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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was berühmte Schriftsteller kochen würden, 18. Februar 2008
Von 
M. Wolf (Stechlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Suppe des Herrn K.: Eine vollständige Geschichte der Weltliteratur in 15 Rezepten (Gebundene Ausgabe)
15 Kochrezepte werden ausführlich beschrieben. Der Witz an der Sache: Die Rezeptbeschreibungen sind im Stil verschiedener Schriftsteller - von Homer über Chaucer bis zu Kafka und Virginia Woolf.
Es ist genial gemacht, aber wie immer bei Parodien, sollte man die Vorlagen kennen, um die Würze und den Witz zu verstehen. Jedes der Rezepte wird zudem noch durch eine passende Grafik illustriert. Und auch die Rezepte passen irgendwie zu den Schriftstellern: Rösti für Thomas Mann eine deftige Lammkeule bei Raymond Chandler. Es ist ein feines kleines Geschenkbuch. Der zusätzliche Vorteil des Buches: Endlich werden mal Kochrezepte so ausführlich geschildert, dass man sie wirklich nachkochen kann. Ich freue mich schon auf das Tiramisu a la Marcel Proust.
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5.0 von 5 Sternen Nobelpreisverdächtige Kochrezepte, 8. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Suppe des Herrn K.: Eine vollständige Geschichte der Weltliteratur in 15 Rezepten (Gebundene Ausgabe)
Haute Cuisine ist bekanntlich der dernier cri für die Hautevolée des TV-Nachmittagsprogramms und angeblich auch d e r Ausweis schlechthin für die eigene Kultiviertheit. Was läge also näher als die Recherche, ob und wie sich die festen Größen der Weltliteratur am Herd behaupten? Mark Crick widmet sich diesem Thema in aller gebotenen Akribie und bittet 15 Autoren von Weltruf an Pfanne, Rührschüssel und Kochtopf. Das Ergebnis seiner Nachforschung kann sich nicht nur schmecken, sondern auch lesen lassen.
Beginnen wir mit seiner Extra-Beilage für die deutsche Ausgabe, mit den "Rösti à la Thomas Mann": Da foppt er nicht nur den großen Mann, sondern auch seines Lesers Erwartungshaltung, denn wer dächte bei "Rösti" nicht sofort: "Aha! Zauberberg!" Doch mit zwei, drei gekonnten Reibeisenpirouetten verfrachtet Crick den Zauberberg nach Venedig -- literarisch jedenfalls. Hand aufs Herz: Hätten Sie jemals gedacht, dass das literarische Äquivalent zu Manns präzisester Prosa ausgerechnet Rösti sein könnten, und zwar mit viel Käse (und zwar unbedingt Emmentaler oder Greyerzer)? Der Beweis ist erbracht; oder, um's mit Sesemi Weichbrodt zu sagen: "Es ist so!"

Doch der Reihe nach: Alles passt hier zusammen, die kulinarischen Zutaten ebenso wie die literarischen. Chandlers "Lamm in Dillsauce" ist sowas von hardboiled, da fehlt nichts. Der Stil passt; haargenau so stellt man sich Sam Spade am stilecht versifften Herd vor: "Ich nahm mir die Lammkeule vor. Kalt und feucht, wie die Hand des Coroners. Ich zückte mein Messer und schnitt sie in Stücke. Das Messer lag gut in der Hand, ich schnitt gleich noch eine Zwiebel, und eh sie sichs versah, lag auch die Karotte zersäbelt auf dem Hackbrett, und keiner von den drei Hübschen machte mehr einen Mucks." Cool, das. Mark Crick beherrscht die Klaviatur der literarischen Stile, Marotten und Manieriertheiten aller, die Rang und Namen haben, von Harold Pinter bis Marcel Proust. Und jedes literarisches Kochrezept ist im Stil der Epoche illustriert, von der antiken Vasenmalerei bis zum Comic.
Als Nachtisch bekommt der belesene Rezepte-Connaisseur dazu noch Parodien en masse aufgetischt auf die Champagnertrüffel der Weltliteratur: Der bedauernswerte Herr K. hat leichtsinnigerweise seinen mysteriösen Gästen den Status einer Kommission zugestanden und rätselt nun über seine wahrlich undurchschaubare Situation als Gastgeber. In welcher Stadt Prousts Erzähler die Geheimnisse um eine diffizile Tiramisu-Zubereitung Schicht für Schicht lüftet, dürfte dem geneigten Leser zumindest von ferne schwanen. Das Steinpilzrisotto, das die leidgeprüfte Köchin aus Zutaten zubereitet, härter noch als das Schicksal der Familie Joad, lässt einen irgendwie an die Pilze des Zorns denken. De Sades Kochkünste wiederum sind selbstverständlich vom allerraffiniertesten. Homers Muse singt diesmal nicht vom zornigen Achilleus, sondern von hungrigen Heroen und Halbgöttern, und selbstverständlich darf die rosenfingrige Eos auch mal in den Topf gucken (an dieser Stelle auch ein Hoch auf den erkennbar belesenen Walter Ahlers, den kongenialen Übersetzer von "Kafka's Soup").
Oder Borges' durch die Weltliteratur mäandernde Seezunge (wenn das gewagte Bild gestattet ist): Dermaßen ins Schwarze zu treffen und einen Autor in unverwechselbarem Ton und Sujets dermaßen gekonnt zu parodieren, und das alles in Form von Kochrezepten vorzutragen, ohne auch nur eine Miene zu verziehen, und zwar quer durch alle Epochen, Kontinente und literarische Gattungen und Genres -- das ist selber Weltliteratur!
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4.0 von 5 Sternen gute Rezepte, nette Texte, 18. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Suppe des Herrn K.: Eine vollständige Geschichte der Weltliteratur in 15 Rezepten (Gebundene Ausgabe)
Das Büchlein kam wie immer bei Amazon ganz schnell, die kleinen Gerichte nachzubereiten. Ich habe es benutzt, um einen kulinarischen Abend mit einigen der Geschichten zu umrahmen.
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Die Suppe des Herrn K.: Eine vollständige Geschichte der Weltliteratur in 15 Rezepten
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