh. Und mit den Vertretern der Wirtschaft, die über "die da unten" gut bescheid zu wissen glauben, und der Elterninitiative, die nicht möchte, dass ihre Elitekinder und das sozial schwache Gesindel auf die gleiche Schule gehen.

Ein gutes und ein wichtiges Buch.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kathrin Hartmann, 13. Juli 2012
Von 
Georg Frhr von Wintzingerode (Stolberg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft (Broschiert)
... ist eine sehr kluge Autorin. Meine Hochachtung !
Ich kannte sie leider noch nicht, bis ich sie beim Zappen in Wieland Backes SWR-"NachtCafe" drei sehr kluge Sätze habe sagen hören. Ich habe sofort Ihre Bücher bestellt und das sofort lieferbare "verschlungen".
Meine schlimme Vorahnung wurde leider bestätigt: All diese Charity-Maßnahmen, die Suppenküchen, die Sozial-Kaufkäuser und auch die Mikrokredite sind leider nur "gut gemeint" - also genau das Gegenteil von gut. Das was sie vorgeben ändern zu wollen ändern sie nicht. Eher helfen sie sogar die unhaltbaren Zustände der weltweiten Diskrepanz zwischen Arm und Reich zu festigen.
Das Buch sollte Pflichtlektüre für sämtliche Mitarbeiter der Sozial-"Industrie" sein, die in Deutschland einer der größten, wenn nicht sogar der größte Arbeitgeber ist.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine soziologische Reportage des menschlichen Draussen, 18. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft (Broschiert)
Die Skanidinavistin und Philosophin Kathrin Hartmann befasst sich mit denen ,die Anomiedruck
ausleben. Es wird beschrieben , wie Exkludierte und Prekäre leben.Dahinter steckt, dass dieser Staat den sozialen Status meist von der individuellen Leistung abhängig macht oder dem , was Institutionen als solche anerkennen oder eben nicht.
Es ist eine Fehlkalkulation sozialpolitischer Mittel ,verstärkt durch die Schuldenbremse.Auch die Anwerbung neuer Fachkräfte aus dem Ausland hilft , die Sozialstandards niedrig zu halten und Prekäre wirklich prekär lebend zu belassen.Diese Aspekte fehlen allerdings im Buch. Auch bietet Hartmanns Reportage eben keinen Lösungsweg aus der Krise an.Muss sie aber auch nicht.
Begrüssenswert ist, dass Hartmann einen Blick auf die Reichen riskiert. Sie leben im Millieu der Supergentrifizierung und einer Elitisierung des Lebens, der auch die Politik betrifft,weitgehend am Standardleben vorbei.Und weitestmöglich entfernt vom sub- standard.
Überzeugend ist Hartmanns Schlussbemerkung: "Die Unterscheidung von höher und minderwertigen Menschen führt nur zu Frustration und schliesslich Aggression. (Auch bei der Elite?-)Ausgrenzung zerstört nicht nur das Individuum ,sondern die ganze Gesellschaft(vgl.S.380)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reich durch Armut., 23. April 2012
Von 
Happyx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man muss nur aufmerksam in der Nachbarschaft beobachten: der Unternehmensberater fährt einen 15 Jahre altes Auto ebenso wie der Metzger und Druckereibesitzer, neue Luxuskarossen sind unterwegs, aber wer außer Schweizern, Konzernmitarbeitern, Zuhältern oder Politikern sitzt da noch drin? Häuser werden seltener gestrichen, weniger renoviert - dem Mittelstand geht das Geld aus, ausgeblutet als Sklaven der Konzerne und verraten durch Politiker, die ihr Können nur noch den großen Investmentbankern willig zur Verfügung stellen.

Das Allerschlimmste daran: der Mittelstand merkt überhaupt nicht, dass ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird, er fordert nicht jene dringend notwendigen Maßnahmen, die den fatalen Zustand einer wachsenden Sklavenschicht verhindern könnte. Die Frau des ehemaligen AWD Chefs klingelt mit ihrem gepuderten Beutel für Kinder in Afrika und Jugendliche, die nichts zu Essen bekommen in Deutschland, bevor sie morgens zur Schule gehen. Wie nett, wie sozial, wie medientauglich rührend, aufgeschrieben von PR-Beratern, die den Mob in Ruhe nicht leiden lassen wollen, stattdessen Ablenkung, Rührung und Nichtsmerken organisieren. Die Religion der Massen ist heute Fußball, ein Gelsenkirchener Fan, das las ich neulich, spendet mehr als 60% seines Lohnes für diesen Wahnsinn inkl. Reisen, Currywurst und Alkohol.

Mehr als 60% der Deutschen finden es schlecht, dass sich Langzeitarbeitlose auf Kosten der anderen durchfüttern lassen, der Außenminister schimpft über die Dekadenz von Hartz 4 Empfängern - wieviele Hinweise brauchen wir alle noch, um zu merken dass die Reichen reich sind, weil andere immer ärmer werden?

Dieses Buch ist keine statistische Analyse, sondern zeigt an konkreten Stimmungsbildern und Fällen, wo das Siechtum bereits erschreckende Ausmaße angenommen hat, während wir alle nichts mehr begreifen oder einfach wegsehen. Hartz 4 Empfänger sollen Disziplinierungsmaßnahmen zugeführt werden, sie sollen soziale Arbeit verrichten, sie werden in ihrer Würde noch weiter nach unten gedrückt - ab ins pure Sklavendasein. Nicht mal ordentlich gekleidet dürfen sie zur Tafel kommen, und ein Handy ist per se schon verdächtig. Die Autorin entkleidet uns unserer Vorurteile und nimmt mutig Stellung zu Ungerechtigkeiten, die täglich vorkommen. "Hartz IV macht nicht nur arm, sondern auch sprachlos."

Ich empfinde es ebenso. Dies geschieht vor allem auch deshalb, weil Meinungsführer wie Journalisten, Lehrer oder Pressesprecherinnen ihre Vorurteile immer lauter aussprechen. Es ist einfach, die Armut als selbstverschuldet zu brandmarken, diesen Feind aufzubauen, um auf dessen Kosten Überlegenheit zu demonstrieren. Tatsächlich wird die Mittelschicht aktuell besonders entkleidet, ohne dass diese es merkt. Noch glauben alle, sie gehören dazu. Weit gefehlt. Immer größerer Reichtum geht nur auf Kosten auch der Mittelschicht. Von daher ist dieses Buch vor allem eine Publikation für die Mittelschicht, um Vorurteile endlich abzulegen.

Die Strategie der Bedürftigen, Würde zu bewahren, indem sie wenigstens anständige Kleider tragen, wenn sie für weggeworfenes Essen anstehen - selbst die wird ihnen noch zum Vorwurf gemacht. Nur 20 % gönnen ihnen noch ein Handy. Unser Gesellschaft verhärtet von oben her, fernab von jeglicher Gerechtigkeit und Chancengleicheit. Weltweit wird brutalster Raubtierkapitalismus exerziert, dessen Reichtum durch bittere Sklavenarmut erkauft wird.
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wichtige Kritik in polemischer Ausführung, 21. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft (Broschiert)
Die Themen, die Hartmann in diesem Buch behandelt bedürfen der Öffentlichkeit unbedingt. Vor allem über Green- bzw. Socialwashing erfährt mensch im Mainstream-Diskurs nur wenig, was kein Zufall ist, da die entsprechenden Diskurse durch die betreffenden Konzerne mit viel Geld beeinflusst werden. Das Buch ließt sich zu Beginn, gerade auch aufgrund seines polemischen Stils, sehr flüssig und spannend. Irgendwann kommt aber die Frage auf, wo denn der Rote Faden in diesem Rundumschlag gegen das Böse liegt. So reichen die behandelten Themen von Kritik an den Tafeln über das Bildungsystem, den Rechten, Social Business, Gentrifizierung und landet am Ende - schon von Anfang an spürbar nicht bei einer Lösung, sondern bei der Wut. Hier liegt eine große Schwäche des Buches: Das Themenspektrum ist so breit, dass bei den einzelnen Beiträgen die Wut der Autorin eindeutig Vorrang vor tieferen Recherchen hat (zitiert werden fast ausschließlich Tageszeitungen). Empörung wird hauptsächlich durch eine blumige Sprache erzeugt - was angesichts der Themen garnicht nötig gewesen wäre. Die Breite der Themen wäre durchaus vertretbar, wenn am Ende eine fundierte Systemkritik stehen würde. Das ist aber nich der Fall - Kapitalismuskritik lässt sich nur in nebulösen Andeutungen erahnen. Ob das daran liegt, dass die Autorin selbst in die publizistischen Netze der Großkonzerne verstrickt ist (sie arbeitet für Bertelsmann), darüber lässt sich nur spekulieren.
Insgesamt ein gutes Einführungswerk in die Problematik, das aber nur ein erster Schritt sein kann und auf allen angeschnitten Bereichen der Ergänzung bedarf.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empört Euch, 16. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft (Broschiert)
Das Geschriebene ist keineswegs aus der Luft gegriffen. So vieles kenne ich aus meinem eigenen Umfeld und all diese Dinge stören mich. Ich erwarte keine vorgefertigten Lösungen von einem solchen Buch, denn in erster Linie sollen bestehende Missstände und Widersprüche aufgedeckt werden. Manchmal mag es überspitzte Darstellungen erfordern, um die Menschen wachzurütteln. Sicherlich gilt es Lösungen zu finden, aber zunächst sollte sich jeder selbst an die Nase fassen. Es gilt die eigene Sicht auf die Dinge kritisch zu hinterfragen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Falscher Ansatz, 27. Mai 2013
Vorweg - das Buch ist flüssig und leicht verständlich geschrieben, umreißt ein breite Palette der heutigen Probleme zudem deutlich genug. Insoweit ein gutes Buch!

Ist es aber angesichts der darin skizzierte Misere sinnvoll, das "draußen bleiben" zu beklagen bzw. als Titel voranzustellen?

Ist das "draußen" nicht vielmehr dort wo die wirkliche Freiheit entdeckt und gelebt werden kann?

Weiterhin "drinnen" zu sein angesichts all dessen wohin es zunehmend führt, bis hin zum schweren burn-out und letztlich dem "draußen", ist kein erstrebenswertes Ziel. "Drinnen" ist nichts anderes als die Kultur des Müll, des Wachstums und Konsumismus, all der miesen Eigenschaften die dafür erforderlich sind, zutiefst inhuman. aber gleichsam tragendes Gerüst für diesen auf breiter Front konditionierten "Lebenssinn". Pervertiert das man dem auch noch einen christlichen Mantel überhängt, sogar durch die Kirchen selbst, von Parteien ganz zu schweigen!

Marianne Gronemeyer hat zu diesem Thema einen überaus lesens- und nachdenkenswerten Vortrag gehalten vor der Erich Fromm Gesellschaft, Thema: "Dem Konsumismus trotzen! Das Abseits als wirtlicher Ort".

Ich denke so kommt man dem Kern des Übels näher, wird gelassener und "draußen" zu sein ist dort wo man sein will!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen interresant, erschütternd, traurig und..., 16. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
in jedem Fall lesenswert für Menschen, deren Blick jenseits des Tellerrandes reicht. einen Stern abgezogen, da Fußnoten nicht Kindle interaktiv
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pflichtlektüre für verantwortungsbewusste Bürger, 13. August 2013
Von 
Jouvancourt (Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wir müssen leider draußen bleiben: Die neue Armut in der Konsumgesellschaft (Broschiert)
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Die begabte Autorin Kathrin Hartmann kann nicht nur gut und eindringlich schreiben, sondern hat vor allem die große Begabung, uns die Augen zu öffnen!

Sie beginnt damit, die alte Meinung auzuradieren, nachdem der Reichtum der Reichen auch den Armen zugute kommt. Dem ist überhaupt nicht so, führt sie aus, sondern die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer und weltweit verstärkt sich dieser Trend zunehmend.

Die Umverteilung in unserem eigenen Land begann 2002 mit der Einführung von Harz 4. Damit wurde bei den Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern gekürzt und der Niedriglohnsektor um die Leiharbeit erweitert, die Mittelschicht wurde also nur dem Schein nach geschont. Proteste blieben aus, weil ja nur die "Arbeitsunwilligen " und die "Faulen" der Gesellschaft betroffen waren. Die Autorin beschreibt sehr treffen den Kampf und die wachsende Verrohung der Mittelschicht, die nach oben buckeln muss, nach unten tritt und krampfhaft versucht, ihren Lebensstandard zu halten. Sie fordert Gerechtigkeit für die Armen, statt Almosen, kommt auf die scheinbar so sozialen Mikrokredite in Bangladesch zu sprechen, die teilweise mit horrenden 40% Zinsen belastet sind, spricht von den deutschen Tafeln, die mittlerweile ein Zweig der Lebensmittelindustrie geworden sind und für die Bedürftigen nur eine weitere Demütigung darstellen.

Elf (11...) Millionen Menschen in Deutschland gelten als arm oder sind von Armut betroffen. 1,3 Millionen Arbeitnehmer müssen ihren Lohn mit Harz 4 aufstocken, um über die Runden zu kommen. Frau Hartmann bringt mit vielen kaum bekannten Fallbeispielen auch die emotionale Seite dieser Missstände herüber. Dieses sehr sauber recherchierte Buch mit über 500 Anmerkungen und Fußnoten, rüttelt auf und belegt die Schattenseiten unseres Wirtschaftswachstums.

Das Buch ist zwar schon vor einem Jahr herausgekommen, verliert aber nichts von seiner Aktualität. Die auch in Deutschland stark zurückgehenden Neufahrzeugkäufe, die wirtschaftliche und soziale Verödung von ganzen Landstrichen im Osten und die stark steigenden Immobilienpreise in gefragten Großstädten verdeutlichen die Kluft zwischen einer immer kleineren, immer reicheren Elite und der breiten Masse, an der der Wirtschaftsaufschwung vorbeigeht.

"Wir müssen leider draussen bleiben", betrifft uns alle, zeigt den sozialen Zündstoff auf und entlarvt die Lügen der Politiker und der Industrie.

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