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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Manchmal langatmig aber sehr empfehlenswert
Das Buch muss man sich erarbeiten. Der Autor mag Google nicht. Und er schweift manchmal etwas vom Thema ab. Reden um des Redens willen. Die vielen Ergebnisse aus Untersuchungen und Studien, die aufgeführt werden machen das Buch für mich interressant.
Erzält wird die Geschichte der Menschheit mit Bezug auf Schreiben, Lesen, Denken. Es gibt viele...
Veröffentlicht am 27. August 2011 von Al Bundy

versus
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber sehr langatmig
Ich finde das Buch wirklich sehr interessant, weil es nicht nur beschreibt, wie das Internet unsere Art zu Denken verändert. Der Autor blickt auch weiter zurück bis zur Antike und beschreibt, welchen Veränderungen unser Gehirn seitdem z.B. durch die Einführung von Büchern ausgesetzt war. Klingt auf den ersten Blick komisch, ist aber sehr...
Veröffentlicht am 12. August 2011 von M. Mansfeld


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessant, aber sehr langatmig, 12. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Ich finde das Buch wirklich sehr interessant, weil es nicht nur beschreibt, wie das Internet unsere Art zu Denken verändert. Der Autor blickt auch weiter zurück bis zur Antike und beschreibt, welchen Veränderungen unser Gehirn seitdem z.B. durch die Einführung von Büchern ausgesetzt war. Klingt auf den ersten Blick komisch, ist aber sehr interressant. Dadurch kommt aber das Thema Internet etwas zu kurz, was mich angesichts des Titels etwas enttäuscht hat.

Eine weitere Schwäche des Buches ist, dass es sehr langatmig geschrieben wurde. Die wesentlichen Botschaften würden wahrscheinlich auf 20 bis 30 Seiten Platz haben. Aber vielleicht ist diese Denke auch schon ein Resultat der Beeinflussung durch das Internet??

Fazit: Trotz der Schwächen unbedingt empfehlenswert!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lesenswert wenn man sich auf die wesentlichen Inhalte beschränkt, 14. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Nicholas Carr stellt die These auf, daß Internet und moderne Kommunikationsmittel die Gehirne ihrer Nutzer verändert haben. Die moderne Mediennutzung habe zu einer schlechteren Konzentrationsfähigkeit, schlechterem Textverständnis, kognitiver Überlastung und fehlender Konsolidierung von Wissen (Langzeitgedächnis) geführt. Jedoch gebe es auch positive Aspekte wie die bessere Such-Funktionalität in elektronischen Texten.

Das Buch beginnt mit den ziemlich langatmigen und mit vielen Anekdoten versehenen Kapiteln 1-4 in denen der Autor seine eigene Computer-Biographie, die Einführung von Alphabet, Keilschrift, Buchdruck, Neuro-Plastizität des Gehirns sowie die Einführung der Zeitmessung wiedergibt. In Kapitel 5 folgen Geschichte und statistische Infos zur Mediennutzung und Auswirkungen auf Zeitschriftenverlage, in Kapitel 6 die Verbreitung sowie Vor- und Nachtteile des Ebooks. Interessant wird es dann in Kapitel 7 in welchem detailliert auf die spezifischen Auswirkungen von Hypertext auf das Textverständnis sowie Unterbrechungen des Gedankenflusses (SMS, IM) eingangen wird (mit vielen Studien belegt). Kapitel 8 behandelt die Firmengeschichte von Google, Kapitel 9 die Erinnerungsfähigkeit, Speicherung von Informationen im Langzeitgedächnis, Kapitel 10 Computerintelligenz (ELIZA-Programm/Weizenbaum).

Was mich am meisten an diesem Buch gestört hat war der Eindruck, daß der Autor mit allen Mitteln versucht hat den Umfang des Buches künstlich aufzublasen. Am Ende von Kapitel 7 gibt es einen Abschnitt mit der Überschrift "Sinn und Unsinn von IQ-Tests" der völlig überflüssig ist. Was das Kapitel 8 (Google) in dem Buch zu suchen hat erschloß sich mir erst aus einer englischsprachigen Amazon-Rezension (The Shallows is an expansion of Carr's 2007 article in The Atlantic, "Is Google Making Us Stupid?). Nimmt man sich einmal den englischen Originaltitel "The Shallows" - What the Internet is Doing to Our Brains" und fragt sich welche Teile des Buches für diese Frage relevant sind, dann bleiben übrig die Neuroplastizität, Kapitel 7 und Kapitel 9. Diese Inhalte hätte man bequem auf ca. 100 (statt 350) Seiten unterbringen können und so ein durchgehend interessantes Buch erhalten.
An einigen Stellen fand ich ansonsten auch die Argumentation nicht schlüssig oder unglaubwürdig. So soll sich Hypertext aufgrund der höheren kognitiven Belastung (Link öffnen oder nicht?) negativ auf das menschliche Auffassungsvermögen auswirken und den Lesefluß unterbrechen was bei Lineartext nicht der Fall wäre (201 a2). Das ist fraglich weil Querverweise auch in Lineartexten in Form von Kommentaren/Fußnoten, Quellenangaben vorkommen. Soll man die Kommentare dann im Lineartext nicht lesen um den Lesefluß nicht zu unterbrechen und das Textverständnis zu verschlechtern? Oft ermöglichen einem ja gerade die Informationen in den Fußnoten das im Text Gesagte überhaupt richtig zu verstehen. Auf S.159 bringt Carr eine Reihe zweifelhafter Vorteile von Papier-Büchern im Vergleich zu Ebooks (kommt kein Sand rein am Strand, kann man Kaffee drüber schütten, Auflösung etc) und wiederspricht sich 2 Seiten später teilweise gleich wieder. Das sind alles keine prinzipiellen Vorteile und technische Lösungen dafür gibt es bereits zuhauf.
Ab S.308 erwähnt Carr, daß er sein Mediennutzungsverhalten für die Zeit des Verfassens des Buches drastisch zurückgefahren habe (kein Handy/Twitter/FB/Blog) am Ende des Buches aber bereits wieder in exzessive Mediennutzung zurückgefallen sei. Während ich den Autor sehr dafür respektiere so ehrlich zu sein das mit hineinzuschreiben ist es doch auch ein Eingeständnis keine Lösung für die von ihm gerade auf 350 Seiten diskutierte Problematik parat zu haben, bzw. diese nicht als schwerwiegend genug einzuschätzen um eine dauerhafte Anpassung seines Mediennutzungsverhaltens vornehmen zu wollen.

Henning Dedekind hat sich ein paar heftige Patzer geleistet die einem hauptberuflichen Übersetzer einfach nicht passieren sollten ("Silikonsubstrat" (048 a1), "Datenauslagerung auf Silikon" (283)).
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Manchmal langatmig aber sehr empfehlenswert, 27. August 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Das Buch muss man sich erarbeiten. Der Autor mag Google nicht. Und er schweift manchmal etwas vom Thema ab. Reden um des Redens willen. Die vielen Ergebnisse aus Untersuchungen und Studien, die aufgeführt werden machen das Buch für mich interressant.
Erzält wird die Geschichte der Menschheit mit Bezug auf Schreiben, Lesen, Denken. Es gibt viele Beispiele, wie sich unser Gehirn und damit unser Denken im Laufe der Zeit geändert hat. Ob die aktuellen Entwicklung gut oder schlecht ist (der Autor hält sie für schlecht) muss jeder selbst entscheiden. Aber man kann auch dagegen "andenken", wenn man will. Sehr aufschlussreiches Buch (wenn auch manchmal etwas langatmig).
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wie das Internet unser Gehirn verändert, 10. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
In einem lesenswerten Buch beschäftigt sich der amerikanische Autor Nicholas Carr mit der Frage, wie sich unser Denken durch die immer ausgedehntere Internetnutzung wandelt. Dabei versteht er Denken" nicht nur metaphorisch, sondern auch ganz konkret: Was verändert sich in unserem Gehirn und seinen Verschaltungen?

Seiner Meinung nach eine ganze Menge: Im Gegensatz zur früheren Lehrmeinung haben aktuelle Studien der Neurowissenschaftler herausgefunden, dass sich unser Gehirn auch noch im Erwachsenenalter neu strukturiert, je nachdem, welche Fähigkeiten und Gewohnheiten trainiert werden. Diese Plastizität ist ein riesiger Vorteil, da wir uns so an die jeweils aktuellen Umweltbedingungen anpassen können - nur so ist Lernen überhaupt möglich. Und die Umweltbedingungen werden durch Medien vorgegeben: In den früheren Jahrhunderten mussten sich die Menschen erst mühsam an die Technik des lautlosen Lesens gewöhnen - heute fliegen wir leichtfertig mit den Augen über den Text, konzentrieren uns auf unsere Lektüre und verstehen alles, ohne es laut auszusprechen. Was für uns selbstverständlich ist, erschien noch vor einigen Jahrhunderten vielen Menschen wie Zauberei: Damals sprach man sich jeden Buchstaben laut aus, um sich mit einiger Anstrengung den Sinn des Geschriebenen zu vergegenwärtigen.

Das Internet ändert wieder unsere Lesegewohnheiten: Statt einem linearen Text gibt es ein Bombardement von Multimedia-Eindrücken, statt Konzentration lassen wir uns ständig von neuen Reizen ablenken, statt auf einer Seite zu bleiben folgen wir den Links zu anderen Websites. Laut Carr hat das Einfluss auf die Arbeitsweise unseres Gehirn: Konzentration und Fokussierung fällt uns zunehmend schwer, während ein oberflächliches Überfliegen zum vorherrschenden Betriebsmodus wird. Daher auch der Original-Titel des Buches: The Shallows" - was auf Deutsch sowohl Untiefen" wie auch die Oberflächlichen" bedeuten kann.

Dass der deutsche Verlag daraus dann Wer bin ich, wenn ich online bin...und was mein Gehirn solange?" gemacht hat, zeigt ein offensichtliches Marketing-Kalkül: Die Ähnlichkeit zum Bestseller Wer bin ich und wenn ja, wie viele?" soll wohl ausgebeutet werden, egal wie albern es sich auch anhört. Was wohl das Gehirn des Lektors solange gemacht hat, als er sich diesen Titel ausdachte? Aber zurück zum Thema: Carrs Buch illustriert an vielen historischen Beispielen und wissenschaftlichen Befunden die These des veränderten Denkens. Doch seine Argumentation ist nicht immer stringent:

Er beginnt mit eigenen Erfahrungen - angeblich habe er auch schon Konzentrationsschwierigkeiten - und geht weiter mit mediengeschichtlichen Überlegungen über die großen Innovationen: Sprache, Schrift, Alphabet, Buch, Druckerpresse und so weiter. Dann kommen die Befunde zur Neuroplastizität des Gehirns. Es wird erläutert, wie das Gedächtnis funktioniert, was Spiegelneuronen sind und warum unsere Erfahrungen mitunter sogar einen Einfluss darauf haben, welche Gene an- oder abgeschaltet werden, damit neue Synapsen und Nervenverknüpfungen entstehen. Die einschlägigen Autoritäten aus mehreren Jahrhunderten werden zitiert: Platon, Sokrates, Marshall McLuhan, Eric Kandel, Descartes. Aber auch über die Geschäftspolitik von Google und die Interpretation von IQ-Tests schreibt der Autor. Das ist alles sehr spannend zu lesen und regt zum Nachdenken an, doch seine ursprüngliche These wird durch diese Indizienbeweise nicht unbedingt gestützt. Denn wenn unser Gehirn sich so flexibel entwickelt, kann es sich auch jederzeit wieder auf das konzentrierte Lesen einstellen - der Autor berichtet selbst, dass er in einem Selbstversuch nur einige Wochen gebraucht habe, um sich vom Online-Modus wieder zu entwöhnen und konzentriert sein Manuskript zu schreiben.

Einige Rezensenten sehen in dem Buch eine radikale Abrechnung und Warnung vor dem digitalen Konzentrationsschredder" (so ein Zitat aus der Süddeutschen, das der Verlag auf dem Klappentext platziert hat). Nun ja, beim oberflächlichen Überfliegen, könnte man zu so einem Eindruck kommen. Wer aber das Buch aufmerksam und konzentriert gelesen hat, findet darin ein differenziertes Bild - sowohl über die digitale Welt, wie auch über unser Gehirn, das viel schlauer ist, als wir manchmal denken.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Entstehung der Arten 2.0, 4. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Wir sind Borg. Widerstand ist zwecklos. Die Star-Trek-Fans wissen bereits, was mit uns Menschen heute passiert. Das Internet als Teil des Kommunikationszeitalters hat unbestritten eine Menge Vorteile mit sich gebracht, zahlreiche Erleichterungen im Alltag. Das ist toll! Wie groß aber sind die Nebenwirkungen, die eh selten auf dem Beipackzettel gelesen werden? Und welche sind es? Die Google-Diktatur samt Ideologie(so ein Quatsch werden sie jetzt denken) ist allgegenwärtig. Obwohl dem Kollektiv immer mehr Wissen kostenlos im Internet zur Verfügung steht, während das Individuum im web2.0 assimiliert wird, verblödet scheinbar die Gesellschaft. Wie passt das zusammen? Dieses Buch entspricht der Fortsetzung von Charles Darwins "Meisterwerk": Die Entstehung der Arten.

Das Rezept: Eine Reise von Sokrates(und dem Dialog) über Gutenberg(und dem Buch) bis hin zu Larry Page(Ich bin dann mal googeln...). Hinzu kommen Ausführungen über die Beschaffenheit des Gehirns(Plastizität), effektive Arbeitsweisen(Taylorismus) und vielen anderen interessanten Dingen(zum Beispiel Nietzsches Schreibmaschine). Es handelt sich hier um eine scharfsinnige, wissenschaftliche Analyse jenseits von Polemik, SciFi und Spinnerei; absolut verständlich, anschaulich und unbequem.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sind wir die Borg ?, 9. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Eine Onlinestunde am Tag bewirkt erstaunliche neurologische Prägungen durch physiologisch beobachtbare Veränderungen unserer Gehirnstruktur, und hat damit einen grossen, nachhaltigen und unserer mentalen Kontrolle zunehmend entzogenen Einfluss auf unsere Wahrnehmung, unser Wissen und unser jetziges und zukünftiges (soziales) Verhalten, genauso wie auf unsere weitere kulturelle Entwicklung.
Nachdem man lange glaubte, das Gehirn eines Erwachsenen würde sich nicht mehr verändern, ist inzwischen dessen Neuroplastizität bekannt und anschaulich zu erklären (Taxifahrergehirn). Zahlreiche Untersuchungen von Online-Aktivitäten beweisen, dass die Gehirne geübter Internet-Nutzer anders arbeiten als die ungeübter Personen und dass diese Veränderung sehr schnell zu bewirken ist. Unsere Konzentrationsfähigkeit hängt entscheidend vom Arbeitsgedächtnis ab, das er sich wie einen Fingerhut vorstellt, der bei Überlastung schnell überlaufen kann, noch ehe sein Inhalt ins Langzeitgedächtnis umgefüllt werden konnte. Auch das Entziffern des Hypertexts auf Webseiten, das Bewerten von Links und die Wahrnehmung von Werbung am Rand einer Webseite schwächen anders als reiner Text die Fähigkeit, das Gelesene zu verstehen und zu behalten. Untersuchungen der Blickbewegung hätten gezeigt, dass online gelesene Texte anders gelesen werden und die Verweildauer auf einer Seite zu kurz sei, um den Text komplett lesen zu können. Statt für Inhalte verwenden wir einen Großteil der geistigen Energie auf die Beherrschung der Internetmedien selbst.
Die Folge: wir lesen oberflächlicher, lernen schlechter, und erinnern uns schwächer denn je. Von den Anpassungsleistungen unseres Gehirns profitieren allein Konzerne, die mit Klickzahlen Kasse machen, währendem wir, mangels eigenem Denken, Zusammenhänge nicht mehr verstehen, und damit nicht nur anfälliger für Manipulationen werden, sondern diese zunehmend auch nicht mehr als solche erkennen können.
Die Welt ist weniger komplexer geworden, als unser Vermögen, ganz generell mit Komplexität umzugehen. Wir "wissen" zwar immer mehr über real existierende Probleme, verlieren aber zunehmend die grundlegende Fähigkeit diese zu lösen, und, als hätten wir Alzheimer, sind wir uns dieses Verlusts zunehmend weniger bewusst.
Vor allem das durch das Internet geförderte Multitasking nimmt dem Gehirn und damit den Menschen die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken von längerer Dauer zu folgen und komplexe Zusammenhänge zu begreifen. Deshalb werden Beiträge bzw. Gedankengänge immer kürzer und oberflächlicher, weil die Menschen längeren und differenzierten Argumentationen nicht mehr zu folgen vermögen, geschweige denn ihre eigene persönliche Sicht der Dinge mit einzuflechten verstehen.
Die Geschwindigkeit dieses degenerativen Trends liegt wohl darin begründet, dass der Mensch seit jeher als biologisch-ursprüngliches Wesen zunächst nur auf Veränderungen in seiner unmittelbaren Umgebung konditioniert ist. Dieses Reflexverhalten war zwar gut, um sich vor Wölfen zu schützen und Beute zu machen, aber hindert den modernen Menschen daran, konstante Reize oder sehr langsame Veränderungen, überhaupt noch wahrzunehmen. Was wir hier erleben, ist der Rückfall von der, über Jahrhunderte (künstlich) kultivierte Fähigkeit einem roten Faden folgen zu können, in die unreflektierte und unfokussierte Öffnung sämtlicher Sinne in das uns direkt nur unmittelbar Umgebende des für einen Steinzeitmenschen Relevanten.
Beispiel unserer kulturellen Demenz ist z.B. die Tatsache, dass sich niemand mehr darüber wundert, dass seit dem Lärm der Industrialisierung kaum mehr Chopins und Beethovens entwickelt haben, genauso wie wir uns nicht darüber wundern, dass immer Weniger ganze Bücher lesen und wir zunehmend, als Menschheit, Gefahr laufen, ganz generell die Fähigkeit zu reflektiven Höchstleistungen für immer und unumkehrbar auszuradieren, weil das Gehirn, einmal verändert, mit der Veränderung die Fähigkeit eines neuronalen "Resets" verloren haben wird.
Diese hier ausgeführten Aspekte haben bereits ein kritisches Stadium erreicht: Wir sprechen nicht über abstrakte Gegebenheiten, sondern über eine konkrete - bedenkliche - Entwicklung.
Oder mit Stanley Kubrick: Wenn wir die Welt nur durch den Computer begreifen, verkommt unsere eigene Intelligenz zur künstlichen Intelligenz!
Aber wir sind nicht die Borg ( Star-Trek-Fans wissen bereits, was mit uns Menschen heute passiert) und drum gut beraten, wenn wir unser Tun etwas kritischer hinterfragen als es Apple, Google und Co uns suggerieren wollen. Es lebe das Buch und die Fähigkeit einem roten Faden zu folgen. Es lebe die Komplexität und die Fähigkeit damit umgehen zu können - und zwar jetzt, und nicht erst dann, wenn uns der Strom bereits ausgegangen ist!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen absolut lesenswert für alle, die Neuroplastizität nicht kennen, 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Letztlich geht es in dem Buch darum, wie sich das Gehirn des Menschens dem seiner Umwelt anpasst. Bis vor wenigen Jahren war die allgemeine Annahme, dass sich unser Gehirn spätestens nach der Pubertät nicht mehr verändert und wir mit den im Säuglings- und Kindesalter herausgebildeten Anlagen für den Rest unseres Daseins leben müssen. Die jüngste Gehirnforschung belehrt uns eines Besseren und ja, unser Gehirn passt sich ständig den gegebenen Umweltbedingungen an. Wer wissen will, was die Ursache für die gesellschaftliche Kluft zwischen Jung und Alt ist und wer verstehen will, was mit unserer Gesellschaft geschieht, dem sei das Buch wärmstens ans Herz gelegt. Es verschafft viel Verständnis für die Denkens- und Handlungsweise der heranwachsenden Generation und erklärt wissenschaftlich fundierter, warum wir mittlerweile mehr Zeit alleine vor dem PC verbringen und dennoch hoch soziale Menschen "bleiben" (wenn auch auf eine andere Art und Weise).
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Artgerechte Medien?, 14. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Carr zeichnet auf der Basis der Neuroplastizität des Gehirns und seiner Reaktion auf die verschiedenen Arten von "Werkzeugen" die historische Entwicklung nach, ehe er vertieft auf die Folgen des Internet eingeht.
Das Buch stellt insofern inhaltlich eine Fortsetzung der Ausführungen von Manfred Spitzer dar, der die elektronischen Medien sinngemäß als "pädagogisch nicht artgerecht" im Vergleich zur bisherigen Entwicklung des menschlichen Gehirns bezeichnet hat.

Bezüglich der Thematik, sich auf Sachverhalte zu konzentrieren bzw. beim Verfolgen von Gedanken "den Faden nicht zu verlieren", behandelt Carr zwei Aspekte:
1. Der Mensch reagiert biologisch-ursprünglich zunächst nur auf Veränderungen in seiner Umgebung, kann konstante Reize oder sehr langsame Veränderungen oft gar nicht mehr wahrnehmen, weil er nur so vor Gefahren geschützt ist oder Beute machen kann.
Er kann sich also gar nicht auf eine Tätigkeit, auf einen Aspekt konzentrieren, weil er mit allen Sinnen auf andere Reize achten muss.
Das sind keine guten Voraussetzungen, überhaupt einem "roten Faden" zu folgen.
Die Fähigkeit, einem "Faden folgen" zu können, ist also das Ergebnis kultureller Evolution, ist eine Folge der Kulturtechnik "Schrift" - soweit man Carr und dem von ihm zitierten Quellen folgt.
2. Diese Fähigkeit wird in unseren Tagen durch die elektronischen Werkzeuge wieder in Frage gestellt; Beiträge bzw. Gedankengänge im Radio - Ausnahmen wie der Deutschlandfunk bestätigen die Regel -, Fernsehen, aber auch in den Printmedien, werden immer kürzer oder oberflächlicher, weil die Menschen zunehmend nicht mehr in der Lage sind, längeren, differenzierten Argumentationen zu folgen, wobei man darüber streiten kann, was Ursache, was Wirkung ist - zumindest bedingen sich beide Feststellungen wechselseitig!
Letztlich ist es aber das durch das Internet geförderte Multitasking, das dem Gehirn und damit den Menschen Fähigkeit und Bereitschaft nimmt, Gedanken von längerer Dauer zu folgen.
Die Philosophie gehört zu den wenigen Disziplinen, die diesem Trend entgegen wirken; sie stellt aber in dieser Beziehung so etwas wie eine "Insel der Seligen" dar...
Diese von Carr ausgeführten Aspekte haben bereits ein kritisches Stadium erreicht: Wir sprechen nicht über abstrakte Gegebenheiten, sondern über eine konkrete - bedenkliche - Entwicklung.
Oder mit Stanley Kubrick: Wenn wir die Welt nur durch den Computer begreifen, verkommt unsere eigene Intelligenz zur künstlichen Intelligenz!

Das Buch ist ein im positivsten Sinne amerikanisches Sachbuch, also lesbar und verständlich, ohne dass man auf die ausführliche Bibliographie zurückgreifen muss; es besitzt aber Tiefgang, wenn man den angedeuteten Zusammenhängen auf den Grund geht.
Allerdings habe auch ich inzwischen den Eindruck, dass man das Buch besser im Original lesen sollte, denn es verwirrt eher als dass es weiterhilft, wenn man Marshall McLuhans "Understanding Media" mit dem völlig unbekannten Titel der deutschen Übersetzung "Die magischen Kanäle" (ohne Fußnote!) angibt...
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Je klüger die Software, desto dümmer der Nutzer, 21. November 2010
Von 
Buchdoktor - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Die Bedenken, die Sokrates gegen die Entwicklung einer Schriftsprache vorbrachte, ähneln verblüffend den Sorgen heutiger Eltern, ihre IT-versierten Kinder könnten Informationen zukünftig nur noch in winzigen Häppchen verarbeiten und deren Wahrheitsgehalt nicht mehr beurteilen. Sokrates fürchtete, der Übergang zu einer Schriftkultur würde die Menschen glauben lassen, etwas zu wissen, während sie erst über einen Bruchteil des Wissens verfügen. ... Hatte ich das nicht gerade bei Maryanne Wolf gelesen?

Nicholas Carr zitiert Wolf. Er holt sehr weit aus, ehe er untersucht, ob die Informationssuche im Internet bei browsenden und twitternden Nutzern der Neuzeit den Abbau kognitiver Fähigkeiten bewirkt. Die Entstehung der Schrift und des Buchdrucks, wie auch die Entwicklung einer exakten Zeitmessung führt Carr als Beispiele für entscheidende Änderungen des menschlichen Bewusstseins durch neue Technologien an. Der Autor, dessen eigene PC-Karrriere 1986 begann, stellte bei sich selbst ein Nachlassen seiner Konzentrationsfähgigkeit und häufig abschweifende Gedanken beim Lesen fest. Den Grund vermutet er im Multitasking und in ständiger Ablenkung durch eingehende Nachrichten während der Arbeit am PC. Selbst Wissenschaftler und Studenten geisteswissenschaftlicher Fächer lesen inzwischen keine Bücher mehr, Zeitungen werden abbestellt, wenn die Abonnennten den Eindruck haben, die Inhalte längst zu kennen, beklagt Carr. Dass das Zeitungs-Layout dem von Webseiten angepasst wurde - die Meldungen sind kürzer, oberflächlicher, mehr Fotos füllen die Seiten - kann die Abwanderung von ehemaligen Zeitungslesern zu Online-Medien nicht mehr stoppen.

Das Internet ist (nach dem Alphabet und den arabischen Zahlen) die mächtigste Einzeltechnologie seit Erfindung des Buchdrucks. Zukünftig werden wir beim Lesen unseres e-books gleich über den Text chatten und die Kommentare anderer dazu verfolgen können. Das Zugehörigkeitsgefühl wird das entscheidende Motiv zum Lesen sein. Autoren werden ihre Arbeit auf dieses gruppendynamische Leser-Milieu zuschneiden, konstatiert Carr, der als Autor durch die schnelle Sichtbarkeit seiner Texte beim Bloggen dem Web 2.0 anfangs sehr zugeneigt war.

Nachdem man lange glaubte, das Gehirn eines Erwachsenen würde sich nicht mehr verändern, ist inzwischen dessen Neuroplastizität bekannt und anschaulich zu erklären (Taxifahrergehirn). Carr führt zahlreiche Untersuchungen von Online-Aktivitäten an, die beweisen, dass die Gehirne geübter Internet-Nutzer anders arbeiten als die ungeübter Personen und dass diese Veränderung sehr schnell zu bewirken ist. Unsere Konzentrationsfähgikeit hängt entscheidend vom Arbeitsgedächtnis ab, das er sich wie einen Fingerhut vorstellt, der bei Überlastung schnell überlaufen kann, noch ehe sein Inhalt ins Langzeitgedächtnis umgefüllt werden konnte. Auch das Entziffern des Hypertexts auf Webseiten, das Bewerten von Links und die Wahrnehmung von Werbung am Rand einer Webseite schwächen anders als reiner Text die Fähigkeit, das Gelesene zu verstehen und zu behalten. Untersuchungen der Blickbewegung hätten gezeigt, dass online gelesene Texte anders gelesen werden und die Verweildauer auf einer Seite zu kurz sei, um den Text komplett lesen zu können.

Am Beispiel Googles, für das selbst der Blauton der Werkzeugleiste genauestens an Versuchspersonen erforscht wurde, setzt sich Carr kritisch mit einer seiner Ansicht nach neuen Form des Taylorismus auseinander (Suchprozesse seien in Einzelschritte zerlegbar und optimierbar). Am Beispiel Google Books verdeutlicht Carr eigenwillige Ansichten des Konzerns zu den Rechten noch lebender Autoren, die einzeln Widerspruch gegen das Einlesen ihrer Werke einlegen müssen. Für Google sei ein Buch kein geschlosssenes Werk, sondern allein eine wirtschaftlich nutzbare Datenmenge. Warum das Gleichsetzen von Intelligenz mit effizienter Datenverarbeitung durch Google ein Irrtum ist, belegt Carr ausführlich und mahnt, dass die Auslagerung von Problemlösungen, z. B. durch die Nutzung unterstützender Software, die Problemlösungskompetenzen von Teams vermindert.

Fazit:
Die Beschreibung des Status Quo an der Schnittstelle zwischen zwei technologischen Welten und die generelle Erklärung der Hirntätigkeit nehmen die Hälfte von Carrs Buch ein. Die angeführten Beispiele (Taxifahrergehirn, Aufgabe des Hippocampus) können bei interessierten Lesern als bekannt vorausgesetzt werden. In der zweiten Hälfte setzt Carr sich mit der Wirkung elektronischer Medien auf unser Denken auseinander. Dass die Nutzung elektronischer Medien die Konzentrations- und Urteilsfähgikeit der Nutzer nachhaltig beeinträchtigt, kann der Autor anhand mehrer Untersuchungen belegen - die Befürchtung ist also keine reine Projektion. Seine Quellen führt er übersichtlich im Anhang auf. Für mich enttäuschend war, wie sehr das Buch in der ersten Hälfte dem von Maryanne Wolf ähnelt, das in den USA immerhin schon 2007 erschienen ist.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was macht das Internet mit uns???, 25. November 2010
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich, wenn ich online bin...: und was macht mein Gehirn solange? - Wie das Internet unser Denken verändert (Gebundene Ausgabe)
Dank dem Internet haben wir heute vom eigenen Wohnzimmer aus die Möglichkeit mit jedermann auf der ganzen Welt Informationen auszutauschen und uns stehen soviele Informationsquellen zur Verfügung wie keiner anderen Generation vor uns, aber was macht diese Tatsache mit uns?

Einige meinen wir würden schneller schlau, aber zu welchem Preis? Bislang dachte man, dass Gehirn eines erwachsenen Menschen verändert sich nicht mehr. Nicholas Carr schreibt in seinem Buch von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die nun etwas anderes besagen. Heute gilt als anerkannt, dass das Internet uns nicht nur für die Zeit des online - seins verändert. Es hat viel mehr Auswirkungen auf dem Menschen. Das nicht mehr Bücher lesen können und die Nachrichtensucht sind da nur zwei von vielen Auswirkungen.

Der Autor schildert das Internet als eine Schwellenüberschreitung in ein völlig neues Zeitalter. Überschritten haben wir diese Schwelle noch lange nicht, wir sind grad noch so in der Schwebe über der Schwelle, die negativen Auswirkungen dieser Schwellenüberschreitung sind und längst nicht alle in ihrem Ausmaß bekannt.

Nicholas Carr erwähnt zwar die Erfindung des Alphabets und des Buchdrucks um andere große menschliche Schwellenüberschreitungen aufzuzeigen, die größte jedoch bleibt das Internet. Um nicht falsch verstanden zu werden: Carr verteufelt nicht, aber er fordert vor dem Knopfdruck am PC genau zu überlegen, brauche ich das Internet jetzt wirklich? Und wozu genau?

Es ist sicher wie so oft: Auf das richtige Maß kommt es an. Wird dies überschritten überwiegen die negativen Folgen.
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