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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Der Sündenfall der IG Farben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben (Gebundene Ausgabe)
Jeffreys Buch ist die "Historie des Sündenfalls" der chemischen Industrie in der Zeit des Nationalsozialismus. Es hat ein exorbitantes Zeitfenster benötigt, bis jemand sich an die Vergangenheit der IG Farben in dieser Form herangetraut hat. Jeffreys liefert eine gut geschriebene Analyse der Interessengemeinschaft Farben, die den Leser sukzessive in die Wirtschafts- und Wissenschaftswelt des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der IG Farben eintauchen lassen und in den Bann der Geschichte zieht. Jeffrey beschreibt die Entstehung des damals viertgrößten Unternehmens der Welt bis hin zu dem "Sündenfall"; der Beteiligung an Verbrechen u. a. in Konzentrationslagern, die in ihrem Ausmaß weder zu benennen noch zu beziffern sind.Von den Anfängen der chemischen Industrie und der organischen Chemie im 19. Jahrhundert über die Gewinner des Nationalsozialismus bis hin zu den Kriegsverbrecherprozessen gegen die wichtigsten Protagonisten und deren Wiederaufstieg in der Bundesrepublik: Jeffreys liefert dazu die Darstellung der Vergangenheit! Und das anschaulich und gut dargestellt. Mehr als ein Abschnitt der Geschichte wird hier ausführlich recherchiert und eloquent beschrieben. Zwischen der Entwicklung "synthetischer Farben" und Auschwitz versteht dieses Buch nachzuzeichnen und zu beschreiben. Jeffreys zeichnet nach, wie die wichtigsten drei wichtigsten Konzerne - BASF, Bayer und Hoechst - rasch wieder - nach dem Kriegsende - zu globalen Wirtschaftsunternehmen wurden. Der britische Journalist zeichnet auch nach, wie ihre in den Kriegsverbrecherprozessen in Nürnberg zu geringen Strafen verurteilten ehemaligen Gehilfen der Nazis zu späteren Zeitpunkten mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurden. Er zeichnet die Verantwortlichkeiten nach. Das allein war überfällig! Das Werk ist interessant geschrieben und offenbart historische Gegebenheiten, die vermutlich dem breiten Publikum nicht bekannt waren, wie etwa die Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung der synthetischen Farben im 19. Jahrhundert. Aber das ist nur der Grundstein zur Skizierung des Sündenfalls", den die deutsche Industrie im Sektor der Chemie begangen hat, um dem Nationalsozialismus zum dem zu verhelfen, was dieser sich erwünscht hat: Effektive Chemie zur Kriegsführung, Menschenvernichtende Arbeit", Nobelpreise und das alles ohne großen Widerspruch. Und es offenbart sich natürlich die Frage, warum kein deutscher Historiker sich bisher an diese Thematik der IG Farben herangewagt hat. Sei es wie es sei: Es ist ein gelungenes Werk deutscher Industriegeschichte, die die Verantwortlichkeiten der Deutschen Wirtschaft im Sektor der Chemieindustrie im Nationalsozialismus offenbart und ein offenes Bild davon entwirft. Eine Stärke von Jeffreys Analyse besteht darin, dass sich die einzelnen Puzzelstücke" dieses Geschichtsteils sich in diesem Gesamtwerk zusammenfügen. Eine weitere und sehr bedeutendere liegt darin, dass ein sehr wichtiger Teil deutscher Wirtschaftsgeschichte in politischen und wissenschaftlichen Zusammenhängen mit dem Buch von ihm adäquat aufgearbeitet wird. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Existentielle Geschichtssreportage,
Von
Rezension bezieht sich auf: Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben (Gebundene Ausgabe)
Alle haben sie mitgemacht im dritten Reich, die ganzen, großen Namen der deutschen Industrie, und alle haben sie prächtig verdient und ihren Teil am zerstörerischen Werk Hitlers beigetragen. Der größte Konzern und aufs engste mit dem dritten Riech verbunden waren die IG Farben (der Zusammenschluss vieler chemischer Betriebe und Konzerne, unter anderem Bayer, Höchst, BASF und Agfa).Ein Komplex und ein geschichtliches Element, in dessen Betrachtung durchaus noch Lücken zu finden waren. Eine Lücke, die der britische Journalist Diarmuid Jefrreys mit seiner umfassenden (gut 815 Seiten, zusätzlich versehen mit einem breiten Anhang) Untersuchung nun fundiert recherchiert und detailliert dargestellt, schließt. Alleine schon zu wissen, wie viele chemische Mittel IG Farben produzierte für das Vernichtungswerk Hitlers, für die Konzentrationslager und zu Kriegszwecken, aber auch sich der Finanzkraft gewahr zu werden, welche die IG Farben Hitler von seinem Aufstieg an (und von da an durchgehend) zur Verfügung stellte, macht deutlich, wie untrennbar verbunden das dritte Reich mit der geballten Industrie- und Finanzmacht der IG Farben war. Die alliierten Untersuchungen nach dem Krieg haben zweifelsfrei festgestellt, dass all dies 'wissentlich und willentlich' durch die Führung der IG Farben geschah, vom Vernichtungsgas für die Konzentrationslager bis zum unermesslichen Profit durch Krieg und Arbeitskräfte, die durchaus zu Recht als 'Sklaven' bezeichnet werden könnten. In Auschwitz betrieb die IG Farben gar eine eigene Fabrik unter skrupelloser Ausnutzung der Lagerinsassen. Als Nicht Wissende konnte sich dort nun tatsächlich kein Verantwortlicher in der Führung des Konzerns darstellen. Doch jede Entwicklung hat ihre Ursprünge. Jeffreys konzentriert sich nicht nur auf die 'entscheidenden' Jahre des dritten Reiches (wenn auch hier durchaus der Schwerpunkt seiner Ausführungen liegt), sondern vollzieht die Geschichte des Megakonzerns Schritt für Schritt von den ersten Anfängen der 'deutschen, chemischen Erfolgsgeschichte) im 19. Jahrhundert her bis zum Zusammenschluss zur offiziellen 'IG Farben' 1925 nach. Ebenso, wie er die Zerschlagung des Konzerns und die weitere Entwicklung in seinem Epilog mit aufnimmt. Zudem bietet er, verständlich und lesbar, eine genau Schilderung des geschickten Vorgehens Hitlers im Buch dar, der durch das Versprechen hoher Renditen und durch garantierte Abnahmen von Erzeugnissen (Treibstoff aus Leuna u.a.), jenen Trieb in den Verantwortlichen wachrief, der (fast) immer funktioniert. Die Gier und die Aussicht auf exorbitante Gewinne. Soweit, bis die gesamte IG Farben (wie auch andere Konzerne) auf Gedeih und Verderben an das Schicksal des dritten Reiches sich gebunden hatten. Wobei das Verderben relativ ist, denn so gut wie alle führenden Männer der IG Farben spielten eine durchaus tragende (und natürlich hoch profitable) Rolle beim Wiederaufschwung der späteren Bundesrepublik. Diarmuid Jeffreys schreibt flüssig und verständlich, er stellt dar und begründet wesentlich eher, als dass er wertet, scheut dabei aber nicht die klare Beschreibung gerade auch der Gräuel, die in der Verantwortung der IG Farben stehen. Umfassend widmet er sich seinem Thema und legt damit eine fundierte Darstellung der Geschichte des Konzerns und dessen (gewollte und gezielte) Verquickung in die Strukturen des dritten Reiches vor. Im Blick auf die ständig drohende und ständig geschehende Verbindung von Macht, Politik und Geldgier ein ebenso erhellendes Buch, wie im Blick auf einen konkreten Abschnitt der jüngeren Geschichte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Sehr anschaulich,
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Rezension bezieht sich auf: Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben (Gebundene Ausgabe)
Sehr anschaulich erzählt, gründlichst recherchiert und so umfassend wie keine andere Darstellung zuvor stellt diese Studie des englischen Journalisten Jeffreys das zerstörerische Werk der IG Farben dar, das mit der beiläufigen Entdeckung eines synthetischen Farbstoffs im 19. Jahrhundert ihren Anfang nahm und 23 leitende Angestellte der chemischen Industrie vor das Nürnberger Kriegsverbrechertribunal führen sollte. Das historische Erbe der IG Farben - des Zusammenschlusses von führenden Unternehmen der chemischen Industrie, allen voran Bayer, Agfa, BASF und Hoechst - ist 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs den wenigsten präsent. Dabei hat kaum ein Industriezweig so machtvoll das Schicksal Deutschlands geprägt wie diese "Interessengemeinschaft". Von wissenschaftlichem Ehrgeiz über aufopferungsvollen Patriotismus bis zu nackter Profitgier und ideologischer Verblendung findet sich in der Geschichte der IG Farben jedwedes Motiv, das führende Köpfe der Branche dazu bringen konnte, die zwei großen deutschen Kriegsanstrengungen zu unterstützen, ja, überhaupt erst möglich zu machen. Wie wichtig kritische industriegeschichtliche Studien dieser Art sind, zeigt das Schlusskapitel von Jeffreys Buch. Keiner der Verantwortlichen der verbrecherischen Verbindung von Industrie und Terrorherrschaft hat Reue gezeigt, keine der Nachfolgefirmen der IG Farben hat die Verantwortung für ihre Geschichte übernommen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Über wissenschaftliche Gipfelstürmerei und den moralischen Absturz der deutschen chemischen Industrie,
Von
Rezension bezieht sich auf: Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben (Gebundene Ausgabe)
"Weltkonzern und Kriegskartell" lautet der reißerische Titel von Diarmund Jeffreys 600seitiger Geschichte der IG Farben. Im Gegensatz zum Titel präsentiert Jeffreys dem Leser eine sachlich fundierte, kenntnisreiche und außerordentlich gut lesbare - man merkt, daß der Autor Journalist und nicht Historiker ist - Darstellung der Verstrickungen der IG Chemie in Hitlers Angriffskrieg und die Kriegsverbrechen, die in deutschem Namen überall in Europa geschahen.Diarmuid Jeffreys schlägt einen Bogen vom 27. August 1947, dem ersten Tag des Nürnberger Prozesses gegen die führenden Köpfe der IG Farben, zu den Anfängen der deutschen Chemieindustrie gut 100 Jahre früher. Der Leser erfährt viel Wissenswertes über die Ursprünge der deutschen chemische Industrie und die Entstehungsgeschichte der wichtigsten chemischen Unternehmen (BASF, Bayer, Hoechst, Agfa ...): Welche Rolle der Markenname Aspririn für den Durchbruch Bayers als Pharmaunternehmen spielte, warum das Haber-Bosch Verfahren nicht nur für BASF als Unternehmen, sondern auch für das deutsche Militär im ersten Weltkrieg von unschätzbarem Wert war, und warum die Herstellung von synthetischem Treibstoff und Kunstkautschuk ein zuvor auf Eigenständigkeit bedachtes Unternehmen in die unheilige Allianz mit der Führung des Dritten Reiches getrieben hat. Jeffreys proträtiert die wichtigsten Figuren der Entstehungsgeschichte der IG Farben - allen voran Carl Duisberg und Carl Bosch - sowie die Rolle der in Nürnberg auf der Anklagebank sitzenden Industriebosse. Ich habe viele Zusammenhänge erfahren, die mir trotz Wissens über einzelne Aspekte der dargestellten Materie, so nicht klar waren. Natürlich schreibt Jeffreys aus britischer Perspektive mit dem Wissen eines in einer westlichen Demokratie geprägten Bewohners des 21. Jahrhunderts. In den Kapiteln über die gerichtliche Aufarbeitung dessen, was im Namen der IG Farben im Werk Ausschwitz geschehen ist, spricht aus dem Autor das Unverständnis darüber, dass die Westalliierten nur wenige Jahre nach dem Krieg es zugelassen haben, dass die Täter von einst bereits wieder auf den Chefsesseln der Chemieindustrie der jungen Bundesrepublik saßen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Lesenswertes Buch mit kleinen "Macken",
Rezension bezieht sich auf: Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben (Gebundene Ausgabe)
Bei dem von D. Jeffreys geschriebenen Buch zur Rolle der deutschen chemischen Industrie und insbesondere der I.G.Farben bei der Hitlerschen Expansions- und Kriegspolitik handelt es sich um ein in großen Teilen gut recherchiertes und klar und verständlich dargestelltes Werk, das auch für Leser, die mit den angesprochenen Themen bereits vertraut sind, noch durchaus neue Aspekte bietet. Allerdings unterlief dem Autor ein gravierender Fehler, indem er an vier verschiedenen Stellen des Buches (s. Seiten 200, 278, 491 und 608) den damaligen Direktor der pharmazeutischen Forschung des Bayer-Werkes in Wuppertal-Elberfeld und späteren Angeklagten im Nürnberger IG Farben Kriegsverbrecher-Prozess 1947 Heinrich Hörlein zum Nobelpreisträger erklärte. Diese Aussage ist definitiv nicht korrekt, wie jedermann leicht in Erfahrung bringen kann (Was machte eigentlich der zuständige Verlags-Lektor bei der Durchsicht des Manuskripts?) Sieht man von dieser ärgerlichen Misinformation einmal ab, dann ist ist die Lektüre dieses Werks für alle zu empfehlen, die an den Hintergründen interessiert sind, welche zum düstersten Kapitel der deutschen Geschichte geführt haben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Sehr gutes Buch, absolut fesselnd!,
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben (Gebundene Ausgabe)
Wer sich für das Thema interessiert sollte das Buch lesen. Errungenschaften der Chemie aus dem letzten Jahrhundert werden für jedermann verständlich mit aufgegriffen. Ebenso die Entwicklung der chemischen Industrie. Die Verstrickung der Industrie, hier insbesondere die der chemischen Industrie, mit dem Regime der Nazis wird meiner Ansicht nach sachlich dargestellt.Dieses Buch schildert eindrucksvoll die Charakterzüge menschlichen Handelns. Mich hat es sehr beeindruckt und ich halte das Thema auch nach wie vor für sehr aktuell. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Weltkonzern und Kriegskartell: Das zerstörerische Werk der IG Farben von Diarmuid Jeffreys (Gebundene Ausgabe - 23. Mai 2011)
EUR 34,95
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