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581 von 687 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliante Analyse der Schattenseiten der Religionen
Christopher Hitchens folgt mit diesem Buch dem derzeit populären Outing der Agnostiker/Atheisten/Humanisten, und haut in dieselbe Kerbe wie Richard Dawkins, Sam Harris, Daniel Dennett (in USA) sowie Michael Schmidt-Salomon, Franz Buggle und Hans Albert in Deutschland. Im Gegensatz zu manchen anderen vermeidet er jedoch die theologisch/philosophische Debatte um die...
Veröffentlicht am 28. September 2007 von Niklas Morgan

versus
268 von 431 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Polemik mit argumentativen Schwächen
Die Gattung der Polemik - auch gegen Religion - hat ihren berechtigten Platz in der Literatur. In Hitchen's Fall ist sie spritzig und bisweilen sogar humorvoll. Aber Polemik. Anders gesagt: ein Atheist, der sich in seiner Meinung bestätigen lassen will, ohne sich dabei intellektuell zu überfordern, hat in Hitchens das, was er wünscht. Wer jedoch an einer...
Veröffentlicht am 5. November 2010 von Johannes Hartl


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581 von 687 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliante Analyse der Schattenseiten der Religionen, 28. September 2007
Von 
Niklas Morgan "History Reader" (Berlin, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist kein Hirte (Broschiert)
Christopher Hitchens folgt mit diesem Buch dem derzeit populären Outing der Agnostiker/Atheisten/Humanisten, und haut in dieselbe Kerbe wie Richard Dawkins, Sam Harris, Daniel Dennett (in USA) sowie Michael Schmidt-Salomon, Franz Buggle und Hans Albert in Deutschland. Im Gegensatz zu manchen anderen vermeidet er jedoch die theologisch/philosophische Debatte um die Existenz Gottes und konzentriert sich stattdessen auf die im Namen der Religionen oder von religiösen Menschen ausgeübten Untaten. Auch hier kann man den Inhalt mit dem alten Spruch zusammenfassen: Es gibt auf der Welt gute Menschen, die Gutes tun, und böse Menschen die Böses tun, aber nur durch Religion bekommt man eigentlich gute Menschen dazu, Böses zu tun.

Im Falle des Christentums wissen wir das eigentlich schon lange (zumindest in Deutschland) durch das Lebenswerk von Karlheinz Deschner. Christopher Hitchens ist jedoch in den USA lebender Engländer, und dort scheint diese Erkenntis erst in den letzten Jahren Anhänger gefunden zu haben.

Er bleibt jedoch nicht bei einer Religion hängen, sondern zeigt auch im Kapitel über den Islam (die Weitergabe von Gottes Wort durch einen Engel an einen analphabetischen Kaufmann in der Wüste), die überall auf der Welt existierenden Schattenseiten dieser Religion auf. Ein weiteres Kapitel ist den östlichen Religionen gewidment, die er ebenso als ungeeignet für ein ethisches Verhalten entlarvt (Konflikt zwischen Hindus, Moslems und Buddhisten in Indien bzw Sri Lanka, Rolle des Buddhismus bei Japans Imperialistischer Politik im letzen Jahrhundert). Spätestens hier bringt er Facetten, die bei den anderen derzeit populären Religionskritikern fehlen.

Das Buch ist flüssig zu lesen, und die Argumentationsweise ist weniger polemisch als bei Dawkins oder Harris. Dennoch wird das Buch dem dogmatisch Gläubigen jeglicher Religion die Zornesröte ins Gesicht treiben, denn der Autor spricht schonungslos aus, was viele weichgespülte Pseudokritiker zu relativieren suchen und euphemistisch umschreiben: Alle Religionen disqualifizieren sich als ethische Grundlage für ein vernünfitiges Zusammenleben in der heutigen Zeit. Auch wenn in der Bibel oder dem Koran auch "Gutes" zu finden sein mag (was immer exemplarisch herausgepickt wird), so steht darin so viel menschenverachtender Unsinn, dass man diese für nomadisierenden Hirtenvölker der Eisenzeit geschriebenen Stammesregeln einfacht nicht als Richtschnur seines heutigen Handelns nehmen kann.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Herr ist " keinHirte ", 10. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wenn jemand wie ich ohne eine Religion aufgewachsen ist und sich sein Weltbild durch Reisen und Lebenserfahrung selbst erarbeiten konnte , so ist dieses Buch nur eine gute Ergänzung der durch das Leben gesammelten Erfahrungen. Hier werden Fakten und Schriften nacheinander so aufgelistet , dass jeder für sich entscheiden kann, ob er sich für den Sinn oder Unsinn der unterschiedlichen Strömungen der Verführung und Gehirnwäsche entscheidet. Parallel dazu sollte der Leser aber auch die Fabeln in den drei hauptsächlich angesprochenen "Geschichten" Büchern ansehen.
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297 von 367 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hitchens, Dawkins, Dennett, Harris: Vier gegen Gottes Wahnsinn, 28. September 2007
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist kein Hirte (Broschiert)
In den USA hat es Christopher Hitchens Buch mit dem provozierenden Titel "God is not Great - How Religion poisons everything" (Deutsch: "Der Herr ist kein Hirte") bis auf Platz 2 der Amazon-Bestsellerliste geschafft. Im angeschlossenen Diskussionsforum zeigt sich, warum die Amerikaner zur Zeit ein in sich gespaltenes Volk sind. Da wird Hitchens einerseits wegen seiner ketzerischen Ideen verdammt und dazu aufgefordert, seine Äußerungen zurückzunehmen, um seine Seele vor der ewigen Verdammnis zu bewahren. Andererseits wird er für seinen Mut gelobt, endlich einmal die Wurzel allen Übels klar und deutlich zu benennen: Der durch Vernunft nicht zu rechtfertigende Glaube an einen Gott oder mehrere Götter.

"We atheists do not require any priests, or any hierarchy above them, to police our doctrines [...] To us no spot on earth is or could be "holier" than another: to the ostentatious absurdity of the pilgrimage, or the plain horror of killing civilians in the name of some sacred wall or cave or shrine or rock, we can counterpose a leisurely or urgent walk from one side if the liberary or the gallery to another, or to lunch with an agreeable friend in pursuit of truth and beauty" (6).

"God is not Great" ist einerseits eine kompromisslose Abrechnungen mit allen Religionen (auch den polytheistischen), die trotz des Leides, welches sie seit Jahrtausenden der Menschheit zufügen, immer noch gesellschaftlich anerkannt und respektiert werden. Dazu analysiert Hitchens die durch und durch weltliche Entstehungsgeschichte der monotheistischen Buchreligionen und die machtpolitischen Motive der Verfasser. Auch den Einwand, dass Religionen die Menschen mit moralischen Kategorien versorgen und somit zu einem besseren Handeln anleiten, lässt der Autor nicht gelten. Im Kapitel "Does religion make people behave better" (173-193) legt Hitchens überzeugend dar, dass diese Behauptung nicht nur falsch, sondern in vielen Fällen genau das Gegenteil der Fall ist. Allen Religionen ist gemeinsam, dass sie Außenstehenden, also "Ungläubigen", mit Folter und Tod drohen, um die Stabilität und Identität der eigenen Gruppe zu stärken. Ein nur kurzer Blick auf Bibel und Koran bestätigt dies. Auch wenn viele der Gewaltexesse ursprünglich vielleicht nur metaphorisch gemeint waren, spielt das heute keine Rolle mehr, da vor allem der Islam einen blinden und nahezu nekrophilen Glauben an die toten Buchstaben des Korans vorschreibt und auf jede Kritik mit einem penetranten Beleidigtsein (oder Mordanschlägen) reagiert.

Ist Hitchens objektiv? Ganz bestimmt nicht, aber das fällt bei dieser Thematik auch schwer. Kapitelüberschriften wie "Religion as an Original Sin" oder "Is religion child abuse?" sprechen eine deutliche Sprache. Doch trotz aller Polemik hat Hitchens Darstellung Hand und Fuß und ist sehr gut zu lesen. Überzeugend und mit Feuereifer wirbt er für einen sekulären Humanismus und eine Welt, in der die Einsichten von Shakespeare, Milton und Dostojewski die von Bibel und Koran ablösen.

Aus drei mach vier! Nachdem im vergangenen Jahr die "new atheists" unter Führung von Richard Dawkins ("The God Delusion" Deutsch: "Der Gotteswahn"), Daniel Dennett ("Breaking the Spell") sowie Sam Harris ("The End of Faith") der Religion den Krieg erklärt haben, reiht sich nun auch Hitchens in diesen Kreis ein. Und eines ist klar: Die Welt braucht diese neue Aufklärung! Nahezu alle Kriege auf der Welt haben auch eine religiöse Komponente oder werden religiös gerechtfertigt. Es wäre zum Wohle Aller, wenn diese gefährliche Waffe entschärft werden könnte.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jemand, der offen ausspricht, was wir schon lange wissen, 18. April 2014
Religionen sind nicht nur überflüssig, sondern auch noch schädlich. Das kann man als Botschaft verstehen, wenn man Hitchens Buch gelesen hat. Der Vorwurf, er sei polemisch und würde nicht argumentieren, ist nicht gerechtfertigt. Er zeigt hingegen sehr gut auf, dass es den religiösen Fanatikern und Strenggläubigen einfach an Argumenten fehlt. Sie halten sich an Vorstellungen fest, die längst wissenschaftlich überholt sind und wollen nur eines nicht: argumentieren. Dies zeigt Hitchens vortrefflich in seinem Buch.

Die Amazon Produktbeschreibung ist wohl eher keine Produktbeschreibung, sondern ein Kommentar zu Hitchens Buch. "Wie Richard Dawkins mit seinem Manifest wider den von ihm diagnostizierten Gotteswahn streitet Hitchens für seine streng atheistische Position allerdings mit einem Eifer, der jenem religiöser Fanatiker kaum nachsteht..." Hier fühlte sich ein Amazon-Mitarbeiter in seinen religiösen Ansichten gestört. Denn Hitchens ist alles nur kein Fanatiker. Er vertritt eine strenge aufklärerische Position und diese ist genau ein Gegenentwurf zu jeder Ideologie und jeglichem Dogmatismus.
Fazit: sehr empfehlenswertes Buch
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Augenöffner!!, 18. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist kein Hirte (Broschiert)
sachlich und gut geschrieben!!
Das Buch hat das, was ich sowieso schon dachte und oft fühlte , voll bestätigt und mir sehr geholfen mich vollständig von der Kirche zu lösen.
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86 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dem Glauben auf den Zahn gefühlt, 5. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Herr ist kein Hirte (Broschiert)
Als seit Jahren überzeugter Atheist und Mensch der jeglicher Art von Religiosität zumindest mit Skepsis gegenübertritt, war es für mich Pflicht die aktuellen "Bestseller" zu lesen. Nach Richard Dawkins "Der Gotteswahn" habe ich mir in den letzen Tagen "Der Herr ist kein Hirte" zu Gemüte geführt. Während Dawkins zu einem Rundumschlag gegen den Glauben im Allgemeinen, Gott im Speziellen und die Religionen, die auf beiden Phänomenen fußen, ausholt, konzentriert sich Hitchens sehr stark auf die Religionen als solche. Im Gegensatz zu Dawkins, der als Evolutionsbiologe offensichtlich allergrößte Schwierigkeiten hat auch nur den Funken von Verständnis für "Glauben" aufzubringen, ist Hitchens religiös aufgewachsen, hat kirchlich geheiratet und aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit Erfahrungen in den verschiedensten Glaubensrichtungen dieser Welt gemacht. Schon alleine diese "Vorbildung" lässt seine Kritik fundierter und überzeugender erscheinen.
Da ich selbst überzeugter Atheist bin rennen Hitchens und Dawkins bei mir offene Türen ein. Die Kritik die an beiden Authoren von vielen Seiten geäußert wird überrascht mich daher nicht. Zu oft bin ich selbst mit solcher Art Kritik konfrontiert, die oft aus verletztem Stolz resultiert. - Denn Hitchens und Dawkins greifen Werte an, die selbst in unserer westlichen Welt für viele Menschen von Kindheit an als "absolut" galten. Werte denen Sie sich bislang untergeordnet und angepasst hatten und die zum Teil auch Aufopferung verlangten.
Diese Werte nun über Board zu werfen wie ein paar alte Socken bereitet vielen Menschen Schwierigkeiten und daher wird sofort zum "Gegenschlag" ausgeholt um sich selbst nicht eingestehen zu müssen, dass das, was man bisher im Sinne des "Glaubens" getan hat rational betrachtet umsonst war.
Wenn ich Sätze wie "Dawkins ist genauso schlimm wie die religiösen Fundamentalisten die er kritisiert" lese, dann dreht es mir den Magen um. Haben diese Menschen das Buch gelesen? Haben Sie versucht sich Gedanken zu machen und die Welt von einer anderen Seite zu betrachten? Oder sind sie so gefangen in ihrer religiösen Doktrin (die zumeist sogar gedankliche Zweifel unter Strafe stellt), dass ihnen dies nicht möglich ist?
Dawkins mag stellenweise polemisch sein, Hitchens auch nicht immer völlig neutral und absolut fundiert (was mir angesichts des Themas schlichtweg unmöglich erscheint). Doch eines kann man keinem von Beiden vorwerfen: Das Sie religiöse Menschen allgemein zum Feindbild erklären oder Hass schüren.
Keiner von beiden maßt sich an die einzig richtige Wahrheit gefunden zu haben (ganz im Gegensatz zu den religiösen Führern). Dawkins wie auch Hitchens unterziehen die Welt in der Sie leben jeden Tag aufs neue einer "intelektuellen Prüfung" deren oberste Prinzipien Menschlichkeit, Wissen(schaft) und Erfahrungswerte sind und die auch Fehler und neue Erkenntnisse zulässt. Mit ihren Büchern fordern sie uns auf das selbe zu tun.
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der deutsche Titel ist noch besser als "God is not great", 7. Dezember 2011
Von 
Nuria (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Man fragt sich, warum ein Mensch so viele Seiten darauf verwendet, gegen Religionen zu schreiben. Er muss wissen, dass Atheisten ihre Meinung bestätigt sehen und religiöse Menschen von diesem Buch abgestoßen sein werden (siehe einige Rezensionen auf dieser Seite). Was treibt ihn an? Wahrscheinlich sind es doch quälende Zweifel am geistig festgestellten Unwert des Glaubens. Sein Gefühl tritt ihm selbst in den Weg. Der Wunsch, an das Gute und somit an Gott und seine Gesetze zu glauben trotz starker Bedenken. Dieser Widerspruch im Autor macht das Buch so reizvoll. Man liest hier wirklich alles, was es gegen Religionen zu sagen gibt, doch die Fülle der Gegenargumente kann nicht die Sehnsucht überdecken. Am Schwerwiegendsten an den richtigen Schlüssen, die Hitchens aus seiner Tour de Force zieht, erschien mir die Tatsache, dass es für gläubige Menschen schwierig ist, fremde Glaubensinhalte zu akzeptieren und dass daraus Gewalt entstehen kann. Die innere Überzeugung des Gläubigen ist so stark, dass man das Gefühl hat, andere missionieren zu müssen. Das hat in der Geschichte schon großen Schaden hervorgerufen durch Religionskriege etwa, sicherlich aber auch - und darüber spricht Hitchens zuwenig - großen Nutzen für Menschen in Not oder Armut, die aus christlichen Beweggründen Karitatives erfahren haben. Aber die Nützlichkeit von Religionen tritt beim Einzelnen ohnehin gegen das Bedürfnis zurück, glauben zu wollen und einen Gott zu brauchen. Die meisten Menschen finden ja in der Not zum Glauben. Dann gelten die ganzen Argumente, die hier dagegen ausgebreitet werden, nichts mehr, weil das Bedürfnis nach Richtung und Festigkeit zu stark wird, und die Wichtigkeit von Gedanken nachlässt. Besonders der Tod macht vielen große Angst. Was ich hier nicht gefunden habe, ist die Antwort auf die Frage, was der Glaube denn mit dem Charakter eines Menschen macht. Ob er ihn stärkt oder ihm sogar schaden kann, weil die Verantwortung für das eigene Tun auf eine "höhere Instanz" abgewälzt und so die Chance versäumt wird, aus eigener Kraft erwachsen und selbstverantwortlich zu werden.

In diesem Buch breitet Hitchens die Widersprüche der Bibel und des Korans auf und greift auch den praktizierten Glauben an. Auslöser dieser Schrift war ja der 11. September 2001, als die Flugzeugbomben von muslimischen Fanatikern in New York ein Fanal setzten (übrigens war auch Hitchens damals gerade mit dem Flieger in Amerika unterwegs). Die aufgrund der Anschläge ausgelöste christliche Gegenreaktion, einen Kreuzzug führen zu wollen, hat Hitchens erschreckt, denn die Exzesse der Gewalt in Afghanistan und Irak, aber auch im bürgerlichen Leben vieler Länder, in denen muslimische Minderheit leben, stellten dem gelebten Christentum ein schlechtes Zeugnis aus. Mit einem Mal sprachen die atavistischen Gefühle bei den Menschen und brachten dabei religiös motivierte Gewalt zum Vorschein, die man streng genommen mit keinem Glauben vereinbaren kann. Dieses Doppelgesicht organisierter Religion, die sich Staatsgewalt anmaßt, ist es, die Hitchens scharf verurteilt. Außerdem nerven ihn dumpfbackige Äußerungen mancher Religionsfanatiker, aber solche Lichter wird es auch unter den Atheisten geben.
Was mir an dem Buch ein bisschen gefehlt hat, war die emotionale Tiefe und auch die Fairness in der Argumentation, die nur selten gewahrt wird. Ein kleiner Witz ist da oft wichtiger als Genauigkeit. Was immer es auch Gutes über religiöse Menschen zu sagen gibt, bleibt hier überhaupt ungesagt, und das ist schade. Man kann natürlich aus der Bibel dunkle oder widersprüchliche Stellen herauspicken und daraus unter polemischer Zuspitzung höhnische Schlüsse ziehen. Das ist mitunter lustig und macht auch oft Spaß beim Lesen, aber es ist nicht immer gerecht gegenüber der Bibel und den Menschen, die sie ernst nehmen. Eine weiterer rhetorischer Kniff, den Hitchens gerne anwendet, ist es, päpstlicher als der Papst zu denken und zu urteilen und auch zu verurteilen. Jede differenzierte Meinung geht hier unter, wenn sich der Autor so häufig in der Pose des einsamen Klugen gefällt, der sich von schwachköpfigen Fanatikern umgeben sieht. Es wäre reizvoll, Hitchens mit einem kenntnisreichen Verteidiger des Glaubens debattieren zu sehen, der ihm Paroli bietet. Dann würde es ihm sicherlich schwerer fallen, Pauschalurteile zu fällen.
Was mir gefallen hat: Die Mühe, die sich Hitchens dabei gibt, seine Polemik möglichst umfassend und vielschichtig anzulegen. Streifzüge durch die Tagespolitik, die Geschichte, die Philosophie und Religionswissenschaft, vor allem aber auch durch die Bibel und den Koran sind lehrreich und interessant und werden viele - auch gläubige - Leser dazu veranlassen, über manches neu nachzudenken. Eine lange Passage über die Entstehung des Alten und Neuen Testamentes und die wesentlichen Widersprüche zwischen den einzelnen Evangelien stellt klar, dass die Bibel das Werk von Autoren ist, die ihre Schriften in der Abgeschiedenheit der vorderasiatischen Provinz und zum Teil unabhängig von einander und außerdem in einer Schreibtradition geschaffen haben, die sich stark an der Überlieferung orientierte. Vieles daran muss nicht immer bierernst verstanden und umgesetzt werden, und wird für die Theologie zur interpretativen Aufgabe. Hier sieht man aber auch, dass Hitchens, der schon seit mehreren Jahrzehnten in den USA lebt, sehr amerikanisiert ist. Dort gibt es viele Prediger und Gläubige, die die Aussagen der Bibel gern 1:1 umsetzen wollen, und gegen diese richtet sich die Kritik dieses Buchs. In Europa ist so ein ursprünglicher Glaube weniger der Fall. Warum sich der christliche Glaube letztendlich im Westen durchgesetzt, und warum er so viele Millionen Menschen im Laufe der Geschichte begeistert hat, kann Hitchens nicht erhellen. Ist es eine Form des Absolutismus, ein Machtspiel, das neue Länder für einen Glauben eröffnet, wird der Glaube also mit dem Schwert durchgesetzt, oder ist es ganz unabhängig davon die frohe Botschaft der Bibel und der Menschen, die danach leben, die die Herzen der Fremden öffnet?
Am Besten hat mir an dem Buch gefallen, dass es viele Fragen stellt und den Leser zum Nachdenken anregt. Gläubig oder ungläubig werden wird man dabei nicht, den Autor aber als einen engagierten Mann in Erinnerung behalten, der zwar organisierte Religion ablehnt, aber doch für Humanismus und Sozialismus eintritt und nicht für das Böse, sondern für diese Werte streitet.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Notwendig, 14. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich LEIDER zugeben, dass es in meinen Augen nicht so schön übersetzt worden ist, wie beispielsweise Hitchens' Biographie "The Hitch". Jedoch kann ich dem Buch trotz dieses kleinen Makels einfach nicht weniger als fünf Sterne geben, da sein Inhalt das reinste Gold ist.

Gerade in unseren Breitengraden, in denen die sichtbaren Auswüchse der Religion solche augenscheinlich zahmen Gestalten annehmen, ist ein Buch wie Christopher Hitchens' "Der Herr Ist Kein Hirte" eine reine Notwendigkeit. Die Leute hierzulande haben ein viel zu kurzes Gedächtnis, wenn es darum geht, die negativen Seiten von blindem Glauben und autoritärem Denken aufzufassen (und nichts anderes ist der Monotheismus in Christopher Hitchens Augen: eine sadomasochistische Sklave-Meister-Beziehung zwischen dem Gläubigen und einem hypothetischen, überweltlichen Wesen. Das mag hier hyperbolisch und provokant wirken, aber der Autor malt das Bild mit sehr überzeugenden Farben.).

Christopher Hitchens hat die heutige Lage des Fundamentalismus einmal mit den Ratten verglichen, die am Ende von Camus' "La Peste" zurück in die Kanalisation flüchten.
Die Pest mag für den Moment zwar besiegt worden sein und das Volk mag diese düstere Zeit vielleicht ein bisschen vorschnell vergessen, aber die Ratten lungern immer noch in den Rohren und warten auf eine Gelegenheit zurückzukommen.

Und wer die richtigen (oder falschen, deprimierenden) Seiten im Netz besucht, wird sich schnell ernüchtert finden von den umtriebigen Guerilla-Kriegen, welche die Religiösen im Netz führen. Von den gespreizten Medien-Kampagnen, die von Millionären und Milliardären finanziert vor allem von den USA langsam über den Atlantik hinweg auch zu und überschwappen. Ich persönlich bin mir nicht allzu sicher, ob wir hierzulande wirklich den vorgeschichtlichen autoritären Instinkt bereits überwunden haben, den die fundamentalistischen Reliionen ansprechen und den sie wachzukitzeln versuchen.

Okay: Warum aber sollte ein moderater Theist dieses Buch lesen? Ein Moderater sagt sich vielleicht "Aber ich teile mir meinen Glauben nicht mit diesen Schlangenölverkäufern. Mich betrifft dieses Buch also doch garnicht!"
Meine Antwort: Du glaubst vielleicht nicht das selbe wie die Fundies, lieber moderater Theist, aber du und der Fundamentalist futtern aus demselben Trog. Ihr bezieht eure Einsichten aus derselben Quelle. Sobald man euch also eure Quelle unhinterfragt stehen lässt, nährt sich an ihr auch wieder der Fundamentalist.
Und außerdem: Wie Sam Harris, einer von Hitchens' Aliierten im Kampf gegen die organisierte Religion, es bereits so schön gesagt hat: "Moderate theists function as enablers for fundamentalists."
Im Großen Kulturkampf sind es die moderaten, die alten Großmütter die eigentlich niemandem wehtun, die uns davon abhalten die Fundamentalisten und ihren Glauben direkt anzugehen. Man kann den Glauben der Fundies nämlich nicht lächerlich machen, ohne gleichzeitig auch den Glauben der armen alten Großmutter lächerlich zu machen. Ich schätze damit muss der Kritiker einfach zu leben lernen.
Also spricht das Buch auch dich an, lieber moderater Caféhaus-Christ. Es ist auch für dich geschrieben worden, vielleicht sogar gerade für dich - damit du erfährst, welche Widerlichkeiten und Verbrechen du deckst, für welche Leute du (freiwillig, oder unfreiwillig) in den weltanschaulichen Zeugenstand trittst.

Im Lichte aktueller Ereignisse (12 Stämme, Tebartz van-elsts Protzbauten, finanziell aufzehrende Kirchenprivilegien, Marokkos rasantes Abdriften in eine Theokratie, Hamas-Splittergruppen die Einkaufszentren kapern, die Weigerung der katholischen Kirche, sich klar gegen das Verhütungsverbot auszusprechen- selbst im Lichte einer ungeheuerlichen Bevölkerungsexplosion, die Sabotage der Stammzellenforschung) sollten wir uns alle, glaube ich, Hitchens Rat zu Herzen nehmen - allermindestens aber sollten wir uns seine Fragen gefallen lassen, denn wir - und wir alleine - sind hier in der Verantwortung!
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17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Religion verdient keinen Respekt, 23. Dezember 2011
Wer dieses Buch kauft in der Erwartung, er bekomme eine Liste von Argumenten die für die Nichtexistenz Gottes sprechen, sollte sich "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins anschaffen. Ich erwähne dies, da manche dem Missverständniss anheimfallen, dass dieses Werk eben jenes tue. Nein, Hitchens "Der Herr ist kein Hirte" spricht sich gegen die institutionalisierte Religion aus und argumentiert anhand weitreichender Beispiele, dass die Religion an sich, nichts gutes sein kann.

Hitchens argumentiert in gewohnter, rethorischer Stärke und führt ein Wissensrepertoire an den Tag, welches man nur beneiden kann. Er bedient sich historischer Fakten, sowie persönlicher Anekdoten um aufzuzeigen, dass der Glaube, wenn institutionalisiert und an der Macht, die Gesselschaft in allen Bereichen unterdrückte und menschlichen Fortschritt verlangsamte und dies auch jetzt noch, soweit es ihr möglich ist, tut. Was vorallem erfrischt, ist, dass sich Hitchens allen großen Religionen annimmt (Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus, selbst dem Shintoismus) und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt.

Hitchens gelegentlich polemische Art zu schreiben und provokative Schlussfolgerungen sollten übrigens kein Hinderniss sein, sich dieses Buch zu beschaffen, denn selbst wenn er manches übertrieben ausdrückt, hat der Kern dennoch Hand und Fuß.

Je näher ich dem Ende dieses Buches kam, desto mehr verflog mein Respekt für die Kirche und Religion. Wer dazu bereit ist und die Sache neutral und offen angeht, wird sich dieser Erkenntniss wohl nicht entziehen können.

5/5
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12 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen eine journalistische Abrechnung mit Religioten, 25. Februar 2012
Nach der Lektüre dieses jüngsten Buches von Christopher Hitchens, das im englischsprachigen Raum für großes Aufsehen sorgte, blieb bei mir, das sei vorweg genommen, ein etwas schales Gefühl zurück. Das auf dem Cover der deutschen Paperback-Ausgabe des Blessing-Verlages gedruckte Zitat aus einer Rezension der New York Times kann vielleicht als Ausgangspunkt einer Besprechung auch an dieser Stelle dienen. Dort heißt es:
"Ein lebhafter, enorm geistreicher und wütend vorgetragener Angriff gegen sämtliche Aspekte der Religiosität. Beeindruckend!"
Diese Einschätzung entspricht eigentlich mit keinem Wort meinem Leseeindruck. Der Reihe nach! Die Adjektive "lebhaft" und "wütend" treffen lediglich auf recht kurze Textpassagen wirklich zu, wobei derartige Einschätzungen natürlich immer eine deutlich subjektive Komponente beinhalten. Hitchens ist sich im Textverlauf nicht wirklich klar, wie deutlich er seine Abscheu formulieren soll. Dies liegt m.E. auch daran, dass er zwar in jedem Fall bemüht ist, zwischen Religion und Religiosität an sich, ihren Vermittlern und einfachen Gläubigen zu unterscheiden, und letzteren völlig angemessen zumindest eine Art mitleidigen bzw. mitleidenden Respekt entgegenzubringen, dass dieses Bemühen aber nicht immer völlig von Erfolg gekrönt ist.
Dies wird immer dann besonders deutlich, wenn er sich, und dies macht den ganz überwiegenden Teil des Buches aus, der Problematik "Religion und Verbrechen" historisch annähert. Hitchens wird nicht müde immer wieder auf die konkreten Gräueltaten der verschiedene aktuellen und ausgestorbenen Religionen zu verweisen und mittels zahlreicher plastisch geschilderter Beispiele die Kulturen übergreifende Kriminalgeschichte religiösen Denkens zu belegen. Hier ist er lebhaft wütend.
Sehr kurz kommen dagegen alle theoretischen, eher abstrakten Überlegungen philosophischer und ethischer Natur. Gut, man kann einwenden, dass ein umfangreiches Eingehen auf derartige Fragestellungen weder dem Buchtitel noch der journalistischen Ausrichtung des Autors entspräche, dennoch bleibt der oben beschriebene Geschmack. Zwar gelingt es Hitchens überzeugend aufzuweisen, dass keine Religion Gesellschaften bisher zu einer wünschenswerten und wünschenswert-tragfähigen Ethik geführt hat, allerdings bleibt die Frage doch sehr offen, wie eine solche Ethik auszusehen hätte. Dass sie allein säkularen Charakters sein kann, ist zum einen als Aussage einer über 300-seitigen Darstellung etwas dünn, zum anderen so neu nicht. Die Einschätzung der New York Times, Hitchens greife "sämtliche Aspekte der Religiosität [an]", ist m.E. nur mit obiger Einschränkung zutreffend.
Der letzte Kritikpunkt richtet sich gegen das "Beeindruckend!" bzw. die Tatsache, dass dieses Buch in Großbritannien und den USA großes Aufsehen erregte. Ehrlich gesagt kann ich das so nicht nachvollziehen.
Hitchens beeindruckt sicherlich dadurch, dass er sehr viele Orte aktueller religiöser Verbrechen selbst besuchte und persönlich unter damit einhergehenden Gefährdungen litt, dass er in einige spektakuläre Skandale wie die Beweihräucherung einer sogenannten "Mutter" Theresa durch das Regime im Vatikan, anders ist dieser Vorgang bzw. die an ihm Beteiligten nach einer Lektüre von Hitchens Ausführungen kaum mehr zu bezeichnen, beteiligt war. Das macht die Authentizität des Buches aus. Aber, und die Größe dieses "Abers" ist wohl wiederum vom eigenen Geschmack bzw. dem eigenen Vorwissen abhängig, wirklich Neues findet sich selten.
Am Ende sei eine sehr persönliche Einschätzung gestattet: Auf meiner eigenen Suche nach einer säkularen Ethik hat es mich vergleichsweise wenig weitergebracht.
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Der Herr ist kein Hirte
Der Herr ist kein Hirte von Christopher Hitchens (Broschiert - 11. Oktober 2007)
Gebraucht & neu ab: EUR 5,04
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